Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 7 (1925)
- Issue
- Heft 2398 (26.10.1925)
- Date
- 1925-10-26
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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V- >« -1 Wi en. 4um Abholen in der Expedition, II., Taborstf. ,1 -3, oder ln einer Verschleissielle (Trafik) monatl. 5 Schilling Strassenyerkaul in WI e n durch' die Kolporteure der Firma Q o I d schmied, Wollzeile \\. Mit -Postversand für Wien und Oesterreich monatlich 5 Schilling Tschecho-Slowakel; Mon.K22. Jugoslawien: Mon. Din. 60. Pol ep: Mon, 4Zloty. Deutschland: Mon. Gm. 4, Frankreich, Belgien: Mon. Frcs. 18 (MMbsahliuifleB bei freie« crMhangcn Vorbehalte» rener ilfrreis 2oH England: Mon. 4 Schilling. Italien: Monatl. (8 Lire: Rumänien: Mon. 170Lei» Bulgarien MortlOOLewr» Schweiz und das übrige Ausland monatlich Frcs. 5 Redaktion, Administration: Wien, 11, Taborstr. I Telephone: 44-0-38,43-8,19 Ab 6 Uhr:*l5M02, 25-2-Ö2 IX., Universitätsstrasse W (D. uckerei lg. Steinmann) Oesterrelchlsches Postsparkassen - Konto Nr. 150.693 Rr. 2398 .28.Moder 192a 7. Ae zionistische Exekutive. Ae bisherige Leitoog wiebergewM (Eigendienst der „Wiener Morgenzeitung".) Berlin, 25. Oktober. Das Zionistische Aktionskomitee hat heute abends den folgenden Beschluß gefaßt: Die Amtszeit der auf dem 13. Kongretz gewählten Exekutive wird bis zum 15. Kongretz verlängert. Das Aktionskomitee wird Montag um 4 Uhrzu feiner Schlußsitzung zusammentreten. .' ■ ’ Sotoioto übet die Lage des!'S. j Berlin, 25. Oktober. (Wolff.) Im-Anschluß an die Sitzung des Zionistischen Aktionskomitees fand heute vo.rmittas eins .Besprechung - statt, in der / der Präsident der Zionistischen. Exekutive Sokolow und der Präsident der Zionistischen Pereinigung. für Deutschland, Kurt Blumenf e,l d, das Wort ergriffen. -So k o l o w.führte u. a. aus, daß zwar Schwierigkeiten innerhalb der zionistischen Bewegung bestünden- .daß aber gerade diese Schwierigkeiten,; die r ei' n formeller.Natur seien, geeignet seien, w der Bewegung zum Fortschritt zu verhelfen. Er gab der Hoffnung Ausdruck, daß die zionistische Bewegung die Wiedergeburt \it jwdiJ chen BolleZ 'in absehbarer . Bl u.m.enf ei b machte auf die inneren- Fach den dch gesamten deutschen Judentums aufmerksam^ .? Fabotinsw in Berlin. Am 28. d., abends, hielt, wie die I.. T. A. aus Berl i.n meldet, der Führer der Zionisten-Revisionisten, Wladimir Jabot ins ky, im Blüther-Saale vor einer zahlreichen. Zuhörerschaft, in der die Jugend stark vertreten war, einen Vortrag über „Die Probleme des 14. Kongresses und wie der Kongreß sie gelost hqt". Er sagte einleitend,'die verstärkte Einwanderung nach Palästina sei zwar eine Folge der katastrophalen Wirtschaftslage der Juden Osteuropas und der Jmmigrationsbeschränkungen, dennoch aber müsse auch der Pessimist es als ein e e rf r e u l i che Tat s a ch e vermerken, daß Palästina in den Mittelpunkt des jüdischen. Interesses und der, jüdischen Sorge gerückt ist. Aber wie wirddaH weitergehen, wenn nicht d,ie po-litischen, sozialen, gesetzgeberischen und Sicherungsbedingungen geschaffen werden, . damit diese neuen Einwanderer verwurzelt würden.;; Wenn die Einwanderung in bem gleichen Maße wie jetzt fortschreitet (40.000. jährlich), so ist Hoffnung vorhanden/daß die. jüdische Mehrheit im Lande in 25 Jahren eine Tatsache geworden sein wird. Wenn aber diese Massen nicht Perwürzelt werden können, so wird, die Immigration eine J.n'flation bedeuten-und zur Bedeutungslosigkeit siMn. Eine Verwurzelung ist aber nicht möglich,. wenn nicht d i e Landwirts ch a f t :p f t iv gema cht wird. Dies kann, aber nicht geschehen, solange die B o de npre i s e . phantastisch sind, so. daß den Landanbau , unrentabel, bleibt, In 22 Ländern Europas, überwiegend in nichtso'ziälistischcn Ländern, wurde' in den. letzten Jahren eine Hodenresorm. durchgeführt. .In Palästina aber,'wo' 17 Mjllwnen Dunam Boden brach liegen,, die zu e in er Uo denr ese.r.v e für die. jüdische Kolonisation'Werden können, steigen die Bodenpreise ins uferlose. Der Boden der F e l l a ch e n muß. heilig bleiben, nie nt a n d w i II d e' n F ell a che n - B es i tz, änlasten, allein der brachliegende Böden soll enteignet und Parzelliert werden. Diese Frage stand Vox dem Kongreß, er hat sie' nicht beantwortet. -;v■ / Die zweite Frage war dieser Sicherheit:. Diir 120. jüdischen Siedlungen bilden' so viele'^ Angriffspunkte/ daß die'1500 englischen Soldaten ich Ernstfälle als.Schutztruppe nicht 'in Betracht kommen? Wir'müssen' selhst für um'cE.Schutz. sdrgen. Der Kongreß erkannte den. Ernst dieser' Problems .-wich ' aber ’ ejüer Hitchort .. aus und wiegte: sich in .der' Legende vom Goldregen der zio'nisten- Mnerischen '^Plutokratie. Persönlichkeiten wie P an l Va'tha n^undHa in c s S i nt o n wird man zum Zionismus' nicht' bekehren.' Und wenn sie in d e r I e w i s h Agency sogar eine Minderheit bleiben sollten, so werden sie ein .starker Faktor sein, da in diesen Zeitläuften eine Majorisierung nicht System bleiben kann. Warum schwieg der Kongreß, der all dies wußte? Das ist die Unlogik. Es war keine Brücke zwischen Stimmung und Abstimmung. Die Legende von dem Goldregen der Reichen und von der Unersetzbarkeit der jetzigen Leitung trübten bas Bewußtsein. Das ist Ghetto-Geist. Jabotinsky schloß, die gegenwärtige Zionistengeneration sei steril, es müsse eine neue Generation kommen, eine neue Jugend. Die massenhafte, Korrespondenz, die ihm täglich zugeht, bestärkte ihn in dem Glauben, daß diese neue -Jugeyd aus dem Wege ist. Lord Plumer in Tel-Awlw. i TelMviW, 12. Oktober. (I. T. A.) Heute Meten Lorb und Lady Plumer det Stadt T e l - A w i w den ersten Besuch ab.Sie wurden von den Mitgliedern, der Stadtverwaltung und sehr zahlreichen Einwohnern herzlich begrüßt. Die jüdischen Pfadfinder stellten die Ehrenwache. Auf die Begrüßungsrededes Bizebürgermeisters I. Blumenfeld-Bloch erwiderte der Oberkommissär, - er freue sich, Mer zu Weilen, und msbchondere freue er «sich, die juna en Pjvdfi-M<r - zm-Hen.. Im StadwerwaltungsgMude. Hürde^ -MOberkommiM s'chrm. den Mitgliedern des Stadti«' ^MMgÄtzWndMNiWAftHchMit^hE .Hrageü'HpWädt' Del-Äwiw- Sodann ^suchte er die mb«* strieM'HWM-ünd^!-q8 Hadassah-Kränkenhaus, > wo er sich mit den Kranken, unterhielt. : ' v, j Im Kasino wurde dem Oberkommisfär zu Ehren.ein Frühstück gegeben. Der Vizebürgermeister brachte den . Toast flus den König aus und sagte dann, die jüdische Stadt .Tel- Wtw hofft 'auf eine gerechte Verwaltung des Landes' und? glaubt,. daß das jüdische Nationalheim unter der'Administration Lord' Plumers weitere. gute Fortschritte machen wird.; ' Lord Plumer dankte für die freundliche Begrüßung. I Der.Oberkommissär besuchte dann noch das z i o n i st ische Jmmigraut'enlager und die Ruthenbergsche. Kraust st a tion. Der Tag wurde mit einem Besuch, der. Messe des nahen Orients beschloffen, wo Lord Plumer E Abteilungen besichtigte und ein besonderes Interesse für dje Objekte 'von Pica, „Blau-Weiß", „Cormel Oriental", Mel' Bonch" und der Stadt Tel-Awiw bezeigte.! Klebelsbems Wirtschastr Politik. ' . Berlin, 24. QktMr. (I. T. A.) De>r ungarische KnltUs- Minilster Graf v, K'lebelsberg, der einige Tage in .Bepl-m weilte und Gegenstand manniglsacher Ehrungen sMns dex amtlichen und wissenlschaftlichen Kreise war, empfing heute die Vertreter der Presse und sprach sich .ihy^n gegenüber über den Zweck seiner Reise, die geistige Wammenarbeit Deutschlands und Ungarns zu fördern, Äüs. Aus -der' Mitte der Pressevertreter wurden an den Mimstep Fragen weg e n d es N ume ru s elau's.u s ^gestellt. DeriMinister erwiderte, das Verfahren des Nmneirns ..clausus sei nicht als „nationale", sondern als „wird», isch a f t s.p-oki tisch e." Maßnahme zu lbewerten. Es isei-durch Ungarns Berkleinerung notwendig geworden, -!eistci^Hwiich.ränlnng der Zahl der jüdischen Mist d i e rie n denn ach derProzentn o rm vorzuü'Mien. Uebrigens habe er die EHschaft des Numerus ielMsns'v)on^der früheren Pegierung über- NpM'MN^'. i i 'Mine Anfrage des Vertreters der Jüdischen; Dele- ^rahhenagentur, der auf Äeußerungen des Grasen iWplP -o tt yi i, - desungarischen Delegierten beim BAkerin- Mnf.HniwihK, 'ibeaniwoMe der Mnister dahin, iWAiGraf^APponYi'hof fe auch er, daß die Zukunft eine j Wändluntz ’ in, der Frage des Numerus claitfu 8 bringen i WÄde, vörlauPg' aber sei er . an Gesetze und Parlament /'l'EiAnwes'Lnhe.it des Grafen v. Klebelsbe.rg itt Beplin ljangt mit der InNügurierung des ungarischen MstitutsWi,..der-. -Berliner "Univevfität, dessen Leiter Pvo- .Dr.D'ragger'ist,-zufamcken' Painleve vor dem Mcktritt. Paris, 26. Oktober. Alle Unterredungen der. lerienöen Männer erMcken den Anschein,,als ob die Regierungskrise bereits ausgebrochen sei. Das Schicksal des Kabinetts dürste von dem M i n i st e r r a t abhängen, der heute vormittags stattfmdet.' ..... Zahlreiche Zeitungen berichten, daß Las ^Kabinett noch heute zuvückireten werde. Präsident D o u m erg u e dürfte Painleve mit der Bildung des neuen Kabinetts beauftragen, Re Mdmationnleit Wiele» de« wilden Mann. Berlin, 25. Oktober. (Wolff.) In der heutigen Fraküonssttzung der deutsch nationalen Volkspartei wurde nach sehr kurzer Aussprache beschloffen: In Verfolg des Beschlusses der Reichstagssraktion vom 21. d. und des Parteivorstandes und der Larldesverbandsvorsitzenden der deutschnationalen Bolkspartei vom 23. d. billigt die Fraktion den Entschluß der Herren Minister S ch i e l e, N e u h a u s und v. S ch l i e den,' noch heute durch den Herrn Reichskanzler ihre Entlastung nachzusuchen. ' '. An der Sitzung nahmen von den 111 Mitgliedern der deutschnationalen Reichstagssraktion nur etwa 60 Abgeordnete teil. Reichsminister'S ch i ele, der ebenfalls anwesend - war, verließ nach der - Beschlutzfasjün'g sofort die Sitzung, um den Reichsfinanzminister v. Schlieben und. den Reichswirtschaftsminister Neühaus auszüsuchen. Die drei Minister begaben sich itt der 9. Aye'wdst-uyd'c '-zum Re-ichskaüzler, um mit ihm die durch ven Be^ schlutz - geschaffene Lage zu befhrechen. - - - ^: Me Gemeüdewahlen In Berlin. : Berlin, 25. Oktober. ' Wolff.) Bei den. Stadkvewrdnetenwalen in Groß-Berlin am 28. -b. erhielten bei.eiitter Wahlbeteiligung von 66 Prozent die deutschnationale Polks-- partei 319.2773, die deutsche Bolkspartei 266.771, -' das Zentrum 63.163, die deutschdemokratische Partei 126.-696, die sozialdemokratische Partei 353.078, die U. S. P.'-D. 329.302, die Kommunisten 162.5775, die deutschnastonale Partei 12.308, die Wirtschaftspartei 86.808 Stimmen.' den 225 Stadtverordnetenisitzen erhielten . die Deutschna-tionalen 42, die deutsche Bol'kspart'ei 35, das Zentrum 8, die Demokraten 17, die Sozialdemokraten 46, die U. S. P. D. 44, die Kommunisten 20, die Deutschsozialen 1 und die deutsche Wirtschaftspartei 12. Währendder Vormittag in vollkommener Ruhe verlief, kam es um die Mttagsstunde an mehreren Stellen zu Z'usammenstößeu Zwischen Mitgliedern der sblndlichen Parteien, in deren Verlauf dier Personen Verl e tz t wurden. Zu einer ernsteren Ausschreitung kam es nachmittags am Kürfürstendamm, wo sich zwischen Anhängern der deutschnationalen Bolkspartei und Mitgliedern-der kommunistischen Partei, beziehungsweise ' des Reichsbanners eine b l u i i g e S ch l ä g e r ei entwickelte, in deren Verlauf eine Anzahl Personen durch Steinodpr Mschenwürse erheblich verletzt wurde. Bisher''wurden vier Deutschnationale als schwer verletzt gemeldet.' Achanski. ' Warschau, 25. Oktober. Dem I. T. A-Bertreter wurdv von informierter Seite mitgeteilt, es sei ’ möglich, daß der Prozeß Steiger bis' zur AuMrung - des Falles O lschanskivertagt werden wird. Eine solche Lösung würde bedeuten, daß Steiger, der seit mehr als einem Jahre im Gefängnis schmachtet, noch weiter der Freiheit beraubt bleiben wird. Im jüdischen Parlamentsklub erwägt man die Einbringung einer Interpellation über die Angelegenheit Ob schanski. Einige polnische Parteien würden die Interpellation unterschreiben. - ■ ' Mügang Des Nechlrbloiks in Bade«. Karlsruhe, 26. Oktober. Geistern haben in Baden dje La-Magr Wahlen einer BeteMgnng von ' etwa 55' Pvozen-t stattgefunden. Der Re chtsbl ock hat.sehü g r o ß e Verlusteerlitten. Die vermutliche Zusaudmen» setzung des neuen Landtages ist: Zentrum W (bisher 34). Sozialdemokraten 16 (21), Demotmten 6 (7), deutsch Volkspartei 7 (5), Rechtsblock 9 (14), Komnmmsten '4" (4), Wirtschaftliche-Vereinigung 2 (1).