Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 7 (1925)
- Issue
- Heft 2396 (24.10.1925)
- Date
- 1925-10-24
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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1 Polen: 20 qioizyl Wien: £um Abholen Inder. Expedition, 1L Taboistr, 1-3, (Mer in einer Verschleisstelle (Trafik) monatl. 6 Schilling Strassenverkaut in Wien; durch1 die Kolporteure der Firma 0 o I d Schmied, 1„ Wollzeile 11 M postversand für Wien und Oesterreich monatlich 5 Schilling Tscbecho-Slowakei: Mon, K22. Jugoslawien: Mon.Din.60. Polen:Mon. 4Zloty. Deutschland: Mon. Om. 4, Frankreich, Belgien: Mon. Frcs. 18 Nachsahlonaea tiel. k «- erhtbnDfen Vorbehalten lener ♦ Preis 20"g] England: Mon. 4 Schilling. Italien: Monatl. 18 Lire: Rumänien: Mon. 170Lei. Bulgarien Mon.lOOLewr. Schweiz und das übrige Ausland monatlich Frcs. 5 Redaktion, Administration: Wien, II. Taborsir. 1 Telephone: 44-0-38,43-3-19 Ab 6 Uhr: 21-102, 25-2-82 IX.. Universitätsstrasse 6-8 (D.uckerel lg. Stelnmafm) Oesterreichisches Postsparkassen-Konto Nr. 150.693 Nr. 8886 _ '_Bien, Lamrtag, 24. Sttobcr 1925 7. Jahrgang Sas .. tze» eettclits. -y. SB i eu, 24. Oftober. Am Mittwoch meldete der Generalstab des dritten Armeekorps nach Athen, daß am Montag bulgarische Soldaten auf einem griechischen Posten bei Demirkapu geschossen hätten. Ein griechischer Offizier, der verhandeln wollte, wurde getötet. Die griechische Regierung erhob in Sofia Vorstellungen, wartete aber das Ergebnis nicht ab. Sie ließ die Grenze von einer kriegsstarken Division überschreiten, mit der Ausgabe, die bulgarische Stadt Petritsch zu besetzen und dort dem Ban-, denwesen ein Ende zu machen. Meldung von gestern: Petritsch, eine offene Stadt, liegt unter starkem Artilleriefeuer, viele Häuser brennen. In Bulgarien herrscht große Erregung. Die Negierung hat in einer nach Gens gerichteten Note die Intervention des Völkerbundes gefordert und, wie sie mitteilt, ihre Truppen von der Grenze zurückgezogen. Beiden Negierungen wird es wahrscheinlich nicht schwer fallen, ihre Unschuld und ihr gutes Recht nachzuweisen, jede wird sich ans den erforderlichen Grad patriotischer Erhitzung berufen können, der ihr ein Zurückweichen unmöglich macht. Bulgarien behauptet, der Beginn des Zwischenfalles sei ein Mißverständnis gewesen. An diesem Mißverständnis sind ein griechischer Offizier und einige bulgarische Einwohner des Grenzgebietes gestorben. Ihr Tod ist das einzige unbestrittene Detail an dieser Angelegenheit, gilt auch wahrscheinlich als nebensächliche Begleiterscheinung angesichts der großen Lebensinteressen der beiden beteiligten Vaterländer. Nun ist derMlleMndrat einberusen rmdwird am Montag nachmittags mit der Verhandlung des Konfliktes beginnen. Vriand hat die beiden Regierungen vorgeladen t und ihnen die sofortige Einstellung der Feindseligkeiten geboten. Dies ist inzwischen erfolgt. Es war besonders rasches Handeln notwendig. Auf dem Balkan sind die Massen stets lebendig und der Brand findet immer viel Zündstoff vor. Keine Frage auf diesem Gebiet Europas ist zur Gänze gelöst worden, und der unheimliche Zusammenhang der Dinge wird der politischen Welt von diesem Winkel aus immer wieder mit Eindringlichkeit demonstriert. Aber die europäischen Mächte haben das Bestreben, unangenehme Fragen zu vertagen und ungelöst zu lassen. Sie warten auf irgend einen guten Einsall. Sieht man den Balkan an, so erkennt man die greuliche Ideenlosigkeit der Diplomatie, die überall entweder versagt oder sich in ihre Ränke verspinnt. Man nennt das die Wahrnehmung wirtschaftlicher Interessen. In Albanien wird ununterbrochen intrigiert und gemordet, griechische, türkische, mazedonische Flüchtlinge irren umher und üben ihre Verzweiflungstaten. Es ist ein permanenter Kriegszustand, der nur die Munitionsfabriken, die Spitzel, oie diplomatischen Agenten und die berufsmäßigen Revolntionsmacher befriedigt^ Wenn der Völkerbund diesen neuesten Vorfall wieder ordnen soll, so ist er sicherlich die berufene Instanz. Aber beide Beteiligten, Griechenland und Bulgarien, sind Mitglieder dieser Körperschaft. Dies beweist, wie wenig sich die Autorität der Ligd der Nationen durchgesetzt hat. Auf dem Balkan, der aber durchaus nicht mehr auf den geographischen Begriff beschränkt, ist, hat man wenig Wertschätzung für den philosophischen Pazifismus, der keine Exekutive mit Bajonetten hinter sich hat. Er scheitert immer wieder an seiner unglücklichen Konstruktion als ein Organ, das seine Entschlüsse von dem Willen der Mächtegruppen abhängig machen muß, und da er keine Zivilcourage entwickeln kann, bleibt er eine in Briefen mit Hochachtung, in Taten aber mit Geringschätzung behandeltes Forum. Es ist ein unseliges Mißverständnis, das da immer vorwaltet, und das erst weichen wird, wenn alle Völker Mitglieder sein werden, und wenn die Idee des Völkerbundes in das Rechtsbewußtsein der Allgemeinheit eingedrungen sein wird. Der Völkerbund tut nichts, um dies zu erreichen, und so wird es immer wieder ein Mißverständnis geben, an dem bald Griechen und Bulgaren, bald Türken' und Armenier sterben. Und immer wird es, wenn es sich zur Tat verdichtet, von'dem mus Weihe und Erklärung erhalten. Das zionistische Kchmmms politischer Bericht. - Die Ber Mittwoch den 21. d. begann — wie schon kurz mitgeteilt — in Berlin im Bureau der Zionistischen Vereinigung für Deutschland, Memekestraße 10, die Sitzung des Aktionskomitees. Anwesend waren von der bisherigen Zionistischen Exekutive die Herren Dr. Weizmann, Nahmn Sokolow, Prof. Pick, S p r i n z a k und Van Vriesland, die Mitglieder des bisherigen Finanz- und. Wirtschaftsrates Dr. Feiwel, Dr. Halpern, Naiditsch, Bernard R o s e n b l a 1t und S. Schocken, vom Präsidium des Aktionskomitees die Herren Motzkin, Farbstein und Levite, der Vorsitzende des Kongreßgerichtes Rechtsanwalt Gronemann, der Kongreßanwalt Dr. Bardt, die Mitglieder des Aktionskomitees Blumen seid (Berlin), Dr. Chajes (Wien), Farchy (Philippopel), Dr. Go löst ein (London), Dr. Hantke (Berlin), Dr. H i n d e s (Warschau), L e v i t e (Warschau), Dr. M o s s i n s o n (Tel-Awiw), Dr. Rosenblatt (Lodz), Dr. Rufeisen (Mährisch- Ostrau), Dr. S ch m o r a k (Lemberg), Tr. Thon (Krakau), Ussischkin (Jerusalem), Rabbiner Berlin (Jerusalem), Rabbiner Brodt (Warschau), Lewin- Ep stein (Warschau), Rabbiner Nurok (Libau), Rabbiner R u b i n st e i n (Wilna), Dr. K a tz n e l s o n (Jerusalem), Dr. Lewinsohn (Warschau), I d e l s.o h v (Berlin), Locker (Berlin), Mereminsky (Palästina), Grün bäum (Warschau), Stricker (Wien), und die stimmberechtigten Vertreter Prof. Brodetzky (Leeds), H e s t m a n n (Warschau), Dr. Klee (Berlin), Doktor R o 11 e n st r e i ch (Samhor), Dr. F e d e.r b u s ch (Lemberg), Dr.. Feldmann (Warschau), Dr. Rabin (Breslau), G a r f n n k e l (Kowno), Dr. H e l l m a n n (Berlin), Dr. Weltsch (Berlin) und Dr. W al d m an n (Wien). r lieber die Beratungen meldet die I. T. A.: Die Sitzung wurde um 4 Uhr 15 Min. nachmittags vom Präsidenten Motzkin mit einer hebräischen Ansprache eröffnet. Er weist unter anderem auf die erfreuliche Tatsache hm, daß die Mitglieder des Aktionskomitees fast vollzählig erschienen sind. Dieses rege Interesse an der Sitzung werde wohl unsere Gegner überzeugen, daß unsere Aktivität n i ch t i m geringsten geschwächt worden ist. Präsident Motzkin schlägt sodann eine Tagesordnung zur Annahme vor, die nach einer Debatte, an der die Herren Grünbaum, Mereminsky, Rabbi Berlin und Dr. Goldstein sich beteiligen, angenommen wird. Die Tagesordnung lautet: 1. Bericht über die politische Lage. 2. Vorlegung der Liste der künftigen Exekutive durch die Herren Doktor Weizmann und N. Sokolow. 3. Organisatorische Fragen: a) Entscheidung über die Teilnahme des Waad Leumi an der Palestine Zionist Exekutive (vom Kongreß dem Aktionskomitee überlassen); b) Festsetzung des Budgets der Organisation; c) Ausführung der Kongreßbeschlüsse betreffend'die Palestine Land Development Company; d) die Fragen mit Bezug auf den Schekel (Schekelpreis stir Palästina, Rußland und Jemen; Bestimmungen zur Durchführung des Einheitsschekels; Bestimmungen über den Abzug eines Teiles des Schekels für die Landesschekelverbände); e) Frage der Organisierung der vom Kongreß beschlossenen Kontrollstelle; f) Frage der Besetzung des Aufsichtsrates im I. C. T. durch das Aktionskomitee. 4. Fragen betreffend die I e w i s h Agency: a) Stellungnahme des Aktionskomitees zu den im Kongreßplenum vorgetragenen Amendements; b) Frage der Vertretung der Keren-Hajessod-Zeichnerin der Jewish Agency; c) Vorbereitung der Jelvish Agency in verschiedenen Ländern. 5. Keren H a j e s s o d: a) Frage der Ergänzung des Direktoriums des Keren Hajessod; b) Einberufung des Councils des Keren Hajessod. 6. Stellungnahme zum Krim-Projekt. 7. Fragen mit Bezug auf die hebräische Universität. 8. Das technische Institut in Haifa. 9. Agudas Jisroel. 10. Varia. Organisationssekretär Dr. Lauterbach verliest die Liste der anwesenden stimmberechtigten Mitglieder des Aktionskomitees, worauf Prof. Weizmann einen einstündigen Bericht über die seit dem letzten Kongreß geleistete politische Arbeit erstattet.-Die politischen Bemühun- Aktionskomitee. retung des valiWnensischen Nationalrates. gen betrafen besonders jene Punkte, die auch den Kongretz schon beschäftigt haben, insbesonder; die neuen Jrnmigralionsbestimmungen. Dr. Weizmann berichtet des weiteren von seinen Besprechungen mit den maßgebender- Faktoren der englischen Negierung und mit verschiedenen Persönlichkeiten in Genf. Nach der Rede Dr. Weizmanns beginnt die polia tische Debatte. Es äußern sich die Herren L e v i t e (Polen), Dr. Katznelson (Hiiachduth), Ussischkin (Palästina), Mereminsky (Zeire-Zion), Grünbaum (Polen) und Dr. Rabin (Misrachi). Generalsekretär Israel Cohen liest ein'aus Palästina eingetrofsenes Schreiben von Kolonel K i s h vor, worin dieser seinem Bedauern Ausdruck gibt, nicht persönlich dem Aktionskomitee einen Bericht erstatten zu können, da eine Reihe wichtiger Fragen ihn inPalästina z u r ü ck g e h a l t e n haben. Dr. W e i z m a n n gibt sodann Aufklärungen auf die von den verschiedenen - Diskussionsrednern berührten Themen und gestellten Fragen. Die politische Debatte wird hierauf kurz vor 8 Uhr abendsvertagt, damit eine vom Aktionskomitee bestimmte Siebenerkommission, bestehend aus den Herren Berlin, Hantke, Judge Rosenblatt, L e v i t e, Meremsinsky, Kahne l s o n und G r ü n b au tit, unter Vorsitz von Präsidenten Motzkin, die Fragender E x e k u t i v b i l d u n g behandeln und vorbereiten soll. Die zweite Sitzung. am Donnerstag begann um 10 Uhr vormittags mit eiu^ Debatte über die Vertretung des W a a d L e u m i (Nationalrat der Juden Palästinas) in der Zionistischen Exekuxive. Bekanntlich hatte der Waad Leumi bis zum 13. Zionistenkongreß zweiVertreter hr-der palästinensischen Exekutive. Da der 13. Kongreß nicht dazu kam, Beschlüsse hierüber zu fassen, blieb der Waad Leumi bis zum 14. Kongreß ohne Vertretung in der Exekutive. Der 14. Ziouistenkongreß hat nun den Beschluß gefaßt, daß das Aktionskomitee über diese Frage die Entscheidung treffen soll. An der Debatte beteiligten sich unter anderen die Herren Nahum Sokolow, Dr. M. Hindes, Robert Stricker, S p r i n z a k, Rabbi Berlin, . Doktor I. Thon, Farbftein, Heftmann, Grünbaüm, Levin E p st e i n, Dr. F e d e r b u s ch, H i n d e s, Van Vriesland. Es wurde beschlossen, dem Präsidenten des Waad Leumi, David P e l l i n, der als Gast den Astionskomitee-Beratungen beiwohnt, die Möglichkeit zu geben, sich als Vertreter des Waad Leumi zu dieser Frage zu äußern. Eine Beschlußfassung wird erst staltsindenwenn die Entscheidung über die Gesamtexekutive gefallen sein wird. Nach der Stimmung zu urteilen, dürfte über diese Frage eine allseitige Einigung erzielt werden. Hieraus begann die Diskussion über die Fests e y u n g des Schekels für Palästina, Rußland und Jemen. Die Exekutive beantragte, - für Palästina einen Drei-Piaster-Schekel, Mereminsky wünschte nur einen Zwei-Piaster-Schekel. Der Vorschlag der Exekutive wurde angenommen. Für Rußland beantragte die Exekutive sechs Pence, Herr Jdelsohn schlug dagegen fünf Cents, und wenn dies nicht angeht, 10 Cents, wie dies der 13. Kongreß beschlossen hat, vor. Auch hier wurde der Exekutiv-Antrag angenommen. Für Jemen wurde ein Schekel von einem halben Schilling beschlossen. Hieraus begann eine Diskussion über die mit der Einführung' des Einheitsschekels notwendig gewordenen organisatorischen Maßnahmen. Au der Debatte beteiligten sich die Herren Hantke, Federb u s ch, Dr. Israel W a l d m a n u, Dr. Hindes, Doktor I. H e l l m a n n, I d e l s o h n und Hugo Herr m a n n- Schluß der Sitzung nach 1 Uhr. Die amerikanischen Zionisten. Wie-die I. T. A. berichtet, hat Herr Rosenblati. der Vertreter der amerikanischen Zionisten, die Instruktion erhalten, ohne jeden Vorbehalt die Politik des Prüft d e n ten Dr. Wei zmann zu unterstützen und der von k ■ n nhfltfllecker Kunde erhält kostenlos Anweisung auf eine photo- .. graphische Aufnahme und drei herrliche Photos ohne 1 yrupu trl! Preisaufschlag bei Einkauf von S 30 im Warenhaus i«Schiffmann II. Taborstraße 48 TelenHon 47-1-7? En gros En detail ^9805177