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Wiener Morgenzeitung · 1925-10-23 · Heft 2395 (23.10.1925) · p. Seite 7

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
7 (1925)
Issue
Heft 2395 (23.10.1925)
Date
1925-10-23
Page
Seite 7 (sequence 7)
Language
German
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1 ZK. 2395 Wien, Freitag Wiener Morgenzeitung 23. Oktober 1925 Seite 7 sttMmg W Februar dieses Ichres in Moskau unb wer nicht mit von jener kritischen Schärf sondern^ oben" sosehr von der LmMeriq'chen Foruumig 'der Ghavakteve und Kostüme erschüttert. Gegeben Lvurde ein SRL (chne Handlung) de- Mischen Dichters Peraz mit dem Titel „Ans dem .alten Markte". Dieser alte Markt ist der Mittelpunkt einer polnisch-Möschen KleinstM, die — ohne es zu wiffen — -ihren Mtigen Untergantz erleidet. Sie verliert schon den Zusammenhang mit der Welt und sucht um so starrer ihre vergehenden Sitten und Idee» zu beiwahren. Das sterbende gotische Judentum in dicher Stadt zittert, schnorrt, stichlt und tut wichtig um den sterbenden Jchova, dessen Wende Kraft nicht mchr auSreicht, den Untergang chMvenden. Dieser Jehova hat nichts Gewaltiges nrchr in sich, er ist eine Mttappe gsworden, eine versinkende Epoche, die von einer Sekte noch immer eifrig angebetet wird. So erscheinen diese schon faulenden Mischen Kleinbürger mit ihre-nr sich zersetzenden Gott erst als Mechchlein, und.spater als auS dem Grabe Gestiegene, aber durch das Grab nicht Gelauterte oder Echöhie, mit all ihren schwindenden und wieder auifevstchmden Kleinlichkeiten, daß den Zufchmer das Grausen anitvcht. Nichts weiter wird geboten, aber es ist viel mchr als jede Darbietung eines westeuropäischen Theaters, und sei sie noch so Problematisch. Denn dort handelt er sich gar nicht mehr um Probleme, sondern um Schilderungen klarsten Stils, nicht mchr um Analyse, nicht, mehr -um westeuropäische Psychologie aus der Bühne, sondern um das einfache, lebendige Himnalen eines Epochenunterganges, der direkt greifbar wird, während die Psychologie des westeuropäischen Theaters den Zuschauer oder Zuhörer zu einem krittelnden Denleri zwingen will, das vom tvirklichen Erleben weit entfernt ist. Die Kunst des Moskauer Jüdischen StaatstheaterS ist also Wirklichkeit. Sie hat gar nichts mchr mit jener „Realistik" zu tun, die nur ein „echter" Ueberwuuf problematischer Zerrissenheit ist. So sind auch die Masken jenes jüdischen Theaters MMchckeft, und zwar derart, daß nicht nur jede einzelne Maske lebt, sondern daß sie alle untereinander lebendig verbunden sind. Weil das Theater hier das Leben selbst ist, d. h. das Leben im tiefsten Sinne der lebendigen Entwicklung, W&eit auch die Masken untereinander, d. h. eS entsteht eine wahrhaftige Gemeinschaft, die ebensogut, wie sie in. dem geschilderten Falle untergeht, in einem anderen Falle fortschreiten kann in eine gvoßilebendige Zukunft hinein. So ist . das Jüdische Staatscheaiber in Moskau, dessen Direktor Granowskh heißt, ein Direktor, der in der Gemeinschaft der Schauspieler steht, mindestens der Beginn von etwas Neuem, während das westeuropäische Theater wegen der Heterogenität der westeuropäischen Gesellschaft vergeblich neue formen sucht." Aus den Theatern. Burat h vater. Morgen, 7 Uhr abends. „Romeo it« b 3 u 11 a\ — Die Direktion hat da» neueste Werk Fritz v. Unruh » „H eiuri ch au» And ernach* zur Aufführuna angenommen Md bringt es als nächste Novität anfangs November heraus. Da» Drama gelangte in diesem Frühjahre in Köln zur Jahrtaiisendseier der Rheinland« zur Uraufführung. Da» Werk wird zugleich mit einer Neueinstudierung von Schillers „Demetrius" erlchetneu. Operntheater. Mrgen. V-7 Uhr adend», zum ersten Male „Bort» Godunow". A r a d e m i e t h e a r e r. Morgen zum ersten Male „DerBulkan" von Ludwig Fulda. Der Antor wird der Vorstellung beiwohnen. Deur,che»Bolk»theater. Morgen, zum ersten Male, mit Albert B a f s e r m a n n in der Titelrolle (Professor Dr. Niemeyer), die tragische Komödie „TraumuluS" von Arno H o l z und Oskar I e r f ch k e. Wiener Bürgertheater. Heute findet die 600, Aufführung von „Gräfin Mariza" statt. Der Komponist wird am Dtrigentenputt erlche neu. Jede Dame erhält ein EriuuerwgSgeschenk. Do» gleiche Geschenk gelangt SamStag und Sonntag zur Verteilung. Johann- Strauß-Theater. Die Joh au«- Strauß-Feier für die studierende mittellose Jugend sichet Samstag den 7. November, 3 Uhr nachmittags, statt. Zw Aufführung gelangt die „F l ed e r m a u 8". Sämtliche Karten werden unentgeltlich an Schüler verteilt. 1 L usts p t e l th e at e r. Heute findet die 2b. Aufführung des französischen Schwankes „Die Bar auf Montmartre" in der Premierenbesetzung statt. EhaHouavend BogiaHorska-BelaLas^ky. Doktor Bela Laszky hat Wirker durch einige neue Vertonungen illeinever, scharf pointierter Gedichte von Christian Morgenstern (Der Lattenzaun, Bim-Bam-Bum), Franz Karl GiiMy (Bon der Liebe), Mfved Lichtenstein (Lene Lüvi), Hugo Sonnenschein (GlowaUche Ballade), Kurt Robitschek (Kindevmärchen), Salpeter (Zeus mtb Europa), Ioachm Ringelnatz (Der Briefmavk) u. a. m. sein starkes Können bewiesen. Der Text ist mit Tönen in der richtigen Klangfarbe wttovmM und wltd so M einem zarten PWllbildchen, m die Sprache der Pvette GWert umgesetzt, M,einem „C h a n s o n". Ms Interpretin hat er sich diesmal die interessante Bogia Horska verschrieben, deren stimmliche Begabung.gerade noch zur Dissuse hinreicht. WaS sie aber, zur wiMchen Chansonette prädestiniert, ist ihre starke Ausdrucksgebärde und ihre ausgezeichnete Mimik, die sie instand setzen, Leid und Freud glaubhaft darzustellen. Bungschachptolev Max Devrient sprach zu diesem -gelungenen Abend die einleitenden Worte, in denen er das Wesen des modernen ChansonS treifsend charakterisierte. Das PuMmn spendete dm Ausführenden reichen Verfall und Blumen. 7 Via $toet a» der Triester KSuigttcheu Oper. Lia S w e % die sich in Berlin, London, Paris und in anderen Zentren mt sogrvßem Können mrd Erfolg für das moderne jüdische Lied eirWsetzt,hat, gastierte, wie I. T. A. berichtet, mit ungewöhnlichem Erfolg an her Trieswr KönWchen Oper/ Sie spielte die weiblichen Haupttollen in ,Mrbier von Sevilla" und in „Mrikanerin". Die KrWk ist voll Überschwenglichen Lobes für me junge Sängerin, die auch von der Intendanz der Königlichen Oper für erste Rollen engagiept worden D. Radioprogramm. Heute Freitag. 4 Uhr 10 Mn.r Nachmittagskouzert der Kapelle I. W. Ganglberger. — 6 Uhr 2b Min.: Universitätsprofessor Dr. Hans Ächer Das erste Jahrtausend der christlichen Kunst. — 7 Uhr IQ Mm.r Französischer Sprachkurs. — 7 Uhr §0 Min. r. Englischer Sprachkurs, für Bsrgeschritteue. — 8 Uhr 15 Min r Ing. Paul Bernqschek r Die technischen Einrichtungen her Wiener Berufsfeuerwehr. - 9 Uhr: Der unbekannte Schubert. Enleitender Vortrag: Professor Ka-l Lafite; Arvetzüioue. Sonate für Cello und Klavier. Cello: Richard Krotschak, am Flügel Professor Karl Lafite; Lieder von Franz Schubert, ges naen von Komertsänger Viktor Heim; Quartett O-Moll (vorgetragen vom Quartett Gottesmann). Beredte, Borträge nud Bersammluugeu. Vereinigung zionistischer Aka d e mt k e r H e ch a w e r, 9. Bez., Türkensttaße 9. Heute, 8 Uhr abends, Versammlung. Tagesordnunar 1 B. A kzin: Bericht über den zionistische» Parteitag. 3. Wahl der Leitung. 3. Eventüal-a. — L e s eu n d R e d e h a l l e i ü b l f cherHochschÜler Morgen, */,8 U r-abend», im neu renovierten Vereinslokale, 9. Bez., Türkenstraße 9, G e n e r r l k o n v e n t. Tagesordnung! 1. Berichte. 2. Debatte. 8. Neuwahlen. 4. Eventuelle». Erschtine» Pflicht! , t , * Predigi im. Pazmanitentempel. Heute um drewiertel 5 Uhr abends hält Rabbiner Dr. 'S. Funk wahrend des Abendgottesdienstes eine Predigt. Feftakademie der Handelsschule Allina anläßlich des 70. Geburtstages des.Direktors Max Allina, Samstag' den 24. d., 7 Uhr abends, im großen Sopyiensaale. Anschließend Tanzkränzchen. Näheres die Plakate. Abendkurse für jüdische Arbeiter uild Angestellte. Die Selbsthilfeorganisation für jüdische Arbeiter und Angestellte eröffnet am 1. November die Abendkurse. Es werden Sprachen (hebräisch, jüdisch, deutsch und englisch) sowie Disziplinen allgemeinen Wissens und Palastinakunde m mäßigem Beitrag vorgstragen. Einschreibungen, täglich, 2. Bez., Mumauergasse 1, Tur 2, von 8 bis 9 Uhr abenos. Var Handbuch zur Judenfrage J. KREPPEL I*U*D*E*N J und Judentum von heute Ein Handbuch / Uebersichtlicli dargestellt Mit 132 Portraits und 28 Illustrationen i n H al bl e i n e n 51 Schilling Pie odjektivrie und »achlidute ZuiammenfaMang des grossen Materiales über Judentum und Juden, Jüdische Geschichte, Statistik, Wirtschaft, Politik, Literatur und Kunst finden volle und eingehende Berücksichtigung. Kreppei schildert die Lage lind die Verhältnisse der Juden vor,; während und nach dem Kriege» behandelt Probleme der Emigration, des Schul- und Erziehungswesens und der Parteien, beschäftigt sich elngehend mit den komplizierten Sprachentragen und widmet ein ausführliches Kapitel Palästina, dem Lande der Zukunft. Das reiche und verlässliche Zahlenmaterial, .ausgezeichnet reproduzierte Bilder aller jüdiscnen Persönlichkeiten und Führer aus allen Ländern der Welt und die mustergültige äussere Ausstattung des Buches erheben es zü einem Standardwerk über das Judentum der Gegenwart ------------ Buchhandlg. R. IBwit, Wien I. rieischnwlvr Nr. i, Rorenturmslrasse Nr. 22 Personell bestellt werden tönnen, welche auch die Pcfähigüng zum Religionsllnterricht jener Konfessioll besitzen,. per die Mehrzahl der Schüler cmgehören. Im Staatsvertrag Von Saint-Germailt ist eine präzise Definition der Gleichheit in der Erlangnng öffentlicher Stellungen in Unabhängigkeit vom Religionsbekenntnis ausgesprochen. Es soll dadurch , eine Benachteiligung, infolge Zugchörigkeit zu einer anderen Religion vermieden werden. Im Artikel 67 des Staatsvertrages ist ausgedrückt, daß eine bloße formelle Gleichstellung der Konfession nicht ausreicht, nur die , Gleichheit herbeizuführen. Es mutz auch eine faktische, Gleichheit gegeben sein. Nun kann nicht bezweifelt werden, daß die Angehörigen einer in Minderheit befindlichen Konfession, wie int gegenständlichen Falle des evangelischen Bekenntnisses, faktisch von der Erlangung der SchuNeiterstelleir ausgeschlossen sind. Der Erlaß wird infolgedessen aufgehoben. Den Gatten in den Uitterwochen vetMet. Das Linzer Schwurgericht veruvteA« die LSDHrige Balterlttochter Katharina R e i n g r u -b er, die ihrem Gatten ApsÄE Ln sein LieVlmgsgericht. Forellen mit Ei, gemengt, und dadurch den. Toid des Mannes herbeigeführt hatte, zu 20 Jahren schweren Ker-kers. Katharina Remgvuiber,' die mit dem GÄbeleuiindeien Knecht IM Reilschl ein LiebesverhÄttnis unterhalten hatte, heiratete am 16. Juni d. I. über Drängen ihres Vaters den Bauernsohn MoiL Weichselbamner und vergiftete >di-^en am 17. AiMst d. I., um mit Reischl das Verhältnis sortjfetzen zu können. Re »cholleiterftelleu sind den Angehörigen aller Koaseffj-nen zugönglich. Der Versassungsgerichtshof hebt einen ungerechten Erlaß des Unterrichtsministeriums auf. Der Versassungsgerichtshof publizierte gestern das Erkenntnis über die Beschwerde des Bürgerschullchrers Adam MitterlehNer gegen das Bundesntinisterium für Unterricht wegen Verletzung verfassungsmäßig gewährleisteter Rechte, weil ihm als Angehörigen der evangelischen Konfession die Möglichkeit benommen wurde, sich um eine ausgeschriebene Schulleiterstelle zu bewerben. Das Urteil ging dahin, daß durch den betreffenden Erlaß des Unterrichtsntinisteriums eine Verletzung des verfassungsmäßig gewährleisteten Rechtes auf Gleichheit aller Bundesbürger vor dem Gesetz stattgefunden habe. ' * . , In der, B e grü n d u n g wird ansgesührt: Der angefochtene Erlaß stützt sich auf § 48,' Absatz 2, des ReichsvolksschulgesetzeS in der Fassung vom Jahre 1883. ,Die Beschwerde beharchtet, daß diese Besttmmmrg gleich ursprünglich v e r f a ss u n g swidrig gewesen sei oder jedenfalls durch spätere Verfassungsgesetze derogiert worden tft- Der 93er« fassungsgerichtshof ist der Ansicht, daß die Bestimmung durch die Vorschriften der Art.' 66 und 67 des S t a a t s v e r i r a g e s von Saint-Germ ain derogiert wurde. Dieser Staats« Vertrag ist ausdrücklich als Berfassungsgesetz anerkannt worden und bestimmt im Art. 62, daß kein Gesetz, keine Verordnung und keine amtliche Handlung in Gegensatz zu den Grundgesetzen stchen dürfe. Eine Prüfung des § 48, Abs. 2, und des darauf geMtzten Erlasses des Unterrichtsministeriums ergibt in der Tat, daß ein solcher Widerspruch insbesondere mit den Artikeln 66 und 67 des Staatsvertrages gegeben ist, wenn in der angefochtenen Vorschrift als verantwortliche Schulleiter nur solche Sine neue Wirtichaftskonfereni in Senf. Döe Angloichung der Zölle ltfltfo Tarife der NationalstaMö. Am ö. Dezember begrünt in Gens eine Konferenz der Nachfolgestaaten Der die Ausgleichung' der Gegensätze der Zoll- und Tarifgesetzgebung der einzelnen Staaten. Diese Konferenz vollzieht sich im Rahmen' der in der letzten Genfer Böllerbundtagung befchlossemn Erörtemag des österrLichischen Wirtschaftsproblems.' Bekanntlich Hai der VMerbundrat die Beratung über die im Guitachten dev Völkerbundexperten La y t 0 n und,R ist über die Wirtschaftslage Oesterreichs enchattenen Maßnahmen zur vollkommenen Regenerierung der österreichischen Wirtschaft für den Monat Dezernber verschoben. Der BMerlbund war der - Ansicht,, daß tatsächlich nur'durch ein gegerrseitiges. Einvernehmen der einzelnm Nationalstaaten, namen-Äch in bezug auf die Aushebung der Einfuhrbeschränkungen und der ungleichen Eisenbchnlarifierungen normale Wird« schaftsvechältnisse nicht nur in Oesterreich, sondern in gar^ Mitteleuropa hergestellt worden Snnen., Nach den. Lishemgen mangelhaften Vorbereitungen^ die van den einzelnen Nationalstaaten m dieser Hinsichtgetroffen wurden, ist - kaum zu erwarten, daß d'vest Konferenz sofort ein güMües Resultat bringen dürste. Es dürfte noch eichender Erörterungen und EinfLußnahme bei den Regierungen der einzelnen Staaten Würfen, um tatsächlich zu oinew guten Endziele zu gelangen, Borläuftg scheinen die GegenM unüberbMbar. Die MMostMe Nugarus. Der Zusammenbruch der Ungarisch-deutsche« BE — Ein Fiasko der ungarischen Gekdiusßtut^entrale. Aus Budapest wird uns gemeldet: Der Krsamntenbeuch der bisher als seriös bekannten Ungarisch-deutschen Bank hat in FrnanKreifen ungeheures Aufsehen erregt. Er läßt sich mit dem Krach der Österreichischen Depositenbank auf eine Linie stellen. Eine im letzten Moment vorgenoMmene Revision berechnet das Defizit Mt Milliarden Kronen. Die Schuld an hem Zusammenbruchs wick einem flüchtigen GenerMrektor SzaSz zugeschrieben!, gegen den eine SttasaMige erstattet wurdet Tatsächlich aber ist an dem Zusammenbruch in erster Reihe die ungarische Geldinstitntszentrale schuldttagech, die die Kontrolle dieser Bank, über derm Gebarung schon seit einem Fahre in versierten Finanzkreisen gar umlches gemunkelt wurde, vollkommen unzulässig geführt hat und durch chre Duldung der BechAtnisse bei der Bank das Publikum irregefirhrt hat. .... In ihrem letzten Geschäftsbericht hat die Geldrnstttutszentrale hervorgehoben, daß mt sie allein es gewesen sei, welche ähnliche Vorkommnisse wje in Oesterreich, m Ungarn verhindert hätten Nun stellt sich heraus^ daß gerade ihre Nachlässigkeit und anfechtbare Kontrolle das Uebel so groß hat werden lassen. Die Geldinstitutszentrale versucht jetzt, ihre Fehler wieder gutzumachen. Sie hat. die zusammengebrochene Ungarisch-deutsche Bank ihrer Leitung unterstellt. i Es wich damit gerechnet, daß bei einer genaueren Konttolle das ungedeckte Defizit 60 Milliarden übersteigen werde. Auch dürfte gegen einzelne Kontrollorgane ein Verjähren eingeleitet und die Frage untersucht werden, wieso die Geldinstitutszentrale solche Fehler begehen -konnte. Es wich in eingeweihten Fmanzkretsen mit der Demission der Leiter der GeldmstitutsMtrale gerechnet. Niedchge Bankrate, Wucherzmsen in der mgarsschen Privatwirtschaft. Die gestrige Herabsetzung der ungarischen Diskonttak ha.t in Wirtschaftskreisen fast,gar keinen Eindmck gemacht, Die Erklärung des. NatiovalbankpräftdenM Popoviez, der aus eine Abnatzuie des Portefeuille? vanauf 1600, also um 200' Milliarden innerhalb eines Jahres, verwies, wird mit einem gewissen Lächeln ausgenomMN. Es wird.mit Recht ans Oesterreich verwiesen, wo >da8 Portefeuille innerhalb eines Jahres, also vom 28. Oktober des Vorjahres bis jetzt, von 255 auf 80 Mllionen Schil-

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