Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 7 (1925)
- Issue
- Heft 2395 (23.10.1925)
- Date
- 1925-10-23
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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| Polen:£Q groaxyl Wi en: 4um AMiplen in dei Expedition, IL-Taborstr. 1*3, oder in einet Verachl eis stelle flfraflk) monatl. 5 Schilling Strassenverkaüt in Wien durch die Kolporteure der Finna Go l d schmied, 1., WoHzeite U Mit Postversand für Wien und Oesterreich monatlich 5 Schilling . Tschecho-Slowakei: Mon. K22. Jugoslawien: Mon.Din.'60. polen:Mon. 4Zloty. Deutschland; Mon. Gm. 4, Frankreich, Belgien: Mon. Frcs. 18 NMhtthlaBgf» byt Prei•* erb6bansee rorpebetteB reis 20 B jener Engl a n d: Moh. 4 Schilling, hallen: Monatl.iSLIre Ru r.änlen; Mon. 170 Lei, Bulgarien MomlOOLowi. Schweiz und 'das. fihrj^e Ausland monatlich Fugs, 5 : Redaktion, Administration: Wien,II. Tftbor»hvf Telephone: 44-0-38,43*3-19 Ab 6 Uhr: 21-iö2, 25-2^2 IX. Unlversttätsstrasse K-8 (D uclcerei lg.-' Steteumi) - öesterreichisches. Postsparkassen-Konto Nr. 1ÄXL93 Rr. 2395 ffllcn, Jttilttg, 23. fittoStr 1925 WWm Vor der MandMommiWn. Berhandluvg am 29. Lktober. — Ürmrdy-Sore Vertreter Suglaadr. tEigendienft der „Wiener MoWzettung".) Genf, 82. Oktober. In der 7. Session der permanenten Mandatskommission, die am 19. Oktober eröffnet wurde, führt Marquis T h e o d o l i den Vorsitz. An der Tagung nehmen diesmal folgende Mitglieder teil: Frau Bugge- Wicksel.l, die Herren Blau, F r e i r e d'A n d r a d e, Sir Frederick L u g a r d, P a l a c i o s, R a p p a r d, v a n Rees, Jamanaka sowie als Vertreter des internationalen Arbeitsamtes Mr. G r i m s h a w. Die Kommission, die bisher neben dem Bericht der MandatssekiioN (Obmann C a t a s h a n i) die Berichte über das Samoa- und das Kamerun Mandat in Behandlung gezogen hat, wird am 26. d. den Bericht der britischen Regierung über die Verwaltung des Mandats von Palästina und Transjordanien für das Jahr 1924 in Beratung ziehen. Ms Vertreter der britischen Regierung wird Unterstaatssekretär O r m s b y- G'ore zu kurzem Arffenthattin.Genf eintreffen. ' Die Mandatskommission wird unter anderem, folgende P et i t i o n e n zu prüfenhaben: Aus Palästina eine solche der aschkenasisch-jüdiMen Gemeind e' d.nn '.I er u Mlein (Berichterstatter- M7D'rls)^sötvie eine' Petition des Exekutivkomitees des ar abi s ch - palästin en fische n Kong r e s s e s (Berichterstatter M. Palacios). -Der Berichterstatter über die Petition der aschkenasisch-jüdischen Gemeinde von Jerusalem hat mitgeteilt, daß es ihm' wahrscheinlich nicht möglich sein werde, an dieser Tagung teilzunehmen. Wie es heißt, haben drei Vertreter der A g u d a s Fisroel, nämlich Oberrabbiner Dr. Weil (Kolmar), M. Guggenheim (Basel) und Dr. Ehrmann (Frankfurt a. M), ihre Ankunft in Genf angekündigt. Die Mandatskommission wird auch eine vom Emir C he k i b A r s l a n übermittelte Petition aus Syrien zu erledigen haben, für die Marquis Theodoli zum Berichterstatter bestimmt ist. rer Mrgermeifter von rel'Aww beim britischen Koloriialminifter. London, 21. Oktober. (I. T. A.) Der hier weilende Oberbürgermeister von Tel-Awiw, Dis en goss, wurde heute vom'britischen Kolonienminister Amery im Hause des Aolonienministeriums empfangen. Am Tage vorher hatte Disengoff eine längere Unterredung mit dem Major J o u n g vom Kolonialamt. Die Anwesenheit Disengoffs in London fällt mit verschiedenen wichtigen Fragen zusammen, die die Interessen der Stadt Nel-Awiw im besonderen und die Entwickln n g P a l ä st.i n a s im allgemeinen betreffen. Mr. Disengoff pflog Unterhandlungen über den Bau einer Eisenba'hn von Ludd nach Tel-Awiw und den Bau eines Hasen dämm es an Stelle des in Jaffa geplanten, jetzt in Haifa durchgesührten Baues des großen, palästinensischen Hafeys. -; T Mr. Antony vom Kolonialamt, der vor kurzem in Palästina geweilt hat, um die Angelegenheit der Eisenbahnverbindung zwischen Ludd und Tel-Awiw zu prüfen, ist nach L o n d o n zurückgekehrt und hat. bereits seinen Bericht über diese Angelegenheit dem Kolonialamt unterbreitet Das Schulwesen in Tel-Awiw. Tel-Awiw, 19. Oktober. (I. T. A.) In seiner letzten Sitzung hat der . Gemeindevorstand, von Tel-Awiw beschlossen, das Erziehungs Wesen der Stadt zu v e reinheitlichen. Die Elternschaft wird verpflichtet, jährlich 12.0 0 0 Pf u n d für das Crziehungswesen zu leisten, während die Zionistische Exekutive 8.0 0 0 Pfu nd beiträgt: Ae Tagung des WnWche« Berlin, 21, iw Haufe x. der (I, - T. A.) Heute nachmittags Zionistischen Bereinigung für-' " M'Hix.-' TgMg E-Äom : .Dionskomiftes. DenVorsitz.führt der Präsident'des Aktionskomitees Leo Motzkin. Der eigentlichen Tägüng sind in -ett^letzten zwei Tagen verschiedene i nlerne Bet a tu ng en 'vorangegangen. Der . Präsident der bisherigen Exekutive, Nahum S o k o l o w, weilt schon seit einigen Tagxn in Berlin. Der Präsident der Zionistischen Weltorganisation, Doktor Chqim Weizmann, ist heute in Berlin eingetroffen und wird den Aktionskomiteefitzungen beiwohnen. Ferner sind von der Exekutive die Herren S. van Vriesl and und S p r i n z a k, vom Finanz- und Wirtschaftsrat die Herren Dr. B. Feiwel, Dr. G. H a l p e r n und Bernhard R o s e n b latt bereits in Berlin. Von den bisher eingetrofsenen Aktionskomiteemitgliedern sind zu nennen: Kurt Blumenfeld, Dr. H. P. C h a j e s, Dr. Alexander G o l d st e i n, Doktor Artur Hantke, Dr. Matthias Hindes, Leon Levite, Dr. Benzion Mossinsohn, Leo M o tz k i n, Dr. Emil Schmorak, Dr, Osias Thon, M. M. Ussischkin. Rabbi Meier B e r l i n, H. Färb st'e i n, Dr. Abraham K a tz n e l s o n, Abraham L e v i n s o n, I. I d e l s o h n, Berl L o ck e r, Israel M e r e m i n s k i, Ing. Robert Stricker, ferner die Ersatzmitglieder des Aktionskomitees Josef Heft mann, Dr.- Alfred Klee, Doktor Alfred Landsberg, Dr. Fischet R o t e n st r e i ch, Leo G a r f u n k e l, Dr. Jakob H o l l mann, Dr. Robert Weltsch, Dr. Nahüm Goldmann. - Die erste Sitzung trug formalen Charakter. md öfterb-. Wie n, 23. LMer. Der - Berfassungsgerichtshof. hat gestern - em kenntnis. kundgemacht, das ausdrücklich ' besagt: die '-As» tikel 66- und 67 des F-riedensbertrages setzen die.Bestrm-- .mungen des Reichsvolksschulgesetzes - über' die Konsessiou!der-.S^ülleiter außer Krast.'-Mr^ f^giette Fall wäre ivohl .nicht alj^u großen Mshebenß' wert^wenw nicht 'dvr Berfassungsgerichtshof gerade zur 'rechten'.Zeit - daran erinnert hätte, daß der Friedensvertrag^ein Grundgesetz dieses Staatesist und daß? die Artikel 66 und 67, die von der völligen Rechtsgleichheit der' Minderheiten aät den „Bodenständigen" Handels,, alle' Gesetze, Verordnungen und Verfügungen 'automatisch außer Kraft gefetzt haben, die geeignet waten, eine unterschiedliche Behandlung .österreichischer! 'Staatsangehöriger' nach Rassei Sprache oder Religion zuemnoglichen.. Der Staatsvertrag von 'Saint-Germain - begnügt sich nichts damit, haß' die. Minderheiten mit der Staatsnation -gleichgestellt werdensondern *.schreLt'-ausdrücklich,- urch dies hebt-der VerfassUngsgenchtshof^besonders hervor, 'eine faktische Gleichheit aller Staatsbürger vor: -„stnter- Hiede' in' Religion,. Glauben wder ^Bekeuntrlis: sollen keinem -"österreichischen . Staatsangehörigen heim .Genuß der bürgerlichen und politischen Rechte^ nachteilig sum,- wie' närsteMich bei' Zul'qssstng > zu HenÜrchey MÜM- W»^AeMtern^W ' Wür^ bei den Drschiedenen... Ar griechW.bulgarische Aemkrieg. Petritsch'besetzt. Sofia, 22. Oktober. (Bulg. Tel.-Ag.) We genveldet wird, Haben griechische, mit Artillerie auSgestattete Abteiluhgen einen A ng riss unternommen und sind in bulgarisches Gebiet eingedrungeü. Die bulgarischen Schil'dwachen, die fünf Tote hatten, haben sich zurückgezogen. Die Griechen besetzten die Posten N'r. 9,10 und 11. Mehrere Ariilleriegeschos.se sind in die Stadt Petritsch gefallen. ' Belgrader Meldungen zufolge haben die in Bulgarien eingerückten g r i e ch i s chen T r.u p p e n. die Stadt Per ritzt und die nahe gelegenen Kohlenbergwerke besetzt. . Eine Bestätigung dieser Meldung war bisher nicht zu erihalten. '' ' Kriegsgefahr. Sofia, 22. Oktober.' (Tel.-Komp.) Die Aufregung in Sofia ist ungeheuer. Die allgemeine Auffassung in der Oeffenllichkeitsowohl wie in Regierüngskveisen geht dahin, daß, wenn der Völker b u n d auf den bulgarischen Appell e nicht, sofort reagiert und die griechische Regierung zur EWMng -Kr MilitarWn Operationen Kri eg ist. mit Griechenland unveranlaßt, -der ve rme i dl ich Dip griechische ALtion — ein monarchistischer Putschversuch? -' Belgrad, 22. .Oktober. (Tel?-Komp.) Berichte Belgrader Blätte»' aus Athen bringen den bulgarisch-griechischen GreMwischenfall in Zusammenhang mit angeblich «schön lange bestehenden Absichten des Generals Panga)os, die Monarchie in Griechenland wieder herzustellen. Pangalos wünsche, einen militari sch e n Konflikt mit Bulgarien herbeizuMren, und wolle die Mobilisierung dazu benützen, um Kö n i g A le xa n de r wieder auf Heu Dhron zu setzen.. Wie weiter gemeldet wird, troffen die D e m o k r ate n Griechenlands bereits Vorbereitungen, um einen derartigen Putschversuch des Diktators mit Waffengewalt entgegenzutreten. Man befürchtet/daß schon in den allernächsten Tagen ein blutiger B ü r g e r k r i e g in Griechenland ausbrechen wird. Mac Donald M Masaryk,. , Prag, 22. Oktober. Heute nachts ist als Gast der Prä s i d e n t e n M a s a v y f der gewesene britische Premlerminister Ramsay M'ac Donald hier > eingettofD. ... , ,0.)cb;ie einer Minderheit nach Rasse-' Religion od^r 'SMche/ängehören,' genießen', dieselbe Behandlung und dieselben Garantien rechtlich und faktisch wie' die, anderen österreichischen - ' Staatsangehörigen." - ' ' . ' , . , An-diese goldenen Worte des". Frredensvevtrages knüpft der- Verfassunasgerichtshof M. Es wäre eine sehr dankenswerte'Aufgabe, nun hon' Amts tvegen, das faktisch 'noch in' Geltung stehende -asterreW'sche Recht daraufhin zu untersuchen, was/M chm M Gesetzen aus der - Monarchie, an Bundes- und Landesgesetzen, Hofkanzleidekreten und Verordnungen aller AÄ ebenso wie der erwähnte §, 48 des Reichsvolksschülgesetzes durch den Fnedensvertrag derogiert ist. Mit der cheoretischeu Anerkennung der Minderheitsrechte.fft nicht viel getan..?Das zeigt auch der vorliegende Füll, wo' em protestantischer, Lehrer sein Recht Mf einen SchMeiterposten fest-' stellen/lreß. Der, § 48 des Reichsvolksschülgesetzes war schon vor dem Erkenntnis des Verfafsungsgerichtshoies automatisch durch - den Friedensvertrag anßer Kraft getreten. Nur hat sich das AnterrichtsministeriuM darum nicht gekümmert. Und so geschieht es in tausend anderen Fällen: die Mmderheitss'chutzbestimmungen sind zwar österreichisches Grundrecht,. aber die Behörden, Bund,. Land und Gemeinden "lassen' sich dadurch nicht , stören, mit 'zweierlei Maß zu mchen. An den -Hochschulen, wo Richter und. Rechtsanwälte herangebildet werden sollen, wird das „derttsche Studentmrecht" zur Satzung ar-- hoden, die vom Staate besoldeten und auf ftine Grundgesetze Verpflichteten Profefforen mrwrwerfen sich diespm deutschen' Studentenrecht, das dazu angetan ist, die Gmndgesetze der Republik zu beugen,' Kleine Land- .bürgermerster - erkühnm sich, die Freizügigkeit emzuschränken und.verlangen bei der AusschreÄung vmr Stellen ausdrücklich den Nachweis arischer Abstammung, Während andere sich mit: der Vorlage ves Taufscheins begnügen. Der'Skandal! der unterschiedlichen Behandlung jüdischer - und. nkchtjüdischer' Heimatrechtsbewerber ist noch immer, nicht aus.der Welt geschafft, und daß er» Jude Oesterreichs'eine -; .SffwtMe. Anstellung bekommen kann, ist wohl nur theoretisch; möglich. Der Buchstabe des Gesetzes und seine Anwendung sind eben in Oesterreich altem Herkommen gew^ zwei 'ganzverschiedene - DiyHe.^ Mit Len freiheitlichsten Msetzen wurde hier reaktionär regiert- und cckwyet. Wahrend. es der Liberalismus oder dLr- Sozialislnus, stffeM er irgendwo Machtpositionen besetzte/ imnrer nur . beim Deklarativen bewenden, ließ, drehten die den Otciat Mministrierenden Koterien derttschnationäler/ und'' klerikaler Alter-tzerren-Verbände den Gesetzen eineMse. Das Traurigste daran ist, daß sich die Bevölkerung danrri schon abgeftmden hatte und daß ein erklärt 'reaktionäres Regime sogar noch als der günstigere' Fall - angeftheri wurde. Standen und stehet! doch der jüdischen- Bevölkerung als Regierende nur -verschämte oder offene Ankistwmn Mnüber. Die letztere« MM