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Wiener Morgenzeitung · 1925-10-21 · Heft 2393 (21.10.1925) · page 1

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
7 (1925)
Issue
Heft 2393 (21.10.1925)
Date
1925-10-21
Page
– (sequence 1)
Language
German
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|Polen: 20 gioszy | Wi en. <£um Abholen ly der, Expedition, 11., iaboistr. 1-3, oder in einer Vexschleisstelle (Trafik) tnonstl. 6 Schilling Strassen verkauf in Wien durch die Kolporteure der Firma Q o I d sch mied, 1, WolUelle 11 Mit Postversand für Wien und Oesterreich monatlich 5 Schilling Tscbecho-Slowakei: Mon. K22. Jugoslawien: Mon. Din. 60. Polen:Mon. 4Zloty. Deutschland: Mon. um. 4, Frankreich, Belgien: Mon. Frcs. 18 teuer MMbsahinngcn bei freii« erh6hau«ca Vorbehaltes Rr. 2S93 Wien. Mitlwo«. 21. Sttobn 1825 I Preis itTSI England: Mon. 4 Schilling," Italien: Monatl. 18 Lire: Rumänien: Mon. 170Lei. Bulgarien Mon.lOOLewt. Schweiz und das übrige Ausland monatlich Frcs. 5 Redaktion, Administration: Wien, II. Taborsir. 1 Telephone: 44-0-38,43-3-19 Ab 6 UhrilÄ, 25-2-82 IX.. Universitätsstrasse 6-8 (D uckerei ig. Steinmann) Oesterreichisches Postsparkassen-Konto Nr. 150.693 7. Fadrgang Das große Preisausschreiben derSportredakiionder JWiener Morgenzeitung* %)ie „ Wiener Morgenzeitung“ veranstaltet etn Preisausschreiben an dem stchjedermann beteiligen kann. Wer das Resultat des Meisterschaftsspieles vom kommenden Sonntag den 25. Okt. HAKOAH-W.A.C. richtig errat und das Resultat auf dem hier angeschlossenen Coupon entsprechend ausge* füllt der Sportredaktion der „Wiener Morgenzeltung“ bis Samstag mittags, 12 Uhr, bekanntgibt, erhält einen der nachfolgend angeführten fünf Preise 1, 100 Schilling in barem 2, SO Schilling, m barem 3, Ein Grat i s~ Jahresabonnement der „Wiener Morgenzeitang' 4, Ein Pall-Over* gestiftet vom Warenhaus Brüder Schiffmann, Wien, II, Taborsiraße 48 5, Ein Orig, engl, Faßball, gestiftei vom „Pup o enkönig* (Spot tabteiung), Wien, I. Fleischmarkt bii Auslosung der Prämie findet Montag den 26, d um 7 Uhr abends in der Sportredaktion der, Wiener Morgen* zeitung*, tl„Taborstrasse 1—3f unter Aufsicht des Herrn DrJ, H. Körner, Präsident des Sportklubs Hakoah, statt Hier abirenntn! *——-—.Hier abtrmnenl Coupon zum Preisausschreiben der ,Wr, Morgenztg,' Meisterschaftsspiel HAKOAH-W.A.C am Sonntag den 25, Oktober )925 Resultat: Name: Adresse: Der Coupon kann mitteist Korrespondenzkarte (aufgeklebt) oder Brief abgesendet, beziehungsweise übergeben werden. Einsendungen aus dem Auslände müssen spätestens Samstag den 24. d. M aufgegeben werden und Montag den 26. d. AL!!! hier einlangen!!l Ae polnisch-litauische Konferenz unterbrochen. Lugano, 20. Oktober. (Schweiz. Dep.-Ag.) Da die litauische Delegation am Montag erklärt hatte, fite sei nicht int Besitze der Vollmachten, um die Verhandlungen über den Eisenbahnverkehr aufnchmen zu können, wurden die Arbeiten der Polnisch-litauischen Konsere«z ausgesetzt. Zer vizelönig von Fndien. London, 20. Oktober. (Tel.-Komp.) In Politischen Kreisen rechnet man damit, daß Lord Peel, der frühere Staatssekretär sür Indien, die meisten Aussichten hat, als Nachfolger von Lord R e a d i n g Vizekönig von Indien zu werden, Slschaums Geständnis. Sine «Welle Mitteilung der Benthener Sreuzvolizel. - Rechtsannialt Sr. Klee Sb« den Fall Achan,«. (Eigendienst der „Wiener Morgenzeitung".) Berlin, 20. Oktober. Hier ist die offizielle Mitteilung der deutschen Grenzpolizeibehörde in Beuihen eingelangt, welche besagt, daß das mit dem Ukrainer Teofim Olschanski aufgenommene Protokoll, welches sein Geständnis enthält, am 6. September 1924 in Lemberg das Attentat auf den polnischen Staatspräsidenten Wojciechowski verübt zu haben, im O r i g i n a l bei ihr erliegt, und daß die Protokollabschrift, welche die Kattowitzer Polizei von ihrem Konfidenten erhalten hat, vollständig mit dem Original übereinstimmt. Ueber den Aufenthaltsort Olschanskis wurde hier ermittelt, daß Olschanski bis zum 2. September 1925 in Berlin Polizeilich gemeldet war; dann verzog er nach Marienburg in Ostpreußen. Wie festgestellt wurde, befindet sich Olschanski nicht mehr dort. Die neuerlichen Erhebungen in Berlin haben dann ergeben, daß Olschanski jetzt in der Leonhardstratze 2 in Miete wohnt. Seit ungefähr einer Woche ist er jedoch von Berlin sieder abwesend; wie seine Quartiergeberin Ihrem Korrespondenten mitteilte, hat Olschanski bei seiner Abreise anZeMen, d-ß er^ine i n tge n T agen z u rückkehren werde. Äuch sein Freund N o w a k, der ihm Beschäftigung in dem Berliner antipolnischen Propagandabureau, einer deutschnationalen Institution, welche in Moabit ihre Bureauräumlichkeiten besitzt, verschafft hat, ist seit ungefähr einer Woche nicht in Berlin. Als Grund dafür, daß Olschanski, obwohl er unter Ashlrecht steht, sein Geständnis nicht veröffentlicht hat, wurde hiesigen jüdischen Politikern von ukrainischer Seite angegeben, daß die ukrainische Militärorganisation (deren Bestehen hier allgemein bekannt ist) ein Interesse daran hatte, daß Steiger verurteilt werde, damit erst dann der richtige Tatbestand bekanntgegeben und so die polnische Justiz kompromittiert werde. Nach Mitteilungen von Personen, welche Olschanski und seine politische Vergangenheit kennen, hat Olschanski vor einiger Zeit beabsichtigt, nach Amerika auszuwandern, und von dort aus an die polnischen Behörden direkt ein Eingeständnis seiner Tat zu übermitteln (ähnlich wie es seinerzeit der Mörder des galizischen Statthalters P o t o c k i, der Ukrainer S i c z y n s k i, getan hat); Olschanski habe jedoch seine Absicht nicht ausführen können, da es ihm hiezu an Mitteln fehlte. Ein Vertreter der jüdischen Telegraphenagentur hat nun einen der bekanntesten Berliner Anwälte, Dr. Alfred Klee, befragt, welche Rechtsfolgen für Olschanski beim gegenwärtigen Stand der Dinge erwachsen. Dr. Klee, der den Fall genau kennt, äußerte sich über ihn sehr eingehend wie folgt: Mir ist der Name des Täters Olschanski schon seit geraumer Zeit bekannt. Wenn ich öffentlich darüber nicht sprach, so geschah es einerseits darum, weil ich die Berliner polizeilichen Maßnahmen durch vorzeitige Bekanntgabe nicht stören wollte, andererseits weil ich wußte, daß bei den Lemberger Gerichtsakten sich die Meldung der Kattowitzer polnischen Grenzpolizei befand, wonach der Täter bei der Benthener Polizei, als er die preußische Grenze überschritt, eine Darstellung des Vorfalles gegeben hatte, in der er sich selbst als denjenigen bezeichnete, der am. 6. September 1924 die Petarde gegen den Wagen des Präsidenten Wojciechowski geworfen hat. Dieses Geständnis ist um so verständlicher, als, nach meiner Rechtsauffassung der Täter in Deutschland keine gefährliche Folgen für sich zu befürchten hat. Meines Erachtens fällt seine Tat unleb diejenigen politischen.Handlungen, die das Asylrecht schützt. Ich nehme deshalb auch an, daß der Täter sein Geständnis in Preußen wiederholen und sich den hiesigen Behörden fte'U len wird. Dies um so mehr, als es ja gar keinen Zweck hätte, sich verborgen zu halten. Es kennt ihn, nachdem jetzt sein Name durch die Zeitungen gegangen ist, eine große Anzahl von Menschen, so daß an ein dauerndes Verborgenbleiben in Deutschland ja gar nicht zu denken ist. Der Gang der Sache wird nach meiner Ansicht der sein, daß die Akten der Benthener Polizei von der zuständigen Berliner Behörde eingehok werden, wenn sie nicht etwa schon eingeholt sein sollten, und daß der polnischen Regierung, wenn sie Amtlich anfrägt, der Inhalt dieser Akten, die nach Mitteilung des Kattowitzer polnischen Beamten das Geständnis enthalten, mitgeteilt werden w i r d. Zur Beschleunigung trägt selbstverständlich die Anfrage des preußischen Landtagsabgeordneten Dr. Hermann B a d t bei. Die Nachricht, die in einigen in Polen erscheinenden Blättern erschienen ist, daß eine Deputation des Reichstages bei'der Regierung vorstellig geworden sei, und daß die R eich s r e g i e r u n g eine Prüfung zugesagt habe, ist unrichtig. Das Reich ist mit der Angelegenheit, soweit ich erfahre, zunächst nicht-befaßt. Es handelt stch bc offenbar um eine Verwechslung. -Zuständig smd allein die preußischen Behörden, das heißt als entscheidend/ Instanz die dem Berliner Polizei- Präsidium letzten Endes Vorgesetzte Instanz, nämlich das preußische Innenministerium. Ich hege keinen Zweifel, daß das Innenministerium und die Berliner Polizei alles daran setzen werden, die Angelegenheit restlos und so schnell als möglich a u s z u k l ä r e n. Unverständlich ist es mir als Anwalt, wieso die Lemberger Staatsanwaltschaft der Spur nicht nachgegangen. ist, die ihr der bei dem Lemberger Gerichtsakten befindliche Bericht des Kattowitzer Grcnzbeamten gewiesen hat. Ich zweifle nicht, daß bei einer solchen Art des Vorgehens die Sache schon vor Monaten hätte geklärt werden können und der Prozeß Steiger sich erübrigt hätte. Erfreuliche» weise kommt ja nun die Feststellung der Wahrheit nicht zu spät. Ae Berliner polnische Gesandtschaft hat da» Slschansli-Pratokoll erhalte». Berlin, 20. Oktober, 11 Uhr nachts. Soeben erhält Ihr Korrespondent folgenden Bericht aus der hiesigen polnischen Gesandtschaft: Heute hat der Legationsrai der polnischen Gesandtschaft in Berlin Doktor Jaezkowski an das Reichsaußenministerium das Ersuchen gerichtet, zu veranlassen, daß das aus den Ukrainer Olschanski bezügliche Material der polnischen Regierung übermittelt werde. Das Reichsaußenministerium hat das Ersuchen an die zuständigen Behörden Iveitergeleitet und noch im Laufe des heutigen Tages wurde der polnischen Gesandtschaft in Berlin das gesamte, Olschanskis Gest 8 ndnis betreffende Material zur Verfügung gestellt. BekbMdlung gegen Steiger. Die Anträge der Verteidigung auf Akten» revision abgelehnt. Lemberg, 20. Oktober. Das Jn'.'resse am heutigen, achten Verhandlungstage konzentriertstch hauptsächlich auf den mit Spannung erwarteten Gerichtsbeschluß über die Samstag durch Dr. Landall gestellten Anträge der Verteidigung. Dr. Landau hatte beantragt, daß die Ergebnisse der Voruntersuchung im Hinblick aus die inzwischen bekannt gewordenen Geständnisse des Ukrainers Olschanski in .Berlin und des Bandura in

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