Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 7 (1925)
- Issue
- Heft 2389 (17.10.1925)
- Date
- 1925-10-17
- Page
- Seite 2 (sequence 2)
- Language
- German
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- Haifa 4× ep/1047930
- Tiberias 3× ep/1048138
- Safed 1× ep/1046078
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Wen, Samstag Wiener Morgenzeilung 17. Cfto&rr \m Nr. 9389 am Zoo, Berlin, Hardeuöergstr. 27 Direktion: N. von Benedito Tretfpunki der Fremdenwelt Berlins I4Jnr*Te« * toun prlx fix » Exquisite KQcfce Kapelle t Scala4p«t*BaBd, Milano 11 7 Power de: wiener Humorist Charlie Woeber iuntzen ausgewendr-t wurden, betragen ungefähr 150.000 Pfund, so daß die Gesamtsumme der durch die zionistische laMvirtschafkliche KolonisationStätiAeit in der Berichtszeit. i» Fluß gebrachten Kapitalien mehr als eine halbe Million Pfund Sterling betrage. 3. Städtische Entwicklung. Das Memorandum verweist ans das Wachstum der nadiischen Siedlung und nimmt als hervorstechendstes Beispiel Tel-Awiw, dessen Bevölkerung sich von ungefähr 16.500 Personen Ende 1923 auf zirka 27.000 im Dezomfber 1921 echcht hat. Im Jahre IM wurden 462 Häuser im Gesamtwert von ungefähr 600.000 Pfund erbaut. Die Stadtverwaltung har für das erst« Quartal des JcchreS 1925 die Erlaubnis für die Erbauung von 379 weiteren Häusern xrteflt. In I e r n,s a l c nt ist die jüdische Bevölkerung im Lause des Jahres 1925 um 2000 Seelen aus 88.000 Juden gestiegen, in Haifa von 7000 auf 8000 Personen. Die Zahl der neuen Hauser, welche durch Juden im Jahre 1924 erbaut wurden, betrug in Jerusalem ungefähr 50, in Haifa ungefähr 100. In Haifa hat eine Gruppe von Kaufleuten einen Köninck auf Errichtung eines Handelsvieriels mit einem ungefähren Kostenaufwand von 50.000 Pfund abgeschlossen. Um jwoch auch auf dem Geriete der städtischen Entwicklung dem Wunsche der jüdischen Einwanderer nach landwirtschaftlicher Siedlung Rechnung'zu tragen, wirddas Prinzip der Gartenstädte mMvenidet. Es existieren ihrer bereits drei in der Umgebung von Tel-Awiw mit einer Gosamtbevölkerung von etwa 1000 Seelen. Hypothekar-Kredit wurde im Jahre IM in der Gestm^höhe von etwa 30.000 Pfund durch di« unter den Auspizien der Zionistischen Organisation begründete Gennal-Hypochckenbank in Palästina gewährt; in der gleichen Periode hat die Jmmobilien-Gesellschaft Binja-n, welche durch füdafrÄanffche Zionisten begründet wurde, in Haifa Hypothekavkredite von ungefähr 20.000 Pfund gegeben. 4. Industrie. Das Wachstum der Städte hat auch eine produktive Entwicklung aller Zweige des Gewerbes und der Arbeit mit sich gebracht. Die palästinensische Elektrizität sgejellschaft, welche auf Grund der Ruthe über g- Konzession begründet wuvde, hat in Tel-Awiw, Jaffa und Umgebung elektrische Beleuchtung installiert und liefert elektrische Produkt ionsk rast für Tel-Äwiw. Eine zweite elektrische Kraftstation wurde in Haifa errichtet und eine dritte in Liberias ist im Bau. Diese Unternehmung wird weitechin die Durchführung des Ruchenbergschen Masserprpjokts im Jordantal in die Wege leiten. Die Zementfalbvik Ne sh er in Hais«, welche 250.000 Pfund jüdisches Kapital investiert hat, wird ihre TätUeit im Herbst 1925 beginnen. Die Produktion dieser Fabrik, welche mit ungefähr 120.000 Pfund jährlich veranschlagt ist, soll nicht nur dem Inlandsbedarf dienen, sondern auch den Jemen texport in die Nachbarländer ermöglichen. Ander« jüdische Jndustrieunternchnmngen, von denen ein großer Teil im Jahre 1924 begründet wurde, gibt es in Palästina insgesamt 65 mit investiertem Kapital von zirka 210.000 Pfund und einer Arbeiterschaft von 526 Köpfen; davon sind 21 TextUsa.bri.ken, 9 Möbelfabriken, 7 EisenwerSe, 7 Papierfabriken und Buchbindereien, 7 chemische Erzeugungen, 7 Schuhfabriken. Das jüdische Kapital, welches zur industriellen Entwicklung Palästinas verwendet wurde, hat sich schätzungsweise von 1 Million Pfund im November 1923 aus 2 Millionen Pfund im.JrE 1925 erhöh!. Ungefähr 5000 Personen find gegenwärtig in Palästina in verschiedenen jüdischen JnduftrienuternchMingen' tätig, davon fast 1000 in der Nahrungsmiitelindnstrie und ebensoviel im Baugewerbe, 676 Personen in der Papier-, und fast 6vg Personen in der Textilindustrie, je zirka 500 Personen in der Hotz- und Möbel- sowie Metallindustrie. Im J<chre 1924 wurde auch eine Gruppe von 20 jüdischen Fischern ans Saloniki durch die Zionistische Organisation in der Nahe von ANo angesiedelt, der erste Versuch, eine Wische Fischerei in Palästina zu begründen. 5. OeffenMche Hygiene. Die medizinische Organisation Hadassah, welche durch amerikanisch-,jüdisches Kapital echalten wird, hat die Bee t e nzahl ihrer Spitäler in Jerusalem, Haifa und Liberias r« Jahre IM von 300 aus 925 e r h ö h t. Die Zahl der Kranken, die in den Spitälern behandelt wurde, betrug im Jchre 4924 8399 gegen 7719 im Jahre 1923. Die .Hadassah untechält außerdem 39 Kliniken in den Dörfern und landwirtschaftlichen Zentren außer den Kliniken in Jerusalem, Jaffa, Haifa, Safed, Tiberias, Hchron, Baifan und Ramleh. Im Jchre IM hat die Hadassah ein Röntgeninstitut -in Jerusalem eröffnet. Sie erhält auch eine Schule für Krankenschwestern in Palästina, die im Jahre IM 50 Schüler hatte. Bisher sind S4 Krankenpfleger diplomiert worden. Das Schulhygienedepartement der Zionistischen Organisation hat im Jahre IM einen ärztlichen Vnrersuchungsdienst für mehr als 15.000 Kinder erhalten, die Hadassah führt auf den Dörsern einen Antitrachomdienst durch, der sehr günstige Erfolge hat. Fürsorg e st e l l e u f ii r it i u d c v sind voll der Hadassah in Jerusalem, Jaffa -und Hyisa schon früher begründet worden, 'im Jahre 1924 wurden solche auch in Tiberias sowie in mehreren landwirtschaftlichen Kolonien eingerichtet. Neber Initiative der Hadassah wurde im November IM zum ersten Male in PattD stin-a eine Hygienewoche veranstaltet, wo in-den jüdischen mid arabischen Schulen spezielle Hygienelektionen gegöWi, Tausende von Broschüren in arabischer und hebräischer Sprache verteilt wurden. In Jerusalem wurde eine H y g.i e n eaüsstelliung im Jwsammttchang ajbgehalten, di« von 30.000 Besuchern frequentiert war. Für die Hadassch, deren Personal von 44 im Jahre 1918 aus 429 im Jahre IM, darunter 63 Ilerzten, angewachson ist. silid ausschließlich jüdische Mittel verwendet worden, die zum größten Teil aus Amerika kouunen. Die Ausgaben der Organisation Hadassch allein im Iah« IM betrugen 84.856 Pfund. Son ber jüdischen Arbeiterorganisation in Palästina wurde bereits im Jahre 1919 ein Krankenkassen Wesen eingerichtet. Die Mitglieder dieser Kraukenkassenorgamsation Kupath-Cholim bettug im Jahre 1919 IM und stieg im Ich« IM ans 10.000. Jhve Ausgaben im letzten Jahre' betrugen 29.603' Pfund. Die KupaH-Eholim leistet unentgeltliche medizinische Hilfe ihren Mitgliedern und deren Fanrilien. Für die CpitalsbehaMnng ihrer Mitglieder arbeitet sie mit der Hadassah zusammen, sie hat aber auch eigene Spitäler in Tiberias und Ain-Charod. Bor Lurzem hat sie in M o z a bei Jerusalem ein Sanatorium mit 900 Betten eröffnet, das auf 60o Betten erweitert werden kann. Gegenwärtig geht-sie daran, ein zweites Sanatorium auf dem Berge Karmel für die i-n Haifa und Umgebung beschäftigten Arbeiter zu eröffnen. . Die Arbeit des jüdischen Nationalfonds und anderer jüdischer Organisationen in der Ebene Jesreel ha: auch einen starken sanitären Charakter getragen. Das Resultat ist, daß eine Fläche von mehr als 4700 Hektar, die mala r i averseuch-t war, assaniert und besiMungssähi-g gemacht wurde. Im Gebiete von Nchaloil sind nach den offiziellen StattstÄen die Mvlariaerkrankungen von 9,2 Prozenc int Jahre 1922 aus 0,9 Prozent im Jchre 1928 zurückgegangen. 6. Erziehung. Die vergrößerte Einwanderung hat einen verstärkten Besuch der hebräischen Schulen mit sich gebracht. Im Schnljchr 1933M betrug die Schülerzahl 11.962; sie stieg im Schulfahr IM/26 ans 1ZL46. Die Zionistische Organisation erhalt aus ihren MttÄn im gegenwarttgen Schuljahr 132 Schulen (gegen 120 im Vorfahre) mtt 550 Lehrern (497 im/Vorjahre). Bon den 192 Schulen sind 43 Kindergärten. 75 Elementarschulen, 3 Mttch'chulen, 3 LchreMdnPgsanstLlten, 4 technische Schulen, 4 Handwerkevschnlen und die Universität. Außer den Schulen, die von der Zionistischen Organisation erhalten werden, gibt es eine Reihe von Lehranstalten, die durch andere jüdische Organisationen erhalten sind, wie die Anstalten der Alliance Jsraelitte in Paris und der Anglo Jewish Association in London. Außerdem gibt es eine Reihe von Waisenhäusern, die von jüdischen Organisationen erfüllen werden, darunter das Waiseninstitut Ksahr Jelad-im" (Kin-derdors) in der Ebene Israel, wo 120 Waisenkinder p r a k >t i sch e n l a n d w i r t s ch a s t l i ch e u Unterricht ans Kosten der jüdischen Gemeinschaft von Südafrika erhailien. Dir gesamte j übische E r z i e h un g in Palästina wird aus jüdischen Fonds bestritten. Im Jahre 'IM halben die Mischen Schulen in Palästina im ganzen eine staatliche Subvention von 3066 Pfund echalten. Davon entfielen auf die von der Zionistischen Organisation echalteneu hebräischen Schulen 2327 Pfund, das ist knapp 2,5 Prozent 'ihrer gesamten Kosten, die im Schuljahr 1923/24 sich auf 92.077 Pfund beliefen. Im Februar 1925 wurde durch Sir Atfroo Mond das Technikum in Hais o eröffnet. Es Hai gegenwärtig 28 Schüler, welche in einem dreijährigen Unterricht in vetschiede-nen Zweigen des Bauwesens vorbereitet werden. Das .Institut gibt auch Abendkurse, die für Bauarbeiter, Hol'zärbeiter, Metallarbeiter und Elektriker bestimmst sinld uird gegeNtvärtig von 100 Frequentanten besticht werden. Die Kosten des Instituts werden von der Zionistischen Organisation und aus anderen jüdischen Mitteln getragen, ebenso wie die der im April 1926 eröffnelen hebräischen Universität in Jerusalem, die gegeniwärtig aus drei Instituten, dem für mcdizmische Forschung und Mikrobiologie, dem chemischen Institut und dem Institut für jüdische und orientalische Wissenschaft, besteht. Dam zuletzt genamrten Institut soll in absehbarer Zeit eine Mteilung für arabische Sprache und Literatur angegliedert werden. BoribereTrtet wird für die nächste Zeit die Eröffnung eines Instituts 'für Matheanatik und Physik. Mit der Universität ist die jüdische Nationalbibl i othsk in Jerusalem verbunden, die am 1. Juli 1935 95.700 Bände, gegenüber 66.000 am 1. Juli 1923, umfaßt. In dem Schreiben an Lord Plumer, das aus zwölf Punkten besteht, wird vom Präsidenten Weizmann zunächst ersucht, den Inhalt auch dieses LZrieses dem Generalsekretär des Völkerbundes zwecks ^Informierung der ständigen Mandatskommission mitzuteilen. In oem Schreiben wird die Frage der bei der Ueberreichung solcher Denkschriften an den Völkerbund zu befolgenden Regeln berührt und aus den Itt diiMt Zliittslich, die Me der Mchisittl! t« «11«n be seren OerchÜftcu erhflltlich Avischeufall mit dem von der Zionistischen Organisation im vorigen Jahre überreichten Memorandum hingewiescn. „Die Zionistische Organisation wünscht nicht, solche Exposes der Mandatskommission anders als aus dem Wege der Mandatsmacht zu unterbreiten. Sie anerkennt vollkommen, daß dies das angemessene Verfahren sei. Andererseits aber ist festzustellen, daß die Zionistische Organisation keine an ein bestimmtes Territorium geb u n d e n e Körperschaft ist, die etwa nur im Namen eines Teiles der Bewohner des Mandatsterritoriums sprechen könne.. Indem das Mandatsstatut die Zionistische Organisation als die Jewish Agency anerkennt, ist es klar, daß diese Organisation als die Vertretung aller jener Juden in allen Teilen der Welt ausgesaßt wird, die sich konzentrisch u m d e n A u f b a ii des jüdischen Nationalheimcs in Pal^äst i n a bemühen. Die Zionistische Organisation^ wäre sehr dankbar, wenn die zuständigen Stellen für die Zukunft f e st e R e g e l n aufstellen würden." „Es ist mit Bedauern festzustellen", heißt es weiter, „daß die Mandatskomnüssion in ihrem im Dezember 1924 dem Völkerbundrate unterbreiteten Bericht über die jüdischen Einwanderer Bemerkungen^ machte, die diesen Einwanderern keineswegs Gerechtigkeit widerfahren ließen. Diese Bemerkungen bezeugen, daß die Kommisiion in ihrem Bestreben, die Tatsachen unparteiisch darzustellen, die 9iolle, die die Juden beim Wiederaufbau Palästinas und bei der Entwicklung des wirtschaftlichen und sozialen Lebens des Landes mnehaben, nicht gut kennt. Deswegen, und auch aus anderen Gründen, enthält das jetzt unterbreitete Ergänzungsmemorandum insorniative Hinweise über die unter den Auspizien der zionistischen Bewegung seit Geltung des Mandats, insbesondere in den letzten zwölf Monaten, vollzogene Aufbauaarbeit. Unter Bezugnahme auf den das Erziehungswejen behandelnden Abschnitt 6 des Berichtes sieht sich die Exekutive gezwungen, die Aufmerksamkeit auf die Tatsache zu lenken, daß die jüdischen Schulen in Palästina außer einer geringen Zuwendung, die zum Beispiel 1924-1925 nur 3065 ägypt. Pfund oder drei Prozent-des aus den ösfentlichen Fonds zu bestreitenden Erziehungsbudgets' betrugen, nichts von der R eg i e r u n g,e r h a l t e n. Die Juden, die gegenwärtig 13 Prozent der Bevölkerung ausmachen, haben wiederholt und dringend ersucht, daß bei der Verteilung des Erzieh'.lngsbudgets ein Proportioneller Teil auf das jüdische Schulwesen entfalle. Die Zionistische Exekutive begleitet die Bemühungen der Palästinaregierung, der inchtjüdischen Bevölkerung verbesserte Erziehungsmöglichkeiten zu gewähren, mit vollster Sympathie, allein sie empfindet es als ungerecht, daß die ans den allgemeinen Steuern fließenden E i »- fünfte fast ausschließlich der Errichtung und dem Unterhalt von Schulen mit a t a fo ü scher Nnterrichtssprache zugute , kommen, während die Juden ihre hebräischen Schulen aus eigenen Mitteln unterhalten müssen. Die Exekutive bedauert, daß ihre bisherigen diesbezüglichen Vorstellungen kein praktisches Ergebnis gezeitigt hätten. Die Exekutive will bei dieser Gelegenheit noch auf die Bestimmungen des letzten Teiles des Artikels 6 -es Palästinamandats himveisen,'in welchem vorgesehen wird, daß die Admiui» siration „unter Wahrung der Rechte und der Position der übrigen Teile der Bevölkerung bei entsprechenden Bedingungen die jüdische Einwanderung zu erleichtern und eine kompakte Siedlung der Juden auf dem Lande einschließlich der für öfsentliche Zwecke nicht benötigten Staatsländereien und unkultivierten Böden zu fördern hat." Die Exekutive erklärt, daß, obschon das Mandat seit längerer Zeit in Geltung ist, Artikel 6 noch nicht verwirklich^ worden ist. Die Exekutive erlaubt sich, hinzuzusugen, daß sie die Bemühungen der britischen^ Regierung und auch der Palästinaregiernng in der Sicherung der friedlichen Entwicklung Palästinas und in der Förderung der Wohlfahrt aller Teile seiner Einwohner vollkommen würdigt und freudig anerkennt. Wenn sie sich gezwungen Mt, gewiss e B e s ch w e r d e n zu erheben, die n a ch i h r e r Meinung gerechtfertigt sind, so hegt sie das volle Vertrauen, daß die Ursachen der Beschwerden aus der Welt geschafft werden.^ Jedes Kind weiß es schon: Am betten und Mflieften lauft man 1m Waren»»«« Mi Schiff mann II. Taborstraße 48 Telnohon 47«1»7^ Kn gras Kn data II BSinnm