Mannheim
Compact Memory

Wiener Morgenzeitung · 1925-10-11 · Heft 2383 (11.10.1925) · page 1

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
7 (1925)
Issue
Heft 2383 (11.10.1925)
Date
1925-10-11
Page
– (sequence 1)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
89% known words query
IRI
…/2979076-2981191-2981469--24310-3011842
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

1 entity mentions

frolen: 20 Qiotzy | Wi en: Zum Abholen in der Expedition, 11., Taborstr. 1-3, oder in einet Verschlelsstelle (Trafik) monatl. 6 Schilling Strassenverkaui in Wien durch die Kolporteure der Finna Goldschmied, ' Wollzeüe 11 Mit Postversand für Wien und Oesterreich monatlich 5 Schilling. Tschecho-Slowakci: Mpn. K22. Jugoslawien: Mon.Vin.60. Polen: Mon. 4?lo^. Deutschland: Mon. Gm. 4, Frankreich, Belgien: Mon. Pres. 18 Nachzahlungen bei Preiserhöhungen Vorbehalten Wiener LmDEin Engl a n d: Mon. 4 Schilling. Italien: Monatl. 18 Lire: Rumänien: Mon. 170Lei. Bulgarien MonTOOLewa, -Schweiz und das Übrige Ausland monatlich Frcs. 3 Redaktion, Administration: Wien, II. Taborstr. 1 Telephone: 44-0-38. 43-3-19 Ab 6 Uhr: 21-102,. 25-2-82 IX., Universitätsstrasse 6-8 (D.uckerei lg. Steinmann) Oesterreichisches Postsparkassen-Konto Nr. 150.693 Nr. 2883 Wien. Sonntag, 11. Lklober 1925?. Jahrgang An die Besitzer Berliner Häuser! Berliner Grundstiikspezialist in Anfechtungsu. Aufwertunssfrcsen erteilt kostenlos Auskunft bei Bankhaus M. Münzer / Wien I., Hessgasse Nr. 7 ab Dienstag, den 13. X. 1925 von 9 bis 12 Uhr vormittags und 65i von 3 bis 7 Uhr nachmittags. 143 JAHRE' BACZEWSKI UKBRS U.SCHHXP» WIEN, L, BABENBERGERSTRASSE 5 TrXEPHON 45-30 SERIE A. WARMUTH, A.-G. Spediteur der Korporation der Berliner Buchhändler Umzüge / Spezialität: Palästina-Transporte / Prima Referenzen BERLIN c Hinlcr der GarnUonklrchc 1 a L Amt Norde„ 9731.9736 W 15. Joadiimsthaler Strasse 13 Amt Setinplatz 3353 HAMBURG Bornstrasse 31» Amt Nordsee 1166 423 BerUn W 62, Kurtürstenatr. 123 / Tel. KnrfOrti 688V u. 5784 vermittelt ohne Kostcnvorschuss tür : gute Miethäuser im Deutschen Reich Gesiltscliaft tfir iMM-M Bau-lnUmtotea s Rücktritt der Gouverneurs ötonr? ,Wie gemeldet, kam es aut Versöhnungstage zu einer Störung des jüdischen Gottesdienstes vor der Klag-emaner, da der Gouverneur mit Beru>suug auf ein altes türkisches Gesetz die Sitzgelegenheiten der vor der Klagemauer ihre Andacht verrichtenden Juden entfernen ließ. Nun berichtet das „Prager Tagblatt" aus Jerusalem: Eine halbamtliche Mitteilung kündigt an, daß der Gouverneur Sir. Ronald Storrs zurückgetreten sei und das genannte Gesetz Merpvüft werden soll. NieSer ein Ehnagogenembrnch in Berlin. Berlin, 8. Oktober. (I/T. A.) Die Berliner Synagogen sind seit einiger Zeit cm beliebtes Tätigkeitsfeld für Einbrecher. An den letzten Wochen wurde in sechs Berliner Synagogen eingebrochen, wobei verschiedene Kultnsgegenstän'de von beträchtlichem Wert den 'Einbrechern zur Beute sielen. Bisher konnte bloß einer der Einbrecher bei einen: Einbruchsversuch in der L-ntzowstraße festgenomen werden. . .. . . _ > In der vergangenen 'Nacht würde — dies ist der' siebente Shnagogeneinbrnchdie kleine Synagoge in d e r G i p s st r a ß e heintgesucht, die' im Seitenflügel eines Gebändes liegt nnd deren . Zugänge nur wenig gesichert sindi '.Der Schrank, in dem die gottesdienstlichen Geräte aufbewahrt werden, wurde von den Einbrechern erbrochen. Sie erbeuteten Hände, Gesetzestafeln nnd. eine Opferbüchse, die sie von der Wand abrissen. '.; Italien tritt dem Sicherheitsvatt bei Der heikle Artikel 16 des VSlkerbundpaktes. — Konserenzschlutz Ende der Woche? Locarno, 10. Oktober. Hafter die heutige Vollsitzung, «welche um hailib 11 Ulhr oornüttags begann, würde folgendes gemeinsayt vereinbartes ComMnique ansgegcken: Auf Grund der vo>u den Juristen auLigearbeiteten Abänderungsvorschläge wurden die Art'kel des Paktent- Wurfes in zweiter Lesung,durchberaten. In der Einleitung wurde der AuWHAng der. vertragschließenden Staaten Italien hinzugefügt, das in dem Londoner Textentwurf nicht enthalten war. Diese Hinznsügung bcstät'gt die Erklärungen des italienischen Delegierten hinsichtlich der Absicht Italiens, sich an dem Sichecheitspakt als Garant unter demselben Bedingungen wie G r o ß b r i t a u n c n zu beteiligen. Die Erörterung ergab die e n d g ü l ti g e F o r m u l i e r u n g der Mehrzahl der Artikel des Entwurfes. Die übrigen Artikel wurden einer späteren Erörterung Vorbehalten. Die nächste Zuisanlmenkunist erfolgt Montag um hallb 11 Uhr vorm'ttags. Die heutige N a ch m i t t a g s- 's i tz u n g s ä l l t a n s, weil die Arbeiten i n g r ö ß e r e m Maße gefördert lourdcn, als uvfpvüngltch angenommen worden war. Die Konferenz, über deren BerhaMungen noch heute morgens der Eindruck vorherrschte, daß es nicht recht vor- 'ivärts gehe, ist . int Lause des heutigen Tages '-.n Hren Arbeiten ein gutes Stück vorwärts gekomnmt. Heute wurde der Text des Paktent Wurfes -inseiner Gssamcheit a n g e n o m m e n; die beiden, wichtigen Ark'N NrWnd'' die/. Gärantie de f ösrlichen S ch i e d s g e r i ch t s v e r t r ä g $ und: betreibend den E i n t r i't t D e u t s ch lau d s in den Bö lker b u n d. hat die Konferenz freilich noch offen gelassen, da sie noch nicht vollkommen klargestellt sind. Zwischen den vorhandenen Thesen ist bereits ene ernste Annäherung!hergaftellt ivorden. Die wejentlichen Mei nn u9 s- Verschiedenheite.n scheinen beseitigtzusein. Man sucht jetzt nach Formeln, die. unsere Rechte 'wahren und für die ösfentl che Meinung Deutschlands an- . nchmbar sind. Die französische und die deutsche Delegation haben sich nachmittags diesbezüglich ins Einvernehmen gesetzt. Heute nachmittags unternahmen Dr. Luther, Briand, Stresemann und C'hamberlain, be-' glc'tet von den.Juristen, einen Ausflug an Bord eines großen Motorbootes auf dem Lago Maggiore. Tie Fahrt dauerte mehr als fünf Stund e n. Nach der Rückkehr ' erklärte Cha mberlain den Pressevertretern, daß er - von.der Disknlssion hoch befriedigt sei. Es sei ein eingehender Gedankenaustausch gepflogen und neuerdings ein e r f re n l i ch e r Schritt n a ch vorwärts getan worden. Indessen seien noch große Schwierigkeiten zu überwinden. Da Scialoja erklärte, Italien glaube nunmehr dem Paktentwnrf beitreten zu können, Word die Ein-' leitung des Paktes nunmehr fügenden Wortlaut , haben: „Indent Deutschland, Belgien, Frankreich, Italien und Großbritann'cn die Au f h c b u n g der belgische n N e u t r a l i t ä t seststellen und der Notwendigkeit Rechnung tragen, den territorialen Status quo in einer Zone ausrochtzuerhalten, die der Schauplatz so häufiger Konsliktc Europas gewesen ist, das darauf bedacht ist, d'e Sichecheit der Unterzeichneten Nationen durch ergänzende Garantien im Rahmen der Verträge und des Völlerbundpaktes zu gewährleisten, beschließen sie den dobliegenden Vertrag abznschließen." Die polnischen und die tschechoslowakischen Vertreter. -werden wahrscheinlich Dienstag an'den Beratungen : ihrer Kollegen -tci-lnehmen. Man hofft, daß die Konferenz : Ende de r u ä ch st c n W oche zum Abschluß gelangt.' y.. W t e it, 11. ‘ Oktob er. In Locarno ist bisher iit keinem der wichtigen Programinpuwkte eine -Verständigung erzielt.worden. Die Schwierigkeiten konzentrieren sich - hauptsächlich um den Eintritt Deutschlands in den Völkerbund.' Bon seiten der deutschen Vertreter wird immer die Bereitwilligkeit zu diesem Schritt betont, die sich aber erst nach der Lösung der Vorsrage äußern könnte, nämlich nach einer Klärung der Angelegenheit des Artikels' 16 des. Völterbundstatnts. Dieser Paragraph bestimmt, daß jedes Mitglied des Bundes bei einem kriegerischen Konflikt den-freien Durchmarsch seiner Truppen durch das Gebiet der anderen Mitglieder verlangen kann, aber auch seinerseits selbst z-ugestehett muß: Diese. Bestini-- tnung ist tatsächlich eilt Widerspruch gegen die Grundidee des Völkerbundes, hebt aber gleichzeitig auch das Sekbstbestimmnngsrecht der Staaten auf, die ihre Handlungsfreiheit verlieren: Für Deutschland, das mit Rußland in einem Vertragsverhältnis steht, ist dieser Artikel unannehmbar, solange der Vertrag in Kraft ist. Es liegt vollkommen im Sinne des Friedens, wenn sich Deutschland gegen die Aufnahme einer solchen Verpflichtung wehrt. Es kommt noch hinzu, daß dieses Durchmarschrecht praktisch nur das deutsche und österreichische Territorimn berühren würde, da ja Italien,. Frankreich/ England ihre Streitigkeiten gegeneinander im direktesten Weg austragen könnten. Der russische Fall, auf den der Artikel 16 hinzielt, zieht dagegen Mitteleuropa in Mit-' leidenschast. - ■; Diese güüze 'Frage wirft' ein. rnerkwürdiges Licht auf 'die Art, wie, 'feiuerzeit.dust . VWrbundst.atnt zu-, stände'gekommen ist. DiePolitik'Wilsyns, der ein starkes Instrument des Friedenswillens schaffen , wollte, wurde in ihr Gegenteil verkehrt und... in die internationale Arbeit «der Versöhnung neues Mißtrauen' hineingetragen. Der Bluchampf des eben. abgeschlossenen Weltkrieges ließ eine eindeutige Beurteilung der Sachlage gar nicht? aufiommen. Die Minister und die Diplomaten, die sich * zur Schaffung eines ewigen. Friedens zusammengesetzt hatten, unterlagen, der Suggestion der Generale, deren Beruf der.Massenmord ist mV) deren Gedankenwelt, soweit sie eine solche besitzen, von den Elementen der Strategie bestimntt wird. Die wirtschaftliche Entwicklung hat in diese Verträge eine Bresche nach der anderen gelegt und wenn sich auch noch keine Revision hat erzwingen lassen, so ist doch die Mänderungsbedürstigkeit heute auf allen Punkten erwiesen; wenn sich «die Bestrebungen mehren, durch ein neues System von Vereinbarungen und Interpretationen, die -Folgen der Friedenssabotage abzuschwächen, so ist dies nicht den- Urhebern der Pfuscherei. zu danken, sondern nur der öffentlichen Kontrolle durch die Demokratie. Dia Argumente, die in diesem.Kampf zutage gefördert wurden, kamen freilich auch den Gegnern des Völkerbundes zu-' statten und besonders in Deutschland verstand es die nationalistische Agitation, die> Institution in den Kot ihrer reaktionären Tendenzen zu zerren. Dies mußte wieder die Kriegspsychose stärken und den Zustand schassen, an dem schon im Vorjahrdas Friedensprotokoll von Genf scheiterte. Aus. diesem Gang. der Dinge : erklärt es sich, daß selbst die Regierung Herriot den voraussetzungslösen Eintritt Deutschlands in den'Völkerbund forderte, um die Berliner Regierung ein für alle- ■ mal zu binden und ihr durch vertragliche Verpflichtung alle rechtsbolschewikischen Bandeleien mit Rußland unmöglich zu machen. Alle politischen Beziehungen der Staaten zu einander vollziehen sich seit dem Kriegsende in . einem Fehlerkreis und alle Wege zum Frieden sind durch die Weigerung der Staaten verrammek, mit der Abrüstung irgendwo zu beginnen und auf das Mittel des Krieges wie der wirtschaftlichen Blockade zu verzichten. Die Weltpest des Nationalismus ist noch immer stärker als die HÜBNER* KURSALON RESTAURANT TÄGLICH ERIK üEHRSEN/BAND IM FRANZÖSISCHEN RESTAURANT KONZERT V, n I, , l i i .

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.