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Wiener Morgenzeitung · 1925-10-10 · Heft 2382 (10.10.1925) · page 1

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
7 (1925)
Issue
Heft 2382 (10.10.1925)
Date
1925-10-10
Page
– (sequence 1)
Language
German
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Wchmann kommt rar Sltzvns der MandMommission »ach «e»f. )ttober. (I. T. A.) Die ständige Mandat s k o m m i ss i o n d e s. V ö l k e rb u n d e s wird am 19. Oktober in Genf eine Sitzung abhalien> in der die Angelegenheiten Palästinas und Transjordaniens zur Behandlung kommen werden. Man erwartet für den 19. Oktober die A n k u n f 1 Dr. W e i z m a n n s, des Präsidenten der Zionistischen Weltorganisation.' Der Kommission wird ein Memorandum des palästinensisch-syrischen Komitees gnd des Emirs Arslan, ferner eine Petition der Aschkenasimgemeinde Jerusalems vorliegen. Ferner wird sich die Kommission mit der wirtschaftlichen Lage der a l l g e m e inen Entwicklung in den Mandatslandern Irak, Syrien und Palästina befassen. C layton wieder in Palästina? Jerusalem, 6. Oktober. (I. T. A.) Hier verlautet, dag Sir Gilbert C l a y t on, der frühere Obersekretär der Palästinaregierung, der zugleich uni Sir Herbert S a m u c l von seinem Amte zurücktrat, in der nächsten Zukunft nach Palästina zurückkehren wird, um hier einen w i ch t i g e n Posten zu bekleiden. König FaW. London, 9. Oktober. (Tel.-Komp.) König F a i s a l ist heute vormittags nach Paris abgereist. der Seuser Minderheltrkongreb. Varscha,«, & Lpober. (I. T.' A.) Der jüdische Parlameütsklirb hat den Senator Kw r n e r. M Ke. Deputierten Weinzi.eher und S ilberschein zu ' seinen Vertretern auf dem Genfer Kongreß der Mmderheitsnationen 9is avtienglisches ruUch-türMer Allkommen. Konstantinopel- 9. Oktober. (Tel.-Komp.) Der türkische Botschafter in Moskau hatte mit Karachän, dem bekannten Spezialisten der russischen Regierung für die asiatischen Fragen, eine Unterredung, in der die Möglichkeit eines r u s s i s ch - t ü r k i s ch e n A b k o m m ens erörtert wurde. Karachan soll, wie verlautet, dem türkischen Botschafter bestätigt haben, Rußland stehe auf dem Standpunkt, daß Mossu!l der Türkei zu übergeben sei. Der türkische Botschafter erklärte darauf, daß die Türkei keineswegs.den Krieg.suche, daß sie aber entschlossen sei, ihre Interessen gegen den englischen Imperialismus m i t a l l e n M it t e l n zu verteidigen. Sie Selmmahle« ta Lettland. Riga, 8. Oktober. (I. T. Ä.) Die Parlamentswahlen ln Lettland'sind beendet, bisher liegen e ndgült i ge Resultate nur aus Riga.vor. Infolge der. Zersplitterung der j ü d i s ch e n Stimmen tmtrde in R i g a, wo 14.792 jüdische Stimmen abgegeben wurden, nur ein Wischer'Deputierter, RaWnex . Dr. D u b i n, ein Agudist, gewühlt, obwohl die Juden, die etwa 12 /Prozent der Gesamtbevölkerung. ausmachen, von den '19.Rigaer Mandaten aus mindestens zwei Anspruch hätten. M i s r a ch i st e n und Z e i r e Z i o n gingen in Riga ohne Mandat.aus. In Kurland'wurde der Zionist Dr. Nurok Wisrachr) gewählt. Das Mandat des'Kandidaten der Zerre Zion, L a s a r s o h r\, ist noch bestritten'.' Sie Wische Handwetterkooferenz i» Barsch««. Eine Deputation beim Sejm- und Senatspräsidenten. ' (Eigendienst, der „Wiener Morgenzeitung".) Warschau, 9. Oktober... Die.Montag. eröffnete Konferenz der Mischen Handwerker Pcklens setzt ihre Arbeiten fort. Die Refsvate und Diskussionen befassen sich hauptsächlich mit lden durch die gegeiüvärtige Wirtschaftskrise hevvorgerusemn ö k o \\ o m i sche n Ber.hä-l tn'ifsen des Handwerkerstande s, mit Fragen der Ä r e di t Wesens und der Organisation besseren fir die jüdischen Gewerbetreibenden. ' Eine 'Delegatidn der Handwerkevkonfevenz wurde vom Präsidenten, des Sezm, DeputiertenRataj, empfangen und übermittelte -Hm ° -cim 'Reihe' vion/'Forderungen der jüdischen Handwerkerschaft. Der Sejmpräsident nahm die . Darlegungen der Deputation mit Interesse entgegen, dabei richtete er sein Hauptaugenmerk aus die. von der Delegation vertretene Forderung nach intensiverer Beschäftigung der Gewerbetreibenden. Die Delegation begab sich hierauf. zum Genatspräisidenten Trampczynski. Sie Wischen Studenten au de« polnische« NuinerWten. Der Unterrichtsminister interveniert wegen der Ausnahmsbeschränkungen. (Eigendienst der „Wiener Morgenzeitung".) Warschau, 9. Oktober.. Der polnische Nmerrichtsmiuistcr Stanislaw Grab Ski hat die Rektoren der Nuiversität und Technik in Warschau zu sich bernsen und ihnen eröffnet, daß im Auslände eine ernste Kampagne gegen die polnische Regierung wegen der an mehreren Hochschulen zur Ani.nendung gekommenen Beschränkungen bei der Aufnahme von Hörern entstanden sei. Der Dttmst-ei? erklärte, obwohl die Hochschulen v o l l st e Autonomie genießen, sei es doch notwendig, daß die gegenwärtige politische Situation Berücksichtigung f-inde. - Wie Ihrem Korrespondenten' von . gewöhnlich gut unterrichteter. Seite mitgeteilt wird, hat die Intervention des .UyterrrchtschmWrs ihre: Ursache dariy, daß von der j P ö-l n.i sch en Gesa ndtsch.aft in . W a s hi n g ton i beim A^nmiuffterium -'WnruWMe.Relationew chber Telegraminein. derüm e.rikanis chetiPr.esse.emgelausim sind, ' welche auf die faktische Anwendung des Numerus clausus an einzelnen polnischen Universitäten Hinweisen und andeuten,' daß dies einen Bruch der vor kurzem getroffenen polnischj ü dis ch e n B er ei n Harun g behüte, auf die sich der polnische Außenminister Skrzynski während seiner Astwesenheit in Amerika mehrfach berufen hat. Vor seiner Mreise nach Locarno.hatte auch Außenminister Skrzynski Unterredungen mit dem Ministerpräsidenten und dem Unterrichtsminister, die, wie verlautet, ■ sich auf die Meldungen aus Washington bezogen. . Sffenfive der Kabyle«. Tetumt unter Feuer. Paris, 9. Oktober. (Tel.-Komp.) Wie aus Fes gemeldet wird, hat Abd el Krim in der Gegend von Ain' Kmana, 13 Kilometer südlich von Ajdir, 15.M Krieger zusammengezogen. Der offtnbar bevorstehende n e u e A u griff der Kabylen wird sich entweder gegen die Spanier in Ajdir oder, gegen die Franzosen, die nördlich von Uezzan stehen, richten. Der französische Vormarsch wird eifrig fortgesetzt. Die Franzosen wollen v o r E i n t r i t t der Regenzeit noch'das ganze Gebiet östlich der Linie MrrMffane besetzen. Der Kreuzer „Pari s", der an der Beschießung der marokkanischen Küste hervorragend beteiligt war, ist nach MrseAe. zurüc^ekchrt. Er hat 15 T r e s s e r e r h a l t e n, die nteisten von 10,5- und 7,7-Zentimeter-Granaten. ' Die B. e s ch i e ß u n g T e t u a n s durch das 10,5- Zentimeter-Geschutz der Kabylen dauert an. Seit einigen Tagen schlagen die Geschosse haupffächlich in der Nähe des Palastes des Oberkommissärs ein. Vkeitbatt amvuttert. Lebensgefahr für den Kranken. Berlin, 9. Oktober. (Wolfs.) Der „Eifenkönik" Breitbart hat sich kürzlich bei einer Vorführung durch ein« Verletzung an einem rostigen Nagel eine schwere Blutvergiftung zugezogen. Heute ist ihm in der Berliner UuiversttätsMnir von /Geheimrat Professor Bier das verletzte Bein oberhalb des Knies amputiert Uwrden. Da Breitbart durch die Blutvergiftung sehr geschwächt ist, ist es zweifelhaft, ob er mit dem Leben davonkommt. vermittelt ohne Kosiehvoridiuis für gute Mtethäuser im Deutschen Reich 1114 .tür Grandstfjcks* und iau-lnteremten in.li.il. Berlin W 61, Kurxftrsteastr. 123 / Tel. Kurfürst 6839 u. 5784 Arabische und jüdische Arbeit. -y. W t e n, 10 Oktober. Ani 19. Oktober wivd sich in Genf die.permanente .Mandaiskommission des Völkerbundes versqinmeln. Auf ihrer Tagesordnung steht auch die Angelegenheit des Palästinamandats und in gewissem Sinne wird die diesjährige Tagung eine Fortsetzung der Beratungen sein, die am Ende des Vorjahres stattsanden und deren Verlaufs in der jüdischen Welt so viel berechtigtes Aufsehen erregt hat. Die Kommission, die lediglich , zu überprüfen hat, ob und inwieweit die Verwaltung Palästinas dem Geist und Inhalt des Londoner Mandatsvertrages entspricht, hatte sich damals in eine Erörterung der jüdischen Einwanderung eingelassen, die sie als wenig zweckentsprechend beurteilte. Der englische Außenminister Chawberlain tvat dieser Kritik, hinter der sich die antizionistische. Mianz verschanzte, mit einer sehr deutlichen Erklärung entgegen, in der. er mit aller diplomatischen Eleganz auf. den Zweck des Mandats hinwies. Die Kommission beeilte sich denn auch sosort, den ihr. vorliegenden Bericht, der Verwaltung — an deren Spitze-.zu jener Kit:.noch ^Herbert Samuel stand — mit Paflk' und UnerkenWng zur Kenntnis zu nehmen,'sprach jedotz gleichzeitig-den Beschluß aus, das. arabische Protestinemorandüm neuerlich zu prüfen. Es.ist bisher nichts darüber bekannt geworden, ob diese Absicht verwirklicht worden ist. Aber es ist inzlxischen eine Reihe von Tatsachen eingetreten/ die der Angelegenheit ein vom Grund aus verändertes Antlitz geben. Zunächst in formeller Hinsicht durch den Bericht, den vor zwei Wochen Frithjof Nansen über die Verwaltung Palästinas dem Rat des Völkerbundes erstattet hat, dann aber auch durch die neuerliche Eingabe der syrisch-palästinensischen Araber, deren Forderungen an dieser Stelle bereits erwähnt worden sind. Diese Eingabe, die das im Vorjahr vorgelegte Mmorandum bbsolet macht, geht in. ihren Postulaten weit über die Kompetenz des Adressaten hinaus. Die Mandatskommission kann nicht den Zusammenschluß aller arabischen Länder, und auch . nicht die sofortige Aushebung der Mandate beschließen. Da dies den Einreichern der Petttton zweifellos bekannt ist, so ist es evident, daß es sich um eine von den Feinden Englands, Frankreichs und des Zionismus gemeinsam veranstaltete Demonstratton handelt, bei.der es. weniger auf den tatsächlichen Effekt als vielmehr daraus ankommt, empfindliche Nerven zu . reizen und, gleichgestimmte Freunde zu suchen. Die moralische. Wirkung ist die Hauptsache,, soweit in einer solchen Angelegenheit von Moral die Rede sein kann. Es ist nichts weiter notwendig, als daß dieser Eingabe. der Unterschied der wirtschaftlichen und . allgemeinen Zustände in den arabischen Ländern und Palästma gegenübergestellt hat. Frithjof Nansen hat sich darauf berufen können, daß das Mitglied der Mandatskommission Professor Rappavd das. Aushlühen Palästinas ftstgestellt hat. Dieser Sachverständige, der dem Judentum vorher nicht gar so fveurwschaftlich gesinnt war, Iveilte in Palästina zur Zeit der Eröffnung der Universität. Dieser Festakt ist eine sehr reale Tatsache gewesen, die auf. das Urteil der Welt den stärksten Einfluß zu üben imstande ist. Sie ist ein Gradmesser gewesen für den hohen sittlichen Ernst, mit dem die zionistische Bewegung ihre historische Ausgabe zu lösen gewillt ist. Um diese große Schöpfung jüdischen Kultur- Willens reihen sich die städtischen und landwirtschaftlichen Siedlungen, die das jüdische Volk anlegt, um sich mit dem Böden zu veMnden. Das arabische Volk im Drusenland, im Irak, im Aemen hat nichts Gleichwertiges aufzuweisen. Auch nicht in Palästina, und gegenüber diesen Leistungen jüdischer Arbeit verliert die aren II. Taborstraße 48 Telenhon 47-1-7' En gros En detail 496064 91

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