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Wiener Morgenzeitung · 1925-10-08 · Heft 2380 (8.10.1925) · p. Seite 6

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
7 (1925)
Issue
Heft 2380 (8.10.1925)
Date
1925-10-08
Page
Seite 6 (sequence 6)
Language
German
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(Seile 6 Wie», Domnrriag Wiener Morgenzeitnns 8. Oktober 1935! I! \ f ) tzerichtssaal. 3er Proreß Sebmann-Putttamer. Milliavdenklggen gegen Albert Geßmann. Gristerr: beschäftigte sich ein Senat des Zivittandestzemchtes unter Borlsrtz des Hvfrates Tr. E n g e l b o a e n mit drei Klagen. welche gegen den Präsidenten der österreichilitöjot Landwrrteistelle, Wbert Ge ß m a n n, im Znsa-nnnen- ^rng Mit den Zwüstigketten in seiner Ehe mit Frau Lvonie Pu t t kam m e r - G e ßm an n erhöben wurden. Der erste Prozeß, welcher von dem Rechtsanwalt Dr. Paul Klemperer angestrengt und von Regierungsrat Dr. Sieger vertreten wird, betraf eine Honorartlage des AnwMes auf Zahlung von 1.431-566.400 Kronen für die Rechtsvertretung der Frau Puttkammer-Geßmann in dein bekannten Strcchderftchren wegen Giftnwrdvechnches. In her Zweiten Klage 'begchrte Frau Leonie Gchinann-PuMamer eine Rente von 480 Millionen als Schadenersatz, weil sie von Herrn Geßmann zum Abschlüsse ihrer Dispensche mit ihm^ veranlaßt wurde, tvelche vom Landesgericht isür ungültig erklärt wurde. In der dritten Klage verlangte Frau Geßmann- PntÄammer die Zahbunig von 2200 Dollar, welche ihr von Herrn Geßmann schriftlich, anläßlich der Wiedervereinigung mit ihm nach der erfolgten Scheidung, zur Tilgung ihrer in der Zwischenzeit gemachten Schulden zngesagt worden seien. Frau Geßmann-Puttkammer wurde' von Dr. Paul Äle-mperer vertreten, als Vertreter des beklagten Präsidenten Geßmann interveniert in allen drei Prozessen Doktor Richard Preßbnrger. In dem Expensenproz eß des Dr. Paul Klemperor geMn Präsidenten Geßmann lchnte der Gerichtshof nach einstuMiger Beratung alle angebotenen Beweise als unerheblich ab und beschloß, das Verfahren zur Feststellung der Ziffer zu schlichen und das Urteil im s ch r i s t l i ch c u Woge be'kanntzugeben. Es wurde nun in die Klage der Frau Leonie Puttkammer-Geßmann tvegen Zahlung der 2200 Dollar, welche ihr Präsident Geßmann schriftlich zur Begleichung ihrer Schulden zugesagt hatte, eingegangen. Der Gerichtshof lehnte auch in diesem Prozeß alle angöbobelten Beiveise sowie den Antrag aus informative Vernehmung des Präsidenten Geßmann als inelovant ab nnd wies in seinem Urteil die Klage aus Zahlung der 2200 Dollar kostenpflichtig ab, da es sich um ein reines Schenkung sversprechen gehandelt habe, daß mangels notarieller Beurkundung nicht klagbar sei. Die Wiederaufnahme der chelichen Gemeinschaft gegen ein Entgelt könne wohl nicht ernst angenommen werden. In dem dritten Prozeß aus Zahlung von 460 Millionen jährlicher Rente als iSchadenersah dafür, daß Frau PntEamer-Geßmann zum Abschluß einer ungültigen Dispensche veranlaßt wurde, beschloß der Senat von Amts wegen das Verfahren zu -unterbrechen, bis die Frage der RechtsgülblgFeit oder Ungültigkeit der geschlossenen Dispensche rechtskräftig entschieden sei. Wechsel ans Goldkronen find klagbar. Anläßlich einer beim Oberlandesgericht emgereichten WechsMage hat dieses die EnffcheDung getroffen, daß Wechsel, auch lvenn sie auf GEronen lauten, eingMagt tlverden können. Der Prozeß gegen die Rütgers-A.-G. Anr gestrigen Tag wurde der Angeklagte Griffel verhört. Er erklärte, daß er nicht schuldig sei. Er gibt an, daß er Fachmann gewesen sei und die technische Leitung der Grüben u^d Raffinerien irmchatte. Die finanzielle Gcharnng jedoch sei nicht in seinem Ressort gelegen. Gegenüber den Behauptungen unrechtmäßiger Behebungen erklärt - Griffel, daß er die Spesen ordnungsmäßig verrechnet habe. Staatsanwalt: Ist es richtig, daß Bestechungsgelder gegeben wurden? — Angekl.: Es kam vor. — Staatsanwalt: Wann? — Angekl.: Je nachdem, vor, nach und in der Mitte eines Geschäftes. Da man normal drei bis fünf Pro-zent Provision zahlt, ist es möglich, daß für Bestechungen zehn Prozent gezahlt wurden. Diese Geschäfte wurden mit der ungarischen Staatsbahn abgeschlosien. Copyright 1924 by 29 Fortsetzung. Kort Wolff Verlag A.*G. Mönchen Nachdruck verboten. Herr Fettwanst. Eine amerikanische Autobiographie von Samuel Ornitz. Von Philipp sehe ich wenig. Er spricht.kaum zu mir; riur manchmal warnt er: „Stecke deine Nase in die Bücher." ... Er hat keine Zeit zum Reden. Er steht beim Morgengrauen auf und kommt häufig erst um Mitternacht nach Hause. Nur sein brennender Ehrgeiz kann ihn aufrecht erhalten. Seine ehemaligen Freunde, die Diskussionisten, haben ihn exkommuniziert. Sein Laden ist als die schlimmste „Schwitzbude" berüchtigt. Und, was noch schlimmer ist, man sagt ihm nach, daß er das System der Hausarbeit für Frauen und Kinder erfunden habe. Barneh Fiun stelzt durch die Straßen des Ghettos wie ein melancholischer Hamlet... Ich sehe ihm nach. Ich habe soeben die merkwürdige Nachricht erhalten, daß er im ersten Semester der juridischen Fakultät der Columbia-Universität immatrikuliert ist; seine Länge und sein Alter lassen ihn unter diesen Jünglingen unangenehm auffallen ... Aber ich sehe ihm neugierig nach. Er liebt Esther. Sie hat mir erzählt, daß Fiun das Studium der Rechte ausgenommen habe, uni irustande zu sein, seine eigenen Reformgesetze zu formulieren und die Sache der Armen in den Gerichten vertreten zu können. Nur selten habe ich die Gelegenheit, mit Esther allein zu sein. Sie nimmt einen Kurs im Lehrerinnenseminar. Abends aus den Treppenstufen ist sie immer von einer Horde Mädchen und von Davie und Awrum umgeben. Letzthin hat sich Barney Finn der Gruppe angeschlossen. Ich bin überzeugt daß sie alle in sie verliebt sind, und sie stellen für mich eigenartige Verliebte dar. Sie tun gar nicht dergleichen. Davie wird von ihr inspiriert, und seine Gedichte sind indirekte Liebeserklärungen. Awrum hält sich im Hintergründe, als ob er Davie freies Spiel lassen wolle. Seine Haltung könnte man als ein glänzendes Beispiel unegoistischer Freundschaft ansehen. Ich weiß seit langem, daß Pojitivität und - Lebhaftigkeit Awruyts Volkswirt. Lrfterreichische Sialionalbank. Dre Eskompiierung russischer Wechsel. - Notwendigkeit eines österreichischen Bankgiros. Der Präsident der OesterreichilsHen NationaWauk, Bundesminister -a. D. Dr. Reisch, empfing hente einen Vertreter der amtlichen Nachrichtenstelle und gab folgende Erklärungen ab: „Ein heutiges Miltagsblatt knüpfte an die Nachricht, daß bei der Oesterreichischen Nationalbank eine Sitzung zur Beratung der Möglichkeit der Eskompticrung von Wechseln und Exportgeschäften nach Rußland stattfinden werde, die Vevmntunjg, daß diese Verfügung im gegenwärtigen Augenblicke getroffen worden sei, um sie noch vor der möglichen Ernennung eines englischen Staatsangehörigen zum Berater bei der Oesterreichischen Nationalbank in Sicherheit zu bringen. Obwohl diese Nachricht den Stempel wiMürlicher Kombination an sich trägt, bezeichnet das heutige Abendblatt der „Neuen Freien Presse" dieselbe als von Offiziösen der Oesterreichischen Natianalbank herrührend und spricht in diesem Znsaumreichang von Neckereien gegen England. Demgegenüber kamt ich nur meinem lebhaften Bedauern Ausdruck geben, daß derartige Ausführungen in österreichische Zeitmigen Eingang finden konten, da sie geeignet sind, im Auslande gang unbegründete Mißstimmungen gegen Oesterreich zu erwecken. Die Besprechung mit den Banken ist infolge wiederholter Anfragen österreichischer Exporteure wegen Eskomptierung derartiger Wechsel notwendig getvorden und in der letzten Direktionssitzung in Anwesenheit des Herrn Beraters beschlossen worden. Es wird sich darum handeln, die Es ko mp tefähig'keit solcher auf Schillinge oder Dollar l a u t c n de r Wechsel dadurch zu schaffen, daß aus diese Wechsel neben der Unterschrift des russischen Importeurs und des österreichischen Exporteurs das Giro einer österreichischen Bank beigefügt wird. Tie Erörterung dieser Frage bildet eine der Nationalbank obliegende selbstverständliche Pflicht, da sie alle Maßnahmen zur Förderung der InlandsproduLion zu Pflegen hat. Auch ein englischer Berater hätte gegen die Eskamptierung der oben erwähnten Wechsel, die aus absolut legitimen Handelsgeschäften herrühren, nicht die mindeste Einwendmig zu erheben gchabt." Einberufung einer außerordentlichen Generalversammlung. Gestern fand die regelmäßige Monatssitzung der Oesterrerchischen Nationakbank statt, in welcher nur laufende Angelegenheiten besprochen wurden. Zur DurchWhvuing der Genfer Beschlüsse aus Verlängerung der Fnnktionsdauer des Beraters der Nationakbank um weitere drei Jahre wurde die Einberufung einer außerovdenUlichen Generalversammlung für den 4. November beschlossen. Das offizielle Communique enthält nichts Wer die Demiffion des jetzigen holländischen Beraters van Gyn, der wahrscheinlich sein Amt bis zur Bestellung eines neuen Beraters behalten wird. Kleine Börseuachrichte«. Das Angebot von Kobürg-Mannesmann-Attien. In der letzten Zeit ist es ausgefallen, daß größere Posten Mannesmann-Aktien dem Markte zur Verfügung gestellt wurden. Dies bewirkte auch eine geringe Senkung des Charakter vollkommen fremd sind Ich habe oft genug schon bemerkt, daß Gutmütigkeit härrftg genug nur ein anderes Wort für Weichheit und Schwäche ist. . . Und Barneh Finn schaut tief in Esthers dunkle Augen und spricht hoffnungsvoll von seinen Plänen, mit dem unbehauenen Material aus Europa ein größeres und besseres Amerika aufzubauen. . . Esther ist ihre Göttin, vor deren Mar sie ihre Ideale zum Opfer bringen. Sie begeistert sie zu großen Plänen; ich aber argumentiere mit ihr nicht als Göttin, sondern als menschliches Wesen. Ich glaube, daß Idealismus die Zuflucht der Unfähigen ist. Die wahren Triebkräfte des Lebens sind zu hart für sie, und so träumen sie von einer weichlicheren Existenz. .. Aber niemals habe ich eine Gelegenheit, ganz allein mit Esther zu sein. Ich glaube, daß mir keine Frau widerstehen könnte, wenn Ort und Gelegenheit günstig sind... Eines Samstagnachmittags sah ich die Eltern Esthers nach dem East Broadway hinüberspazieren, der Sabbatpromenade des Ghettos. Ich wartete, aber Esther folgte ihnen nicht. Ich klopfte an ihre Tür. Sie öffnete, und ich trat ein, wobei ich die Tür hinter mir zuzog. Sie war allzu überrascht, und ich war zu schnell für sie, als daß sie mich hätte hindern können. Ich fragte nach ihrem Vater. Sie sagte mir, daß er eben ausgegangen sei. Ich starrte sie an . . . Ihre Schönheit überwältigte mich. Ich fiel auf die Knie . . . Auch ich betete sie an. Ich betete das Weib an. Sie trat zurück . . . Das Blut schlug ihr in der Kehle ... ihre Hände flatterten nach ihrem Haar hinauf. Ich rutschte aus deu Knien an sie^eran, umarmte ihre Beine, drückte meinen Kopf gegen ihre Knie . . . Ihr Flüstern ist voll Furcht: „Meyer — Meyer — was tust du denn? . . So stark drückte ich gegen ihre Kniekehlen, daß sie vor mir niederknien mußte; ich.packte ihre Handgelenke und sprach auf sie ein, nahe an ihr Gesicht gepreßt. Und Esthers Güte ward beinahe ihr Verderben . . . Güte . '. Gutmütigkeit ... das bedeutet Schwäche. Sie sprach zärtlich zu mir. . . und ihre Silberglockenstimme erregte mich nur noch mehr —. Ich drückte sie zurück auf den Fußboden, dicht über ihrem zurückgcbeug- Uu Kops sprach ich mit all der Leitzenschast, fefe in mir .." . ... 1..MI—II III, „H.. ml Niveaus Es verlautet, daß der finanzielle Berater der ManneSmann-Koburg-Werke, Bankier Doregger, einen Teil seiner Syndikatsstücke dem Markte zur.Verfügung gestellt hat. Die Bewegu,lg in Mundusaktierr. Seit 1. September sind die Mundusaktien von 898,000 auf 1,025.000 gestiegen. Es ist dies das einzige Papier, das während dieser geschäftslasen Börseperiode stärkere Bewegungen auslöste. Diese Käufe sollen mit der Interessennahme österreichischen und schweizerischen Kapitals an der Mundus Zusammenhängen, welches durch die Auglobank die Käufe durchführen läßt. Bon anderer^Seite verlautet, daß diese Käufe mit einer beabsichtigten Kapitalsvermchrung der M u n d u s g e s e I l s ch a f t zusammenhcinigen. Re fiiqttilrfenttte der zentralbodenbank. Andauernde Verhandlungen mit der Rationalbank. — Die Schweizer Rückversicherungö-A-G. übernimmt die Anker-versicherungs-A.-G. Auch gestern wurde die Augeleg-enheit der Zentralboden in Wiener Finangkreifen sehr eingehend besprochen. Es wird im letzten Momente versucht, die Liquidierung der Bank möglichst reibungslos zu gestalten. Zu diesem Zwecke hat die Schweizer Rückversicherungs-A-G., welche durch ein Schweizer Konsortium an der ZeutrModen ebenfalls interessiert ist. 200.000 Dollar und ihre Garantie für ein weiteres Darlehen bei der Natioiralbauk anMboten. Ms Preis verlangt sie einerseits die im Besitze der Zentralboden befindliche Aktienmajorität der Anker-Bevsicherungs-A.-G. und eine hypothekarische Sicherstellung auf das Banlkpälais der Zentralboden. Der Wert dieses Gebäudes toird auf 15 Milliarden geschätzt. Eine Wiener Bevsicherungsgesellschaft hat vor kurzem diösen Kaufpreis augeboten. Nun wird vevsuchl, von seiten der Nationalbank einen Kredit zu erlangen, der eine ruhige LiquidierMg der Bank ernwglicheu könnte. Da die österreichische Retgierung wegen der srangösischen und englischen Aktionäre ein Interesse an einer reibungslosen Erledigung der ganzen AngelegenheÄ hat, scheint sie auch ihren Einfluß auf den Bankenvevband geltend gemacht zu haben. Dieser ist vorläuftg durch die Kompaß-Bank 600 Millionen uW später 800 Millionen zur Verfügung gestellt. Auch hier dauem die VerhaMnngeu weiter cnr. Die Situation hat insofern eine Besserung erfahren, als die Stimmung in der Bank selbst eine ruhigere geworden ist und sich kein Run auf die Kassen bemevSbar gemacht hat. Hebwlg der österreichisch-türkischLN Wirtschaftsbeziehung gen. In den letzten ztvei Jahren haben die Wirtschaftsbezishungen Mischen Oesterreich und der Türlei eine stärkere Belebung erfchren. Zu diesem Zwecke wurde auch im Jahre 1928 die> österreichisch-orient>alische Handelskainmer gegründet, welche bemüht ist, die gegenseitigen Beyichnngen enger zu knüpfen und den Abschluß von gegenseitigen Transaktionen zu unterstützen, namentlich insoserne hierzu eine behördliche Intervention notwendig ist. Die TüM hat gerade jetzt eine großzügige Wiederaufbau- und NeuanfbMtätigkeit eingÄeitet. Um diese genauer zu erfassen, wurde von der austro-orientalischen Handelskammer das Austro-dürkische Jndustviesyndikat gebildet. Dadurch ist es gelungen, der österreichischen Wirtschaft eine gvößeue Reihe von Bestellungen zu sichern. Kürzlich fand zu Ehren des neuen türkischen Gesandten ein von der österveichisch-orientalischen Handelskammer veranstalteter Tee statt, zu welchen: der neue türkische Gesandte Mchmed Hamdy Bei in Begleitung des brannte... Dann hörte ich Stimmen auf der Treppe, Schritte... der vorsichtige Mann der tvahren Welt wurde wach in mir — warnte mich vor Gefahr ... Ich ließ sie loL .. . sie sah mich verwundert an, mitfühlend sogar, denn sie war Esther. Das war ihr erstes Zusammentreffen mit der Gewalt der Leidenschaft. . . Und mit meinem großen Hunger gehe ich zu Gretel. . . . Und ich scheide von ihr .. . und mein Hunger nach Esther ist größer geworden ... 4. Launen überfallen mich wie Flöhe dm Hund ... Ich glaube, Esther meidet mich/verachtet mich .. . vielleicht auch fürchtet sie mich. Sie ist Puritanerin, und ich habe das Weib in ihr erweckt. War das ein erwachendes Feuer, das ich da zuerst in ihren Augen aufglimmen sah und das dann hinter dem seinen Vorhang ihrer Augeulieder sich barg? . . . Nein, nein. Die Puritanerin in ihr herrscht. Sie erlaubt sich selber nicht, daran zu glauben, daß sie ein Weib ist. .Sie will lieber das platonische Ideal der träumenden Idioten bleiben. Aber das Weib der Erde ist in ihr, und ich fürchte, daß es sich Awrum zuneigt, dem Starken, Hübschen, Redegewandten und Liebenswürdigen . . . Und dann wieder glaube ich, daß es Davie ist mit seinem blonden Lockenhaar und seinen tvolkenblauen Augen, ein Menschensohn, dazu gemacht, die Mütterlichkeit eines Frauenherzens zu erwecken, und ich weiß, daß Mütterlichkeit aus dem Sexus entspringt... Und wieder denke ich, daß Barney Finn sie gewinnen könne. Er hat den stillen Charme und die Ruhe des Nichtjuden, Eigenschaften, die stark an das feine und emotionelle Wesen des Mädchens von der Eastside appellieren, die von der Pöbelhaftigkeit und der übermäßig stark ausgeprägten Eigensucht fort möchte . .. Das sind die bisiigsten Flöhe, die Schmeißfliegen der Eifechlcht, und sie gönnen mir keinen Frieden. . . Niederlage — welch juckende Schmarre das hinterlaßt! Noch aber gebe ich mich nicht geschlagen. Streite und doch läßt mich das Jucken nicht schlafen. . . jNorjjsetzgng folgt.)

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