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Wiener Morgenzeitung · 1925-10-04 · Heft 2376 (4.10.1925) · p. Seite 10

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
7 (1925)
Issue
Heft 2376 (4.10.1925)
Date
1925-10-04
Page
Seite 10 (sequence 10)
Language
German
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Serie 10 Wien, Sonntag Mener Morgenzerrung 4. Oktober 1925 Nr. 2376 , v u die Qualität fänltlicher Hausierwarcn als schlecht zu bezeichnen, wie es nicht angehen würbe, die Qualität von im Laden gekauften Waren deswegen zu bemängeln, weil sich vielleicht einzelne Fälle ungenügender Qualität ergeben haben. DK Preisbewenung in Palästina im Füll 1925. Folgende Tabelle gibt die Indexzahl der Großhandelspreise für Lebensmittel und Heizmaterial im Monat Jnli 1925: Juni- Juli- Zu- (+) oder index . index Abnahme (—) t Zerealien und Fleisch . 118,6 121,9 + 3,8 2, Andere Lebensmittel und Obst. 109,9 107,8 - 2,1 8. Heizmaterial und Verschiedenes .99,2_97,8 — 1,4 Generalindex 108,6 108,7 -i-0,1 Der allgemeine Stand der Großhandelspreise hat sich im DerichtSmonat nicht verändert; die Preise sind fest bei steigender Tendenz. Weizen, der in den ersten Wochen des Juni nrchgegeben hatte, erholte sich anfangs Juli, blieb eine Weile fest und stieg sodann weiter. Hauptursache hiefür bildete daS Anziehen der Preise von Zerealien und Mehl sowie die leichten Saisonschwankungen von Fleisch und Milchprodukten Die LÄenshaltungskosttn an Hand des Kleinhandelsindex. tragen. Es ist geplant, einen Teil des Stromes auch nach Niederösterreich und an das Burgenland abzugeben. Rückwanderung ausländischen Kapitals. In finanziellen Kreisen wird die Tatsache besprochen, daß in der letzten Zeit Rückberufungen größerer, kurzfristiger englischer Kredite aus Oesterreich erfolgt sind. Diese Erscheinung wurde damit in Zusammenhang gebracht, daß die Herabsetzung der österreichischen Diskontrate die Marge zwischen den österreichischen und ausländischen Kreditsätzen verringert hat und sich einzelne ausländische Kreditgeber nach anderen Plätzen umgesehen haben. Diese Erscheinung scheint aber nur vorübergehender Natur zu sein. Durch die in dieser Woche erfolgte Herabsetzung der englischen Rate um ein halbes Prozent ist die Spannung zwischen österreichischem und westeuropäischem Zinsfuß wieder vergrößert worden. Dieser Umstand dürste wieder ausländische Kapitalisten zur kurzfristigen Anlage anlocken. Auf alle Fälle hat die Erfahrung gezeigt, daß vorläufig mit Rücksicht auf die ausländischen Kredite eine weitere Herabsetzung der österreichischen Diskontrate nicht vorgenommen werden kann. Monat Monatl. Ausgabe*) Piaster Index Zu-re>p. Abnahme gegenüber dem Vomonat Immer 1922 . . 853 100 Dnrchichniü , . . 753 88,2 — Jänner 1923 . . 732 85,8 — Durchschnitt „ . . 653 76,6 — Jänner 1924 655 78,8 — Durchschnitt , . . 677 79,4 — Mai 1925 . . . . . 690 80.9 - *n Juni „ . . . . 684 80,2 - 0,7% + 1,3°/. Juli „ . . . . . 695 81,5 *) Einer fünsköpfigen Familie für 20 Bedarfsgegenstand». Ausländische Kredite für Tirol und die Steweag Aus Innsbruck, 3. d., wird berichtet: Die schon seit langer Zeit schwebenden Verhandlungen zwischen deutschen Finanzkreisen und dem LandeTirol über Aufnahme einer großen Anleihe, die zur Neuerrichtung der Landeshypothekenbank verwendet werden soll, sind zum Abschluß gebracht worden. Tirol wird ein Darlehen in der Höhe von 10 Millionen Schilling erhalten. Die Verzinsung dürste ungefähr 8 Prozent betragen. Als erste Rate werden voraussichtlich 4 Millionen Schilling eingezahlt werden. Aus Graz, 3. d., wird gemeldet: Der steirischen Wasserkraft- und Elektrizitäts-A.-G. ist es gelungen, von der Finanzgruppe, bestehend aus der Mailänder Edison-Gesellschaft, Feltrinelli und C re dito Jtaliano und den Wiener Banken einen weiteren offenen Kredit in der Höhe von rund 8 Millionen Schilling zu erhalten. Die Steweag ist nun nicht genötigt, gegenwärtig das amerikanische Anlecheprojekt unter Landesgarantie weiter zu verfolgen. Die Steweag hat bekanntlich im Frühjahr des heurigen Jahres den Ban des Wasserkraftwerkes Bruck- Mixnitz begonnen, dessen Vorarbeiten über den Sommer nahezu fertiggestellt wurden. Die Leistung des gesamten fertiggestellten Werkes soll rund 100 Millionen Kilowattstunden be- Pnvatverkehr und Geldmarkt. Im gestrigen privaten Effektenhandel Melden bei geringen Untisätzen die Vortagskurse unverändert. Das Geldangebot ist geringer, doch genügte das Anbot dem verminderten Bedarf der Borst. Die Geldsätze zeigtet: eine leichte Anspannung. Ae österreichische Handelsbilanz passiv. Die soeben fertiggestellten Ergebnisse des österreichischen Außenhandels für das erste Halbjahr 1925 zeigen ein Passiv um der Handelsbilanz in der Höhe von 350 Millionen Schilling. Der Gesamtwert der Einflchr betrug in diesem Zeitraum IM Millionen Schilling, der Wert der Ausfuhr 997 Millionen Schillirtg. Gegenüber dem ersten Quartal hat «sich das Pafsivum gebessert. Insolvenzen. Die DameukonjektwliKstuna Arnold Schneider, 1. Bez., Marc-Aurel-Straße 8, ist mit..4 Milliarden Kronen insolvent geworden. Die TexMwarenfirma Mar Hill mann. 1. Bez.. Neutorgasfe 9, mit einer Milliarde, die Firma Jakob Ehrenwalds Nachfolger, Rudolf Perl, 1. Bez'., Rudolfsplatz 1, mit 4 Milliarden. Die seit vielen Jahren bestehende Modewarelisivma L. Steiner u. Co., 1. Bez., Bauernmarkt 13, mit einer Milliarde. Es ist ein außer gerichtlicher Ungleich auf der Basis voir 40 Prozent zustande «kommen. Rudolf Schwarz u. Co., G. nt. b. H., 2. Bez. Astzevnbrückengass-e 2, Gemischtwarenhandel, hat um das Aus gleichsverfähren angesucht. Passiven eine Milliarde. Die seit 37 Jahren bestehende alte und renommierte Firma Kohn u. Hell in, 1. Kez., Gonz<Mgasse 6. Inhaber Ernst Kohrr^ NathaniÄ Hellin udb Erich Element, hat ihre Zahlungen eingestellt un>d versucht einen außergerichtlichen Ausgleich. Pas siven 4 Milliarden. Die Eisenbahnwerkstätten bei Haifa. Wie der ,/Doar Hajoin" berichtet, beabsichtigt die palästinensische Eisenbahn Verwaltung, die Eisenbahnwerkstätten und Lokomotivstation nicht, wie ursprünglich geplant, in Bath Galim, sondern in einer Entfernung von zirka 10 Kilomeler von Haifa zu er richten. Die Essenbcchnverwaltung will dort auch Wohnungen für ihre Arbeiter errichten und sie diesen für eine Mete von 10 Prozent ihres Lohnes Merlassen. Die Bcchnverwältung hat sich cm die Bahnarbetter um Zustimmung zu diesem Plane gewandt. Abfchwächung der französischest Franken. Auf den internationalen Balutenbörfen ist der französische Franken in den letzten Tagen leicht -z u r ü ck g e ga n g eu. Dich A . „ st mit den für Frankreich '.^günstigen' 'MstsM 'der Verhandln, tgest in Alucrika zurückztifjchreir. In Zürich ermäßigte er sich von 24,35 auf 21,05. Zusammenbruch des Stumm-.Konzcruö. Aus Franknrt: meldet Tel.-Komp.: Nach einer Mldung.der ,-Frank- «urter Zeitung" verlautet an der heutigen Berliner Börse gerüchtweise, daß die Unterhandlungen über die Stützungsaktion für den Stumm-Konzern bereits erfolgreich abgeschlossen wordcil seien. Eine Bestätigung dieser Gerüchte konnte noch nicht erlangt werden. Immerhin werde auch in Bankenkreisen versichert, daß die Grundlage für eine solche Aktion bereits gefunden sei und daß heute vormittags weitere Besprechungen der Großbanken stattgefunden haben. Wie das Blatt hierzu erfährt, haben die drei beteiligren Banken, die Dresdener Bank, die Deutsche Bank und die Roichskredrtgesillschaft, der Reichsregierung und der preußischen Regierung 'besondere Vorschläge unterbreitet. Bom Prager Devisenmarkt. Ans Prag. 3. d., wird gemeldet: Die Prager Börsenkammer hat beschlossen, von Mon- 'ag.beit 5. d. an die Spannung zwischen dem Geld- und Waren-!urs bei den Auszahlungen Budapest von 0.20 auf 0.10. Bukarest von 0.60 auf 0.40, 5toustantinopel von 0.80 auf 0.40, Reval von 0.40 auf 0.30 und Sofia von 0.40 ans 0.30 tschechische Kronen herabzusetzen. In gleicher Weise wird die Spannung zwischen dem Geld- und Warenkurs bei den entsprechenden Valuten verrinlgert. Wiener Produktenbörse. Die Breite notierten gestern wie wlgtr Weizen: Inländischer 36.50 bis 38.—, Ungarischer Theiß 79/80 Kilogramm 42.— bis 43.—. Ungarischer Theiß 38.60 bis 40.50. Jugoslawischer 76 Kilogramm —.— bis —, Jugoslawischer 77/78 Kilogramm — bis Roggen: Inländischer 29.25 bis 29.75. Pester Boden 39.25 bis 29.75 Gerste: Jnlättdische 85.- biS 41.—, böhmische mährische —bis —. Mais: Ungarischer —.— bis . Ctnquantin 42.— bis 43.—. Hafer: Inländischer 28.50 bis 30.50. N e i S: Italienischer 86.— bis 88.—, Burma 65.— bis66.—.Madlvrodukte: Gtteß inländischer 74.— bis 76.—, Weizenmehl 0 inländisches 71.— bis 74.—, Kochmehl 2 inländisches 64.— bis 66.—, Brotmehl inländisches prima 51.— bis 54.—. — Teitdenzr Flau. Berliner Börse. 3. Oktober. Nach ruhigem Beginn übet* wogen dre Rückgänge. Die Börse schloß nicht einheitlich. ES notierten: Oesterr. Kronenrente —. Ungar. Kronenrente —. Ungar. Goldreute —. Türkeulose 20.10 Süd. Lombarden alte —. Oesterr. Staatsbahn 22.25, Darmstädter Bank 103.75, Deutsche Bank 103.-. Dresdner Bank 100.— Oesterr. Kredtt 7.2b, Oesterr. Landerbank —, Reichsbank 131.90, Wiener Bankverein 5.37 Unionbank 6.87. Daimler Motoren 33.—, Dynamit Nobel 72.35, Felten & Guilleaume 108.-. Sie Setoifentutle. Zürich» 3. Oktober. (Devisenkurse von 12 Uhr.) Berlin 183.40 (123.40), Holland 208.40 (208.37), Netv-Uork 518.50 (518.30), London 25.03--/. (25.09), Paris 24.05 (24.35), Mailand 20.85 (20.85), Brüssel 2351 (23.40), Kopenhagen 125.25 <126.60), Stockholm 139.30 (189.25), Oslo 104.25 (104.50). Madrid 7440 (74.45), Buenos Aires 310.- (210.-), Prag 15.35 (15,351/2), Budapest 0.007250 (0W7250), Bukarest 2.45 (2.44), Belgrad 9.19 (9.18-/,), Sofia 3.79 (3.79), Warschau 87.- (87.-), Wien 73.15 (73.15) für 100 Schilling. Budapest, 3. Oktober. (Devisenkurse — Eigenbericht.) Berlin 16.976, Amsterdam 28.680. Kopenhagen 17.210, Stockholm 19.150, New-York 71.340. London 345.500, Paris 3302. Brüssel 8167. Prag 2115, Belgrad 1264, Bukarest 341.-. Warschau 11.970. Wien 10.064, Sofia 522. Mailand 2862. Zürich 13.763. Copyright 1924 by Kurt Woiß Verlag A.-G. München 25. Fortsetzung. Nachdruck mieten. Hm Settlmmft. Eme amerikanische Autobiografie von Samuel Ornitz. Mutter, die wie immer Angst vor ihrem scharfsinnigen Bruder hat, wenndet boscheiden ein: ,WilipP,' {bot Lift doch selber ein Fabviksarbe'tter. Du sicht doch, was geschieht. Du hast gesehen, wie meinem Manne Schweißtropfen um Schweißtropfen äbgezapft worden ist, bis er starb —" ,/Und was soll ich tun?" wirft er schneidend und 'höhnisch ein. , /Minen Union-Shop aufmachen," sagt sie mutlos. Philipp lacht schallend, und Mutter sinkt in sich zusammen. ,M ist nur gut," sagt er, „daß wir in einem freien Lande leben und ich ausnützen kann, wen ich will." Finn bricht auf; mit gesen'ktem Kopfe geht er nach der Tür, aber dann dreht er sich um und sagt, was er ge- .dacht hat: Gewöhnlich wünscht man einem BeAnnten, der etwas Neues beginnt, Glück. Alber ich kann's nicht — bei meiner Seele Nicht — .ich kann einen Unterdrücker und Ausnützer nicht beglückwünschen." . Sein Mund Verzicht sich zu einem Lächeln, aber seine Augen sind traurig. Philipp schnaubt: Marney Mn, wachen Sie auf, Sie sind verschlafen." Finkelsiein bleibt noch und unterhält sich über eine Menge Einzelheiten, und ich kann nicht schlafen. Endlich geht Finkelstein. Mutter steigt auf einen Stuhl, zieht die Wanduhr auf, dreht das Licht ab und geht nach ldenr Schlafzimmer. Philipp tritt ihr in den Weg ... ,-Jch sage dir, Neschke, NeWe, es ist gut, daß ich die Erziehung deines Sohnes aus mich genommen habe. Du würdest einen Wurm aus ihm machen, wie sein Vater einer war." . ., Mutter beugt den Kopf vor seinem harten MWen *.. ,M 'hast einen Schwächling aus deinem Manne gemacht — mit deiner verdammten Anständigkeit. Dein Vater hätte dir ein besseres Beispiel sein sollen.. Mutter schleicht sich ins Bett. Philipp bl"" das letzte Licht aus, Wirt sich auf das Sofa und vust: „Meyer, Anständigkeit ist Blödsinn... Hat dir dein« Mutter eigentlich gesagt, daß ihr Vater ein Pferded:eb war? Jawohl — Großvater — mein Vater, Gott laß ihn selig ruhen, war ein geschickter Pferdedieb." ... Die Uhr M LzWWUtM m färnUttosis Ä lte SWM wahrscheinlich aus Mutters Bett. .. Meyer.., trt unserer Stadt war ein kle'inÄ Junge. Er gehörte niemand ein uneheliches Kind, idas man auf der Dürschwelle gefunden hatte. Er wuchs auf und war schlau, schlau wie ein Bastard, wie es im Sprichwort heißt, schlau wie ein Bastard.. . Ter taufte die gestohlenen Pferde vom Grotzvater, kaufte die Bauern aus und wurde reich. Die Leute wurden neidisch und sagten: „Du bist ein Niemand, du hast nicht einmal Borfähren." Und er sagte: „Das macht nichts, ich brauche keine Borfähren. Ich >werde selber Kinder in die Wcl: setzen." . . . Jetzt ist er in Amerika.. , hat in eilte reiche, vornehme, deutsch-jüdische Familie geheiratet . . . er ist reich und angesehen und seine Kinder werden einmal mit Stolz auf ihre Vorfahren zurückblicken können..." Philipp gähnt und dreht sich auf die andere Seite, wobei das Stroh unid die Federn jämmerlich quicken. „Meyer, wir haben nichts, auf das wir mit Stolz ßurückblicken können. Wir müssen selbst Vorfahren werd»"." Vierte Periode. Ich halbe mein IMerftes enlthüllt. Jean Jacques Rousseau. Ich lag wach auf i>em Rücken und horchte intit offenen Augen auf tos lebhafte Tschilpen der Sperlinge . .. Schließlich fühlte man sogar hier — fühlte sogar ich —, es ist Frühling . . . Friihling — das bedeutet nichts weiter für mich als die neue Esther. ... Ja, Esthers Schönheit ist mit dem Frühlrng zugleich geboren; oder öffnete mir der Frühling die Augen, daß ich Schön-Esther zum ersten Male s>ch? ... Esther ... Die Vögel singen von Esther . . . Gestern abends stand Esther auf der Türschwelle ... Die milde Nacht. . . Die.Luft ^schwanger von Flüstern, von Duft und von Flügelschlagen.. Davie drückte es aus, was wir alle dumpf fühlten ... Und «in -satter Mond trat aus den Wolken . . . Awrum sagte: ,-Schau, w'>e die Schechina um deiinen Kopf liegt, Esther." ., . Harry Botin sitzt auf der untersten Stufenden Kops in die Hand geschmiegt. Träumt er von feiner fetten Hckn nah Weingrad und von ihrer noch fetteren Mitgift? ... Nein: vielloicht hat auch er den Frühling gefühlt mit ihr, zarte Esther... Davie murmelt Walt Whittnans Ms der setzte Kolmchrv >iW tzch WW"'-,« Davtz Wd Awrum vergöttern Esther ... ich äber nicht. . . Gestern nachts sah ich Esther von ihren: Sockel steigen, die Göttin, und sah, wie sie Fleisch und Blut ward. Sie streckte ihre Arme dem Monde entgegen. Und so stand sic, erkannt, vor mr — das Weib vor dem Maimo . . . Esther bittet Davie, er möge sein neues Gedicht hersagen, und Davie spricht mit Fnrückgeworsenem Kopse und das Gesicht im Mondlicht gebadet ... Ich sitze zu Esthers Füßen und atme die frische Süße ihres Körpers. Ich fühle ihren Körper voll neuen Lebens erzittern . . . Und sie lauscht mit geschlossenen Augen ... össnet sie einmal und schaut mir lange' und tief,'.n meine suchenden, brennenden Augen... und ihre Hand schrickt hinauf nach ihrer Brust. . . Und ich denke —Esther, ich bin dir näher als dieser Dichter und - dieser Träumer .. . Ich weiß, daß du ein Weib bist, und du weißt, daß ich es weiß . . . Awrum sagte, daß diese neue Poesie nur einen Takt kennt — Davies Poesie —, den Takt «des Gefühls. So lausche also auch ich, auf Davies Gedicht: ' Schweigen. Nicht der Klosterzelle Schweigen Der sonneleeren, wo Menschenseelen in der Furcht versklave». Noch Grabes Schtveigen, starren Kmlmers unentrinnbar s SmnbM, Das morsch zerfallend in dem Schutt der Sorgen,/ Verwesungssüß von Seufzern frinhverwelkter Blumen. Noch Kerkers Schweigen, Der trunken ist von schreienfüllter Ruhe, i Wo das Geschmeiß der Melancholie umhevjchwärmt, Tretmühle Zeit sich ins Bewußtsein schleicht. Nein. tch meine chweigen- Schweigen — Inmitten des Markts der Welt, Inmitten des Kampfs, des Krampfs, der Gier, der Hast/ der Geizes und der Wollust, Das Schweigen, Das dich zeitlos in den Raum vechängt: Damals, Als mm echen Male - Die-Wahrheit' flammte über deinen Horizont, Als sich ßnm ersten'Male „ . . . Dir Schönheit offenbar!e, ■■ ■ “ ■■ Ms, zuerst , M» MM tMÜHüi feM immm mmmsmi.

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