Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 7 (1925)
- Issue
- Heft 2375 (3.10.1925)
- Date
- 1925-10-03
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
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t^jcnsjiy grosiy [ Wien: Zum Abholen in der Expedition, 114 Taborstr. 1-3, oder in einer Verschleisstellc (Trafik) monatl. 5 Schilling Strassenverkaut in Wien durch die Kolporteure der Firma Q 01 d sch mied, 1., Wollzeile 11 Mit Postversand für Wien und Oesterreich monatlich 5 Schilling Tschecho-Slowakei: Mon. K 22. Jugoslawien: Mon, Din. 60. Polen: Mon. 4Zloty. Deutschland: Mon. Gm. 4, Frankreich, Belgien: Mon. Frcs. 18 Njch—hlungen toi Preis« erhöhungen Vorbehalten rener rs. England: Mon. 4 Schilling. Italien: Monatl. 18 Lire: Rumänien: Mon. 170Lei. Bulgarien: Mon.lOOLcws. Schweiz und das übrige Ausland monatlich Frcs. 5 Redaktion, Administration: Wien, II. Taborsir. 1 Telephone: 44-0-38,43-3-19 Ab 6 Uhr: 21-102, 25-2-82 IX., Universitätsstrasse 6-8 (Di uckerei lg. Steinmann) Oesterreichisches Postsparkassen-Konto Nr. 150.693 Rr. 2375 Wie«. Samstag. 3. Lttsber 1925 7. Jahrgang Die zionistische Konferenz in Paris. Das Attionslomitee für den 31. Paris, 2. Oktober. (I. T. A.) Wie schon berichtet, 'haben am Mittwoch und Donnerstag hier die Beratungen der Mitglieder der Zionistischen Exekutive und des Finanz- und Wirtschastsrates im Beisein des Präsidenten der Zionistischen Organisation, Dr. Sh. Weizma nn, .des Präsidenten der Zionistischen Exkutive, Nahum Sok-olow, und des Präsidenten des Mionskomitees, Leo Motzkin, stattgefunden. Diese Konferenz hatte eine Reihe wichtiger Fragen Fu erledigen, so insbesondere die Vorschläge für die Bildung der neuen Exekutive gemäß dem Aufträge des 14. Zionistenrkongresses auszuarbeiten. Ferner oblag der Konferenz die Besttmmung des Zeitpunktes für die Einberufung des Aktionskomitees. Die Konferenz beschloß, die Mitglieder des vom 14. Kongreß gewühlten Mionskomitees für den 21. d. nach Berlin zu einer Sitzung einzuberuftm Lovd Plumer in Hmfa. ^Haisa, 2. Oktober. (I. T. A.) Der Qbevkommissär in Palästina, Feldinarschall Lord Plumer, besuchte dieser Tage zum ersten Male die Stadt Kai ja. An Begleitung 1 Die Volksover — insolvent. Die Bolksoper hat sich gestern nachmittags insolvent erklärt. Das Theater wurde geschlossen. Die Krioüolonisatio». Eine Aussprache-russischer Zionisten in Berlin. Aus Berlin, 2. d., meldet I. T. A.: Bor ' einer Gruppe russischer Zionisten m Berlin entwickelte Herr Abraham Bragiu aus Moskau die 'Idee der jüdischen Maffenkolonisation in Rußland. Dem Vortrag folgte eine lebhafte Diskussion, an welcher unter anderen teilnahmen die Herren: Berger, Lechtmann, Mnosf, Jdelschn, Belielowsky, Dr. Hellmann, B. Locker und Dr. Bvutzkus. Die von den Rednern zum Ausdruck gebrachten Ansichten wurden von dem Vorsitzenden wie folgt zusammengdfaßt: An Anbetracht dessen, daß diese Kolonisation für zahlreiche Inden in Rußland, die nicht nach Palästina emigrieren können, ein Ausweg aus schwerer wirtschaftlicher Not ist und einen Uebergang der Juden zu produktiver Avbeit bedeutet, ist dieses 'Kolonisationswerk als eine der .wertvollsten Formen der wirtschaftlichen Gesundung der Juden in Rußland seitens der Monistischen Organisation zu unterstützen. Dabei ist festzustellen, daß die jüdische Kolonisation in - der So>wjetunion keineswegs das gesamte' Problem der russischen Judenheit zu lösen vermag, iba auch bei 'weitester Unterstützung seitens der Sowijetregiemng der Übergang zur Landwirtschaft nur einer beschränkt>en Zahl Juden «möglich sein wird; deshalb ist neben der Kolonisation eine Kräftigung der anderen Zweige des Wiederaufbaues der jüdischen Bevölkerung der Stä die u n d S t ä d t ch e u notwendig. Es wurde weiter sfestgeiftellt, .daß d i e Z i 0 n ist i s ch e Organ lsation jedem Versuch, das Kolonisationswerk in Rußland gegen den Zionismus auKzuspielen, ' durch eine aktive -Aufklär.ung'skampagne entgegenzutreteu gezwungen' sein wird. Es «wurde'ferner scharf unterstrichen,'daß die Kolonisation in Rußland den gewünschten Erfolg nicht 'wird haben können, wenn man versuchen wird,'sie sür ■ Zwecke des Kampses gegen den Ziomiswus auszunützen- Die Notlage der Wische» Kolonie» in Siidrnbland. Berlin, 2. Oktober. (I. T. A.) Die eutralverwaltmtg des Verbandes für jüdischen Gesundheitsschutz Ose' in Berlin erhielt soeben neue Berichte über die s ch w e r e wirtschaftliche u n d s a n i t ä r e Lag <e, der Wischen Kolonien im Kreis Nikolajew (Südrußland). Infolge der diesjährigen M ißer n t'e' und der dadurch bedingten schlechten Eruährungs'lage hat auch der Gesundheitszustand der 'jüdisch«en Kolonisteufa«miliejf stark gelitten. Sktoder nach Neriin einbernfea. des Gouverneurs, Mr. A. Abrawson, besuchte der Oberkommissär die öffentlichen Institutionen, so u. a. das «palästinensffche Eisenbahnamt, die Quarantäueabteilung, das Mutterschaftsamt der Hadassah, die HadassaMinik, die Zentralstelle der Versorgung der Kinder mit Milch und andere Wohlfahrtsanstalten. Dem zu Ehren des ObevkommMrs von der Stadtverwaltung gegebenen Empfang wohnten 6V Personen, Vertreter aller Glaubensbekenntniffe, bei. Aus die Ansprache des Bürgermeisters erwiderte-Lord Plumer, ex sei überzeugt, daß die Stadt Haifa - an der -weiteren Ent- »vicklung des Landes einen großen Anteil nehmen wird. Gegenüber den Vertretern der jüdischen und der arabischen Handelskammer brachte Lord Plumer die Ansicht zum Ausdruck, es sei bedauerlich, daß zwei gesonderte Handelskammern bestehen, eine für Stadt und Land so wichtige Institution wie die Handelskammer müßte vereint sein. Im übrigen versprach Lord Plumer den Handelskammervertretern, daß er ihnen Gelegenheit geben Iverde, ihm persönlich ihre Ansichten und Wünsche vorzutragen. Lord Plumer'besuchte auch das Im Migra ntenviertel von Kaifa. Die Kolonie Dobroje, die eine jüdische Bevölkerung von 3600 Seelen zählt, hat in «diesem Jahre eine Ernte von kaum. 10 Pud pro Deßjatine, so daß der Brotvorrat der Bchölkerung be.rests aufgezehrt ist. 30 Pro-/ Mt d'etjüdischeu Kolonisten smd auf LphWrbeit in andere Rähons.. Mangen, wo die Ernte eiye beffere war. Z^och Mv-ererM die Lage in 'der Kolonie Ep imgar. Dort stellte sich die Ernte auf mt anderthalb Pud pro Deßjatine. Nicht besser ist die Lage in der Kolonie Nowopoltawke. Die Bevölkerung ist so verarmt, daß sie nicht im gerinKen in der Lage ist, sich aus eigenen Mtteln medizinische Hilfe zu leisten. Die Jomt-Ose-Konmrission hat in diesen Kolonien einen v e r ft ä r k Leu Dien st eingerichtet, auch werden unter die Bevölkerung Medikamente gratis verteilt.. kaiüanx' Mission gescheitert. Paris, 2. Oktober. (Tel.-Komp.) Nach einer Radiometdung aus Washington ist das Scheitern der sranzöisrschamerikanischen Schuldenverhandlungen auf die Senatoren Borah und Sm00t zurückzuführen, die dem Präsidenten C00lidge gegenüber auf der Ablehnung der französischen Vorschläge 'bestanden. > Der Marotto-Feldzng. Paris, -2. Oktober. (Tel.-Komp.) Der französische Vor m a r s ch in Mrokko scheint beendet zu sein. Das. Hauptergebnis ist eine lokale Verschiebung der Front um 12 bis 13 Kilometer nördlich und nordöstlich von Kissan. Die sranMischen Verluste bei diesen Operationen sollen 1ö Tote und etwa 50 Verwundete betragen. Jur Lause des 30. September haben die französischen Flugzeuggeschwader etwa 60 Flüge zur Bombardierung der feindlichen Dörfer und Stellungen ausgeführt. Der einzige Gegenstoß der Kabylen auf die französischen Angriffe war eine Attacke aus >den Posten bei Astar ain 30. September. Dagegen wird aus Tetuan gemeldet, daß die auf den Höhen postierte Risartillerie am Nachmittag des 30. . September die Stadt beschossen und einigen Materialschaden. angerichtet habe. Am Abend wurde die Beschießung wieder ausgenommen. Darauf nahmen'die. spanische Artillerie und die Wugzeuggeschwader die Rifstellungen unter starkes Feuer. Bor der Konferenz in Locarno. Paris, 2. Oktober.. (Tel.-Komp.) B r i a nd hat mit dem Generalsekretär des Außenministers, Berthelot, heute früh, 7 Uhr morgens, Paris im Automobil verlassen und sich nach Locarna begeben. Er..wird in Lausanne übernachten und Sonntag vormittags in Locarno eintteffen, : um i noch vor der am M 0 n t a g vormittags statt- ^findenden Eröffnung der Konferenz eine Unterredung. mit C h a in b c r l a i n hecheizusühren. Erststellige. vermittelt ohne Kosienvorsduus für gute Mteih&user im Deuisdien Reich U14 Mmlialt lOr Milücte- und Sau-Intimnten a. k. 1. Berlin W 02, Karlfinientir. 123 / Tel. Kurfürst 6889 u. 5784 OTTO OTTO Zur AusUbung meiner Tätigkeit habe ich mieh in Berlin niedergelassen und behandle in dem ärztlich geleiteten Tel. Bism. 3636 G. m. b. H. Tel. Bism. 3635 Berlin,Kurfüritendamm62 Behandelt werden mit ärztlich nachgewiesenen Erfolgen salbst Gemüts-Leiden Ifchias / Neuralgie Spradi-Leiden Neurosen Sexnalstfirongen Nervöse Kopffcbmerzen Platzangst Lähmungen usw. Voruntersuchung durch ärztl. Autorität täglich von 10—1 Uhr Meine Brosdiüre „Die Heilung der Seele" 1094 ist zum Preise von M. 2.— b,e> obiger Adresse beziehbar 8«Uton£' Stalo. -y. 2B t c tt, 3. Oktober. Caillaux ist von Washington abgereist, ohne eine definitive Ordnung der französischen Schulden an Amerika erreicht zu,'HMn. Er bringt, einer Reuter-Meldung zufolge, ein provisorisches Abkommen mit, wonach Frankreich für fünf Jahre zur Zahlung von 40 Millionen Dollar jährlich sich verpflichten soll. Damit wäre noch keine Lösung erzielt. Zwischen dieser provisorischen Leistung und der ersten amerikanischen Forderung' von acht Milliarden Dollar besteht ein zu großer Mterschied, als daß es möglich wäre, in absehbarer 'Zeit zu einem Uebereinkommen zu gelangen. Für Frankreich kompliziert sich die Frage noch durch die immense Verschuldung an England, durch die Schwierigkeit, so große Summen der inneren Wirtschaft, zu entziehen, und schließlich durch die großen Kosten der Kriegführung in Marokko und in Syrien. Freilich sind die Ziffern, die im Verlaufe der Washingtoner Beratungen genannt wurden, so phantastisch (insbesondere für den österreichischen Betrachter), daß es säst gleichgültig erscheint, für welche Zeit Frankreich seine Steuerzahler für Amerika in Tribut setzt. Auch schon der Zeitranm des provisorischen Abkommens von fünf Jahren ist für unsere raschlebigen Tage, in denen eine Unterschrift von heute morgen bereits entwertet. sein kann, ein sehr weit gespannter.: Deutschland hat aus.'.dem Dawes-Plan ansehnliche Beträge an Frankreich, England und alle Reparationsstaaten abzuführen. Was es leistet und diese Gläubiger erhalten, wandert dann weiter nach Amerika, und so ivird es immer wahrer, daß ganz Europa in Schuldknechtschaft fallet soll, damit Washington seine Herrschaft nur recht ungestört befestigen und ,durch Fo^- führung seiner Rüstungen zu Wasser und zu Land sich die Stunde vorbereiten kann, in der es seiner Vormacht auch äußerlich Ausdruck verleiht. Die neue Konferenz . der Mächte, die am Montag in Locarno in der Schweiz beginnen wird, steht demnach unter keinem günstigen Stern; es sei denn, daß die Regierungen aus den Erfahrungen der französischen Mission in Washington die notwendigen Schlüsse auf Herstellung einer europäischen Einheit ziehen. Das ist freilich nicht zu erwarten, nicht einmal in einem Schimmer. Denn es geht in der Hauptsache um Fragen des Prestiges, und man weiß aus traurigster Erfahrung, daß bei solchen Anlässen die , nüchterne Erwägung vom Trompetengeschmetter überlönt wird. . Von einer Konferenz zur anderen verstärkt sich das Gerede vom Frieden, und wo immer -die Vertreter der Regierungen zusammenkonunen, erklären sie feierlich, und für alle Waren tchiffmänn II. Taborstraße 48 Teleuhon 47-1-79 En gras En detail 31