Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 7 (1925)
- Issue
- Heft 2373 (1.10.1925)
- Date
- 1925-10-01
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
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1 Polen: 20 gioszyl Wien: Zum Abholen in der Expedition, II,, Taborstr, 1-3, oder in einer Verschleisstelle (Trafik) monatl. 5 Schilling Strassenverkaul in Wien durch die Kolporteure der Firma Gold schmied, 1., Wollzeile 11 Mit Postversand für Wien und Oesterreich monatlich 5 Schilling Tschecho-Slowakel: Mon.K22. Jugoslawien: Mon. Din. 60. Polen: Mon. 4Zloty. Deutschland: Mon. Gm. 4, Frankreich, Belgien: Mon. Frcs. 18 Nach«ahlantfen bei Prelo* erh0bungen Vorbehalten Wiener Morgtnitilung IFreis*h«l Engl a n d: Mon. 4 Schilling. Italien: Monatl. 18 Lire: Rumänien: Mon. 170Lei, Bulgarien-MonAOOLewr. Schweiz und das übrige Ausland monatlich Frcs. 5 Redaktion, Administration: Wien, II. Taborstr. 1 Telephone: 44-0-38,43-3-19 Ab 6 Uhr : 21-102, 25-2-82 IX., Universitätsstrasse 6-8 (D.uckerei lg. Steinmann) Oesterreicliisches Postsparkassen-Konto Nr. 150.693 »1.2373 Men, Donnerstag, 1. Araber 1925 7. Jahrgang Sowjet, Krimprojekt und zionismus. Mtlellnnge« Mitscherinr in Warschau. (Eigendienst der „Wiener Morgenzeitung".) J.A.Baoewtki miHiiiiiiiiiiiiMi!tiiiimiiiiii>(itiiiit3iitiiinruiiiiiiiii!iiiiiiiiiiiuiiiiiiiii:iii!iii:iii Schnäpse Liköre Spezialität: Baczewski - Stanlslauer Doppelt rektifiziert und bcftilliert Seif 1782 weltbekannt mamß Das Warenhaus ,Be!ge‘ I., Hoheastaufengassc 10, Tcl6c3p.3-MNr‘ liefert Taifoallllivili ohne Preisaufschläge auf lBIMMllUUy und ohne Anzahlung: Herrenu. Damenbekleidung, fertig und nach Mass, Pelze, Schuhe, Wäsche, Modewaren etc. 6 Monate Kredit! Keine Agenten'. Keine Inkassanten! Tie PWllWmd der MMen ßrelillive. Paris, 30. September. (I. T. A.) An den Beratungen der geschäftsführenden Zionistischen Exekutive, hie hmte abends beginnen, nehmen teil die Präsidenten Dr. CH. W e i z m a n u und Nahum S o k o l o w, ferner die Herren Dr. Bertold Feiw el, Louis Lipsky, Dr. Artur Ru pp i n, Dr. H a l p e r n, N a i d i t s ch, v a n B r i e s l a n d, Josef C o w e n, der Präsident des Aktionskomitees Leo M o tz k i n, Ing. Schocken und Sprinzak. Wie verlautet, soll die Sitzung des großen Aktionskomitees, in welcher die Exekutive gewählt werden soll, schon für den 15. Oktober einberufen werden. Sie Setoiflj Agency. 2k Jüdische Telegraphmygentnr Verbreitel die folgende Älebdung aus Berlin: Aus den Kreisen der Organisation B'nei Binsamin wird die Nachricht in Mnlaus gefetzt, daß Baron James de, Rothschild, der Schn Edmonds de Rochschilld, seine Bereitschaft erklärt hat, in die Jewtsh Agmch einzntreten -und, wenn er offiziell darum ersucht werden sollte, das Präsidium dieser Körperschaft zu übernehmen. Weiter wird niitgeteilt, daß Baron James de Roth'schiP, der sich bis jetzt jeder aktiven Teilnahme an irgend einer zionistischen oder palästinensischen Organisation enchälten hat (eine Ausnahme machte er nur bei der voll seinem Vater gegründeten PAestme Jewish Eolonisation Association), ans Zureden des Barons Gdmond de Rothschild sich für die Mitardeit an der Jewish Agency, beziehungsweise ßnr die Uedernahme des Präsidiums entschieden hat. Die B'nei Binjamin sind eine Vereinigung von Söhuett der älteren, jüdischen Kolonisten, die mit derRothschild-Admimstration in Palästina in ständigem Kontakt stehen. Sie sind im Wischen Lebcil noch wenig hervorgetreten. __ Sie amerjtanisch'zionWsche Abordnung beim SbertommWr. . Jerusaleut, 26. September. Der High Commissioner hat die amerikanischen Zionisten empfangen, die ihm von Koloneil Kisch vorgestellt wurden: Morris Rot he n b erg, Gmanuel N e um a n n, Richter Rosenblätt, Isaak Meister und Charles Paßmann, der palästinenstsche Vertreter-des American Zion CommonwMh. , Warschau, 30. September. Bei dem Presseempfang, welchen der russische Volkskommissar des Aeußeren T s ch i 1 s ch e r i n während seiner Anwesenheit in Warschau veranstaltete, kam unter den Einzelsragen, über welche die anwesenden Journalisten den Minister interpellierten, auch das Krimprojekt zur Sprache. Die Warschauer jüdischen Pressevertreter fragten unter Hinweis auf das große Interesse, welches die Judenheit Polens und auch anderer Länder dem Projekt der landwirtschaftlichen Kolonisation von Juden in Rußland entgegeubriuge, den Außenminister, ob er ihnen über dieses PpoD e i n i g e A u f k l ä r u. n g e n geben könne. Tschitscherin antwortete, er stehe dieser Sache fern und könne deshalb keine Einzelheiten Mitteilen. Er wisse bloß, daß die Sache offiziell beschlossen sei, daß die Kolonisation in Angriff genommen werden wird und daß bereits gewisse Landstriche in der Krim h i e f ü r b c st i m m t worben seien. Auf die Frage, ob er einen Erfolg dieser Kolonisation erwarte, erklärte Tschitscherin, durch die Ausschaltung des Privathandels sei der jüdischen Bevölkerung zum großen Teil ihr früherer Erwerb genommen worden, weshalb sie aus der Notwendigkeit, sich eine Existenz zu gründen, sich sehr zahlreich in die Listen für die landwirtschaftliche Kolonisation einschreiben lasse. Die jüdischen Organisationen ftien so dazu gekommen, diese Möglichkeit auszunützen. Es seien weiters keine Zweifel an den Schwierigkeiten, außer den rein finanziellen, da die Sache mit großen Koste« verbunden sei. Die Mitarbeit des Auslandes werde das Projekt beschleunigen. Die Haupffchwierigkeiten seien nur die Mittel für die Kolonisation, da die Ansiedlung, Bauten, Inventar usw. sehr viel Geld kosten. Ueber die bisherigen Resultate befragt, sagte Tschitscherin: Soweit mir bekannt, erfolgen bisher die ersten Vorbereitungsarbeiten. Aus den Aeußerungen der Personen, welche sich mit der Angelegenheit befassen, entnehme ich, daß der Wunsch der jüdischen Massen, kolonisiert zu werden, sehr stark ist. Mehr kann ich darüber nicht sagen, da ich keine Gelegenheit hatte, mich mit der Sache selbst zu befassen. Ein Interviewer stellte dann die Frage, ob die Sowjetregierung mit der amerikanischen Regierung Verhandlungen über Unterstützung der jüdischen Kolonisation in Rußland geführt habe, auf die Tschitscherin folgende interessante Antwort gab: Davon ist mir nichts bekannt. Wenn es Gespräche gab, so nur solche mit Bankiers, aber nicht mit Politikern. Es fanden Unterhandlungen mit ausländischen Kapitalisten über die Unterstützung dieser Kolonisation statt, doch bin ich nicht darüber informiert und weiß auch nicht, mit wem und weswegen die Unterhandlungen geführt wurden. Mit einer Regierung fanden jedoch keine Unterhandlungen statt. Bei der Konferenz, die Tschitscherin mit den Vertretern der ausländischen Presse in Warschau hatte, wurde er von einem jüdischen Pressevertreter gefragt, ob die Verfolgungen, denen der Zionismus im Verband der Sowjetrepubliken ansgesetzt ist, mit der Stellung der sowjetistischen Außenpolitik gegenüber d e m M a n d a t s s y st e m in Zusammenhang stehen oder eine Sache der inneren Politik seien. Darauf antwortete Tschitscherin scharf und erregt: „Der Zionismus wird in den Räterepubliken nicht verfolgt." Sofort setzte er hinzu: „Es werden bloß gewisse zionistische Gruppen verfolgt, welche gegen uns einen Kamps geführt haben oder führen." Der Interviewer: Welche Gruppen sind das? Tschitscherin: Znm Beispiel: Dr. Pasmanik. Der Interviewer: Dr. Pasmanik hat doch, im* allgemein bekannt ist, wegen seiner Beteiligung an der Wrangel-Regierung aus der Zionistischen Organisation austreten müssen? Tschitscherin: Es tut mir sehr leid, meine Herren, aber nreineZeit ist um und ich kann die Unterredung nicht mehr fortsetzen. Tschitscherin wußte wohl, warum er die Unterredung abbrach. TschUscherm in Berlm. Berlin, 30. September. (Wolfs.) Heute vormittags ist der russische Volkskonunissär Tschitscherin im Schlesischen Bahnhof eingetroffen. Zu seiner Begrüßung hatten sich der russische Botschafter und Vertreter der Reichsregierung eingesunden. Heute abends gab Reichsaußenminister Stresein ann dem russischen Volkskommissar des Aeußeren zu Ehren ein Diner. Morgen gibt der Reichskanzler Tschitscherin zu Ehren ein Frühstück. Deutsch-russische WurenkredrtverhuzMuugen. Berlin, 30. September. (Tel.-Komp.) In Berlin und Moskau werden, wie die ,Migl. Rundsch."erfährt, unabhängig von den gegenwärtig im Gange befindlichen Handelsvertragsverhandlungen gleichzeitig Verhandlungen zwischen deutschen Wirtschaftsorganisationen und Banken und der unter der Leitung des Finanzkommissärs Sokolnikow stehenden russisch e n K o mvxission geführt. Die Grundlage dieser Warenkreditverhandlungen ist ein Angebot der Sowjetregierung, die aus -das folgende Projekt hinauslauft. In Rußland sollen Fabrika.tr onswerkstätten der Metall- und metallverarbeitenden Industrie verschiedenster Art errichtet werden. Die Sowjctregierung wird die Rohstoffe und Arbeitskräfte liefen:, während Deutfchland die technische Organisation und die Leitung übernimmt. Zu diesem Zwecke ist die Gründung einer gemischten deutschrussischen Gesellschaft mit einem Kapital von 50 bis 60 Millionen Mark vorgesehen. Die russische Regierung will der Gesellschaft eine Reihe von Vergünstigungen, auch hinsichtlich der Verfügung über Erzeugnisse, einraumen. Ae Labour Party gegen die Kommunisten. (Eigendienst der „Wiener Morgenzeitung".) London, 30. September. Gestern wurde in Liverpool die Jahreskonferenz der englischen Arbeiterpartei eröffnet. Mchr als tausend Delegierte, die wehr als 3I Millionen Stimmen vertreten, nehmen an ihr teil. Die Konferenz «hat mit einer überwältigenden Majorität von zirka 2,900.000 gegen 800.000 Stimmen Anträge auf Angliederung der kommunistischen Partei, beziehungsweise auf Zulassung von Kommunisten in die Lokalverbände der Arbeiterpartei abgeleh nt. Ferner wurde mit 2,600.000 gegen 480.000 Stimmen ein Antrag angenommen, der den Gewerffchaistien verbietet, kommunistische Kandidaten für die nationalen Konferenzen der Arbeiterpartei oder für die Parlamentswahilen aufzu'stellen. Der Parteitag hat auch mit überwältigender Mbchrheit einen Antrag der Extremisten verworfen, der die Uebersendung einer Entschuldigung an die S o wje t reg ierung und an Sin o w jew verlangte, weil M a c D o n a l d als Premierminister an der Veröffentlichung des gefälschten Sinowjew- Brieses beteiligt gewesen sei, die zu 'dem Eyfolg der Konservativen bei den letzten Wahlen geführt habe. Heute wurde eine Entschließung angenommen, rn der das absolute Selbstbestimmungsrechi der Völker des britischen Reiches und Aegptens betont wird. Brj IbfSk »/Am &W zwmm ttUDi ittr alle Ware« M reduzierte Preise (Schiff mann II. Taborstraße 48 Teteohon 47-1-7 En gros En detail