Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 7 (1925)
- Issue
- Heft 2371 (29.9.1925)
- Date
- 1925-09-29
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
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r?: jpolcn:120 groszyl Wl cn: 4um Abholen in der Expedition, 11., Taborstr. 1-3. oder in einer Verschleisstelle (Trafik) monatl. 5 Schilling Strassenverkaui, in W i cn durch die‘Importeure der Firma G o I d schmied, 1., Wollzelle 11 Mit Postversand für . Wien und Oesterreich monatlich 5 Schilling X s c h e c h o S1 owa k ei: Mon.K22. Jugoslawien: Mon.Din.60. Polen:Mon. 4Zloty. Deutschland: Mon. Gm. 4, Frankreich, Belgien: Mon. Frcs. 18 Nachtahlangen 'bei Kreiterhabensten «orbcheUen teuer IPr.ls M LI Engian d: Mon. 4 Schilling. Italien: Monatl 18 Lire: Ru mäni en: Mon. 170 Lei. Bulgarien Mon.100Le.vr. Schweiz und das übrige Ausland monatlich; Frcs. 5 Redaktion, Administeüon: Wien, II. Taborsir. 1 Telephone: 44-0-38,43-3-19 Ab 6 Uhr: 21-102, 25-2-82 IX., Universitätsstrasse 6-8 (P uckerei lg. Steinmann) Oesteneichisches Postsparkassen- Konto Nr. 150.693 9tr. 2371 Wie». Sieasta«. 2». SMember 1925 7. FahrgM Me Wahl der zioiüWchen kxeWve. Am SV. d. Atzung der bisherigen Exekutive. - Mitte Sttober Wahisitznag des AMonskomiteer. sEigendienst der „Wiener Morgenzeituug".) London, 26. September. Die Exekutive der Zionistischen Organisation wird am 3V. September in Paris zu einer PIenarsitzung zusammentreten, an der auch die Mitglieder der P a l ä st i n a e x e k u t i v e und des Finanz- und Wirtschastsrates teilnehmen dürften. y Die Sitzung wird den Termin der Aktionskomiteesitzung festsetzeu, in welcher gemäß dem Kongreßbeschlutz die Präsidenten Weizmann und S o k o l o w ihre Borschlägebezü gl ichder Neubildung der Exekutive zu unterbreiten haben.; Das Aktionskomitee soll um die Mitte des Monats Oktober zusammentreten. Der Tagungsort ist'noch nicht bestimmt. Zur Wahl stehen Berlin, Paris oder Londons Me Kommission sür die PalMnaanleihe. Zugleich mit der Tagung der Exekutive wird in Paris die k o n st i t u i e r e n d e S i tz u n g der vom Kongreß beschlossenen und vom Großen Aktionskomitee eingesetzten Kommission für die Palästinaa nleihe stattsinden. Die Auleihekom'mission,. welche aus den Herren Dr.. Rin ge l, Dr. Ruppi n, Nai d itsch, Dr. Halpe-rn, Dr. Barth, Dr. Jacobson und j Arlosoroff besteht, dürste, wie bereits gemeldet, I Dr. Nu pp in zum Vorsitzenden wählen. Arole: A«e Million Pfund in diesem Jahre für den Keren Hajessod. Der Präsident der Zionistischen Weltorganisation, Dr. Ch. Waizmann, der Präsident der Zionistischen Weltexekutive, Nahuyr S o k o l o w, und das Direkt orinm des Keren Hajessod wenden sich mit folgendem Aufruf au die gesamte Judenheit: 8«m morn Fahr! Ein neues Jahr hat begonnen, ein neues Jahr deö Zeitabschnittes in unserer Geschichte, den künftige Geschlechter die Zeit des Aufbaues von Erez Israel nennen werden. Der Beginn eines neuen Jahres in dieser Epoche, in der jeder Tag, jedes Stück Arbeit, jedes Opfer und jedes Vollbringen erhöhte Bedeutung und gesteigertes Gewicht hat, ist darum für uns mehr . als ein konventionelles Zeichen im Ablauf der Zeit, es ist eine Wende, die die Hoffnung unseres Volkes in ihrer ganzen Größe und zugleich unsere Verantwortung in ihrer vollen. Schwere vor uns hinstellt. Ein Jahr verheißungsvollen Aufschwunges liegt hinter uns. Aber trotz alles Erreichten — wir wissen, alles ist noch Beginnen: Geschaffenes mutz erhalten und weitergesührt, neues Werk muß vorbereitet und in Angriff genommen werden, d e r Ä u s b a u k a n n n n d d a r f keinen Augenblick stocken. Im Namen der Arbeit in Palästina, im Namen - dieses Werkes, das Eure Sache ist, Iuden in aller Welt, wenden wir uns au Euch, in welchem Lager Ihr auch stehft; mit dem Anspruch, gehört zu werden, weil Erez Israel es heischt:.Tut Eure Pflicht! Der 14. Zionistentongreß, der im August in Wien getagt hat, hat die Erfordernisse der Palast i n a a r b e i t beraten, für welche der Keren Hajessod die finanzielle Deckung zu schassen hat, und sie nach eingehender, ernster Prüfung in Form eines A rb e i t s b u d g e t s in der Hohe von 6 0 9.0 0 0 P f u n d Sterling festgesetzt. . Dieses Budget deckt nur die elementarsten Bedürfnisse auf. den Gebieten der ländlichen und städtischen Kolonisation, der kulturellen und sanitären Arbeit, her.^Einwanderung und. Arbeitsbeschaffung. Es kann,, tojemt' ,eß M Md.pünktlich gedeckt wird, die erfreuliche Entwicklung der letzten Jahre sesthalten, es kann die saftig steigende Einwanderung zu W i rt-' schastlicher Konsolidierung nutzen, es ' wird vor allem die Ansätze hoffnungsvoller Entwicklung und B e r s e l b st ä n d i g u n g a u f k o l o n is atorischem Gebiete festigen und der neuen Gemeinschaft in allen ihren wirtschaftlichen, sozialen und kulturellen Regungen neue Kraft zuführen. Darum mutz dieses Minimalbudget von 600.000 Pfund Sterling durch den Keren Hajessod ausgebracht werden, so aufgebracht werden, daß es ohne Abzug und ohne Säumen, Monat für Monat, der Arbeit im Lande zugeführt wird. $ Aber dieses Budget, nach den Grundsätzen äutzerster Ersparnis und schärfster . Selbstbeschränkung aufgestellt, darf nicht das letzte Ziel der Keren-Hajeffod- Arbeit im kommenden Jahre sein. * In der Erkenntnis der Erfordernisse einer größeren, umfassenderen und fest fundierten Aufbauarbeit, in dem Wünsche nach Beschleunigung des gesamten Siedlungswerkes hat der 14. Zionistenkongretz die Losung ausgegeben: Eine Million Pfund Sterling in diesem! Jäh re für den K«ren Hajessod! . . ^iesWarole geben wir an M Inden der ' . Ä a n z^enWt hteijetk; - wendiMt und ühexzeugt von der Äöglrchkeit ihrer - Verwirklichung.? Weilwir wollen, daß ein geordnetes Wirtschaftssystem die Arbeit in Erez Israel wirklich produktiv mache, weil wir wollen, daß die Hingabe der Menschen an ihr Werk durch zureichende finanzielle Fundierung zur vollen Auswirkung gebracht werde, w e i l w i r w o l l e n, daß der Einwanderungsstrom, der nach Palästina als dem einzigen gastlichen Lande drängt, stetig anwachse, ohne die Gefahr eines Rückschlages oder wirtschaftlicher Komplika- 'tionen heranfzubeschören, weil wir wollen, daß die vereinte Energie und der Öpferwille aller Freunds des großen Werkes stark genug ist, dieses Ziel zu erreichen, rufen wir das gesamte Judentum zur Tat für Erez Israel durch den Keren Hajessod. S ch a sfe t i m I a h re 5 686 ei ne Millio n Pfund SterlingsürdenAnfbau unserer Heimstätte in Palästina! London, Tischri 6686. Chaim W e i z m a n n, Präsident der ^wuistischen Organisation. Nahum S o k o l o w, Präsident der Zionistischen Exekutive. .. Das Direktorium des Keren Hajessod: Isaak N a i-; d itsch, Vorsitzender; Bertold FHWel, geschäftssührender Direktor; Arnold Barth, Emanuel Nennt a n n„ Georg H a l p e r n, Morris R o t h e n b e r g, Solomon K a p l a n s k y, Harry L. S i m m o » s. 2K.VK AertWate für die Palästina' < - Eigendienst der „Wiener Morgenzeitung".) J-erusatem, 29. September. Wie Ihr Korrespondent .aus gut informierter Quelle erifälhrt, 'imrden der Ziouistifcheu Exekutive 'Pbu: der WMnarogierüng. für das ,n ü ch st e H a l bfa h r vom 1. Oktober 1925 M 31. März 1926 20.000 Ein wanderungszertistkate zugewiesen werden. . In den Krevseü der ziouiMMtMueMchen Exetzttive rvird ferner versichert, daß in. der allernächsten Zeit die erschwerende Bostimmnng Iks Einwanideruugsgssetzes, wodurch für Personen mit Kapital.die Einwanderung nach Palästina an die B e w i lli g u ng des E i n w ander u ng s k o m miss ä r s der Palästinaregfevnng in Jerusalem^^gebunden ist,^avgeschafft wird. - y. W t e n, 29 September. Dem Völkerbund liegt, wie bereits berichtet, die Denkschrift eines Kongresses der syrisch-paläsünerrsifchen Araber vor. Es wird darin die Einstellung der Feindseligkeiten im Drusengebiet, die Aufhebung der Mandate, die Vereinigung Syriens und.Palästinas mit anderen arabischen Ländern und die Untersuchung der Vevhaltnisse in den Mandatsgebieten durch eine neutrale Stelle gefordert. Von diesen Forderungen kann sicherlich' die erste nirgends Einspruch erfahren. Die Vorgänge in Syrien und im Hauran sind so geartet, daß' ihre rascheste. Beendigung ein Gebot des Friedens und der Menschlichkeit ist. Was zu dem Aufstand den .unmittelbaren Anlaß geboten hat, ist noch nicht aufgeklärt und der Kriegszustand'verhindert auch die Berbreitüng der Wahrheit. Franzosen und Syrier sind in der gleichen Weise an der Verschleierung interessiert und es . fällt auf, daß fast alle Nachrichten aus einem Zentrum in Jerusalem oder in' Kairo kommen, von arabischen Stellen also, die seit langem gewöhnt sind, die chnen von Europa aus erteilten'Aufträge gegen England und Frankreich mit der im Orient üblichen Uebertreiüung aüszufnhren. Versucht man aber, zwischen diesem Uebermaß einerseits und der Kärglichkeit der französischen Berichte das Mittel zu ziehen, so ergibt sich noK iiMe^ genug an Kriegs M Mord, wobei man den Anstifter immer an der Stelle.suchen muß, die ein historisches Interesse an der Schwächung der Position M^bsrwbtzMschew KtäPÄch?.bksrD-.-' - Mieses 'Interesse stets- .'rege und eszeigt sich immer , wieder, wenn die Fragen des nahen Orients in Fluß kommen. Es ist auch in den weiteren Forderungen der erwähnten Eingabe zu erkennen. Der Panarabisnms, die panaräbische Föderation taucht wieder auf, das blutleere Geschöpf einer wiMchkeitsftemden Ideologie. Niemals in seiner Geschichte hat es ein staatlich einheitliches Ärabertmn gegeben. Das Kalifat von Bagdad oder der Maurenstaat in Spanien nmßten sich in ununtevbrochenen, jahrhundertelang laufenden Kriegen gegen die Angriffe arabischer Nachbarn verteidigen. Sie schwächten in diesen Kämpfen ihre Kraft so sehr, daß der asiatische Besitz tirrkisch, der europäische christlich wurde. Der.Nationalbegrisf, das . nationale Bewußtsein ging im Islam unter o,der wich dem Stammesseparatismus. Es gibt im Arabertum, in einer Masse von etwa 40 Millionen— das ist das so viel und so oft zitierte arabische Meer — keine Positiv wirkende Voraussetzung sür eine nationale, geschweige denn soziale Organisierung. Das Ärabertirm ist in eine Zerklüftung verfallen, die jede aktuelle Wirkung des panarabischen ' Gedankens von vornherein obstruiert. Es bestehen im Augenblick (laut einer im August in englischen Blättern veröffentlichten Aufstellung) in Asien achtzehn verschiedene arabische Staatsindividuen, und zwar: 1. Das Emirat Bahrein, unter einem Scheich und indischem Protektorat; 2. Aden, Freihafen, unter indischem Protektorat; 3. Bab el Mandeb, unter-in- ' drschem Protektorat; 4. das selbständige Sultanat Kuweit; 6. das Wahabiten-Sultanat Nedschd; 6. das selbständige Sultanat Oman; 7. das Königreich Hedschas; 8. das Mandatsgebiet Syrien; 9. das Stämmekonglomerat Hadramaut; 10. der-Libanon unter französischem Protektorat; 11. das selbständige. Emirat Trans- .jordanien (Kerak); 12. das selbstaMge Königreich Mesopotamien (Irak); 13. das Jmamai Asir; 14. das Jmamat Jemen; 15. das Emirat Dschemel Schauunar; 16. das Emirat Lahdsch; 17. das Emirat El Mohamerah und schließlich, wenn man nach der noch bestehenden Bevölkerungsmehrheit' sich richten will, als 18. das Mandatsland. Palästina. Von diesen achtzehn sind, sechs halbLvegs als staatlich regulierte Korfftruktionen anzufprechen, und das sind die vier Pwtektoraisgebiete und die zwei Mandatsländer. Die freien arabischen Staaten sind unheilbar siech, ohne geordnete und kontrollierte Finanzwirtschast, ohne soziale und politische Ovganisaüon, deren Bildung durch den Mangel der primitivsten Begriffe .und durch die. ewigen Grenz- und andere Kriege verhindert wurde. T-er a für lömtliche Hrrdstwarrn k ' ick WarMMMT II. Taborstraße 48 Teleqhon 47-1-7! En gros En detail