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Wiener Morgenzeitung · 1925-09-27 · Heft 2370 (27.9.1925) · p. Seite 10

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
7 (1925)
Issue
Heft 2370 (27.9.1925)
Date
1925-09-27
Page
Seite 10 (sequence 10)
Language
German
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Wiener Morgenzeitung auf den ÄaudpunLt gestellt hatte, daß dü SlnslandMutden des Mystischen Rußlands für die Sowjets nicht verviMich -seien. Neben diesem AulellMrjprochen enthält das Handelsabkominen noch weitere interessomie Pmvkte. So verpflichtet lief, fcifc russische Regierung, große Liefemnge» in Erdöl, Getreide und Hob', nach Frankreich zu leisten. Das »eite gerichtliche Ausgleichs- und Konkursverfahren -mit Berücksichtigung der in -den auswärtigen, insbesondere -der in den verschiedenen Gebieten der ehemaligen österreichischungariscl-en Monarchie derzeit geltenden Gesetze. Bon Doktor M. Harni-k. (Berlag Breilenstein, Wien.) Dieses rühmlichft kannte Werk, welches schon in feinen ersten Auflage allseits als unentbehrlich für alle Handelskreise begrüßt tvurde, mußte infolge «der tiefgreifenden Veränderungen durch das neue Gesetz in wesentlichen Punkten auch neu «bearbeitet werden. weshalb die Anschafsung der neuen Auflage für alle Krei-ie, welche sich mit dem?lusgleichsverfahren zu beschäftigen haben, gewiß unbedingt notweit-dig erscheint. x Jtalo-Wieuer Kreditbank. Am 2V. d. faild in den Räumen der Jtalo-Wiener Creditbank, Wien, 1. Bez., Schottenring 9, die vierte ordentliche Generalversammlung dieses Institutes statt. Obwohl der erzielte Reingewinn die Ausschüttung einer dem vorjährigen Betrage entsprechenden Divrdende gerechtfertigt hätte, wurde doch im Hinblick auf die allgemeinen Verhältnisse beschlossen, den pro 1924 sich ergebenden Reingewinn ans neue Rechnung vorzutragen. Wie«« Produktenbörse. Die Preise notierten gestern wie folgt: W ei z ein Inländischer 37.— bis 38.50, Ungarischer Theiß 79/80 Kilogramm 42.50 bis 43.60. Ungarischer Theiß 39.- bis 41-, Jugoslawischer 76 Kiloarcumn bis —, Zossfkatoischer 77/78 Ktloaranun — bis —. Roggen: JEdifcher 27.50 bis 39.50, Pester Boden 39.50 bis 30.-. Gerste: Inländische 85.- biS 42.—, böhmische mährische —bis —. M a i S: Ungarischer —bis . Cinquanttn 42.— bis 43.—. Hafer: Inländischer 28.50 bis 39.50. R e t 8 r Italienischer- 86.— btS 88.—. Burma 65.— bis66.—.Madlvrodukte: Grieß inländischer 76.— bis 77.—, Wei-enmehl 0 inländisches 72.- bis 74.-, Kochmehl 2 inländisches 65.- bis 67.-, Srotmeb! inländisches vrima 52.— bis 64.— — Tendenz: Infolge der dauernden Rückgänge auf den amerikanischen Märkten war die Tendenz abgeschwächt. Berliner Börse. 26. September. Bei geringen Umsätzen blieben die Kursänderungen unbedeutend. Es notierten: Oest. Kronenrente —Ung. Kronenrente , Ung. GoldrerUe —, Türkenlose 2tl Süd. Lombarden alte 10.7. Oesterr. Staatsbahn 23.—, Darmstädter Bant 108.62. Deutsche Bant 110.—. Dresdner Ban! 100.25 Oesterr. Kredit 7.75, Oesterr. Landerbant —, Reichsbank 196.25, Wiener Bankverein 5.62 Unionbank 7.25 Daimler Motoren 40.30, Dynamit Nobel 78.70, Fellen & Guilleaume 116.50. Sie Bettifenftirfe. Zürich» 26. September. (Deviienkurje von 12 Uhr.) Berlin 123,30 ,123.30-. Holland 308 30 (208.35-, Rew^jorl 518.10 (518.10). London 25.10 V. (25.10'/,), Par:« 24.b2>/s (24.55-, Mailand 2112 <21.—), Brüßel 2265 (22.65,. Kopenvagen 125.75 '125.50), Stockholm 139.20 (139.12-, Oslo 106.- '105.50,. Liadrid 74.70 (74.70). Buenos Aires 210.- (210.-). Prag 15.35'15.35-, Budapest 0.007260 (0.007260. Bukarest 2.52'/, (2.50), Belgrad 9.20 (9.20-, Sofia 3.80 (3.75). Warlchau 85.- (82.-), Wien 73.- (72.80, sür 100 Schilling. Budapests 26. September. (Devisenkurse — Eigenbericht.) Berlin 16.965, Amsterdani 38.665, Kopenvagen 17.272, Stockholm 19.145, New-Aork 71.29b. London 345.500, Paris 3377, Brüssel 3110. Prag 2112, Belgrad 1265. Bukarest 342.— Warschau 11.550 Wien 10.039, Sofia 520, Mailand 2906 Zürich 13.762. Warschau, 26. September. (Devisen.) Belgien —.— bis , Berlin —bis —.—, Holland —bis — —. London 39- bis 29.14, Nelv-Aork 596.- bis 600.-. Paris 28.84 bis 28.48 Schweiz 115.56 bis 116.12, Budapest bis;Prag 17.74 bis 17.82. Wien 84,34 bis 84.76 , sür 100 Schilling, Italien 24ZV bis 24 61 Stockholm-.-M :-Bukarest-bis — 27. September 1925 Nr. 2870 Sportnachrichten. Ler heutige Großkampftag. Sportplatz Hohe Warte: halb 2 Uhr: Krakau —Wien; 3 Uhr: Spanien—Oesterreich. Oesterreichs Fußballsport hal heute. eine große Kraftprobe zu beistchen. Der Kanvpf »ach zwc-i .Fronten an einem Tage wird am bcisten den Beweis erbringen, ob nnlser Fnßballspori bereits ein iu-tcnuitu'iwl schlagfertiges Niveau erreicht hat. Denn auch im Vorspiel, zum Spanieiväbampf Sann nur jener Mannschaft der Sieg Unfällen, deren Eifer und Begeisterung lzervorragendes Können voraussetzcn. Der polnische Fußiballsport, der in KraLa -u ohne alte Pflegostätte besitzt, hat in den letzten Jahren durch Verständnis und Großzügigkeit aller öffentlichen Faktoreil große Forkschvittc gemacht. Die polnischen Spitzenvereine haben neuerdings unseren führenden Mamvschaften ebenbürtige Gegner abgegeben, fo daß heute ein scharfer und scannender Kampf mit ungewissem Ausgang vorausMsageu ist. Der Kampf gegen Spaniens Nativualteam vollends ist die Sensation des Herbstes. In dem reichen Wechsel unserer intcrnatioualen, Gegner gibt , cs 'heute eine neue interessante und hoffentlich blaibenbe Nuance. Spanien war vor wenigen Jahren die Uoberraschnng int kontinentalen Futzballsport. Das einzige ZuisammentrMen zwischen unserem Auswahlieam und den Repräsentativen Spaniens im Dc^embet des vorigen Jahres brachte uns eine knappe 1:2-Niedevlage. Wir Jämitficn damals unter ungiinstigen Verhältnissen, unsere Gegner unter den besten Bedingungen, nämlich in ihrer Heimat, Ivo sie das leidenschaftliMe Publikum anfouert. Heute werde:: beide Teams ihre Klasse beweisen wollen. Wenn sich unsere Spieler ihrer Aufgabe bewußt sind, dann wind dkl. 27. September 1926 ein Ehrentag sür Oesterreichs Fußballsport werden. Die Mannschaften. Krakau: MalczYk (Cracovia); Gintch (Eracovia), Pychowsky (Wisla); Zastawniak (Evacovia), Chrnsoinski (Cracovia), Seichter (Wawel); Sperling (Cracovia), Nepnmnn (Wisla), Kaluza (Cracovia), Czulalk' (Wisla), Adamek (Wisla). Wien: Aigner (Simmering); Beer. Teufel (be'sde Spor«); Sck>neider (W. A. C.), Drucker (F. A. C.), Dunriser (Simmering); Bauer (Sportklub), Hotz (Sportklnb), Heß (Hakoah), Melchofer (Hakoch), Fischer (Vienna). Spanien: Zamorra (Espagnol); Battana (Arenas»), Passarin (Madrid); SamÄker (Barcelona), Gamborenv (Imn) Pena (Bilbao); Piera (Baroelmra), Cubells (Valencia). Erragquin <J.nln), Ciarmello (Bilbao), Txirri (Bilbao). , Oesterreich: E. Kanhänser (Sportklub); Rainer (Vienna), Tandler (Amateure): Kur.; (Simmering), Re-sch (Wacker), Nietisch (Rapid); Neuseld (Hakoah) oder Euttt (Amateure), Häusler (Hakoah), Horvath (Simmering), Wieser (Amateure), Wessely (Rapid). * I Empfang der auswärtigen Fußballer im Rathaus. Stadtrat Richter begrüßte gostern die spanischen Fußballer uub auch die Krakauer Gaste im großen Gemomderatssaale. Präsident Pantneek vom QOwreichsschen Fußballbnnd dankte ihn: im Namen der Wiener Sportler. Für vre Spanier sprach der. Präsident des spanifchen BerbaMes Ca- 'b o t, für die Krakauer der Präsibeni des polnischen Verbände? Dr. Cetnarowski. __ Hakoch—F. A. C. 1:1 (v:0). Hakoah vergibt einen Elfmeter. Krieau.' 15Ü0 Zuschauer. Schiedsrichter' Michl. Hakoah: Fabian; Grünseid, Vogelfänger; Frze-, Wegner 1, Pollak; Schwarz 2, Wegner 2, Kestlcr, Fuß, Herlinger. : ■ 1 F. A. C.: Hofer; Czihack, Runge; Bernhaner, Neubauer, Reiter; Noiser, Juranicz, Iszda. Biber, Wimmer. , , Hakoah trat zu diesem Pflichtspiel mit dm Mann ans der ersten Garnitur an, während die Floridsdorfer, bis auf die Spieler Drucker und Schierl die komplette Kaurpfmannschaft ins Feld stellten. Die verstärkte Hakoah-Reserve wurde von der: Floridsdorfern unterschätzt, und diese mußten sich später gehörig anstrengen, um nicht geschlagen bas Spielfeld zu verlassen. Der Kampf stand im allgemcmen auf keiner fote K Wien, Sonntag Prwatvcrtchr und Geldmarkt. Im gestrigen privaten EWtenhandel kamen bei flauer Tendenznur wenig Unrsätze Stande. Die Kurse blieben dem Vortage gegenüber unver- Hrdsvt. Fester lagen nur einzelne ungarische Arbitrageeffekteil. Da die Prolongatiorr am letzten Börsentage fast vollständig erlchigt war, war der gesttige Geldbedarf äußerst gering. Die Geldbeschaffung war aber nach wie vor schwierig. Jnr Privatoskompte wurde 8,75 Prozent bezahlt. Die politische Handelsbilanz. Aus Warschau wird uns berichtot: Die polnische Hairoelsbilanz für den Monat August toeift ein Defizit von 12 Milliolieir Zloty auf, was int Per- Mch mit dem Defizit für den Monat Juli in der Höhe von 87 Millionen Zloty eine gewaltige Besserung bedeutet. Der Monat September wird voraussichtlich eine weitere Besserung der HandeMilanz bringen. Mit Rücksicht .darauf ist mit einer bedeutenden Ermäßig,irrg der früher geplanterr Erhöhung der Zollsätze zu rechnen. Insolvenzen. Das AilWerchsvIerfa-hreil iä eröffnet über August Kienc.'l. 12. Bez., Zcnogasfe 3; über Einil Dvorak, 16. Bez., Bretlenfeerstraße 20; über Abraham Rohr, RauchrequilsiteuhäMer, 7. Bez., Hcrmanngasse 16, and über Rudolf Hoffman n, Pächter, in Semmering. Wettere Betriebsredutttonen bei Thiesseu. Hamborn, 26. September. (WM.) Bei der August-ThiessenrHütte in Hamborn wurden weitere Betriebseinschränkurrgen vorgenommen. Sollte keine wirtschaftliche Bessernirg eimreten, so soll Aich der Hochofenbetrieb bis auf drei Hochöfen eine Einschränkung erfahren. DeWüudrgnngen sind bereits erfolgt. Die Aufhebung der Ein- und Ausfuhrverbote in Deutschtaft« Berlin, 26. September. Das WvlMche Bureau erfährt aus dem Reichswrrftchaftsministermul, daß die angekündigten beiden Verordnungen, die die Ein- und Ausfuhrverbote mit wenigen Ausnahmen '&ejeitigen, in der nächsten oder übernächsten Nummer des ,Michsanzoigers" erscheinen werden. Das Einfuhrverbot für polnische Waren bleibt seWverftaMich bestehen, bis mit Pole n eine Verständigung Aor die wirtschaftlichen Fragen erzielt ist. Außerdem sind der Schweiz gegenüber gemäß den kürzlich getrofferten VereinbaWngen einstwevlen noch eimge Waren von der Freigabe der Ausfuhr Msgenommen. Entsprechend den .Handelsvertragsdschandlnngen mit der französischen Regierung AÄbt Franckreich gegenÄber das Einfuhrverbot sür Teerftwben bestehen. Ermäßigung des ungarischen Privatdiskoutsatzes. Aus Budapest, 26. d.' wird berichtet: Seit der Herabsetzung der offiziellen Bankrate von 10 auf 9 Prozent hat der Privatdiskontsatz eine neuerliche Ermäßigung erfahren. Infolge der kräftigen Ansammlung der Barmittel der Groß- - banken mw des sichtbaren Mckganges des Kreditbedarfes sahensich die leitenden Institute veranlaßt, den Eskomptesatz neuerlich zu ermäßigen. Demnach werden Wechsel von ersten Händen mit 11,5 Prozent eskomptiert, gegenüber dem vorangegangenen Tiefpunkt des Privatsatzes von 12 Prozent. Aufwvrtuug ruffischer Anleihen i» französischem Besitz? An dem jüngst Zwischen Frankreich und Rußland abgeschlossenen Handelsvertrag sind wichtige Bestdmnrungeu enthalten, die die AHoertimg . der alten - nrsirschen'Staatspapicre betreffen. Dem?, nach ist die Sawjetrogierung bereit, den Besitzern russWer Htaatsschulldvevschreibungen eine Aufwertung in Höhe von N Pw^ent des Nominalbetrages, zahlbar i'u Paplerfranken, zu gewahren. .'Es werden also auf einen Nennwert von 100 Franken Vorkriegswährung 60 Frankeil heutiger Währung gezahlt. Außerdem wird-Mm den Russen eine Unterscheidung nach deutschemMuster Mischen^Alt- und Neubesitz gemacht.. Die Entschadigunö erhalten, nur diejenigen Anleihebesitzer. die, diese P'lchiere.M ,1A7.. besitzen. Diese Anfweriung wird der Sowjetregrerung verhältnismäßig wenig kosten, da .nur' ein geringer Teil der Anleih'ebesitzer die russischen Papiere seit 1917 bchalien hat. Immerhin bedeutet dieses Abkommen ein großes Entgegenkommen der Sowjetregierung, die sich bisher immer OPynLkt'1924 bf ' 19 Fortsetzung' Kort Wolff Vertag A.-G. München Nachdruck verboten. Eme amerikanische Autobiographie von Samuel Ornitz. ^awöhl, mein Söhn, im• Hintertzimmer, nnb paß auir, m» er hera-usguetscht."... )Jch .nehme die Frau auf die Sette und erkläre: „Well, es -ist zwar ein schwierig Fall, ober .mein Freund, der Oberste des Gerichtes, -hat ver'-- sprachen, mir zu helfen . . . Das Wichtigste-ist jetzt, den richchfstvn Anwatt zu finden; und' .derrichtigste ^Anwalt ist immer der Freund des Richters." Diese letzte 'Bemerkung war das -Schlagtvort aller 'Schlepper. Ich mache meine Sache, ausgezeichnet, führe sie in das Hinterzinimer des Silver Dollar SÄotts - und '-frage nach' 'M-de--Leven.sE, * den ich in einAN Privatzimlmr' beim 'Kärtonfpiel -finde. Ich unterrichte, ihn,'daß mich Black Rileh mit 'einem' Fallegeschickt habe:: Er glaubt, ich fekbst sei in Schwievigkei-LeN-. - Allein so nebenbei flechte ich ein, daß Black Riley und ich' Hand in Hand aribeiteil, als ob dies eine längst-feststehende Tatsache sei . . Moe -P.nicht schr erfreut; 'er ärgert sich darüber, «daß sich sein eigener Schlepper den Fall ihat entgehen ‘Taffen. Levenson spricht mit der Frau, schüttelt tbetrübt -den Kopf und sagt; ,/Schrecklich! Schrecklich! Das wird schwer werden!" Die verzweifelte Frau zerrt an ihrem Taschentuch und «wird blaß. Er^üvendet sich au mich; „Was meinen Hie.dazu, kann ich mich mit einem solchen Falle . m vmrm Freund, den Richter, wenden? Ein'Manu, der. einer Frau eine Handtasche aus der Han.d gerissen hat! SchreMch!" Die Frau lbettett, bringt nur immer wieder das eine Wort über die Lippen: „Bitte, Ifottte, bitte!" Ävensan streichelt, sich die Wangen und bslnerkt: „Das - lvird eine Masse Geld kosten, ja, eine Masse Geld!" Die Frau enüönotst ihr Taschentuch und wickelt zerdrückte Dollarnoten aus, sechsundzwanzig Dollar alles in allem. Levenson macht ein snrchtbar enttäujschtes Gesicht. Cr sagt: „Das ist gar nichts." Die Frau zittert. „Nichts?" Weit sie. „Das ist alles, was wir «ha'ben." Levenson steht auf, steckt -das Geld geistesabwesend ein und meint: „Wenn Sie Ihren Marm'lieb haben, dann gcherr Die jetzt'los und (betteln, borgen oder stehlen Geld. Das ist das einzige, was ihn vor einer langen Gefängrüsstrase bewahren kann. Sie »visfen doch, wir sind in Anterika: Geld tut,Wunder." Die Frau ist uiedergefchmettert. „Aber er ist doch-unschuÄg," ineint sie . . . „Ich weiß schon," sagt L-evenson trocken,- „das sagen alle." Er rät ihr, zu -den „LandÄett" zu gehen und eine Sanunlung zur Berteidigrulg ihres Manneszu -Veraustatten, rät ihr, sich von Verwandten Geld zu leihen, Schmuckstücke zu versetzen, Möbel zu verkaufen, kurz,'alles nur mögliche zu tun, um Gold aufzutreiben . . . Dam: nimmt er mich auf die Seite und'instruiert, mich, bei ihr zu bleiiben, gttt aufzupassen und in ihrer Woihnung uachzusKheu> ivas für Möbel sie (hat ... Ich. gehe mit der Frau.nach Hause. Das erste, was ich sähe, ist: vrN-Klavier. Ich schaue es. bezeichnend an. Die Frau e.rzähtt: „Wir haben uns nichts anzuzichen gekaust, haben uns alles versagt, um -unserem Jungen >das Piano, kaufen zu können. Er ist talentiert ... Es würde: ihm das Herz bvechien,' wenn er sein Piano Vertteren würde . . . aber wir können doch Väter nicht wegen eines Pianos im Gefängnis sitzen lassen." Sie. geht aus, um Gelb zu leihen, und ich berichte Levenfon . . „Ein Piano," murmelt er, „das ist ausgezeichnet! Ich nehme das Piano in Zahlung,' mein kleines Mädel wird sowieso bald ein Piano brauchen." Dann'schickt er'mich mit einem Lastwagen/um das ^Klavier abzuholen. . . Am andern Morgen erscheint Levenson aLs^Autvätt für den angoUagten Knopslochnracher im Gericht. Ohne sich in: geringsten um den Fall zre bekümmern, ersucht er um eine Woche Aufschub. Während der folgenden Woche gelingt es >der Frau, elf Dollar auiWtreiben. Levenson läßt den Ml wieder vertagen, bis er sich -davon . überzeugt -hat, baß öie weiteren neun Dollar, die die Frau bringt, allM sind, üvas aus ihr herauszuholen ist. Jetzt stellt es sich heraus, - baß der Knopftochmacher auf <ber Straße aufgegriffen, worden mar, als' auf den Schrei ,Kittet den Dieb" hm ein Paar Dutzend Leute nach allen Richtungen davonraunten. Die Handtasche fand sich nicht in-seinem Besitze, als -er Verhaftet tvurde, und als die Verhandlung endlich ftattsand, erklärte -die Bestohlene, baß dev Angeklagte dem, der ihr die Handtasche entrissen -habe, nicht im geringsten ähnlich sehe. Er tvurde fveigesprochen, und die arme Frau, die ihren letzten Dollar ausgegeben., das Klavier ihres Jungen geopfert und von jedem Menschen, den sie kannte, Geld geborgt hatte, )var der feisten Ueberzeugung, daß ihm nur ihr Gelb die Freiheit evkauft habe. Ab und zu las ich einen weiteren Fall'und brachte ihn vor Black Riley, der voll Levensoit seinen Anteil bekam und mir ein weitig abgaib. Es warerr jetzt Mi Monate vergaitgen, seit meine Iugendgespieleu ins Arbeitshaus geschickt worden tvarcn, und eines ‘ Abends erzählte ich u Black Riley in der Bar int Silver Dollar Salon. Er konsultier'e Levenson, sprach von Schmiergelder an der -richtigen Stelle, vom Fälschen von Gevlchtsakten, Fehlern in den Dokumenten- und vott ihrer Entlasi-mtH auf Grund von lechu'fchelt Einwänden. Es würde ein ivenigl Geld ikosien. Man -müsse an die Leute an 'beiden Enden des Drahtes 'dettkei;, den man zu ziehen beabsichtige. Well^ c*n persörtlicher Fall! Dreihnttdert sollten genug sein! Ich erklärte Leveuscn, daß an eine derartige Summe überhaupt nicht zu denken sei. Er versetzte, daß ich eben -keine Phantasie habe. Ohne.Phantasie kön-ne-man /keinen Fall durch« fechten. Und daun'illpstv'eite er, »vas'ler- Wter'Phctnita.sie verstand. . Er meinte:'„Zuerst muß einem die Phantasie sagen, wer nicht gern itt den -betreffenden Fall verwickelt sein möchte. Dann muß einem die Phantasre sagen, wie man gerade diesen Menschen in den Fall verwickeln kann. Und wenn einem die Phantasie so weit geholfen hat, könne man sich -den Rest leicht zurechtphantasieven. Hier 'halben wir Ihren Fäll: drei - Iuugeti,- Diebe, wett, die haben doch vorher schon gestohlen, tlicht wahr? Wem haben sie >dtt Beute verkauft? Irgend jemandem doch! Dieser Irgeild« jeinand bere>i-chert sich an den:,!vas sie gestohlen ha-beit. ' x (Fortsetzung folgt.)

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