Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 7 (1925)
- Issue
- Heft 2370 (27.9.1925)
- Date
- 1925-09-27
- Page
- Seite 8 (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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'!6eike 8_ Wken, Sonntag_ * Das bucklige Mammut. Das Vovlveltl-iche, riesige Mammut hat man W sicher immer, wchl Mützt auf hie mrs den auMunvenen Knochen Msanunengesetzteu Skelette, der Gestalt nach wie einen unserer lebenden EÄefanten vorgcstettt, obwchl me Meniichen der Eisgeit in ihren meist sehr lvahrheitsMtroueu -Hoihlenzeichnungeir und ElfenbeiNschmtzerelen ganz a.^cc Biloer von chm entworfen chatten. Alle diese Darstellungen zeigen nämlich, wie es in der Zeitschrift „Kosmos" heißt, daß die Umrißllme des Mammuts in den Rückenteilen nicht wie bei modernen Elefanten der Skelettl-iivie folgt, foittoeint dach sich QiUf öMtt Rucken des Mammuts ein gewaltiger Buckel oder Höcker echobon haben muß. Höchstwahrscheinlich handelt es sich dabei um einen Fettbuckel, eilten Nahrungsspeicher für den langen arktischen Winter, ähnlich dein Fetthöcker des Kantels, das. obgleich unter völlig arideren klimatischen Verhältnissen lebend, ebenso wie das Mammut gegen zeitweise larege dauernden Nahrungsmangel geschützt sein muß. Ans diese nterkwüidige, mshor nicht beachtete Eigenschaft des Mammuts hat zuerst der Wiener Paläontologe O. Abel hingewieseu, nach dessen Forschungen auch das bepelzte Nasshorn, das dereinst die Steppen der Eiszeit bevölkerte, den erhaltenen Abbildungen zufolge einen ähnlichen höckerartigen Fetchnckel auf dom Rucken gehabt haben muß. Radioprogramm. Sonntag den 27. September. 11 Uhr 5 Min.: Orchesterlonzert des Wiener Symphonieorchesters. — 16 Uhr: Populäres Orchesterkonzert. 20 Uhr: „Die verla-uste Braut." Montag den 28. September. 11 Uhr: Vormittagsmnjik. — 16 Uhr 10 Mn.: Nachutittagslonzert. „Die neue Wiener Operette." Bereine. Bortröge und Bersammlungen. Zionistische Sektion 6/8, 8. Bez., Bcimoplatz 1 a. Dienstag den 29. d. um 8 Uhr abends Vortrag Dr. E. M. Zweig (Ienlsalom): Bericht über den 14. Zionisterrkongreß. Berta Berger: Die dritte FrauenwMonferenz. * Die Krise im Zionismus. Ueber dieses Thema wird Herr Dr. Norbert Hoffmann in einer Werbrverisammlung referieren, die vom Verbände der Zioniften-Revisioursten Oesterreichs Donnerstag den 1. Oktober um 8 Uhr abends im VereinGerm, 8. Bez., Bennoplatz 1, veranstaltet wird. MSische Fünften! Der Iüdisch-ÄKodemische Juriislenöereill, eine Vereintg-ung der jüdischen Juristen und Siaatswissenischajstler ohne Unterschied der Partei, uw) eine Sektion des Gesanitverbandes der jüdischen Hochschüler Oesterreichs, hat es sich zur Aufgabe gemacht, den Kollern in allen Stndentenangelegenheiten sowohl auf wirtschaftlichem wie auch auf kulturellem Gebiet mit Rat und Tat zur Seite zu stehen. Der Verwirklichung dieser Zwecke sollen .folgende bestehende Institutionen dienen: 1. Eine sehr reichhaltige Bibliothek (1500 Bände); 2: Inflriptions- und Studienberatungsstelle: 3. Kurse und Vorträge; 4. Theater- und .Konzertermäßignugeu; 5. Gewährung von Inskriptionsui Prüsungstaxen; 6. Mensa; ' 7. Veranstaltungen -und 8. RechtshAfestelle, Ausslugssektion, Sportsektion. Um aber die Zwecke leicht und in noch größerem Umfange erfüllen zu rönnen, ist es notwendig, daß all« Mischen Juristen und Staatswiffenschäftler. eine geschlossene Front 8M»en und «um so mehr, da der einzelne der wirtschaftlichen Not viel schwerer Stand halten kann. Wollt ihr daher, Kollegen, euch eilte würdige ' und energische Vertretung eurer Interessen und Erfüllung eurer Wäsche sichern, so ist es nur durch eine festgefügte Organisation möglich. Tretet sofort bei und werbet neue Mitglieder! Mitteilungen au^ dem Publikum. Möbelfabrik J. Spira Feine 019 Willi, WL 1 2 * Wohnungseinrichtungen (EckeKarl-Schweighoter-Gasse) Segen Schmerzen rheumatischer» gichtischer und nervöser Art. Togal wird von vielen Aerzien em-»'ohlm / Probkpackung in »llen Apotheken Modisteiiißbranstalt SÄ Samstag und israelit. Feiertage gesperrt Aufnahmen täglich Kultus- und Justiz-Talare sowie Barette in den mannigfaltigsten Ausführungen erhalten Sie vorrätig oder auch nach Mass nur'bei der altbewährten Spezialfirma Rudolf Goldsiein, Umformierungsanstalt Gegründet 1866 WIEN, II. TA80RSTRASSE 84 Telephon 45-6-23 Lieferant vieler in- und ausländischer Kultusgemeinden. Zahlreiche belobende Anerkennungsschreiben. Verlangen Sie illustrierte Kataloge gratis! 135 MW Stenotypistin mit mehrjähriger Praxis und Hüter Allgemeinbildung, an raidtei und sauberes Arbeiten gewöhnt per sofort gesucht. Vorzusteilen: R. LÖWIT Verlag, Wien, I. 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LÖWIT-VERLAG WIEN, L, FLEISCHMARKT NR. 1 Jüdischer Schuldem«. Zu Beginn des Wintersemiesters (Mitte Oktober) eröffnen wir neue Hebrmischkurse für Erwachsene, Anfänger und Fortgeschrittene. Tag und Stunde nach Vereinbarung. Sämtliche Kurse ste'Hen unter Leitung des Herrn Dr. A. Birnbaum. Schriftliche Anmeldungen sind zu richten an: HÄräisches Pädagogium, Wien, 1. Bez., Drahtgasse 4. Hebräische Schule, 2. Bez., Große Mohrengasse 16, Tür 22. Einschreibungen für Kinder und Erwachsene, für Anfänger nnd Vorgeschrittene finden täglich von 4 Ibis 5 Uhr nachmittags im Schniloka'l statt. Hechaluz, Oesterveichischer Landesverband. 2. Weidah Llali'th (Delegiertentag) Dienstag den 39 d. bis Donnerstag lden 1. Oktober im Indischen Asboitecheim,, 2. Bez., Bl'nmanevgasse 1. großer Saal. Tagesordnung: ^Dienstag, 8 Uhr abends, feierliche Eröffnung;. Begrüßungen; Generalbericht; Wahl der Kommissionen.. M it tw'och/8 Uhr früh: .Generaldebatte über die äbgelaufene Aribeitsperiode.^ 2 Uhr nachmittags: Referate über die Richtlinien der 'künftigen Arbeit: a) landwirtschaftliche Hachscharah; b) handwEche Hachscharah; e) Mädchenhachscharch; d) geistige und kültureue. Hachscharah. Donnerstag, 9 Uhr früh: Leo?Käu!fM'ann: „Die zionistische Weltsituation und die La.j)e des WÄthech^lH." Jchoschuäh Bierer: ,,Die Lage in Palästina und die Prmzwien der Arbeit des Hechaluz." 2 Uhr nachmittags: Debatte; BefchMsse; Wahlen. 8 IHr abends: Abschiedsseier fiir dre ab- . Menden Cyaluzim und Kwuzoch. 87. Schtemher 1SS6 Rr. gtfo Bühne nnd Kunst. BmKnstn« Urverri»fom«e» zwischen N«ch«< thealrkvervnltnng mm Riwag. Die BundeScheaterverlvaltUiNg ist mit Len Vertretern der Ravag dahin übereingekommen, daß die in der Kouzessionsurkunde der Ravag vorgesehene Berembamng mit der Utrterrichtsverwa'litung über Hie Berwertuing der Darbietnngen der Bundestheater und deren Mitglieder W 15. Oktober d. I. abgeschlossen >wivd. Bis dorthiV gilt der bisherige Zustand. „Unverhofft." (Akademietheater.) Wir gratulieren. Diose NastvoyMHührung war eiK Bergnüigen. Gin einziger Mßton: Herr Karl Z e s t a, der tvoftliche Spielleiter des Slbends, hat die Rotte des Fabrikanten Watzl fchkbesetzt, indem er sie stlbst überna'hm. Aber im Sdachgenuß froher Stundei: kommt kein Tadel auf. Im Gegenteil. Man erwägt, daß Zeska sein norddeutsches Wesen trotz langjährigenl Wirken in dieser Stadt nicht ins Oesterreid)ische unMlbiegen vermochte. Der versierte Mime hat nock) so viel Charakter und so wenig Komödiantentum, daß er nicht nach Belieben „urwienevi-sch" tun kann. Seine Partner waren (fast durchaus) echt bis in die Fingerspitzen. Herr Mai er Hofer siegt mit dem Entreelied. Sein Herr von Ledig ist ein alter Junggeselle, dessen Eigenliebe mit lies verankerter, sorglich verdeckter Güte streitet. Daß sie wiederholt durchbricht und von dem grantigen Partikulier Besitz ergreift, gibt der Gestalt, wie sie Maiechofer formt, ihr« ^besondere Note. Hier reift ein österreichischer CharMerdarsteller, den man rechtzeitig ins Burgtheater Holle. Beste österreichische Mark«: die HaushAteriu Schnipps des Fräuleins Mayer, die Mkarie der Blanko Glossy. Beste Wiener iMavke: die Gabriele «der Frau Pünkvsdy. ZlnßerovdenMch der Falt des Herrn Wawra. Des Lebens ungemischte Frende, von den sauren Blicken dieses Misogyn getroffen, gerinnt allsogleich. Zwerchfellerschütternd seine Hckltung im QuMibet des Schlußaktes. Nach diesem Quartett, von den Herren Maierhofer, Zeska, Wawra und Emmerich Reimers exeguiert, unterbrach ein Beifallssturm die Vorstellung. Sie konnte erst nach wiedechollen miMückten Versuchen fortgesetzt werden. Ein im Burgtheater nnechörter Erfolg, mit löblichen Mitteln erzielt und auch dem kritischen Premierenbesucher e'm Wchlgefallen. O. A. -ftostlerhavs. Deutsche Frauenkunst. Außer der ständigen Ausstellung von Maller^ Plastik, Graphik und Klemkkunst" und dem „Gesicht dev Zeit^. beherbergt das Künistlerhaus seit gestern eine Ausstellung „Deutsche Frauenkunst", die Werke brl-. dender und angewaMer Kunst umfaßt und einen Ueberblick über die künstlerische LerstungssSWeit der Frau zu geben versucht. Gefördert wurde dieses Äuternehmen von den Lehrern der Wiener Kunstschule für Frauen und von einem Damenkomitee, das für die Aufbringung der erforderlichen Geldmittel sorgte. Was zunächst aufsättt, ist die Tatsache, haß m der schöpferisch bildenden Kunst die Frau sich den großen Herrschenden Bewegungen verschließt, mit rein technischen Wtteln an den malerischen ProbleMN der Zeit mttarbeitet, o-hne sie zu verarbeiten, unid'daß ferner die Fxau die Ausbrüche der radikalsten Thesen mildern, schwächen und eine Harmonie erzielen will, die «dem fraulichen Wesen genehm ist. * v Die Ausstellung umfaßt eine Reihe von Bildern und Plastiken, unter anderem auch, reichshsnischer IKünsßerinnen, von denen die Graphikerin 'Käthe Kvllwitz internationalen Namen besitzt. Unter den Plastkkerinnen. ist Renee Sintenis, ferner in dey Malerei Charlotte' Berend, Stephanie Höllenstein, Maria Caspär- Filser, Frau Lene Schneider-Kainer, die Mener Zeichnerin Sascha KronbUrg; von den reicht deutschen Künstlerinnen, ist an evster Stelle Dora Brandenburg zu nennen. Für das werte PMNum infereffant sind zunächst die diversen kunstgeweMchen Arbeiten unter Führung der Wiener Werkstätie, welche ihre aparten Stücke, die in Paris AuMn erregt.haben, inverschiedenen Varianten der besten Schülerinnen voHühren. Unter anderem ist auch modisches Künstgewevbe zu sehen. Ueberaus reichhaltig ist Keramik (Wally Wieseltier) zu sehen, viel Stickereien im Stil' -der Hausindustrie, Emailarbeiten und das Modell eines Borsührnngsraumch für eine Modesirma. Das Hauptintexesie konzentrrert W >da es sich um Frauenkunst handelt, Mstverständlich aus diejenigen Gegenstände, welche mehr in das Kunstgewerbe als in die Kunst einschlagen und zur Ausgestaltung des schönen Heimes dienen. , t« Die Ausstellung wurde gestern mn W vormittags eröffnet. Nach einer. Ansprache des Vorsitzenden des Arbeitsausschusses Hermann Grom-Rottmayer, der über das Zustandekommen dev AuHellung berichtete, -dankte Bundespräsident Dr. Harnisch dem Bvvsitzenden und besichtigte anschließend an jchre ErWMtzWe Ac Att-stellnikg. '■‘•«iesM** 99903377