Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 7 (1925)
- Issue
- Heft 2369 (26.9.1925)
- Date
- 1925-09-26
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
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« Vift in: ZturiÄbholen in dpt Expedition, II., Taborstr. 1-3, ' oder in einerVerschleisstelle ’rafik) monatl. 5 Schilling ''' enverkant': in Wien die Kolporteure der Irma G o I d schmidd, ]., Wollzetle 11 Postversand' für Wien d Oesterreich monatlich 5 Schilling Tscheqho-Slowakei: Mon. K22, Jugoslawien: Mon. Din. 60.Polen:Mon. 4 2loty. Deutschland: Wn. Gm. 4, Frankreich! Belgien: Äon. Frcs..r8 Nachzahlungen bd P r el f* erhfthnngen Vorbehalten Rr. 2869 fflien, Samstag. 28. September 1925 England: Mon. 4 Schilling. Italien: Monatl. 18 Lire: Rumänien: Mon. 170,Lei. Bulgarien:Mon,100Lew«. Schweiz und das übrige Ausland monatlich Frcs. 3 Redaktion, Administration: Wien, II. Taborstr. I Telephone: 44-0-38,43-3-19 Ab 6 Uhr: 21-102, 25-2-82 . IX., Universitätsstrasse 6-8 (Druckerei lg. Steinmann) Oesteneichisches Postsparkassen-Konto Nr. 150.693 7. Jahrgang Horthy in Angst. Nndaprfter PolirMantasien. (Eigendienst der „Wiener Morgenzeitung".) vermittelt ohne Kosienvorröum für gute Mtethftuser Im Deuisdien Reick 1114 isull8Ckatt tür ' " UHd Bau-' n. b. H. Berlin W ar, KqrfQrdendr. US / Td. Kurfünt 038V u. 5734 Sie Snranenbtraifter. -7. Wien, 26. September. Einige Einbrecher, die sämMch der römffch-kacho- WHen Konfession angchören, Haben Vor einigen Wochen der ParmnentenkanMer des Stiftes Zwettl , in Niederösterreich einen Besuch abgestattet. Sie waren mit den Zeit- und Ortsverhältnissen sehr gut vertraut und es gelang chnen, reiche Beute fortzuführen. Einen Teil davon verlausten sie, nachdem sie die gewehten Gegenstände-zersEckelt hatten, einem Mener EdelsteinhäMer, der dann bei der Posizei angab, er habe zwei Edelsteine seinem Gehilfen „aus Anlaß der Mischen Neujahrsfeiertage" zmn Geschenk gemacht. Der Händler hat an- Üch die Herkunft der Steinegekannt. Er ist dem »esgericht emgeliefert wocken. Sein bedenklicher Ankauf Mt nun dem römisch- -kacholischen, christlichsozialen Regierungsorgan, der „Reichspost", den schönen Aulaß, in ihrem WeMlatt ewige Niederträchtigkeiten zu begehen. Sie will erstens vertuschen, daß die Einbrecher chrer Nation und Reli- Mnangchorten (wobeieiner ein Angestellter. des bestohlenen Klosters war), und zweitens eine Fortsetzung der im.August begonnenen Po^omweM liesern. Damals hatte ein chrfftticher ZrchAter einen christlichen Turner ermordet. Das war jüdiMr-Terror und die „Reichspost" im Verein mit den übrigen Mordblattern nützte die Sache redaktionK und chminfftpativ weWch aus. Daß der Mord am Praterftern von Juden bestellt worden sei, sagte das fromme Regierungsorgan nicht so freimütig heraus, aber das Blatt vermißte es, daß das zionistische Organ zwischen sich und dem Mörder einen Trennungsstrich ziehe. Diesmal ist die „Rckchspoft" in ihrer augenverdrehendm Persidität schon deutlicher. Die Person des Juden ist da. Unleugbar. Also kann sie an die Beschuldigungen erinnern, die im Mittelalter wiederholt den Anlaß zu Judenverfolgungen gegeben halben, nämlich über rituelle Me des Judenhasses .gegen das Christentum. Es mag nicht leicht sein, sagt dieses Blatt, jeweils die geschichtliche Wahrheit mit voller Sicherheit seftzustellen. Wo also selbst nach der „Reichspost" der Verdacht der Lüge uaheliegt, wücke ein anderer schweigen. Das Regierungsblatt tut das nicht. Der Fall dieses Juweliers könnte auch ohne Aneiferung von außen sogar arglosen Gemütern zu denken geben: Diese Arglosen befinden sick ossenbar in der „Reichspost", denen bei dieser Gelegenheit „gewisse angebliche Talniudlehren über das Verhalten der Inden gegenüber den Gojim. und deren Eigentum" ins Gedächtnis kommen. Diese AuMhrungen geschehen in einer Polemik gegen die „Arbeiter-Zeitung", die den Juwelier als einen frommen Mann verspottet. Es ist immerhin von Interesse, daß sich das chri» lichsoziale Regiemmgsorgan gerade diesen Satz > aus der „Arbeiter-Zeitung" heraussucht. Es gilbt dort noch einen anderen, der aber glatt verschwiegen wird, obzwar eine politische Partei dazu schon einiges zu bemerken hatte. ' Dieser Satz lautet: „Wir haben es, was jedem anständigen Journalisten selbstverständlich erscheint, unterlassen, für das Gesindel von Schwemepsafsen, Kinderschändern, Brandlegern, Betrügern, Desräudartten, Säufern und anderen angenehmen Zeitgenossen in der christlichsozialen Partei — wir stehen, wenn es gewünscht wird, für jeden Fall mit genauen Daten und Dokumenten zur Verfügung! — die christlichsoziale Partei verantwortlich zu machen; nichteinmal für die'Tätigkeit eines Mitgliedes der christlichsozialen Reichsparte ivertretung und katholischen Priesters dazu in einem pornographischen: Verlag." In der .„Reichspost" spürest dir kaum einen Hauch. . . Es ist sicherlich -nichtnotwendig,. das Judentum Budapest, 26. September. In dem heute unter Brwsitz des Kultusministers Dr. Bas ahgehältenen MMerrat berichtete der Mnister des Innern ausführlich über die kommunistische Organisation in Ungarn. Der Mömstervat hat, toie amtlich mitgeteilt wird, ^schlossen, die. zur Aufrechterhaltung der staatlichen Ordnung notwendigen Maßnahmen mit der größten Energie auch weiterhin zu verfolgen. Es wurde betont, daß die Schuldigen unter keinen Umständen daraus rechnen können, durch eine Austauschaktion ihrer Sttase zu entgehen. Die Polizei hat heute den Metallarbeiter^Aosef Oanez verhaftet, der an den Vorarbeiten zur Err-Htung einer kommunistischen Agitationsschule terlgenamyren haben soll. Oanczwar Leiter einer Bezirksorganisation der' sozialdemokratischen Partei 'und ist erst vor zwei Tagen aus der sozialdemokratischen Partei ansgetreten. Auch in der Provinz sind mehrere Werlhastungen vorgenommen worden. Die Sensattoussabeleien.der Budapcher Pollizei rlchmen schon einen heiteren Charakter an. . Sie sprechen jetzt schon vm: einen: Kommunistenkongreß,. der EM August in -der Blumauergasse in Wien stattgefunden ^ben soll. iJhn halbe - persönlich; gefettet. Weyn mau diesen. Hamen nennt, schüttest sich' die gesaPte. Horthh-SippsHajft. in MnAtkrämpfen und die Polizei steht wieder einmal als Retter des Vaterlandes da. Sie malt die Affäre nach dem erprobten Rezept magyarischer Wuberrowäntik aus. Ungarische Detektivs hätten den Kun in Wien erkannt, wo er ständig von drei russischen Tschekisteu begleitet wurde. An dem Kongreß nahmen die Exponenten der Moskauer Regierung unter dem Vorsitz Beta Kuns teil. Die weiteret: Teilnehmer waren der gewesene ungarische Volkskommissar Eugen Laudler, Matthias Rakosi, Julius Alpa r y, Johann H i r0 s ek und Josef R e v ay, semer in Vertretung der ungarischen Troika Ignaz G ö g ö s, Katharina H a m a n n und Karl O e r h, weiter ein Mann unter dem falschen Namen Pseiser, ein in Budapest arbeitender Maschinist, ein gewisser Wois Heris und schließlich Zoltan Weinb e rg er sowie der Sekretär Kuns Ladislaus Balog. . Bei diesem Mener Kongreß wurde das ganze A k t i 0 n s p r 0 g r a m m f ü r U n g,a r n ausgearbeitet. Bela Kun soll damals, wie die Budapüster Polizei fce* ' hauptet, den ganzen Plan aus Moskau mitgebwcht haben. Er verfügte auch über große Geldbeträge. 9kach den: Plan sollten zunächst in einer Nacht große Plakate angeschlagen werden, dann wollte man mit Hilfe der VagiMrnppe die sozialdemokratische Partei sprengen, und verschiedene Institutionen des Landes sollten teils durch Bchechung, teils durch Ueberreduug gewönnet: werden. gegen die geschmacklosen Witzeleien der „Arbeiter-Zei- - tung" in Schutz zu nehmen, und es ist nicht notwendig, das Judentum gegen die von der „Reichspost" repräsentierte Richtung der römisch-katholischen Religion zu verteidigen. Die Ehre des Judentums ist so hoch, daß sie von diesen arglosen Genuitern nicht erreicht wecken kann. Aber kein Blatt schreit so viel über die Beleidigungen des Christentums, kein Matt ist so mundfertig und so nervös, wenn sich irgendwo politische Kriük regt, wie dieses Organ der Liebe, das sich inrmer sein Alibi 'bereit hält. Haben diese Leute etwas gesagt? Sie haben doch nur gesagt, es mag nicht leicht sein ... gewisse angebliche Dalmudlehren . . . Sie haben nichts gesagt, sie sind nicht zu fassen, wie sie niemals zu fassen Auch über die Art, wie Rakos i verhaftet wurde, gibt die Polizei einen Bericht aus, tat, ihre Findigkeit im hellsten Licht zeigt. Sie schweif um darüber, wa's in ganz Budapest bekannt ist: daß nämlich die Verhafteten in der schMerlichsten Art gefoltert und geprügelt werden, um sie zu Geständnisseu zn pressen. Bisher, sind an sechzig Personen in Hast der Oberstadtihauptmanuschast. Keine Verständigung in Wien. Auf eine Anfrage bei der Staatspolizei wurde uns Mitgeteilt,'daß bis zur Stunde von der Bndaposter Polizei keine Verständigung an die Wiener Polizei eingolangt ist. In einem Fa'lle von solcher Wichtigkeit werden gewöhnlich die österreichischen Behörden sofort telegraphisch ersucht, Echebungen zu pflegen, deren Resultat wieder telegraphisch nach Budapest gemÄet wird. Diesmal ist ein solches Ersuchen nicht gestellt worden. Dennoch -hat die Wiener Polizei sofort Erhebungen eingeleitet,- kann sich aber dabei nur aus Meldungen ungarischer BMgr, die «v die Wiener Presse übergingen, stützen. Die TerDdEt dieser Nachrichten ist schr zu bezweifÄn. Besonders u n g l aubwürdig^ erscheint es, daß der' angebliche K0mmunisienk0ngreß in Wien gerade im Hanse Blumauergafst I stattgefunden haben soll, auf das * '' - j wShrend dtt Zeit der HakeukreuzkrawM^ im Augustdie-, öffentliche Änfmerksamkoit gelenkt 'war. Es ist dies nämlich >da's Haus, in dassich der ' ZchWer S e i dl geflüchtet hatte, nachdem er anläßlich der ^zesse' am Praterstern am 1. August den Turner Mohapel ermordet hatte. In diesem Hause befindet sich ein kom- MMistisches Parteilokal. Es ist nicht anzunchmen, daß gerade zu dieser Zeit, in der fast täglich in diesem Hause polizeiliche Durchsuchungen vorgenommen wurden, der Kommunistenkougreß dorL gi* tagt Haben soll. Dennoch ist die Wiener Polizei eifrig bemüht, die Sache aufzuklären. Bis nun hat sich> für die Richtigkeit der Meldung keinerlei An Halls Punkt ergeben. , Ier Streik bei der SefterreichWen Alpinen . Mlltaugesellslliast. Die Regierm:g ist mit der Ochevwichischen Alpinen Montangeisellschaft und den GoweiHschÄften'in Mhlung!gstve-ten> um eine BesPrechMW zwischen -den beiden Teilen unter Ber- Mittluuig des Bundesministers für soziale Verwaltung, Doktor Resch, herbeizuiführen. Der zuständige Restreut in: BundeLmIimstevimn für soziale VerwalAug, Dr. Wil ezelk, hatte gestem eine mchrstündige Unterredung mit den: Generaldirektor Dr. AP old und konfe--' rierte sodann mit den: Landeshauptmann Rr. Rintelem Diese Vorbesprechungen zeitigten das Ergebnis, daß' da» BundeslNimstermm fiir soziale Verwaltung die- Alpine Montm:-' gesellschaft und die Arbeiteckertteter für einen der ersten Sage der nächsten Woche zu einer gemeinsamen UüE spräche einladen wird. sind. Aalglatt, klug wie die Schlangen. Im WeMlatt. Im. MorgeMatt kommen .sie. Pazifistisch. Dr. Ignaz Seipel eMärt,' daß die Kirche die UeLerzeugung vom Zusammenhang aller Arten des Friedens nicht aufgeben wird. Die Demokratte habe so große Fortschritte gemacht, daß jeder einzelne Mensch auch sein Maß an < Verantwortung für das, was unter den Staaten geschieht, ttägt. Die KachMen wecken bessere Methoden, weiteren AuEck und üefere Einsicht in das Wesen und in die Zusammenhänge der Dinge mitbringen. Das ist im Morgenblatt. Das WeEatt zeigt, wie die besseren Methoden, die weiteren Ausblicke und die tiefere: Einsicht beschaffen sind. Wir aber, merken die Zusammenhänge der Dinge. '!ür liimtliche Hekbftware» im Warenhaus «WWMv II. TaborsjtraBe 48 Tsleahon 47-1 ■ 7v Bn gros En Mail ^97705 558159