Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 7 (1925)
- Issue
- Heft 2368 (25.9.1925)
- Date
- 1925-09-25
- Page
- Seite 7 (sequence 7)
- Language
- German
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MWk jtMijg wW« wvuO. —T„... NM, M W Ulm und Kino.! Menev MovgenzeUunff -8. September IM «Seite 7 „Me Nacht des Inferno." In eine «um ihrer Wirkung »Villen etwaskraß gehaltene Handlung in Dantes Höllenfahrt, die „Comedia divina" himin- Mtettt und bildet eigentlich den Häuptteil diffes Films, dessen Rchuven nicht sehr anspruchsvoll W und es auch gar nicht zu fein braucht. Denn das, was hier, als Bisionelnem unverbesserlichen Sünder erscheint, -ist so großarsig und.packend, das; man Mer die Rahmenhandluna selbst einfach hintveggchen rann. .Die F o x - F rlm -IP-roduiktion hat bevems in einigen riüsigen Filmen, wie ,Oöni,gin von Saba". ,David und Go- Li-aty", eine Pracht dev Ausstattung gebracht, die auf diesem Gebiete — ItziS fetzt wenigstens — einzig dastcht. Doch hat sie all das in diesem KolossalwerL noch ubertrojffen. Blutigrot glicht di'öse ungeheure Hölle auf, zeigt Dimensionen, wie sie bis Setzt noch nie dem Film zur Verfügung standen und wirbelt üer Menschenmassen am ObijÄtiv vorüber, die unzchlig cheinen. Tausende und aber tausende nackter Leiber ziehen an uns vvvülber. Mn Riesenanfgebot der Nacktheit, wie man es noch nie und nirgends gesehen hat und wie mm: es sich bis jetzt auch gar nicht voOellen tonnte. Und was man hier im Detail mühsam erlkennen kann — denn das Auge wird ganz und gar durch die schier endlose Masse gefangen,genommen —, sind alle diese hüllenlosen Körper von klassischer Schönheit und nur Hollywood elb-en war rmlstande, dieses ungeheure Kontingent dieser tadellosen Menschenleiber zu bieten, mir diese Stadt konnte diese Unmengen junger und schöner Menschen äufstellen. Manche Phasen der unzählWN, immer wechselnden Bilder aus der Unterwelt erinnern lebhaft an die Schöpfungen alter italienischer.und spanischer Meister, zeigen-ihre finstere Tönung und auch die brutale Art des Vorwurfs, die durch kleine Details noch zu eindringlicheren WirkruMN vertieft wird. Dazu kommt hier noch die niederdrückende Macht des riesigen Massenaufgchotes. Der von Hunderten und Hunderten bedeckte Felsen, an dessen Fuße der schwevbelandene Nachen Charons tief unten hinigleitet, gleicht einem in Stein erstarrten Schmerzensschrei. Von wilder Bewegung erfüllt wieder sind die anderen Bilder, wo Dämone zahllose Büßende in kochende Seen werfen. Untiativi-VME1 vA-ni m bringt das sensationellste Ereignis dar diesjährigen Kinosaison dein Wiener Film sch wank. i II I I i l Hauptdarsteller: PAT und PATACNON Regie: H a n s 0 tto Ab heute bis Montag den 28. September: l, Elite-Kino (Kleine Bühne) VIll.. Palast-Kino 1., KHrntner-Kino IX . Flieger-Kino 1, Rotenturm-Kino IX., Heimat-Kino 11., Zirkus-Busch-Kino XVII, Astorla-Kino UL, Eos-Lichtsdieie XVII., Kalvarienberg-Kino . . VI., FIotten-Klno . XViJ., Theatej-Kino , Ab Dienstag den 29, Sept. bis Donnerstag den t.Okt.: 1., Opern-Kino .V., Atlantis-Kino 1., . Schottenring-Kino V., Margaretner Bürger-Kino 1., Kammerlichtspiele am VI., Kino Martahtlf Schwarzenbergplatz VI., Schäffer-Kino XVM., Michelbeuern-Kino Ab Freitag den 2. Okt. bis Montag den 5. Oktober: IV. , Wiedner Grand-Kino XIII., Schönbrunn-Kinö V. , Austtia-Kinb XIV., Raimund-Lichtspiele VI. . Kino Mariahilf XV.. Abbazia-Kino VI. , Schäffer-Kino XVill., Mlchelbeuem-Klno VII. , Kosmos-Kino XX.. Kammerllchtsplele Brigittenau X., Gudrun-Kino XX., Vindobona-Kino Das p. t. Publikum ' wird im eigensten Interesse gebeten, des grossen Andranges wegen auch die Nachmittagsvorstellungen frequentieren zn wollen CENT» AL-KINO II. Tabo.rstrasse 8 Telephon 42-3*41 Von heute bis Ä8 September PO LA NEGRI in dem grossen Lebensbild DIE ZARIN nach dem bekannten Theaterstück von Melchior Lengyel und das übrige Schlagerprogramm Beginn: */A V*8 und aA9 Uhr, Sonn- und Feertags VA Va8 und 8//9 Uhr sschelnt wIeder das Bild, in dem die Verstorbenen zn dem Rlchter der Unterwelt Hingetrieben werden, der -7eine ^l^lleiftung der Tricktechnik sich berghoch über die Sünder?um M m seinem Fußknöchel reichen. Tief ergreifend ist das Bild, m dem die Selbstmörder zn Bäumen von grotesken Formen verwandelt sind und aus deren abgebrochenen Aesten Blut träufelt. ^D'eser.Film ist von tiesster Eindringlichkeit und seine BiWmrkungen sind meistechaft. Mag man über manche etwas aus-dringliche Details denken wie mün will — er bleibt ein .großes KnWvevk in seiner Art. „Ich lieche dich?" Seeossizier findet in einer Hafenkneipe j2>cnuo£ ein blutjunges, phr begabtes Mädchen als Sängerin, ^-r nimmt sie mit sich und läßt sie ausbilden. Durch einen Bürmrach versiert er sein Vermögen, verschwindet ohne Ab- MedAnd die Sängerin macht später eine große Karriere. Auf der Jacht ihres Impresarios finden sich die beiden endlich wieder und eine Schiffskatastrophe, aus der sie gerettet werden, laßt vc vereint einer glücklichen Zukunft entgege »gehen. . D-^e an und für sich etwas anspruchslöse Handlung wuche durch den Regisseur Paul Ludwig Stein zu einer Recha^prachtvoller Bilder 'belebt, -denen häufig wunderschöne ^andschafts- und Seeaufnahmen einen pittoresken Hintergrund geben, Die Stimmung Griegs unsterblicher Komposition ist 'S meisterhaft zum Ausdruck gebracht und das Tempo verdichtet durch sein ununterbrochen flottes Vorwärtsschreiten die Spannung, die in dem Geschehen selbst schon liegt. y., ^hr gut ist durchwegs die Darstellung. In der weiblichen Haichtrolle können wir nach längerer Zeit wieder den Wtmer Filmstar, unseve Liane Haid, begrüßen. Ihre Darstellung hat m der letzten Zeit sehr an Kraft und Gharatteristerung gewonnen und ihr Exterieur ist noch immer so bestrickend liebenswürdig wie früher. Doch ist ihre Kunst heute schon viel gereifter und zeigt in den Details eine tiefgehende und dchec fein empfindende Auffassung, die in geschmackvoller und treffender Nuancierung zum Ausdruck kommt. Einen ausgezeichneten Partner hat sie an Alfons Fryiland, der den langen Marineoffizier mit sehr viel LiebenswürdiKeit spielt. Das Zusammenwirken der beiden ist ganz ausgezeichnet und , mau könnte sich für leinen Teil einen besseren Partner wünschen. — 8e»orrmmnM»w I. SchottenririgS Telephon 17-4-SIÖ Von heute bis 88 September Ich lieb« dich I Das Lebensschicksal einer grossen Tänzerin mit Liane Haid und das übrige Schlagerprogramm Beginn: Wochentags V»5, '/.6, 1/.8 und J/49 Uhr, Sonn- und Feiertags 4, %6, Va7 und VtS Uhr Sehr viel Gutes und Schönes bietet Anny Ondrakov a, die junge/ -bildhübsche Prageriu. in ihrer fein herausgearbeiteten Rolle und auch Livw Pavanelli ist als etwas brutaler Bewerber um die Gunst der Sängerin sehr gut. Die übrigen kleineren und kleinsten Rollen sind ebenfalls durchwegs gut und entsprechend besetzt. Besondere Anerkennung verdient die künstlerische Photographie Kurt Cour ant s, 'die prachtvoll klare und plastische Bilder hervorbrachte. „Zwei Vagabunden im Prater." Heute erscheint in den Wiener Kiitos das, grosse Lustspiel, das Pat und P a ta ch o n, die beiden weltberühmten dänischen Komiker, heuer unter der Regie Hans Ottos in Wien hergestellt haben. Diese ausgezeichnete Komödie wird hier um so größeren Anklang finden, da Wiener Straßen und Gassen sowie schließlich auch der Prater diesem Film eine besonders ansprechende Staffage geben. Neben den beiden ausgezeichneten Künstlern gibt noch ein aus Wiener Schauspielern zu!sam-mengestelltes Ensemble ebenfalls sein Bestes. Jedenfalls, ein Filmden man gesehen haben soll. . st er from Paris" die Hauptrolle. Das. Manuffript ist nach dem Roman „D i e Zwilling s s ch w e st e r n" von. Franz Molnar und wurde von Lübitsch' srüherem Dramaturgen Hans Krälh beavbeitet. Weiters hat die genannte Produktion eben ihren ersten europäischen Mm in London fetiggöstellt. Er betitelt sich „The onily way" und bringt in den Hauptrollen Doris K e n yonund Lloyd Hug e s. Der'wuchtige Borwurf-der Handlung und die reiche Ausstattung lassen für ihn ebenso große Erfolge evhofM-, wie sie 'seinerzeit dem First-National-Film „Die Iufel de.r verlorenen Schiffe" beschieden waren. Die Filme der Woche. „Zwei Vagabunden im Prater." — „Die Nacht, des In» ferno." — „Das Renoezvous." — „Die Rache des Wmdihenjührers. — „Ich liebe dich." 7- „GleriigK W^e." — „Die Zarin." — „Windstärke 9." — „Madame de Manaschiewitz." viese frLZe beantwortet Ihnen der M 0 RU M E N'FALE Ab heute: Ab Öartenbäu-Kiho, I. ifa-Paiast-Kln«, H. Kruger-KIno, I. Ma»Palast-K>HiPl H.‘ ‘ ' Margaretner Bürger-Kino, V. Maria-The^esten-Kino, VII. KinoWiehzeile.VI. Weltspiegel-Kino, XVI. «tspiege!.KinoM.,^ndÄronaÄno,XX F OX-Fllme umspannen den Erdball I Copyright 1924 by Kurt Wolf! Verlag A.-0. München 17. Fortsetzung. Nachdruck verboten. Herr Fettwanst. Om amerikanische Autobiographie von Taumel Ornitz. Uetta Ubitzky kommt irgendwie stets zur rechten Zeit, um Lillie, die den Schurken in die Flucht gesagt hat, als triumphierende Tugend zu sehen. Das Spiel geMt chr so gut und -wird so realistisch gestaltet, dass sie ihre Rolle als' Zuschauer aufgibt und sMst handelnd eingreift; sie stößt mich von Lillie weg; „Schan, dass du iweiterikommst, du Vagabund! Ich werd's deinem Vrvter sagen." Hetta nennen wir die ,Mnitzin von Saba". Hpmile Ruhm hat ihr einmal erklärt, sie sei so wundevhübsch, daß sie auch Salomo unwiderstehlich . gefunden hätte, trotzdem er achchundert Frauen hatte. In Wahrheit wollte Hymie wohl sagen, dass sie ein grosses, nachlässiges, aus ihren Kleidern heransgeiwachfenes Mensch mit schmutzig blondom Haar^ ist, 'das keiner zUm zweiten Male anschauen würde. Aetta wuchs als eine der Frauen heran, die in der Geschichte der Frauenrechtlerinnen eine große Rolle spielten und führte später dile Union der Mumenmacherinnen zum Siege/ Sie heiratete einen christlichen UniveHtätsProsessor und schrieb den größeren Teil seiner Bücher über Oekonomie. Wir aber hielten Aetta für außerordentlich langweilig: wahrscheinlich, weil ihr Haar nicht glänzte. Keiner der Iungens beWstigte sie; sie hals den anderen jungen Mädchentöe Iungens wegzujagen. \ . Harry Wotin, Archies Bruder,, ein gewichtiger,, erstster junger Mann von neunzchn Jahren und Student dev Medizin, hat Hannah Weingrad, der Tochter Joe Oeingrads, 'des Kehlers für' jugendliche D-ieHe, auffallend dm Hof gemacht.' WeingraP wies ihm die Cmr -und nannte ihn einen Schnorrer; was er wolle, wisse er schon. „Du Nichts, du suchst nach einem Mädchen, >das dir deine Ändien bezahlt..." Außerdem stand Weingrad in aWem Gesch-äftsverkehr mit Archie Wotin, und als achtenSwevtes Mitglied der Synagoge wollte er -nicht dm Bruder eines Diebesznm SchwiegeHM, ' / *' 4. ' ' Boolkie - kommt mit schlechten Nachrichten. Archie Wotbn, Dopte Ikie Schneider und Dago Jack Marinari find MrWetz.Hpchesi.HiV kleiner Einbruch. Am.meisten 'bedauert Boolkie hen VeÄnst Archies, der den Ehrennamen ,Mhe Gun" (Die Pistole) führte. „Ich bin wütend auf Archie", erklärt der schmerzlich heimgesüchte Häuptling. „Ich zeige chm, wie leicht inan Geld deMenen bann und mache ihn zum besten Taschendieb in' der ganzen Innung! Warum Äbibt er nicht 'dabei? Nein, er ntuss M das rattengestchtige Mistvjch Jssie Weingrad hören, oer ihn auf einen Laden, äusmevffam macht, m den sie.e>inbrechen können, wenn sie Archie durch das Äappfenster über der Tür hinemschiciben. Archie «ist doch so dünn und hat einen geschmeidigen Körper. Well. dieMulls (Pvlizisten) haben ihn und Dopie und den Dago erwischt. And jetzt müssen sie brummen. Wenn er nur bei seinem Leisten geblieben wäre! — Archie ist geschickter wie irgend einer, der mal in eine Tasche gelangt l)at und wäre eine wirkliche Kanone 'geworden." Meine Iugendgespielen mußten brummen, «rußte» über den Fluß hinüber. Da es sich um IuNgens ohne politische Bedeutung, handelte, ohne- Fvimilieneinflutz und ohne Geld, um sich einen An^walt zu-kaufen und Polizisten 'bestechen zu können, traf.sie der Arm des Gesetzes wie ein Mtz. So schnell -wurde der Fall dieser drei Niemands erlchitzt, dass ups. Goolkie.schon eine Woche Wer wchmütig .berichten könntedaß - ftisie Kamevaben ins Arbeitshaus 'geschickt worden Wn... Das Gericht hatte sie - W aW- ^ichn. „House of Refuge" auf RandallsIsland veriamMt. i Ich ärgerte mich, daß die 'Kümmernisse der Bande sich nicht zu meiner MlorWerung äusschlächten'ließen, und begann^ Plane Hufschmieden.. Ich .trieb mich häufig am Eingang des Essex Barket Hagiistratsgerichtes herum, dem .PoNzeitribunal .der Ostfeite... Eine WlbeschäWe WH, ist der leidende Menschen gemahltzn wurden. Ich horchte nutz.wurde weggejtoßen..., -Ich trieb mich herum ' i.7 und rannte, ^schembar. geschäftig, wieder Weg-... wie gleichmütig, fau-l-neugieriwieder . a^er Lmmer horchend, auspassestd . .. bis H .Ina' wyr> Bruchstücke aus Gesprächen MsEMNKuWwWv^ m . ich Fälle, 3iamen, Geheimnisse auMnapPte^-.M Mdierte die Methoden der geschickten Schleppe^ m Vm-v gej machte Klienten für die sie besWftigerchM- AdwMm ffr? anschafften... paßte auf, wer die lbedenteichen mksor dm Wizeigewattigen waren... studwrte die DMD«,.-Ne immer lächslten, immer herMassend die Mwe schMM«. Und nach einer Weile lächelte auchich und schWMe dem Einflußreichen die Hand, da ich bald Mug herEMfMden hatte, daß sie durchaus nicht alle Muten, usit deimt sie so freundlich taten... mch'ich protzte SM vsr-- ängstigten Angehörigen der HlMiuge, die Ätz ÄÄen des Gevichtssaales belagerten,.. Hier lernte ich auch Maxie Freund kennen, einen jungen Mann, der etwa -m gleichen Alter stand wie ich aber erst zwei IHve.in WerHa war und dessen Ehrgeiz ihn ebenfalls M MNschen! Karriere' lockte. Er schloß sich meinem GpiÄe an... rannte 'weg, kam. zurück, flüsterte mir etzwas ins Ohr; dann notierte ich etwas scheinbar unendlich W«MH. in Mn Npiizbuch... und wir waren stolz, aus die ÄusWnder, die um uns iherumstanden, Eindruck gemacht zu haben... Ich war da's Spiel aber bald satt. Ich tvMe MMiHßeit. Ich. zitterte ^danach, in den GeÄchitssW zu koimnren,!der stets überfüllt war. Ich versuchte es ihkchHg^ aber Black Rilley, der fette MrDer, ließ M p|.- So be- - gann ich Black Riliey zu Weben. Das tofcv mr gvcher Mann, besonders was Nach,n und Bauch.aulWat; er hätte einen großen schwarzen WwWiadi Augen- . brauen, die beinahe, so dick . «WM sM iW«tzrM,vt., ,Mmn D etwW' sÄr'We ich unterwAfig. "' ,Ms können sMhe Wichnm tvie Or ftv pW fragte er. A „Alles, tvas Sie «wünschen", Mdievte M. . well, ton kannst du mir einen ipw tun." ’ 8«m, ÄWain", fragte Höig. . '^_%y iiiMjfMiinIiüiwi 'er r inri-mmi «,l.