Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 7 (1925)
- Issue
- Heft 2367 (24.9.1925)
- Date
- 1925-09-24
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
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« [Polen: 20 ^oszyl Wi en: Zum Abholen in .der Expedition, II., Tabojstr. 1-3, oder in einer Verschleisstelle (Trafik) monatl. 5 Schilling Strassenverkaui in Wien durch die Kolporteure der Flrrha Gold schmied, I., Wollzeile 11 M Postversand für Wien und Oesterreich monatlich >5 Schilling Tschecho-Slowakei: Mon. K22. Jugoslawien: Mon. Din. 60. Polen: Mon. 4Zloty. Deutschland: Mon, Gm. 4, Frankreich, Belgien: Mon. Frcs. 18 Nachzahlungen bei Preiserhöhungen Vorbehalten rener England: Mon.4Schilling. Italien: Monatl. 18 Lire: Rumänien: Mon. 170 Lei, B ul gar i en: Mon.lOOLewv« Schweiz und das übrige Ausland monatlich Frcs. 5 Redaktion, Administration: Wien,II,Tabor$ir.l Telephone: 44-0-38,43-3-19 Ab 6 Uhr; 21-102, 25-2-82 IX.,, Universitätsstrasse 6-8 (Druckerei lg. Steinmann) Oesterreichisches Postsparkassen-Konto Nr. 150.693 8hr. 2387 iiiMiiiiiiiinmiiititiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiMiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiitiiiiitiiiiiiiiii Schnäpse Liköre Spezialität: Baczewski - Stanislauer oppelt rektifizier: und b eftiliiert Seit 1782 weltbekannt ■ Ia\wU1 Das Warenhaus 3 t L, Hohenstaufengasse 10, Tcffi96Nr* liefert auf Teilzahlung ohne Preisaufschläge und ohne Anzahlung: Herrenu. Damenbekleidung, fertig und nach Mass, Pelze, Schuhe, Wäsche, Modewaren etc. 6 Monate Kredit! Keine Agenten! aoo Keine Inkassanten! Kein Polnisch-deutscher Schiedsgerichtsvertrag. Warschau, 33. September. Die Polnische Telegraphenckgentur meldet: Die Nachricht vom Schritt der tschecho slowakischen.RegierlU.ng in Berlin wegen VerhaMungen Mn Abschluß eines Schiebsgeri chtsv ertrag es Mschen Deutschland- und der Tschechoslowakei hat hier großes Erstaunen hervor- Mvusien. Die maßgebenden Kvei-se sind der Ansicht, daß ein analoger Schritt Polens nicht ersvlgen toütb.. , Gin Balkanpakt? LlMdou, 22. September. (Havas.) Die Blätter melden, die Türkei, habe zugchimmt, daß in K >i> njstantinoipel eine Konferenz zur Erörterung eines Sicherheit su nd S chiedsgerichts>pa>kt e's für die B all anländer abgehalten werde. > Genfer Protokoll und Sonderpakte. -Genf, 23. Seplemiber. (Schweig. Dep.-Agentnr.) Die^ Erste Kommission hat ihre Artbeiten abgeschlossen. Sie «ahm drei Resolutionen an, deren eine von dem Gedanken, ausgeht, daß die Grundprinzipien des G e n f'c r Protokolls durch , den. Abschluß von Sonderpakte nznr praktischen Anivendnng gelangen. Die wichtigste ist jene Resolution, die besagt, der Völkerbund behalte sich die Frage vor, ob es Zweckmäßig sei, in einer neuen a l l g e nt e i n e n K o n v e n t i o n die Bedingungen des 'Genfer Protokolls über die o b l i g a t o r i s ch e S ch i e d sgerichtsbarlkett auifzunehmen. Sie erinnert an die im Bölkerbnndpakt' selbst enthaltenen Garantien und verweist die BMerbundmilglieder aus die Vorteile, die fik ihre Sicherheit aus dem Abschluß von S o n d je r ü b e r e i n k o m men erwachsen würden. Deutschlands ehemalige 5lolonien. Berlin, 23. September. Der „Vorwärts" nt#ct ans Brüssel: Der Genfer Körrespondent des „Peuple" berichtet über ['§ e h e i int e Verhandlungen!be-. treffend den - Eintritt Deutschland's i n de n^ B ö l k e r b u u d.' In unterrichteten 'Kreisen verlaute, daß an Deutschland das Pölkerbuudmaudat Mer seine - f r-ü h e r e 'n ' K o To n i e n- - ängebotert - werden soll. Mgland selbst -Wäge 'vor, - Deutschlanddas BöMM-ndmandat Wer-Togo und K a m e r u ü zu übertragen.' Men. Limmtag. 24. September UNS kine gemeinsame kttliinmg der Zuden und Men von MM. . (Eigendienst der „Wiener Morgenzeitung".) Gens, 23. September. Das gemeinsame Komitee der. christ 1 iche«■ und jüdischen Bewohner von M o s s u i sandte an den OberkonmüMx und den.B ö 11 e r-; iv un d eine ProteMudgebung folgenden^ Inhalts: „Wir Juden und - Christen, Bewohner der Stadt MoM, -welche mit. der in der. Grenzsrage' hierher entsmidten Kommission des 'Völkerbundes' Rücksprache gWoKn chahvn,. protestieren ' gegen jene'Stellen des UvmmissionÄerichtes, welche sich auf die Haltung d^r jüdischen.'und ^chvPlMn Bevölkerung von Mossii! bcsieheu. "Wir 'erklären ' nochmals vor der ganzen Wett,' daß oir unter keineu Umständen wieder, u nter das Joch der grausamen türkis che -n. Regi e r u -n g zürücktchren wollen. ' Wir sind a r a b i s ch e B ü r g e r und wollen'unter' der Fahne ' des a r ab is che u'I%a ik mit: -unseren; muselmanischen Brüdern in Franndschast leben . - Wir bitten daher iden BÄkeckund, diese's. unser Stroben, .von dessen Ersüllung auch das allgemeine Wohl in unserem Lande abhängt,zur Kenntnis zu nehmen." ' " Bor keiner Eventualität . . . Berlin, ''23.- September. * (M.qKomP.) ’3 -Racheiner Äieldung der' ,-Bosiischen Zeitung"' aus. Kon st a'-n t i nope l, ist die türkische Regierung' entschlossen, 'falls die Mossulfrage nicht bofriedigond gelöst -weche sollte, „v or k'ein er Ev-eütuällität zurMMsicheuen^.' Auch 'da's Verbot sür-A.uslämder'rrach Ana^to-l'i'e«'zu' . reisen, deute auf e r nstere Vorbe reitu nge n. - Dar WröWe W in " lmeWnt mernen? (Gigendienst. der „Wiener Morgenzeitung".) ..; Jerusalem, 22. SepteMer. Die- 'hebräische Tageszeitung der pa-Wneusischen.Acheitevschaft „Mwar" 'bringt fohetide Meldung aus Moskau:' . Die ^'Bsmühüngen jüdischer Kreise in Rußland, bei der SowjetregievMg die Anerkennung des H.ebrä-i.schen. älA National- - s p r a ch e d e r I n d e n zu erreichen, sind' so weit gediehen, daß in der allernächsten Zeit eine wichtige s r i nzip i-ell e E n t s ch e i d u n g d e r Moskauer Regi e r u n g bezüglich der-.Anerk.ennung de's.Hebräischen.'erfolgen soll. (Diese Meldung, deren Richtigkeit bisher nicht sestzuftellen war, ist um so mehr geeignet,. Aussehen zu erregen, als has Verhältnis der derzeitigen Machthaber Ruß- 'lauds zum jüdischen Sprachenpröbleim. bisher zumeist'durch intransigente Verfolgung der h e^b r ä is.ch e n. .Sprache gekennzeichnet war/ die Hand in Haitd mit der Verfolgung des Zionismus ging..Die Red.) - LWelle Legitimierung der hebriiischen Uuiversitöt. (Cigenviettst der „Wiener -- Morgenzeitnng".) - - . Jerusalem, 23. September. Dieser. Tage 'echiMdie Direktion der am 1. Aprild. I.' eröWeten hebräischen Universität das a m tl i ch e D e k re i der R e gi e r ung, durch .welches die'hebräische' Universität , als' eine'jüdische ‘ Kulturinstitutiou,' die der Allgeirteinheit zum Woh'le' nnd zum Rutzett dient, offiziell aneMmit wird. Polizeiüberwachung der Aiusländer in Frankreich. - Paris, 23.^ September (ToliOomp.)- Der Direktor der ' Sicherheitspolizei' tmvd dieser. Tage - eilt besonderes. P-o--' U ze i.l o rpszur U'-eb e^r w a chu-n g -d er-' Au s-' Länder ius-Leben'rufen.' Es 'wird aus - hundert' sirauzösi-schen - und.-'..- amsländischen-- Po-' 1 i z ist:c n bestehen. Diese Sonderpolizer wird als Hundertwache bezeichnet. Die jährlichen-Küsten' im Betrage von 1,2 Mill i o'uen' Fra nk-en - werden 'aus dem- Erträge der 'S teuer für die'Äufent'halIs'lb'ewilligung - der AuÄäuder gedeckt.; .;'. ' 7. Mrgaug Mbtt Md Schvjttt. - -v-.W i e u, 24. September. ' ' Da sage noch einer,' daß. die Gesetzeshandhäbung im österreichischen Staate, der sich eine Republik nennt, nicht, ganz auf der Höhe ftcht! .Wenn alle Stricke reißen 'und' wenn kein Mittel mehr verfängt, dann ist noch die '.Spitzfindigkeit des listenreichen Wotanistnüs Vovhalchen, 'die als Retter des echt deutschen' RasselMgriffes' anstritt. 'Da ist der Schuster-Senat des Perwaltungsgerichtshofes und da ist.das. Waber-Ministevium im Bundeskanzleramt. Zwischen diesen AWHlfteinen befindet sich das Recht und per gesunde Menschenvevstand, passiv verkörpert durch die unglückseligen Menschen, die als Optanten dafür büßen müssen, daß das deutsche Volk den Krieg verloren hat. Ter Vertrag 'von Saint- Gevmain hat bestimmt, daß die österreichische Staatsburgerschast hdie inzwischen zu einer Bündesbürgerschaft geworden ist) nur denen zuteil werden solle, die „nach Rasse, und Sprache" der: Mehrheit der Bevölkerung angoh'ören.. Was damit gemeint war, ist klar. Die in den Staatsverband Anfzunchmenden sollen sich von der BevölkerungÄnehrheit nicht allzu scharf unterscheiden und wie diese der weißen Rasse angehören. Das schien so selbstverständlich, daß die Textierung des Vertrages keine besondere Definition' des Bdgriffes „Rasse" enthielt. An dieser, im Vertraü^n auf Treu und Glauben und ehrlichen Sinn begangenen Unterlassung hakt sich das Haketckreuz fest und Waber ist sein Prophet. ' - ' Ehe er' Wüister..hmrde-'/.'.eyWetzen die Aemier immechjn. noch vernünftig." Als er von dem Fauteuil Besitz -ergriff, ' ergingen die' bekannten Ordonnanzen. Sie 'schnitten' fchaif in die FamAien. hinein. Der Vater kriegte gestern die Bürgerschaft, dem Sohn wurde sie heute schon verweigert. Das ist ein.Widersinn, den zu klären der oberste Hüter des .Rechtes, der Verwaltungsgerichtshof, angerufen würde. Hier beginnt nun das schöne Spiel' der List. Der Schuster-Senat hatte es bald heraus. Er fand ja, daß das ganze ein Unsinn ist; aber er hat'nun einmal das Gesetz zu hüten, in dem das Wort. Rasse steht. Da kann man nix machen. Der Beschwerdeführer wird abgelviesen, erhält aber, den guten Rat, beim Mmsterium des Innern - auf den Widerspruch aufmerksam zu machen,- der -zwischen Vater und Sohn eine Rassengrenze konstruiert. Das Ministerium W.aber kapiert sofort -- wie sagt man nur. in diesen Kreisen? — den Dreh. Es überlegt nicht lange. Es läßt das Gesuch liegen und wenn genug Staub-auf dem M sich angesammelt hat, weist es ab. Nochmals Beschwerde an den obersten Hüter «des Rechtes, den Verivaltungsgerichtshof.. Der läßt sich sein Schema nicht, stören. Er weist'auch ab, der Schnster-Senat. Die Petenten sind in einer deutschen Stcwt geboren,, .sprechen deutsch und gehören der deutschen Kulturgemeinschast an. Tut nichts. Sie sind nicht deutscher Rasse. Der Gerichtshof, das Ministerium, niemand sagt, was,das eigentlich ist, diese Rasse. Muß man so ausschen, wie der gewesene Kanzler Seipel,. der einmal auf der Plattform der Elektrische wegen seiner Judennase angestänkert wurde, oder wie der Jerzabek? Muß man Nachweisen, daß man so getan hat wie der Hedenigg oder der Feldwchvl Waldegg? Weshalb gibt sich keine einzige hochwohlweise' Behörde, ja nicht einmal ein Hochschulsenat die Mühe, dock) die Kriterien, an die man sich zu halten - hat, zu' Papier zu bringen? Da war doch eben Oesterreich in > Genf und hat dort vor den Gewalügen der Welt schöne Reden halten lassen, in denen zehnmal von europäischer Solidarität, von Kulturgewiffen, von moralischen Garantien gehandelt wuÄe. Werdings-'flnd'. oäs..-in- 'Genf gar gewichtige. Herren, die eine sehr große Macht besitzen. Die ^Optanten'aber, diese durch den,'Kcieg an das User der Gesetzeswüstenei geworfenen.Opfer, haben keine Macht. : Das W der-Unterschied. Sie siyd wehrlos und zwischen den Mühlsteinen der Waberschen Rasse und des Schuster-Senates wird ihr Lebensglück zerrieben.. Von! wem? Bon denen, die nicht genug schreien können über .. die Vergewaltigung der deutschen Minoritäten, über! das Los der deutschen Optanten in Polen, über die Behandlung des armen Oesterreich in Gens. li. Taborstrafie 48 Teleohon 47-1-79 En gros Er tfnlall 4 1 54