Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 7 (1925)
- Issue
- Heft 2363 (19.9.1925)
- Date
- 1925-09-19
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
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Dr. I a e o bf o n, der Leiter des Zionistischen Bureaus am Sitz des Völkerbundes, hatte gestern eine Unterredung mit dem britischen Kolonialminister A m e r Y, in welcher unter anderem das vor kurzem in Kraft getretene neue Einwanderungsgesetz für Palästina (dessen Inhalt wir gemäß dem Wortlaut im Amtsblatt der Palastmaregierung gestern mitgeteilt haben. Die Red.) zur Sprache kam. Kolonialminister Amerh erklärte, die britische Regierung und das Kolonialministerium beabsichtigen, das bisherige S Hst e m d e r E i n w a nderung nach Palästina in keiner Weise zu andern. Das neue Einwanderungsgesetz führe auch keinerlei grundlegende A'enderungen ‘ ein, vielmehr bleibe alles im alten Stande. Die neuen Verordnungen ermöglichen es der Palästina- Verwaltung, die Einwanderung stets mit den jewelligen ökonomischen Verhältnissen im Lande in Einklang zu halten, und so das Risiko einer WixtsHastskrise ans ein Minimum zu pephMen; das liege, aber in erster Linie im Int e r e s s e d e r E i«D a n d e rer se l b st. Dr. J a e o b s o » wies auf Mund eines ihm vom Präsidenten der Zionistischen Organisation in Polen, Leon Levite, übermittelten Memorandums auf einzelne Härten der neuen Jmmigrationsverordnung hin, durch die den Einwanderern aus Polen, welche gegenwärtig ein großes Kontingent zur Pälastinawanderung stellen, die Immigration erschwert wird. Kolonialminister Amerh eutgegnete, nach seiner Rückkehr nach London werde er genau die Verhältnisse prüfen, die durch die neuen Verordnungen hervorgerufen wurden, und nach Möglichkeit bemüht sein, ein Arrangement zu treffen, welches dem Interess e Palästinas, der jüdischen Kolonisation und Immigration entspreche. Amerh erklärte auch, daß er die Angelegenheit neuerlich mit Dr. Weizmann durch besprechen werde. Sie prosyrischen Äraberdemonftratinne« in Paläftina verboten. i (Eigendienst der „Wiener Morgenzeitung".) ' Jerusalem, 17. September Wie bereits, berichtet, ha! die palästinensifch-arabdsche Exekutive die Abhaltung von ShhrPaHiehlndWbungen in ganz. PalMna für den Kamps. , ibct fhrifch^n Araber gegen FraWtch propagiert. Diese Äinonfirationen sollten gleichzeitig an e i n e m Tage, dem 18. b., stattsirchen. Für diesen.Tag. hatte die palästinensifchärabische Exekutive beim britischen OberkomMissär Lord P I u m e r um- Bewilligung MW Kundgebungen angesucht. Die Palästinaregierung . hat nunmehr eine Kundmachung erlassen, in der sie eine generelles Verbot aller Kundgebungen dieser Art, sowohlaus öffentlichen . Plätzen wie auch in Kirchen- und Moschee n, ausspricht. . ßngiische gntttvention in Tibet? Berlin, 18. September. (Tel.-Komp.) Nach einem Privattelegramm der „Vossischen Zeitung" aus London macht heute der in asiatischen Fragen meist sehr gut unterrichtete „Daily Herold" die aufsehenerregende Mitteilung, daß demnächst eine englische Intervention i n T i b e t erfolgen werde, da die t i b e t a n i s ch e Priesterregierung neuerdings einen Boykott englischer Waren erklärt habe .und der einzige politische Berater des Dalai Lama, der sogenannte Kriegsm i n i st e r, kürzlich wegen seiner englandfreundlichen Gesinnung vergiftet worden sei. Ser Drnsenkrieg. Beirut, 18. September. (Havas.) Die französische Garnison von M ns s e i f r -hatte in der Mchl vom 16. zum 17. d. ein heftiges Gefecht mit starken Abteilungen der D r u s e n zu bestehen, das mit dem allgel -meinen R ü ck z u g der Drusen endete, die -m e hrere h u n dert Tote und eine Fahne zurückließen. Die Verluste der Franzosen waren sehr gering. Nach einer Meldung des „Temps" ans Beirut ist die Lage in Dschebel Drus, immer noch sehr v e r w o r r e n. Das Kommando ist um das Schicksal der Besatzung von. Sn ei da besorgt. Man nimmt an, daß die Besatzung, die täglich durch Flugzeuge Verproviantiert wird, noch einige Tage wird aushalten können, bis sie befreit wird. Die Streitkräfte, die zu ihrem Entsätze bestimmt sind, werden eilig znsammengeftellt. Die R a n b z üg e, die die D r us e n und Beduinen an der Chassudaftont, 20 Kilometer südlich von D a m a s k u s, an der E i s e n b a h n- •ftrecke Da m.askus—Basra :und bei Zoraz am weftlichen Abhang des Plateaus unternehmen, verursachen keine Beunruhigung mehr, stören aber immerhin die Bewegungen. .. Völkerbund und Haager Schieör« gericht. Eirgkernd gegen die obligatorische Schieds» gevichtsbavkeit. Gens, 18. September. (Schweizerische Dcpeschenagen» tur.) Im Schoße der juristischen Kommission der Völkerbundversammlung gab Sir Ceeil Hurst bedeutsame Erklärungen über die Stellungnahme Großbritanniens zur Frage der obligatorischen SHiepsgerichtsbarkeit des Haager ständig e n international e n Gerichtshofes ab. Fnr- Gegensatz zu seinen vorjährigen Ausführungen sprach er sich jetzt entschieden da ge ge n ans. Er erklärte, daß alle Mitglieder des Völkerbundes verpslichtet seien, alle zwischen ihnen ausgetauchten Konflikte entweder dem H'aager Gerichtshof oder d e m V ö l k e r b u n d r a t zu unterbreiten. Eine o b l igatorische Schiedsgerichtsbarkeit stelle für Großbritannien eine U n m ö gl i ch k e i t dar, was nicht heißen soll, daß es der Schiedsgerichtsbarkeit überhaupt feindlich gegenübcrstehe. ' Rollaind (Belgien) antwortete Eecil Hurst auf gewisse Punkte seiner Ausführungen. Er wies daraus hin, daß es ohne die obligatorische Schiedsgerichtsbarkeit dem guten Willen des einzelnen Staates überlassen sei, selbst zu entscheiden, ob im gegebenen Fall ein Streitfall vorliege oder ob die Lebensinteressen seines Landes, seine Ehre oder seine Unabhängigkeit bedroht würden. Im letzten Jahre habe man von britischer Seite ganz andere Amffassungen gehört. Nach längerer Debatte wurde ein 16gliedriges Komitee ernannt, welches eine Grundlage für die Stellungnahme der diesjährigen Völkerbundversammlung zum Schiedsgerichtsproblem schaffen soll. UN - Inv Wiener Restaurant sind die Preise wegen Regieverminderung ----------- 25 BIS 30 PROZENT HERBGESETZT! // im französischen Restaurant Konzert ävavavavava Nachmitfags 5-Uhr-Tee iiii*kMWLAUUJi?