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Wiener Morgenzeitung · 1925-09-13 · Heft 2357 (13.9.1925) · p. Seite 8

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
7 (1925)
Issue
Heft 2357 (13.9.1925)
Date
1925-09-13
Page
Seite 8 (sequence 8)
Language
German
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vJtÜLÜ, Wien, Sonndag Wiener Morgenzeitung 1Ä. September 1985 Nr. 2S6ft> Leovoldstädter Bolkshieim, 2. Bez., Zirkus " " ' " -rhaAahre 48. Morgen Montqg Beginn d»S MnterhaSb^ahres mit den Pttrfeu: 7 Uhr: Dr. M>gar Zii il js e l: Was und wie Smm im VoVsheim? (Vierstündig Vortragsreihe.) Engntz Frazöstsch sirr Anfän-ger. Deutsch für Nichtdeukscbe. EmMch 2 rmd ftranqvisihch 2 für Vorgeschrittene. SinfchWÄmwen in di« jüdisch« Volksschule mit Oesfent« lWettSrechii. Die Einschreibungen in alle fünf Klaffen der mit dem OeffentlichLeftsrecht deteilten jüdischen Volksschule für Knolben und Mädchen, 20. Bqz.. Demsgasse 36, finden täglich .Mischen 2 ilttd 1 Uhr nachnrittags in der Schnlkanzlri statt. Jüdisch« Tischgesellschaft Landstraße. Die Jüdische Tischgchellschaft Landstraße, 3. Bejz., Löwengasse 36 (Cafe Lo-Vrana). mimnt ihre Tätigkeit am Mftvwoch den 16. d. wieder ans. Di>e Bexanstaltungen, die in der letzten Saison reges Interesse erweckten, werden Heuer den Teilnehmern viel Interessantes bringen. Den ersten Bor trag hält Herr Dr. I. Sadgcr «her das Thema „Psychoanalyse nnh Indent,rm". Beginn halb 9 Uhr abends. Gäste iEkommen. Bühne und Kunst. Swn Mstkseft in SeticKi. 1. Die drei ersten Konzerte boten ein abwechslungsreiches Ditd der zeitgenössischen Produktion. Wie bei den früheren Mufikfesten in Prag und Salzburg machten sich auch in Venedig die starken Hemmungen der modernen Kllnst gegenüber einer ursprünglichen, gerade gewachsenetl Musik der Sinne fühlbar, Hemmungen, unter welchen anscheinend alle Nationen mehr oder weniger leiden. Allerlei Erklügeltes und Bergrubeltes, der Hang zum Experiment und zur Groteske, das Suchen nach neuen Form-, Klang- und Ausdrucksnivglichkeiten, all diese Merkmale einer Uebergangsepoche wurden in Venedig, der Stadt der großen künstlerischen Vergangenheit und der frohen, genießenden Gegenwart, viel stärker empfunden, obtvohl in der Programmbildung der Konzerte der „Internationalen Gesellschaft für neue Musik" bereits ein bewußtes Abrücken von der äußersten musikalischen Linken deutlich wird. Die Programmbildung selbst ließ mehr als einen Wunsch uuerfüllt, zumal die diplomatischen Gepflogenheiten der Gesellschasr die Berücksichtigung aller Musiknationen gebieten, selbst wenn nur ganz minderwertige Werke zur Auswahl vorliegcn. So sind etwa die Gesänge von Willo-Lobos aus Rio de Janeiro bei aller Anmut nicht mehr als ein „reizendes Nichts", und die Stücke für Kammerorchester von Henry Eichheim aus Kalifornien, welche von Peking und Korea erzählen wollen, bieten nicht mehr als die musikalischen Orienttändeleicn eines abendländischen Kabaretts. Einen großen Erfolg errang das * in Wien bereits bekannte Streichquartett von Altmeister Leos Janacek, dem Mussorgsky unserer Zeit; auch das dramatisch! leidenschaftlich bewegte Streichquartett von E. W. K o r n g o l d und der ungemein witzige „Jazz" Von Wilhelm Grosz fanden lebhaften Beifall. Ein mehr vornehm gediegenes, als dankbares Werk ist die sechste Klaviersonate von Samuel Feinberg, die trotz ihrer düsteren, skeptischen Weltanschauung reich an Farbe und scharf in der Plastik ist. Eine Cellosonate des Spaniers Gaspar Cassado ist belanglose Salonmusik, das Virtuosenstück „Tzigane" von Maurice Ravel, eine Lisztsche Rhapsodie für die Geige, eine Biolinsonate von Zoltan Szekely, ein ganz begabtes, doch noch unfertiges, unproportioniertes Jugendwerk. Durch edles Maßhalten und schönen Gesang erfreut Artur Hon egg er. der sonst gerne im Banne Strawinskys den wilden Mann spielt, in einer Cellosonate. In einem kurzen Sammelbericht muß sich auch Paul H i n d e m i t h mit einem Pauschallob begnügen. Sein Klavierkonzert, das stark von Strawinsky, noch stärker von Bachs „Inventionen" beeinflußt ist, ist reich an genialen Einzelheiten, und doch — die alte Klage! — eine flüchtige Schnellarbeit eines Vielschreibers. Ganz reizend sind die kleinen Harmlosigkeiten der Romanen: Charakteristische Flötenstücke von Roussel, von Fleury aus Paris ganz wundervoll gespielt, eine Bläsersonate von Bittorio Rieti, ein ungemein lustiger Jungenstreich und zwei artige Sätzchen für Bläser von Jacques H e r t. Im Gegensatz zu dem künstlerisch durchaus gediegenen, ja hochwertigen, in deutscher Strenge und Starrheit zelebrierten Stücken für Streichquartett von Max BUtting, sind es durchaus unpathetische Spielereien: Romanische Musik im Sinne Nietzsches, die aus leichten Füßen dahinschwebt, flb. Mitteilungen aus dem Publikum. Pola Lindenbaum Le« Stein Wien Wien Verlobte Wien, im September 1925 Möbelfabrik J. Spira Feine °>- M. Hl. SUMilCNfHIt 1—2 Wohnungseinrichtungen (Ecke Karl-Schweighof er* Gasse) KALIS SHAMPOON UND RASIIRSIIPBNPULVIA aus Kall-Seife, einzig in ihrer Art Wr.-Nenii&dier ehern. Industrie A.-G., Wien« L, Parkring 4 Vertreter im In- und Aiwlan«« gnauehti 102b »!--- Schmerzen rheumatischer, gichtischer und nervöser Art. to?s Togal ttritb von viele» Arrzle» emp oblen / Probtpackung in alle» •* polheken KUNSTMÖBELFABRIK 520 JOH. GRÜNWALD S WS I,, Fleisdimarkt 17 I., Weihburjjaiie 11 Wohnungen, QesdiSftilokale, CaHt, Kino«, Theater, na* eigenen Entwarfen. Stet« grosse«, assortiertes Lager Kultus^ und Justiz-Talare aowlo Barotto in den mannigfaltigsten Ausführungen erhalten Sie vorrltig oder auch nach Mass nui* bei der aKhewährton Spoaialfirma Rudolf Goldsiein, Uniformierungsansfalf Gegründet lSG6 WIEN, II. TABORSTRASSE 54 Telephon 45-6-29 Lieferant vieler in- und ausländischer Kultusgcmeiiiden. Zahlreiche belobende Anerkennungsschreiben. Verlangen Sie illu-trierte Kataloge gratis! 13-5 T)D3 OI'1 rwn W) 17., 28. Sept. 18., 19., 20. Sept. finden im Centrai-Kino, II. Taborstrasse 8 (Grosso Mohrenganse 3) Feierliche Gottesdienste mit Chor und Predigt statt. Als Hauptvorbeter fungiert der bestbekannte Oberkantor /. Oesterreicher so* Betsitzkarten sind im Central-Kino, II., Taborslr. 8, täglich von 9 Uhr vormittags bis 8 Uhr abends zu haben Palace-Hotel Während des ganzen Jahres geöffnet Kote! Riviera - Villa S. lorenio Sommer- und Wintersaison Der vornehme Kurort bei Triest Strandbäder, Kuranstalt für Solbäder und Fangopackungen Auskünfte durch die Portorose 8. A. in Portorose und durch die Agenturen derCosulich Line, Wien, I. Parkring 26 u. IV. Prinz Eugenstr. 14 ZwilassigeHlsiüiiile Ernst Deutsch Wien, IX. HBrlgasso 12 Anmeldungen für die zweijährigen und einjährigen Tages¬ und Aben Kurse, für die einsemestrigen Abiturientinnen und kurzfristigen kaufmännischen Stenograph e-, Maschinschreib- und Sprachkurse täglich 8—12, 3—6. Tel. 17-2-36 SVEN HEDIN sagt in der Einleitung zu PALÄSTINA 300 Bilder Einleitung von Sven Hedln Mil ausführlich beschreibendem Text, herausgegeben von Georg Landauer „Das ganze Werk ist geeignet, dem Betrachter ein sehr klares Bild des Landes, der Berge, der Küsten und der Wüsten za vermitteln, der wilden Natur und des bestellten Bodens, der Architektur vom Altertum bis auf die Gegenwart und dann der Menschen, ihres Lebens am Arbeite- und Feiertag, ihrer Werke und Beschäftigung* . An Hand dieser 300 ausgezeichnet ausgeführien Bilder durchwandern wir Palästina von Jerusalem aus, das mit seinen Mauern und Pionen, Kirchen, Synagogen und Moscheen, seinen dunklen Gassen und breiten modernen Strassen vor uns ersieht, nach dem Norden und Süden, besuchen die schönsten landschaftlichen Flecken des Landes, historische Stätten, verfallene arabische Dörfer und blühende jüdische Kolonien PALÄSTINA VON EINST PALÄSTINA VON JETZT lernen wir in diesen Bildern, zu denen Gustav Landauer eine ausführliche Beschreibung geliefert hat, kennen Preis des Werkes in Ganzleinen S 36 Bestellungen an iHchlwntlHg H> liwlt. (VimirtitU WM, I. hsUchowU l Svstav Kadelburg gestorben. I'm Alter von 7,'> Jahren ist zu Berlin Gustav Kabel« b u v g gestorben. Er war der Mitinhaber der Lustsstielftrma Blume ntha! u. Kadelburg und ha: nicht nur seinen Kompagnon Blnmenthal, sondern auch die Werke überlebt, di« er mit ihm schrieb. Die laul-ichen Lustspiele, sauber gearbeitet, himmelblau und auch für Theaterbesucher unter 16 Jahren erlaubt, sind ans der Mode gekommen. Aber wer gerecht ist, nmtz zu-> geben, daß uns Schlechteres in deutschen Landen niachgeikommen ist and Laß neben den späteren LnstsPielerzeuMissen deutscher Provenienz „Han§ Hukebem" etwa »md ,Moßstadt>ln.ft" .^Husarensilber" »ud „Goldsische" (die beiden 'letzteren Stücke schrieb er gemeinsam mit Skowronnek, beziehungsweise Schön« rlzan). ganz gut abschneiden, von dem noch häufig gespielten -l-ivbenswürdigen .Meißen Rötzl" nicht zu reden. Er verstand sich vortrefflich aufs Rollenschreiben and 'Akteschließen and wußte die bewährten Figuren, als da sind: Backfisch iwtfo Schwieaermntter, schneidiger Leu triam und zerstreuter Professor, der angesäuselte, quietsch-vergnügte Onkel und die Tante mit Strickstvumpf in Händen und Haaren aus den Zähnen stets rechtzeitig und den Bürgersleuten znm Woylgefallrn aus der Liiftipielschachtcl hervorziiholen. lÄustav Kadelbnrg, ein gebürtiger Bndapester, wurde von Strafe sch zum Lckans'pielcr ausgcbildet »md widmet« sich nach längerer Bübnenlanfbähn ausschließlich der SchriftsteNerei. Aar den Theafern. B n r g t h c a t c r. Morgen, lxilb 6 Uhr, „E r it S o m m c r n a ch t s t r a n m". O ip e r n t ih « a t «e r. Ni argen „L o lh e n g r i n". :K c d vnte n s a a l. Morgen „B a l l e t t k o m ö ld i c n". Ä >k a d e m i e t h e a t e r. Morgen, hailb 8 Uhr, „D i e F r au v o n v i e r,z i g I -a h x e n". Dcnt,s ch « s B o.-l >k s th e a t e r. M-orgeu verabschiedet sich San Feda-k in Len-gyals „Anton'ia". Als nächste Neuheit gelangt Samstag den 10. d. Franz Molnars Lustifprel „Der gläserne Pa n toss el" zur deutschen Uvauis'sührnng. S ch ö n ib r n n n e r S ch laßt h c a l e r. Donnerstalg den 17. d., znm ersten Male, Lortzings „Wassens ch'm i ed". L u st s p 'i e l >t he a t ic r. Heute, HM -l Uhr nachmittags, Erstanssührnng des Schauspiels „Die Siebzehnj äh r i g« n" von '.Max Dreyer. An—skis „Dibuk" im Film. Wie uns ans Warschau berichtet wird, hat eine Polnische Film'gesellschast vom An—W- Komiree, welches den Nachlas; des Dichters veriwaltet, das Recht, den „Dibuk" zu vcrsilmen, erworben. Die Regie wurde dem bekannten jüdischen Schauspieler Abraham Morewsik-i, der auch die Rolle des Miropoler Rabbi übernimimt, an- . vertrant. Schumann über Heinrich Heine. Robert Schumann waz einer der größten Bewunderer Heinrich Heines und steht nntej den Vertonern Heinescher Lieder an erster Stelle. Friedrich Schnapp hat jetzt ans bisher unbekannten Briefen und Tagebüchern Schumanns Mitteilungen des Toirdichters über Herne veröffentlicht. Sehr interessant ist Schumanns Brief vom 9. Juni 1828 an einen Dr. v. Kurrer, welchen der blutjunge Abiturient nach einer Reise nach München schrieb und der folgende Stelle enthält: „Nur die Bekanntschaft mit Heine machtn meinerr Aufenthalt einigermaßen interessant und anziehend. Ich stellte mir rn Heine einen mürrischen, nrenschenfeindlrchen Mann vor, der schon viel zn erhaben über den Menschen und dem Leben stünde, als daß er sich noch an sie anschmiegen könnte. Aber wie anders fand ich rhn, und wie ganz anders war er, als ich mir ihn gedacht hatte. Er kam nur freundlich, tvi« ein menschlicher, griechischer Anakreon entgegen, er drückte mir freundschaftlich die Hand und führte mich eini.qo Stmrdell in München herum — dies alles hatte ich mir nicht von einem Menschen eingebildet, der die Reisebildcr geschrieben hatte; nur um seinen Mund lag ein bitteres, ironisches Lächeln, aber ein hohes Lächeln über die Kleinigkeiten des Lebens und ein Sohn über die kleinlichen Menschen; doch selbst jene bitter« atire, die man nur zu oft in fernen Reiscbrldern wahrnrnrmt, jener tiefe, innere Groll über das Leben, der bis in das äußerste Mark dringt, machte seine Gespräche sehr anziehend. Wir sprachen viel über den großen Napoleon und ich fand in ihm einen Bewunderer, wie man ihn, außer in Augsburg, wohl selten trifft." Es war die einziae Begegnung zwischen Schumann und Heine. Schumann hat zwölf Jahre später dem Dichter sein erstes Liederwerk gesendet, welches ausschließlich Vertonungen Heinescher Lieder enthielt. Durch Schnapp wird jetzt der warme Begleitbrief Schumanns an Heine bekannt. Er lautet: „Ein alter, sehnsüchtiger Wunsch geht mir mit diesen Zeilen in Erfüllung, der, mich Ihnen etwas mehr nähern zu dürfen, denn eines Besuches rn München vor vielen Jahren, wo ich noch angehender Mensch war, werden Sie sich schwerlich noch erinnern. Möchte Ihnen meine Musik zu Ihren Liedern gefallen. Kämen meine Kräfte der warmen Liebe gleich, mit der ich geschrieben, so dürften Sie auf Gutes hoffen." 8erichtssaal. tut Urteil gegen den GattenmSrder Hutterer. Nach Erlöfftmibg der «estviaen Wechandikmg evstatikete Hols-' rat Dr. H a b e r d a sein Gutachten üüer d«n Deifund an der Leiche der Mari« Hutterer. Der Tod.dürfte durch Erwür-, gen cmfletreten fern. Prof. Meixner schloß sich dem Gutachten an. Der Gerichtshof legte nun den Göschwovnen ein« Hauipltfrage auf Mord, eine Eventuatsvage auf DoWlag uinih eine Zusatzfrage auf Sinnesvertvirrung zur Zeit der Tat vor. Nach mehr als oinstüMger Beratung hemriiworteten dies« die Hau-stfrage auf Mord mit 1L Nein, die Frage auf Tor-- fchlag mit 12 Ja «und die Zuisatzfrage auf SiuneÄvorwlrvung mit mm Stimmen Nein und. drei Svimmen Ja. In seinem Strasylädoyer trat Staatsanwalt Dr. Nickevl Kr ÄnwvndMg der äuhersten Milde ein. Der Gerichtshof verurteilte Franz Hutterer unter Anwendung des auHewrdenMchen Mkldeuuinasrechtes zn vier Jahren schweren Kerkers. In die Strafzeit wird die UntersuchunigShaft eingerechnet. Der Bvr- .urtieilte nahm die Strafe sofort an. aus-Anzei lilllittllllllllllllllllilllililllltllllllllHIIIIIIIIIIIIIIIIIIIillllllllllllilllJtllllHIIIIIHIfi um Die zionistische Bexlrkssektlon Leopoldstadt veranstaltet während der hohen Pelertege ein mit vorzüglichem in den Sälen des Central'Kellers, ll.v TahorstreOe 8 ......... ..Karte» von 8 Schilling aufwärts Im Central-Keller, II., Taborstraße 8, Josef Singer, (lli(||||||UHIIIIHllllllllilillll|ll l!., Taburstr. 26, Brüder SchlHmann, II,, Taborstr. 48, n. im Sektionshelm,!L, Zirkusgasse 33

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