Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 7 (1925)
- Issue
- Heft 2356 (12.9.1925)
- Date
- 1925-09-12
- Page
- Seite 6 (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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Grit« 6 Wien, Samstag Wiener Morgenzeituna .12. September 1925 Nr. 2 98,50 auf 90,—. Dieser Rückgang ist auf den gesteigerten TWisenbcdarf der polnischen Industrie zurückzuführen. L« Postsparkaffenamt im August 1925. Im Geschäftsberichte des Pastjpavkaffeuannes für August ist eine Steige rung der Teilnehmer r-m Sparverkehre Um 2040 Mil Glieder auf 2,457.816 zu verzeichnen. Im Scheckverkehrc ist eine Vermehrung der Teilnchmer um 201 Mitglieder auf 177.085 emgetreten. Im Sparverkehre wurden 2,8o5.166 S. eingelegt und 1,861.058 S. -zurückgcyMt. Es l>abcn somit im Sparverkehre um 900.488 S. mehr Einlagen als Rückzahlungen stattgefundeu. Im Scheckverkehrc wurden «68,700.711 S. eingelegt und 672.884.102 2. zuruckgezahlt. Es hat sich der Einlagen saldo im Scheüverlehrc um 10,183.090 2. vermindert. Der Gesamtumsatz hat eine Höhe von 1310,304.618 Schilling erreicht. Die Reklamefteuer in Deutschland und in Oesterreich. Die der „Handel" berichtet, wurde in Deutschland die Anzeigensteuer, die unserer Inseratensteuer entspricht, uumuchr enLWltig aufgehoben und es unterliegt die Uc'bernahmc der Anzeige nur noch der allgemeinen Umsatzsteuer von 1,5 Protzrnt, die mit Wirkung vom 1. Oktober sogar auf 1 Prozent herabgesetzt wird. Wir in Oesterreich können, nur mit der größten Erbitterung diese Nachricht vernchmen, denn wir sind leider bedeutend schlechter daran. Tie Tageszeit« n g e n unterliegen einer Anzeigensteuer bis zu 35 Prozent (!) und da sie Liese ja nicht selber tragen können, sind sie gGviulgcn, sie auf die Inserenten zu nberwälzen. Was eine solche Steuer für die Reklametätigkeit unter den gegenwärtigen Stagnationsverhältnissen bedeutet, das ist ja mit Ausführlichkeit in den zahlreichen Protestkundgebungen, welche von sämtlichen Wrrtschaftskorlporationen Oesterreichs ans Veranlassung des S ch u tzvarbandes der Retlamctreibenden vor kurzem veranstaltet wurden, zur Erörterung gelangt, wobei auch nicht verabsäumt wurde, den maßgebenden Stellen gegenüber mit Nachdruck auf die enormen Wrrtschaftsschädcn ' dieser Steuer hinzuweffen. Leider ist ein greifbarer Erfolg nicht erzielt worden. Fuji onsverhandl ungen der deutschen Schwerindustrie. Au8 Frankfurt a. M., 11. d., meldet Del.-Komp.: Zur Klärung der i*u Vorbereitung befindlichen Betriebsgemeinschaft der Konzerne Krupp, Phönix, Rhein stahl, Thyssen und Rhoinelbe-Uniou haben,nach einer Meldung der frankfurter Zeitung" aus Essen neuerliche Verhandlungen stattgefunden. lieber die Form der beabsichtigten Gemeinschaft ist durch die bisherigen Verhandlungen noch keine Klarheit geschaffen worden. Der ursprünglich eingeschlagene Weg, unter Beibehaltung der bisherigen Gesellschaften nur eine Betritzksgemeinschast omizurichten, wird heute als schwieriger angesehen, als die Bildung einer einheitlichen neuen Gesellschaft unter Einbringung der heute bestehenden Konzernbetviebe. Die in Frage kommenden Kresse sind ernsthaft bestrebt, einen geeigneten Rahmen für das Zusammengehen zu finden. Man sieht den neuen Verhandlungen, die Ende der nächsten Woche beginnen werden, optimistisch entgegen. Die tsl^choslowakische Ernte. Aus Prag den 11. d. wird uns gemeldet: Nach dem statistischen Amt wird bei der heurigen Er nie bei Weizen ein Plus von einer Million, bei Roggen ein' Plus von 2,3 Millionen und bei Gerste ein Plus von 1,6 Millionen Meterzentner erwartet. Mitteilungen aus dem Publikum. Macha Kanner Adolf Weininger Berlin Wien, II. Verlobte Kultus- und Justiz-Talare sowie Barette in den mannigfaltigsten Ausführungen erhalten Sie vorrätig oder auch nach Mass nur bei der altbewSHnen ftpesialflrma Rudolf Goldsiein, Unif ormierungsanstalt Oegründet 1866 WIEN, II. TABORSTRASSK 84 Telephon 45-6-29 Lieferant vieler in- und ausländischer Kultusgemeindcn. Zahlreiche belobende Anerkennungsschreiben. 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Pester Boden neu 29.50 bis 30.—. Gerste Inländische 34.- bis 42.—. böhmische mährische —bis —. Mais: Ungarischer bis —. C i n q u a n t i n 41.— bis 42.—. Safer: Inländischer neu 27.— bis 28.50. Reis: Italienischer 90.— bis 92.—, Burma 64.— bis 65.—. M a d l v r o d u k t er Grieß inländischer 76.— bis 78.—, Weizenmehl 0 inländisches 72.— bis 75.—, Kochmehl 2 inländisches 66.— bis 68.— . Brotmehl inländisches vrima 53.— bis 55.—. — Tendenz: dauernd freundlich. Wiener Warenbörse. Es notierten am 11. Sptnnber K o l v n t a 1 w a r e n - Kaffee: New-Uorker 20.32 Dollar' Santo« 630— Tee: Reco '“'ranqe H00._' Gewürze: Paprika, edelsiiß 640—, Pfeffer Singavvre schwarz 570.—, Kümmel, neu, holl. 155.—. Reis: Burma 65.50, Italienischer 87.—. Zucker: Raffinade-Kristall 245.— tschech. K., Würfel (in Kisten) 245.— tschech. K. Lequar 1924 110.—, Pflaumen, bosn., in Kisten, 95/100 140.—, Kranzfeigen. Calamata —.—, Barimattdelft, snperior 740.—. Chemikalien: Aetzkali, 88/92 79.— Schweizer Franken. Netznatron. 128/130, Solvay 65.50, Alaun, in Stücken 34.—. Ameisensäure, 85°/0 145.—, Borax, krkst. 100.—, Chlorkalk, 110/115 31.—, Chromnatron 130.—. Eisenvitriol 14.50, Essigsänre, 80%, für Genußzwecke 230.—. Die Preise verstehen sich, wo nichts anderes bestimmt wird, in österreichischen Schillingen pro 100 Kilogramm. Wiener Börse. Abgeschwächt. Tic gestrige Börse eröffnetc in matter Haltung. Maß» .gebend für diese Tendenz waren die ungünstige'Aufnahme der Beamtcndemonstraliotten in Finaiizkreisen, die dauernde Zurückhaltung des Publikums und umfangreiche Abgaben der Konter- Mine. Auch der Verlauf der Börsen in Berlin, Prag und Budapest konnte infolge ihrer flauen Haltung in keiner Hinsicht die Börse beeinflußen. Nur einzelne Werte, wie Trisailer und Semperit waren gesucht. Der ganze übrige Markt in der Kulisse blieb vernachlässigt. Im Schranken herrschte genau so Geschäftslosigkelt und Geschäftsunlust wie in der Kulisse. Lebhaft iml.gefetzt wurden nur die Bauwerte. Die matte Haltung dauerte bis i;um Schluß des Verkehres an, wobei in der Kulisse die Kursverluste iiberwogen. Es verloren unter anderen: Ung. Kredit 1»00 K, Anglo- und Länoerbank je 2000 K., StaatSbahn 5000 «., Felten 16 000 K.. Poldihütte 4000 K., Krupv 4400 K., Timber 40.000 K., Salgo 13.000 K. und Brünner Maschinen 6000 K. Höher schlossen nur Trifatler und Zeutralboden um je 500 K. — Im Schranken War der Schluß ungleichmäßig. Kaschau-Pderberg profitierten 6000 K., Unton-Baugekellschaft 13.000 K.. Oerlmooser 25 000 K., Jungbunzlauer 90.000 K., Schüller Zucker 27.000 K. und Reininghaus 15.000 K. Dagegen ermäßigten sich Holzverkohlung um 45 000 K., Grau-Szaszvarer um 75 000 K., Kram. Eisen um 19.000 K., Nobel Dynamit um 110.000 K. und Galicia und Apollo um je 10.000 K. - Auf dem Anlagemarkt waren Renten rückgängig. Don den E x o t e n notierten Epiag 3800 bis 3900 Kronen; Mrazmca 33.000 bip 34 000 K.; Tepege 7000 bis 7300 Kronen; Universale Bau 1 4.000 bis 15.000 K. Ausliindische Börsen. (Eigendienst der „Wiener Atorgenzeiinng".) Berlin, 11. September. Gboniso wie am Vortage evimnete der heutige Verkehr in lustloser Haltung. Bei geringen Umiätzen überwogen die Rückgänge. Es notierten: Oester. Krouenrenle —.—. Ungarische Kronenrente —Ungarische Goldrente —, Türkenlose 2157. Südd. Lombarden alte 10.50, Oesterreichische Staatsbahn 24.—, Darmstädter Bant 110.25, Deutsche Bank 111.-. Dresdner Bant 100.50 Oesterr. Kredit 7 62 Oester. Länderbant —.—, Retchsbank 125.12 Wiener Bankverein 5.75. Unionbank 7.25. Daimler Motoren 431 Dynamit Nobel 74.85, Felten & Guilleaume 119 — Prag, 11. September. Die Bövse eröffuete heute m f l a n e r Stimmung. Die A 4/itragewerie, ote in den letzten Tagen mit höheren Gewinnen bedacht waren, gaben einen TeU ihrer Erhöhungen ab. Die Börse schloß a bgeschwächt. Es uotte.teu: 6% tge österreichische Staatsanleihe /9.50, ZivnostenSka Banka 380.—, Anglobanl 77.—, Mercurhank 44.—, Oesterr. Kredit 62.75 Wiener Untonbank —Wiener Bankverein 45.50. FerdinandS-diordbahn 3650.— Böbmische Zuckertndustrie 995.—, Schoeller 2410.—. Restomitzer Zuckerindustrie —. Bereinigte Elektrizität Wien 115.50. Ausstg Chemische 658.—, Weltbräu Pilsen 2460 — Königshofer Zement 1327.— . Brünner Maschinen 508.—. Simmeringer 9850. Nvt- Kosteletzer Textil 376.—, Cosmanos 516.—, Montan 141.—. Sevileu- und Batmeaturie vom 11. Septemvrr 1823. Devisen Geld War* Oeld Ware Geld Ware Amsterdam . , , , » 285.75 Sofia.S. 6.12 6 16 Französische Noten . , >. 33.36 33.65 Belgrad» •••*.. Berlin ....... . . 12 62 12.66 Stockholm ....... 189.60 190.10 Holländische Noten . . 283.10 286.10 109. t 2 Warschau .. 118.76 119.26 Italienische Noten . . . 29.07 29.27 Brüssel Budapest Bukarest . . 99.24 3404 99.64 3.6076 Zürich ......... Valuten 136.67 137.17 Jugoslawische Noten . . Polnische Noten .... ttumäntacne Noten . . . 12.60 118.60 12.6C 119.60 London ...... •84.4260 amerikanische Noten . 708.60 712.60 Russische Noten Roman.) Schweizer. Noten . . . Mailand .. . . 29.01 29.13 Belgische Moten .... 136.20 137.— New-York. . . » » 7X0.60 ßulgar. Not.. Tschecho-slow. Noten . 20.9460 21.0650 Paris . . ..... . . 23.22 33.38 Deutsche Noten ... 167.96 168.96 Türkische Pfund-Noten . Pra . 20.9780 21.0660 Bnelische Noten .... 34.26 34.42 Ungariscne Noten 99.37 98.67 llomtiisum - Bankabteilung Wen, I. Dorotheergasse 17 Copyright 1924 by 6 Fortsetzung. Surf Woiß Vtrlag A.-G. München Nachdruck verboten. Herr Fettwanst. Ein« amerikanische Autobiographie von Samuel Ornitz. Der Feind schreit Hurra! Unsere Stoßtruppen werden aus der Essex Street verdrängt. Aber inzwischen hat Boolkie seine versteckten Kräfte gesammelt und führt sie in eigener Person zu einem Einfall in den Rücken der Guerillas, die i« alle Keller und auf alle Dächer auseinandergefprengt werden. Unsere «siegreiche Bande durchzieht Essex Street ihrer ganzen Länge nach und schreit und höhn-t. Ms ich erkannte, daß die Schlacht vorüber und der Sieg errungen ist, tauchte ich an der Seite Boolkies auf und beanspruchte meinen Anteil an dem Erfolge, den die anderen erkämpft haben. Die Jungen beginnen hölzerne Ladenschilder abzureißen. Die Besitzer der Läden unterhandeln mit den Vandalen. Damals formulierte ich zum ersten Male den Plan, den ich dann während meiner ganzen Laufbahn treu befolgte — aus jeder Lebenslage Gewinn zu schlagen. Ich trete zu Jake Wsingrad, der ein Wollabfallgefchäft hat. Er ringt die .Hände in ohnmächtiger Wut, während meine Kameraden das große hölzerne Ladenfchild vor feinem Fenster abreißen. „Poilizei, Polizei!" schreit er vergeblich. Wo die Polizei ist? Die 'hat es langst als weife erkannt, zu verschwinden, wenn die Banden auf dem Kriegspfade sind. Ich zickhe Wemgrad auf die Seite und deute an, daß ein bißchen Geld sein Schild retten könnte. Wütend stößt er heraus: „Schutzgeld!" Und damit prägte er einen Ausdruck, der im Laufe der Jahre an der Caststde gleichbedeutend mit Erpressung wurde. „Nur fünfundzwanzig Cents," flüsterte ich, „und ein neues Schild kostet vv?t mehr . . Er ist sprachlos über weine Kühnheit, aber das Geräusch brechenden Holzes und gewaltsam herausgerissener Nägel dringt ihm bald zu einem Entschluß. Ich spreche mit Boolkie, und auch ihm gefällt der <^edcmte. Die Schildzerstörer arbeiten jetzt unter meinem Befehl; ich gehe unter die Ladner und kehre HM mit der erstaunlichen 'Dumme von vier Dollars zu Boolkie zurück. „Schutzgeld!" rufe ich aus und wiederhole damit ganz un-bd.nußt den von Weingrad geprägten Ausdruck. Und ,/Schutzgeld!" lasten cs die jubilierenden Mitglieder der Bande widerhallen. Aus diese Weise begannen die Erpressungen, die wir an kleinen (Geschäftsleuten verübten und die Boolkie und ich später zu einer wahren Knust veredelten. Nach und nach wurden diese kleinen, aber unzähligen Erpressungen eine .Haupteinnahniequellc für alle Banden. 4. Die Aiacht des Bürgerkrieges war eine frühe, angenehm warme Sommernacht. Tann kam die Stille oder das, was wir in der Stadt Stille nennen — nur das gelegentliche Rasteln eines leeren Wagens und das Klappern der Hufe; ein Augenblick vollkommener Ruhe, wie der Seufzer eines Fiebernden; dann wieder das Klappern und Klirren der Pferdebahn, die Schellen der Pferde und das Halten und Scharreu der eisenbeschlageneu Hufe auf ihrer holprigen Tretmühle. Ein Schrei, ein Gruß, dann c-in Lachen; der gedänipfte Lärm aus einer Kneipe; Türen, die mit dem Klange dmnpfer Trommeln ins Schloß fallen; Katzen, die über die Reste in den Mülleimevn fanchen und spucken . . . die nächtliche Stille der Stadt . . . 'Aber die Zimbeln des KäNtPfes sind zur Ruhe gekommen, das Krachen und Splittern der von kriegfnhvenden Jungen geschleuderten Waschen hat aufgehört und j!^r Kriegsgeschrei ist eingeschlafen. Jietzt sind Boolkie und ein Paar seiner kongenialen Kameraden an einer Ecke versammelt und spielen ein delikates und schönes Spiel: sie üben sich gegenseitig als Taschendiebe. Auch der Friede hat eben seinell Zeitvertreib. Und ich sitze ans den Stusen unser es Hauses und freue mich über die „Quarters", die ich ans dem eingesammelten Tribut für Nlich behalten habe und die in meinen Schuhen versteckt sind. Ha, das habe ich fein gemacht! Die anderen kämpfieu, sie haben die Fllß- und die Handarbeit geleistet, aber ich war es, der die Kopfarbeit tat! Die Kopfarbeit! Das ist das Wichtige! . . . Und tvie ich sie genarrt habe, als ich die Minzen in nteinen Schuhen verschwinden ließ, während ich scheinbar nur meine Schu'hriemen fester 'schnürte! Und dabei galt ich als Hold, und alle bci.v>underten mich, weil ich ihnen ein paar Cents zu einem Festesten von Wurst und Zuckerwaren verschafft hatte. Auch ich ergötzte mich an Wurst und Süßigkeiten — auf ihre Kosten, aber außerdem besitze ich noch Geld, niöhr als -ich jemals 'besessen habe. Abgerissene Worte drängen sich ki meine Träume. Dario Solomon und Awrnm Toledo sitzen auf den untere« Stufen. Vermutlich haben sie mich begrüßt, aber ich war zu führ in egoistischer Solbftbewnndermig vertieft, als daß ich fte gehört hätte. Meine Busenfreunde au der Ecke beginnen einen höhnischen Ehorgesang, den sie nrit Füßetrampeln begleiten; „Hippity-Hop, hippity-hop, look out, look out, Here comes the cop." Und des Weges kommt Reb Mendel Gerditzky, unbekümmert, würdevoll, lahm und seilbstbewußt; das Gcneralfaktotnm der Grodno-Shnagoge und der Erzfeind aller Jungen, die er tvährend der Gebete zur Ruhe mahnt, indem er seinen berühniten „Pfropfenzieherzivick" auf Wangen, Armen und anderen Stellen der Analomie ruheloser Jimgens atibringt. Und seine Opfer rächen sich, iiidom sie ihin den Spitznamen „hinkender Schammes" beilegen und ihn auf der Straße immer wieder dadurch lächorlich zu machetl versuchen, daß sie die Aufmerksamkeit der Oeffeliltichkeit auf sein Hinken lenken, denn das eine Bein ist kürzer als das andere. Er wägt seinen berühmten Kafta.n, dessen Schöße wie Windmühlenflügeil um seine Knie schlottern. Weder die Hitze des Somm>ors noch die Kälte des Winters können ihn dazu bewegen, sein offizielles Gotvand, ldas er mit all dem Pomp einer Sonatorentoga trägt, mit einem anderen zu vertauschen. Der Legende nach ist dieser Kaftan ein geheiligtes Erbstück, das von seinem Großvater, dem Rabbi von Grodno, ans ihn gekomnten ist. Aber heute abends deutet irgend etwas in seinem Benehmen ans ein feierliches Ereignis, auf evr« Hochzeit o>der ein Begräbnis. Auf seinem Kopfe thront ein Zylinder. In seinem Kielwasser wackelt und tanzt wie ein bvinziges Boot hinter einem Riesendampfer Melamed Mordechai, der nmtig bemüht ist, Schritt zu halten. (-Fortsetzung folgt.)