Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 7 (1925)
- Issue
- Heft 2354 (10.9.1925)
- Date
- 1925-09-10
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
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^7 Hi " ■■ -IMHIPW'» SW" W Wien: Zum Abholen in der Expedition, Ü., Taborstr. 1-3, oder in einer Verschleißteile rrnttK) raonati. ö bcnuiing Strassenverkdut ln Wien durch die Kolporteure der Finna Goldschmied, U Wollzeile 11; Mit Postversand für Wien tmd Oesterreich monatlich 5 Schilling Tschecho-Slowakci: Mon.K22. Jugoslawien: Mon.Din.60. Polen:Mon. 4Zloty. Deutschland: Mon. Gm. 4» Frankreich, Belgien: Mon. Frcs. 18 NaduthlimgeB bei PrelaerhOhnngen »orbeh allen Wiener orgtnseitung ffffar» «mn England: Mon. 4 Schilling. Italien: Monatl. 18 Lire: Ru m äni en: Mon. 170 Lei. Bulgarien Mon.IOOLewr. Schweiz und das übrige Ausland monatlich Frcs. 5 Redaktion, Administration: Wien, II. Taborstr. 1 Telephone: 44-0-38,43-3-19 Ab 6 Uhr: 2I-F02, 25-2-82 IX.. Universitätsstrasse 6-8 (D uckerei lg. Steinmann) Oesterreichisches Postsparkassen-Konto Nr. 150.693 Rr. 2114 Wien. Sonnentag. 10. September 1028 7. Jahrgang Keine Einigung über die Kontrolle. kngkand beharrt anf Kontrolle der öfterrelchifche« Rolenbanl. — Sie Sntscheidnng bis Dezember verschoben. (Eigendienst der „Wiener Morgenzeitung".) Genf, 9. September. Da die vom Finanzkomitee vor-!geschlagenen Kontrollrcformen dem Widerstand der österreichischen Regierungsvertreter begegneten, wurden gestern bis spät nachts und heute die Verhandlungen fortgesetzt. Heute gegen Mittag schien infolge des vermittelnden Eingreifens des österreichischen Bundeskanzlers Doktor Ramek eine Einigung nahe bevorzustehen. Es sollte dem österreichischen Komitee des Völkerbundrates eine Resolution vorgelegt werden, die die Aufhebung der Finanzkontrolle bis zum Ende des laufenden Rechnunasjahres, das ist bis zum 30. Juni 1926, vorgeschlagen wird. In einem Begleitschreiben zu dieser Resolution sollte die Möglichkeit einer eventuellen Wiedereinführung der Kontrolle in Aussicht genommen werden. Dafür konnten jedoch die österreichischen Delegierten keine bindenden Verpflichtungen übernehmen. Diese Vorschläge fanden jedoch im Finanzkomitee energischen Widerspruch von englischer Seite, welche an der weiteren AufrechterhaltNW der Kontrolle über die Notenbank entschieden festhält. Da das englische Mitglied des Finanzkomitees, Mr. N i e m e h e r, darauf bestand, daß die Kontrolle über die österreichische Notenbank noch wahrend dreier Jahre unverändert aufrechterhalten werde, konnte eine Einigung nicht erfolgen. Das Finanzkomitee entschloß sich daher, dem Völkerbundrat vorzuschlagen, die ganze Frage der Aufhebung der Finanzkontrolle auf die Dezembertagnng des Rates M verschieben. Die amtliche Mitteilung schildert den Gyug der Ereignisse in. der Weise, daß nach den Aveimailigen Einwendungen der österreichischen Regie- Tie Einwanderung nach krez Ftzael. (Eigcndienst der „Wiener Atorgenzeitnng".) Jerusalem, 7. September. Nach den statistische,c Ausweisen sind im Monat August d. I. 3093 Personen nach Erez Israel cingewcmderl. Die PaliLstinawanderung aus Polen. Warschau, 9. Septeinber. (I. T. A.) Laut den vom Warschauer Palästinaamt veröffentlichten Ziffern sind im Monat August d. I. 1825 I u d c u ans P 0 l e u nach P a l ä ft i n a ausgewandert. KolonelKish über die palMnenMe ArbeiteMait. (Eigeudienst der „Wiener Ntorgenzeitmrg".) Jerusalem, 8. September. Das Mitglied der Zionistischen Exekutive in Palästina, Kolonel Sl i s h, der wegen der Ankunft des'neuen High Eomiilissioners nicht am 14. Ziolvisteukongreß teilnehmen konnte, äußerte sich zu einem Vertreter des „Dawar", des Organs der palästinensischen Arbeiterschaft, über seilte Stellung zu den j ü d s ch e n Arbeitern P a l ä st i u a s. Er erklärte, daß er mit sehr vielen Forderungen der Arbeiter übereinstimme, wenn er auch nicht alle akzeptieren 'könne. KM) anerkannte die großen Dienste, die die Arbeiterschaft dem Aufbau des Landes in den vergangenen, zum Teil sehr schweren Jahren geleistet habe und noch leiste. Es sei möglich, daß einst der Tag kommen werde, wo die Majorität des jüdischen Volkes oder die Majorität der Mitglieder der Zionistischen Organisation die Ideen mtb Ideale focr Arbeiterschaft anerkennen und zu ihren eigenen machen 'würde. In unserer jetzigerl Situation sei, jeder Separatismus schädlich. So beispielsweise schätze er die Leistultgen des W a a d H atarbuth außerordentlich hoch und sei überzeugt davon, rmlgsvertretvr gegen die Vorschläge des Finanzkomitees Bundeskanzler Dr. Ranrek und Finanzministcr Doktor A h rer gestern nachts Eegenvovschläge altsarbeiteten, die heute die Grundlagen einer Besprechung bildeten, bei der eine Einigung über den Text des Entwurfes erzielt wtlrde. Nachmittags jedoch wurden abermals v e rs ch i e d e n c A n träge gestellt, die neuerliche rnchrstündige Berlhandlungen nottvondig machten, bis über die an das österreichische Kolllitee zu» stellendem: Anträge eine E i n i g n n g erzielt werdet! konnte. In der nunmehr aus diese Art zustande gekommenen Resolution lverden die Fragen des österreichischen Komitees über die W ä >h r n n g stl n d F i n a n z läge sowie über die Erfüllung des Scplemberakkords in k u r z e r n n d Präzise r W e i s e b e a n t w ortet und de m Völkerbundrat V 0 r s ch l ä g e bet r e f f e n d die A u fh e b n n g, b e z i e h n n g s w c i s c E in schrä n k u u g der K on t ro ll e gemacht werden. Das Finanzkomitee begleitet die Resolution mit einem B rief an das österreichische Konnte« des Bölkerbnudrates, der im I n t c rc f 1 c d e r langfriftige n K redite b e ft i m m t c Wünsche zum Ausdruck bringt. Bundeskanzler Doktor R a n: e k wird hierzu morgen i m V ö l k e r b n n d r a t Erklärungen ab geben. Der Gang ist nunmehr folgender: Morgen um 3 Uhr nachmittags wird das ö st er r e i ch i s ch e Komitee des Völkerbundraics zusammentretcn und den Bericht des F i n a n zk 0 m i t e e s entgcgennehmen, um seinerseits dann dein Bölkerbundrat Bericht zu erstatten, auf dessen Tagesordnung für rnvrgen nachmittags, 6 Uhr, die österreichische Frage steht. Finanzminister Dr. Ah rer reist heute um Mitternacht von Genf ab, wird sich aber zunächst einige Tage nach Graz begeben. Die p a r l a nr e n t a r i s ch e Berichterstattung in Wien wird erst nach Rückkehr des Bundeskanzlers Dr. R a nt e k erfolgen. daß die Leistungen noch viel großer gewesen wären, wenn die Mittel ausreichender gewesen wären. Aber die Erziehung sei nach seiner Meinung Ausgabe des ganzen Volkes und autonome Erziehungsinstitutionen der Arbeiter seien ungesund und antinational. Die Reibungen zwischen Arbeitgebern und Arbeitnehmern müßten tNlter allen Umständen v e r r i n g e r t werden, zumal Streiks int Ausland einen falschen Eindruck erweckten und die schon oft widerlegte Lüge bestärkten, daß unsere Arbeiter Bbls ch e w i k c n seien. „Wir im Lande und auch die Administration der Mandatarmacht" — erklärte Kolonel Kish— „wissen, daß das Lüge ist. Aber 'in jüdischen und nichtjüdischen Kreisen Europas lind Amerikas finden solche Gerüchte stets wohlwollende Ausnahme." Kolonel Kish erörterte dann eingehend die Lk 0 t w e nd i g k e >i t des Z u s a m m enarbeit c u s zwifche n Arabern und Juden und die erfreulichen Versuche, die die Arbeiterorganisation in dieser Hinsicht gemacht hätte. Ein höherer Lebensstandard der Araber müsse unbedingt erreicht werden, wenn wicht unser eigener auf ein unerträgliches "blaß herab,gedrückt werden soll. Die Wahl der neuen zionistischen Exekutive. Erst im November. Die Lüaht der neuen Zionistischen Exekutive, die der Kongreß dem Aktionskomitee überantwortet tiat, dürfte, wie I. T. A. erfährt, nicht vor R 0 v e m b e r erfolgen, da das Zusamineutreten des Aktionskomitees erst für E n d e November oder Anfang Dezember in Aussicht genommen ist. J.A.Baczewtki iiiiiiiiiiiiiiimiiiiiiiiiiitHiiininiiniiiinHiii'iitiiiniiiiiiiiiiiiiiiiimiiiiiiiiiiiiiimt Schnäpse Liköre Spezialität: Baczewski - StanSslauer Doppelt rektifiziert und destilliert Seit 1782 weltbekannt A«JBL.«fiM..MGSSlN6^BEL M.9ÜJL.E: *tt-P A TE N T-S> H L A FM OB EL ms*au ab« »Kinderwagen .BtTlWASCHE dglLACR-MATMTZEN zu Fabriksprelsen Solide Ausführung SIGM. EISLER NACH/. AB WIEN, II. BEZIRK, PRATiRSTRASSE W g Gegründet 1870_ Telephon 46-1-4 Mfgehoben ist nicht susgefchoben. —d W t e n. 10. September. Tie Herbsttaguug des Völkerbundes wird, wie nunmehr feststeht, nicht die Endentscheidung über die Form bringen, in der sich die Gläubiger Oesterreichs fortdauernde Gewißheit über die widmuugsgemäße Verwendung der der Bundesrepublik, geliehenen Gelder /verschaffen wollen, lieber das, Jahr 1925 hinaus dürfte das Generalkonnnissariat in Wien kaum mehr amtieren, aber irgend eine Kontrolle der Staatswirtschaft glauben namentlich die englischen Geldgeber nicht entbehren zu können. Im Finanzkomitee des Völkerbundes war das englische Mitglied nicht umzustimmen; Mr. Niemeher beharrte darauf, daß die Kontrolle über die Nationalbank noch durch dtei . aufeinander folgende Jahre aufrecht bleibe. Da weder die österreichische Regierung eine solche neue Bindung auf sich nehmen, noch die der Beseitigung der Kontrolle etwa geneigteren Mitgliedern des Komitees dem englischen Vorschlag zustillunen wollten, blieb nichts anderes übrig, als die ganze Frage bis zur nächsten Bvlterbundsession, die im Dezember abgehalten wird, zu vertagen. Der Widerstand der stets loyalen Engländer gegen die bedingungslose Freigabe der österreichischen Staatswirtschaft muß im erstell Augenblick verwunderlich erscheinen, findet aber seine Erklärung darin, daß England nicht nur auf der Vertragstreue von Staat zu Staat besteht, sondern anch dieselbe Vertragstreue des Schuldnerstaates gegenüber den privaten Anleihegläubigern verlangt, 'denen England eine Garantie geleistet hat. Die Völkerbundanleihe hatte einen ganz bestinnnten Widmungszweck, der in den Anleiheprospekten sehr deutlich zu lesen war: Oesterreich soll mit den gelieheuett Geldern seine staatliche Finan^virtschast in Ordnung bringen und diese mindestens für die Laufzeit der'Anleihe stabil erhalten. Um die Einhaltung dieses Versprechens zu garantieren, erscheint es mrgellügend, den Zinseudienst und die Tilgung der Anleihe durch die Prosperität der Tabakregie ttnd die ständig wachsenden Zolleinnahnren, aus deren Eingängen der Anleihedienst gedeckt wird, zu kontrollieren. Die englischen Geldgeber verlangen auch die restlose Einlösung des Prospektversprecheus. Der Garantiedienst stellte sich auf die Seite seiner Anleihezeichner und ließ im Finanzkomitee die Forderung vertreten, daß die Kontrolle durch die Oestereichische Notenbank unverändert aufrecht erhalten werden müsse. Die Nationalbank zeigt sich immer mehr als das eigentliche Kernwerk der Genfer Sanierung. Das österreichische Geld stellt eine Standardwährung dar. Der Kurs des Schillings schlägt jeden Stabilitätsrekord, und die auch vom Völkerbund unbestrittene Sanierung der staatlichen Finanzwirtschaft ist nur infolge des geglückten dtotenbankexperimentes möglich gewesen. Welch großes Interesse England immer und immer wieder an der Oesterreichischelt Nationalbank nahnl, habcm die wiederholten Reiserl des Nationalbankpräsidenten Dr. ^)ieisch und des Finanzministers Doktor Ahrer nach London gezeigt, die dort den: Präsidenten Mioe BoriMn-Sreiie " Schiff mann II. TaborstraBe 48 TolsüHon 47«t»7f ln BW »>o 4iWI 31