Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 7 (1925)
- Issue
- Heft 2351 (7.9.1925)
- Date
- 1925-09-07
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
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I Wien: zumAbholen in der Expedition, IL Taboistr. 1-3, gderfrt einer Verschleisst eile 'Trafik) monatl. 6 Schilling Straaaemrerhaut in Wien durch die Kotporteure der Firma Goldschmied, I, Wollaelle 11 Mit Postversand für Wien und Oesterreich monatlich S Schilling tschecho-Slowakei: Mon. K22. Jugoslawien: Mon.Oin.60. Holen: Mon. 4Zloty. Deutschland: Mon. Gm. 4. Frankreich, Belgien: Mon. Frcs. 18 IPfOiS 20 Bl England: Mon. 4 Schilling. Italien: Monatl. 18 Lire; Runänien: Mon. 170 Lei. Bulgarien Mon.IOOLewr. Schweiz und das übrige Ausland monailicn Frcs. S Redaktion, Administration: Wien, U. Taborsfr. I Telephone: 44-0-38,43-3-19 Ab 6 Uhr: 21-102, 25-2-82 IX.. Universitätsstrasse 6-8 (D uckerei lg. Steinmann) Nachsahlongen bei Frei*- erhdbtin «en vorbehalia Oesterreichisches Postsparkassen-Konto Nr. 150.693 9h. 2151 Wir». SRontoa, 7. September 1125 7. Jahrgang Me Senftr Kontrolle. SeneralkommWr Sr. gimmerman hat die Kontrolle eingrschrllnkt. Genf, 6. September. Heute vormittags fand eine Sitzung des Finanskomitees statt, das bis zur Mittagsstunde die gestrige Beratung fortsetzte. Gegenstand der Beratung war ncmcrilich die Frage der Möglichkeit einer Aufhebung der Kontrolle. Generalkommissär Dr. Zimmerman gab neuerlich die schon dem österreichischen Komitee des Bölkerbundrates mitgeteilte Erklärung ab, . daß er anläßlich der Beischlußfassungmehrerer. wichtiger Reformgesetze im österreichischen Nationalrat der österreichischen Regierung die Entscheidung mitgeteilt habe, daß er unverzüglich die Finanzkontrolle einschränken werde. Diese Umwandlung der Kontrolle sei gemäß den im Septemiberabkommen 1924 vorgesehenen Bestimmungen erfolgt, da die in dem gnannten Abkommen angeführten Maßnahmen durchgeführt waren. Der Generalkommissär habe sich also 'berechtigt geglaubt, die Einschränkung d e r K o «- - trolle sofort einzuleiiten. Die Kontrolle beschrankt sich seither auf die Budg etgre-nze n, ohne die - Einzelheiten der Ausgaben mehr zu berühren. Die Beratung des Finanzkomitees wird morgen fortgesetzt. . Der Bundeskanzler in Genf. Genf, 6. September. Bundeskanzler Dr. R a m e k. .ist in Begleitung des Sektionsrates. Dr. Wimmer heute abends in Gen f e-ingetroffen und-wurde vowden anwesenden MinMern .'E.MM'edeM : 'vor Delegation auf dom Bahnhof erwartet, die ihrn MgeWch' Über den Wand der Verhandlungen Bericht erstatteten. Me sechste Bölkerbnudversammluag. Genf, 6. September. ^Schweiz. DeP.Mg.) Die. sechste Dölkerbnn'dversammlung wivd Morgen toH* mittags unter. dem Vorsitze des fvanMrschen Minister- Präsidenten P a i n l e v e zusammentreten. Zum Präsidenten der diesjährigen Be-vsammlung wird voraussichtlich der Ehe-f der kanadischen Delegation Da dir ran d gewählt Kverden. Der Weltsriedenrkongreb geschloffen. Paris, 6. September. (Wolfs.) Der i n t e r n a t i o- « a l e F «i e d e n s k o n g r e ß hrt im Verlaufe seiner Schlußsitzung eine Reihe von Entschließungen angenommen. So verlangte er, daß der V ö l k c r b u n d aus seine nächste Tagesordnung die wirtschaftliche Organisierung des Friedens setze. Ferner wurde eine Tagesordnung angenommen, "in . der es heißt: Der Friedenskongreß entbietet den Opfern der Kolonialkriege seinen Gruß, spricht angesichts des gegenwärtigen Rifkrieges in Marokko seine Entrüstung aus und fordert, daß der Völkerbund an die interessierten Völker einen Aufruf richtet, damit ihm das P r oblem z u r L ö s u n g unterbreitet werde. Der Kongreß setzte eine Kommission ein, die diese Frage b’tjs zum nächsten Kongreß studieren und einen Bericht ausarbeiten soll. Sodann beschäftigte-sich der Kongreß- Mit den Fragen, die der Ausschutz für Sicherheit und Mvüstung geprüft hatte. « Der Kongreß faßte schließlich noch eine besondere e i nsii m m i g angenommene Entschließung, die sich mit den Begiiehungen zwischen Deutsch land und Fran kreich besaßt. Frankreichs Schwierigkeiten in Wien. London, 7. September. „Daily Telegraph" bringt eine Meldung aus Beirut, die bestätigt, daß S u a i d a van den Drusen eingenommen wurde. Weiters sei eine f.'rüxlzösische Strafexpeditivn von,.den.Drusen üherrumpelt und zum größten Teil getötet worden; eine. Anzahl von Kanonen sei den Drusen in die Hände gefallen. Die Lage in Damaskus sei sehr er n st. - * - •: Neue Angriffe Mp «l Dr'm». Erfolge der Rifleute gegen die, Spanier. Fes, 6. September. (Havas.) Die feindliche Tätigkeit verstärkt sich an den beiden . Fronten. Die Franzosen besetzten die Kote 826. auf dem Jffualplateau. Ein amerikanisches kleines Geschwader hat an' der Beschießung von S che schauen mitgewirkt. Der Feind zeigt überall große Un -ruhe. Ter im Abschnitt T e tu a n entsponnene Kamps entwickelt sich weiter uttd gestaltet sich iw Massiv Beni Hoznar besonders lebhaft. Die Spanier sind nämlich in diesem ^besonders lebhaften" Kampf bereits ge schlage n. Die Red.) . Md el Krim schlägt Friede nKverharrdlunge n ' voe? Land an, 7. September. „Timest melden aus Tanger: Md ek Krim hat seinen Agenten angewiesen, sich sofort nach Tetuan z« begeben, um Prima de Rivera aufzüforpern, spanische UnterHändler nach ANdir zp entsenden, ÜU gemeinsam mit.tnen ^0.10^^410 ein^cla* denen si^anZösi.schen ÜuderH8ndlern über die - fronzösisch-spanichen Fple-ensbedinymupn zu verhandeln, vHr dem« er^M et 'zsie-N e K e n n t n i s - erhalten - hoW:' AÄ el Kritn Hab« seinen nach Tetuan entsandten Agenten dahin ittstnriert, dyß er bereit sei, die F r i e d e n 8 v or sch l a g e a u s d e r Basis zu disüttieren, wie fip in den ftanzSsischey «nd spanischen Blättern dargelegt seiend > , / Ae Sicherhei!»ko«fere»r - in Somol . .Rv«, 7. September. Das Ergebnis der soeben geschloffenen In.risi en k o nf;c;renz in London befr.'i,edsig t in. hiesigen politischen Kreisen. Es wird persicheri, daß Mu.s s o! i n i s Anwesenheitbei der nunmehr'.a^v». haltenden Sicherheitskonferenz von den A l l-.i i e % t en sowie von Deutschla.nd ge-wü».sicht wird. Die Konferenz soll, wie hier verlautet, E n d e S e p t e m b e r in C y m o stattifinden. Der erste Lag der Meaer Mesie. ' Im M e s s e P a l a st herschte schon am ersten Tag lebhafteste Bewegung und ' unmittelbar nach Esvöffnung L«er Messe waren alle Säle von einer dicht gedrängten Menge erfüllt. Es gelangten bereits am ersten Tag zahlreiche Geschäfte zum Mschluß: In der Reuen Burg verssä-rlte sich.der Ay-mng des Publikums im Lause des gestrigen Tages derart, ,daß zeitweise förmliche.Berke-hrsstöckungM entstanden. - Auch hier war die erfreuliche Wahrnehmung zu machen, daß eine.erhebliche-Anzahl von Ausstellern schon am..-ersten i Hage' inder.-Lage.- -war, größere Aufträge zu buchen; ins- 'hesondere in l:r Strickwärenbranche setzte das Geschäft mit ziemlicher Intensität ein. . r Auch in der - R o t u n d-e brachte gestern der .Evösfnungstag einen starken Besuch, der den der Frühjahrsmesse weit hinter sich ließ. Älm gestsigen Tage sind die Einkäufer aus den Bundesländern zahlreich erschienen, doch ^bemerkte mgn auch Interessenten, aus Ungarn, Jugoslawien und anderen Balka n bände rn; auch ans den .W e st st a a t e n und gus P o le n sind Ein- . Wlser erschienen. - - . / ...;; , , i. Auf den: f x e i e n Gel ä n de zeigten .sich schon sehr. . zeitlich.' ernste -Interesseutett, .-darunter solche -.aus Pa- -käsiina und Bu-lga.xieu.für .-landwirtschaft-; Li ch e. Masch i-n e n und; für. 'dßr-modernen 'Boden-. lockerungsversahren. Eröffnung der Prager Mustevmess«. Prag, 6. September..'- (Tschecho-slow. Preßbureau.) Die 11. Prager Atustermesse wurde heute 'eröffnet. MV Inländer und 260 Ausländer aus IL Staaten haben aus- Meüt, Sie Krise. Bon Robert Stricker. Die sachlich nicht begründete Mbrerse der Präsidenten Wcizmann vor Abschluß des Kongresses und der Umstand, daß der Kongreß seine l.-vicht-igste Funktion, die Wahl der neuen Leitung, nicht vollziehen konnte, sind der augenfällige Ausdruck des B'estandes einer Krise in der Zionistischen Organisation. Die Krise selbst wa-r da, als Präsident Werzmann in der Generaldebatte erklärte, daß er -seine Pollitiik sowohl gegenüber der Mandatarmacht als auch der nichtzionistischen Iudenschaft als unabänderlich betrachte und nicht gewillt sei, von -ihr auch nur um ein Iota abzuweichen. Er hat dann, ganz folgerichtig, verlangt, -daß in die Vertrauense'rA'ärung, welche dom Kongreß vorgeschLagen war, ein Satz eingesügt. werde, welcher seine Politik ausdrücklich billigt und ihn' zu ihrer Fortsührung im Namen der Organisation berechtigt. Die Majorität, welche bis dahin Weizmann unbedingte Gesollgschaft geleistet, hatte,' sprach ein deutliches „Nein". 170 von 310. Delegierten versagten der Politik des ißräijibertfcn ihre Zustimmung. Diese Abstimntung i.var entscheidend und alles, was nachher folgte, -sowohl die Bersöhnungs- und Vertuschungsversuche einerseits. und die weiteren Unstimmigkeiten in Budget- und . Persouensragen andererseits, ‘ bedeutet herzlich wenig.. 'Zwischen Wotzmainn rrnd der Organisation hat sich eine'Kluft aufgetan, über , welche mau mit. taktischen'.'-Manövern, 'nicht hrnwegkommen. kann. Es geht; nicht nur persönliche Fragen, es geht um Gründsätzliches. ,Und we'r ernstlich än der Lösuiig der.Kr-ise ar-beiten will, muß diese Tatsache"im. Auge beihallten uüd darf -der KcMfrage:'nicht auLtweichen.- -Sönist -kommt -beistenfalls notdürftiges FlicAverk zustande, ' das -beim -geringsten Anlaß zerfällt. Leider.scheint sich diese Erlr-nntnis nicht durchgerungen zu haben, denn sonst, könnte beispielKweise die Berliner jüdische Rundschau", . welche dom - engsten Kreise um Weizmaim zuzuzählen ist, nicht schreiben, -daß die Krise bei befferer Regie durchaus, jit vermeiden geüvesen wäre. Als maßgebend für die Entstehung ' der Krise führt die /Jüdische Rundschau." folgende Momente a'tt: - Absolute UnzuRnglichkeit de<s Präftdmms des Perma-nonzausschusses, geschickte?lusnützung - psychdlcgischer Momente seitens der Opposition, Wühlarbeit - der ,/Kriso^cher", falsche Fovinülierung der Vertrauensfrage n. a.. w. Das Bla-tt der unbedingten Woiz-ma-nu^Frounde sieht also.nur Aeußerlichkeiten, - nur Mißerfolge der Taktik und einer stümperhaften Regie und schenkt dem Grundproblenr, denr Umstande, daß - die Politik Wotzma-nns in einen uwhellvollen Gegensatz zu den Bovaus-setzungen des Zion-vsmus und den Gefühlen 'der zionistischen Waffen geraten .'-ist, -nicht die geringste Beachtung. Das bedeutet eine Berkenimng der Situation, aus-der heraus eine Lösung We kommen kann. Die Diagnose - der /jüdischen- Rundschau" hastet' an der Oberfläche und die Heilmittel, welche sie omPfioM, sind untauglich. Beffere Regia, größere Geschickl-ichkeit der. Einportscher, raffiniertere Formulierung der. Anträge reichen nicht aus, um das Geschehene ungeschehen zu machen. Wenn Präsident We-iznwnn und seine nächsten Freunde nicht mit tioferveichenden Vorsätzen an -das Problem herankommen werden, dann wird es schwerlich.zu einem ersprießlichen. Ausgleich kommen. . * . Der Kongreß hat es abgelehnt, die vom Präsidenterl Weizmaun für die Leitung vorgeschlagenen Personen zu wählen, aber selbst keinen Gegenvorschlag erstattet. Es ist überhaupt nicht zu ordnungsgenräßen Wahlen gekommen. Man hat der Regierung Weizmann die für eine wirksame -Fortführung der politischen Geschäfte notwendige Legitimation versagt, ohne eine andere Regierung einzusetzen. Außenstehenden dürfte diese Vorgangsweise schwer verständlich sein. Sie findet aber in dem Verhältnis Weizmanns zur Organisation die. Begründung. Weizmann ist der Bringer der Balsour-Deklaration, der alles überragende Repräsentant des Zionismus in der entscheidendsten Epoche der Bewegung, der- Begründer der 'hebräischen Univ'ersitäi. 'der Mann, der einen großen Teil der- - amerikanischen Iudenschaft für das nationale Aufbauwerk gewonnen hat, er ist die populärste Erscheinung im Judentum. Wenn die Zionisten diesen Mann anders werteten wie irgend einen gewählten Präsidenten,--wenn sie ihm Handlungsfreiheit in einem Aus-' maße einräumten, das weit über den Rahmen dex organisatorischen Verfassung hinausgehl, so ist das begreiflich und gewiß nicht SewiliKnrus. Cs ist durchaus nicht verwund