Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 7 (1925)
- Issue
- Heft 2350 (6.9.1925)
- Date
- 1925-09-06
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
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freien; au q.oTiri Wien: Zum Abholen In der Expedition, 11., Taboistr. 1-3, oder in einer Verschleisstelle 'Trafik) monatl. h Schilling Strassen verkauf in Wien durch die Kolporteure der Firma Ool dschmicd, 1., Wollzeile 11 Mit Postversand für Wien und Oesterreich monatlich 5 Schilling Tsch ec ho-Slowakei: Mon. K22. Jugoslawien: Mon.Din. 60. Polen:Mon. 4Zloty. Deutschland: Mon. Gm. 4, Frankreich, Belgien: Mon. Frcs. 18 NtthMhlanje» bet Preis« er behängen Vorbehalten Nr. 2380 — Wiener Moraenzeilung lf»rals 25*151 England: Mon.4Schilling. Italien: Monatl. 18 Lire: Rumänien: Mon. 170 Lei, Bulgarien Mon.lOOLewr. Schweiz und das übrige Ausland monailic i Frcs. £ Redaktion, Administration: Wien, Il.Taborstr. I Telephone: 44*0-38,43-3*19 Ab 6 Uhr: 21-102, 25-2*82 IX. Universitätsstrasse 6-8 (D uckerei lg. Steinmann) uesterreicntscnes Postsparkassen - Konto Nr. 150.693 Wie«, Sonntag, 6. September 1928 7. 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Nach der „Frankfurter Zer- Mng" hat die N.eichsregierung mit der Reich'spost und allen Stellen, die für die Ausleihung öffentlicher Gelder in Frage kommen, Verhandlungen wegen Herabsetzung der Zinssätze eingeleitet. Ein Einvernehmen soll bereits zwischen Reich sf i n a n z v e r w a I t u n g, der P o st, der Eisenbahn, der R e i ch s v e r s i ch e r u n g einerseits und den D u r ch g a n g s b a n k c n, insbesondere der S e e h a n dil.u n g, der R e i ch s k r e d i t A.-G., der Deutschen Be rke h rs kre di tba nk, andererseits erzielt worden sein. Auch die Reichs bank habe an den Beratungen teilgenommen. Alle öffentlichen Kassen, die bisher neun Prozent zu fordern pflegten, wollen ihre Ausleihesätze auf siebeneinhalb Prozent für kurzsristige uui> auf etwa acht Prozent für l a n g f r i ft i g e Gelder, ermäßigen. Leien Sie unseren neuen Roman HERR FETTWANST feine amerikanische Autobiographie von Samuel Ornitz), der heute zu erscheinen beginnt* I Ser Sicherbettsvakt.! AlMertermussPrache mit Dr. Stvesemann. Genf, 5. September. (Schweiz. Dep.-Ag.) Wie aus j guter Quelle verlautet, seien gestern abends P a i n l e v e, Briand, Chamberlain und Vandervelde zu einer Besprechung zusammengetreten, die dem Stand der Verhandlungen über den Sicherheitspakt galt. Es sei grundsätzlich beschlossen worden, mit Doktor Stresemann eine persönliche Besprechung abzuhalten. Zeitpunkt und Ort der Zusammenkunft seien noch nicht bestimmt; doch glaube man, daß die! Konferenz der alliierten Minister mit dem Chef der deutschen Außenpolitik nicht schon in den nächsten Tagen, I sondern er st zu einem späteren Zeitpunkt er- I folgen werde.? London, 5. September. Das Reutersche Bureau meldet aus Gens, daß die bevorstehende Konferenz der Außenminister wahrscheinlich in Genf, und zwar | voraussichtlich Ende September stattfinden werde. Es verlautet, daß Mussolini Rom als Ort der Zusammenkunft Vorschläge. In Genf halte man es aber für unwahrscheinlich, daß die Zusammenkunft in Rom stattfinden werde Beendigung dev Londoner Konferenz. London, 5. September. (Reuter.) Die Rechtsfachverständigen Deutschlands und der alliierten Mächte haben ihre Arbeiten beendet und werden voraussichtlich heute abends London verlassen. _ Die Aufhebung der Kontrolle. Die Beratungen des Mnunzkomitees. Genf, 5. September. Heute um 12 Uhr vormittags trat das Finanzkomitee des Völkerbundes unter Vorsitz seines Präsidenten D u b o i s zu einer Sitzung zusammen, in der die Frage der Aufhebung der Kontrolle beraten wurde. Unmittelbar vorher hatte Finanzminister Dr. A h r e r eine Unterredung mit Sir Otto N i e m e y e r von der englischen Treasury. Die Sitzung des Finanzkomitees dauerte bis nach 1 Uhr und wurde dann bis 3 Uhr nachmittags ausgefetzt. Nunmehr nahm auch Finanzminister Dr. Ahrer an der Beratung teil. Der Finanzminister gab Auskünfte über die Maßnahmen der österreichischen Regierung im Sinne des dritten Genfer Protokolls und des Septemberübereinkommens von 1924. Die einzelnen Delegierten richteten an den Finanzminister eine Reihe von Fragen, über die Dr. Ahrer Auskunft erteilte. Die Sitzung wurde um 5 Uhr nachmittags unterbrochen und wird morgen um 1« Uhr vormittags fortgesetzt werden. S-eiZa gef llen. Paris, 5. September. (Tel.-Komp.) Ueber London wird aus Syrien gemeldet, daß es den D r u s e n a m 2. September nach heftiger Beschießung des Forts Sueida und Zerstörung der östlichen Umfassungsmauern gelungen sei, die Zitadelle e i n z un e h m e n. Es kam zu einem für beide Teile verlustreichen Handgemenge. 15 0 Franzosen wurden gefangen genommen und große Mengen Waffen und Munition, darunter drei Panzerautomobile, eine Feldbatterie und zahlreiche Maschinengewehre, erbeutet. Im französischen Ministerpräsidium wird die Richtigkeit dieser Meldung noch in Abrede gestellt. Neue Angriffe der Rifkabylen. Paris, 5. September. (Tel.-Komp.) Nach einem Heeresbericht ans Fes hat sich die Meldung, wonach es den Spaniern gelungen sein soll, gegenüber Aidir Truppen auszuschifsen, bis jetzt nicht bestätigt. Die Rifkabylen scheinen einen neuen Angriff gegen Uezzan zu planen. In den letzten Tagen sind Orte beschossen worden, aus die bisher noch kein Schuß gefallen war. Um Erez Israel. Kr. 2B t e tt, 6. September. Seit dem Tage, an dem die Ernennung Lord Plumers zum Oberkommissär von Erez Israel bekannt wurde, führt die arabische nationalistische Presse des gesamten nahen Orients eine auffallend zuversichtliche Sprache. Die Tatsache der Abberufung Herbert Samuels und der Ernennung eines nichtjüdischen Nachfolgers wurde als Beweis für eine Wendung in der englischen Politik zugunsten der arabischen Wünsche ausgelegt, und das Bekenntnis Dr. Weizmanns, daß er nicht in die Lagegekommen sei, auf die Ernennung des neuen OberkomMissärs einen Einfluß zu üben und von der Berufung Lord Plumers zum Chef der Pälästinaregierung erst durch die Zeitungsberichte Kenntnis erhalten habe, führte in den Kreisen der arabischen Nationalisten zu der Annahme, daß Lord Plumer aus Loüdün für das künftige Berwaltungssystem Instruktionen mitbringe, welche sich weitab von der Linie bewegen, die zur Erfüllung der Mandatsbestimmungen im Sinne der zionistischen Ideologie führen müßte. Je näher der Tag kam, an dem Lord Plumer sein schweres, verantwortungsvolles Amt übernehmen sollte, desto dreister und' eindeutiger wurden die Forderungen/der arabischen Nationalisten an das neue Regime. In scharfen Artikeln, in denen die Bilanz. der angeblich araberfemdlichen Verwaltungspolitik Herbert Samuels gezogen würde, haben die Führer der Nationalisten, in d^n breitew arabischen Volksmassen den Glauben genährt, daß der neue Oberkommissär für eine Zurückidrängung ' des „schwärzen Vorstoßes", wie der Zionismus in der, arabischen Hetzpresse genannt wurde, von Haus aus prädisponiert sei und nur der unbeugsame Wille des geeinten arabischen Volkes notwendig fei, um Loä> Plumer den arabischen Wünschen gefügig zu machen. Die Emissäre des Vatikans taten das ihrige, um die christlichen Araber in den antizionistischen Kampf hineinzuhetzen. Von dieser Seite ging auch die jüngste Taktik der Araber aus, dem neuen Oberkommissär eine Art ultimativen Friedensanbotes zu machen: Die Araber verpflichteten sich zur unbedingten Loyalität gegenüber Großbritanniens, zu einer Loyalität, die gerade der britische Feldmarschall Lord Plumer vom militärischen Gesichtspunkte aus zu würdigen verstünde, wenn — Lord Plumer als Oberkonnnissär von Erez Israel die Balsam-Deklaration mißachtet und die Mandatsbestimmungen unwirksam macht. Lord Plumer ist kaum -in Erez Israel angekommen, er hat noch nicht Zeit gehabt, sich in seinem neuen Amt zurecht zu finden, und schon bieten ihm die arabischen Führer die Gelegenheit, zu ihrem Anerbieten Stellung zu nehmen. Wie wir an anderer Stelle des Blattes berichten, hat die palästinensisch-arabische Exekutive gegen den Aufdruck der Initialen der Worte „Erez Israel", der hebräischen Bezeichnung für Palästina, auf Postwertzeichen, Münzen usw. Verwahrung eingelegt und zur Unterstützung des Protestes den Artikel 22 des Mandats herangezogen, der von der Gleichberechtigung der drei Sprachen, der englischen, arabischen und hebräischen, in Erez Israel handelt. Die Araber wissen ganz genau, was sie tun. Es handelt sich nicht um einen kleinlichen Buchstabenstreit; es geht um Geist und Inhalt des Mandats, um das Ziel unserer Arbeit im heiligen Lande, aus dem verdorrten, verödeten Palästina ein blühendes Erez Israel zu machen. Mit Hilfe des bewußt mißdeuteten Artikels 22 wird da ein Angriff aus die Artikel 2 und 4 des Mandats unternommen, in denen es England zur Pflicht gentacht wird, daß „das Land unter solche politische, administrative und wirtschaftliche Bedingungen gestellt wird, die die Errichtung der jüdischen nationalen. Heimstätte . . . sichern". Die Beschwerde der arabischen: Exekutive hat den Zweck, die Verwaltung des jüdischen Oberkommissärs vor seinem nichtjüdi- ... ...... ... ||||||||||||ililiiiiiiiiiii'W"1lllllllll|| ‘in.. -iiiin«. |11||||1||| 'ÄiSWIEHER RATHAUSKELLER-"0""** H. HÜBNER 534848232348532353484848014848535348534853234848534848234853484853234823234848534853482323485348535353485323485323484823532348482323485348535348235348532323484823534853234853534853232353532353235323535353532323020053