Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 7 (1925)
- Issue
- Heft 2349 (5.9.1925)
- Date
- 1925-09-05
- Page
- Seite 7 (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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' Nr. MS SSt-en, Wtntt Moraenzeltunst Seteine. Bortrüge unD ffletfammlnngen. Zionistische Kulturgruppe Briaittenau, 40. Be-.. Ka:l»Mriß-Straße 5. Heute, 7*7 abends VIII. ordentliche Generalversammlung. Morgen, 8 Nvr früh, Natlonalfond--» BÜch«enaufstellung?ak'ion. Erscheinen aller Mtig teder unbedingt Pflicht Z r o n t st i s ch e Sektion Prater. Wiedereröffnung der hebräischen Schulen und des Kindergarten« am 1.5. d. Einschreibungen täglich von 4 bis 9 Uhr im Sektivn-Üeime. 2. Bez.. Innostraße 8. Sitzvlatzkarten für die hoben Feiertage von 1 bis » S. find im Sektonsvetm, 2. Bez., Jungstraße 8 und im Schuhgeschäft Aschkenaly, 2. Bez., erhältlich. Eine arme jüdische Mtw« mit drei kleinen Kindern, früher Ge chaft?frau, oesinoet siai gegenwärtig m größter ptot und.bittet um Berdienstmöglichkeit. Ein« jüdische Privatlehrerin, die infolge eines schweren Herzlei enS nicht arbtrtsfähtg ist, «ebt mit iaret «»lährtgen Mutter nnv ihrem Bruder, der gegenwärtig stellenlos ist. in größtem Elend. Hilfe tut dringend not. ■. » * Verein für unentgeltliche» Arbeitsnachweis, S. Be-.-, Taborftraße 50. Tel. 40-Z-16. In der Zeit vom 30. Ananst h:S 5. September 1925 Waran angemel-det: 1043 männliche und 682 wc Mich« St ellensuchende aus den verschiedensten Branchen. Offene Stellen:. Männlich: 5 Vertreter, 1 Schlosser, 5 Lehrburfchen, .5 Lanfburs-Hen, 2 Hiffsariberter, 1 SpenKler, ß Verkäufer. Weiblich: 5 Comptoiristinnen, 2 Wirtschafterinnen, 8 Hausgshilfinnen, 3 Kfnderfräul-eins, 2 ... Lehrmädchen» 3 Köchinnen, 1 Buchhalterin. — In Derselben Zeit wurden vermittelt: Männliche Stellen: 2 Vertreter, 2 Lehrburfchen, 2 Lauf-buoschen, 2 Hilfsarbeiter, 1 Spengler» 8 Verkäufer. Werbliche «Stellen: 3 Eo-mpwirisimnen. 1 Wirtschafterin/ 2 Hausgchilfinnen, 1 K'ndevfvawlein. 1 Lchrmädchen, 1 Köchin, .1 Buchhalterin. Die P. T. Arbeitgeber wevdejr höftichst ersucht, sich im Bedarfsfall« an Mge Adresse gu «wenden. Radioprogramm. Heut« SamStag. 4 bis 5.40 Uhr r NackmittfliSkouzert. OSkar StrauS: Der tapfere Soldat. Suppü.r Die schöne Galathe. Beethoven: Iläagia eantawls. Leoncgvallo: Prise de Mer. Der'üt: Der Troubadour, Singer : Wiener Musik. Phillips r Biedermeier-Ständchen. Drescher: SvieltS mir Weanü Ttmz. KöNrjak - Badner Madln. Z ehrer r Schönte« d-Marfch. — 6 bis « 7 Uhr: Aus Wielands Oberon. (CH. M. Wieland, geb. 6. September 1738.) Tf- 8 Uhr: Walzertraum" von Felix Dörmann und Leopold Jacobson. Musik von Oskar StrauS. — 10 Uhr: Heitere Abendmustk. . Bühne und Kunst. Ehrenaberw des Schauspielers Markus Herschkowlez. Am 9. b. um 8 Ulhr abends findet rm Jüdischen Künstlerkü-barLtt, 2. BÄ., PräteMraße 60, ünter Leiitung des Herrn Max- Streng ein H-renabenb des Schaufpielers Markus HerschLoiwlgz unter Mitwirkung -bekannter südlicher Künstler statt. Eintritt frei. Bor. einem Streik der Philharmoniker. Die Saison hat kaum begonnen, und schon kriselt es wieder in der StaatSoper. Diesmal drohen die Mitglieder des Orchesters mit einem Streik, wvi>l ' entgegen wiederholten Zufa«n der Bundescheatewerwaltung und des Direktors Schalk drei Musiker vorzeitig pensioniert wurden. Gestern hieltendie Phllharmoniker' eme Versammlung ab, in der sie me Zurücknahme-, dieser VerfügüM-fotderteN. Ein« Abordnung sprach in der Bundescheaterverwaltung vor, doch ist von dieser Stelle-, 'die Ange^ leaenheit bis' nun noch nicht geordnet worden, so daß die Mitglieder des Orchesters es avleynten, für-die daraus entstehenden Folgen verantwortlich gemacht zu werden, . Gerhärt Hauptmanns neues Drama »Belang gelangt anläßlich des 25jährigen Iuibllänmr des veütlschen Schauspiel- Hauses m Hamburg zur Uraufführung. Der Dichter wird f-Äbst die Regie ^führen. Im Rahmen der Festspielwoche, die aus Anlaß der DheaterjuiblläumS veranstaltet wird/und, deren Abschluß die Haupima-Mt-Premiere bildet, gelangen drei Einakter von Stucken, Zoff und Fulda ebenfalls zur Uraufführung. Die festlichen Veranstaltungen beginnen am 14. d. mit einem Festkonzert unter Leitung von Max Schillings, bei-welchem Emil Sauer mitwirkt. •- „Antonia" mit Sari Fedak gelangte gestern im Deutschen'VolkStheater, zum 150. Male zur Abführung. «Dari Fedak und das auSEichn-ete Enfomble Wurden sehr gefeiert/ Es hatte die letzte Aufführung des erfolgreichen Stückes sein sollen, „indessen wurde gestern miigLteM,. «daß in der kommenden Woche Sari Fedak noch ei-nrgs Male irr „Antonia" austreten wird.- - , ' . . - Selbstmord eines Theatcrdireftors. Der.DirÄtor des Linzer, Theaters Heinrich L a g i n hat Gift genommen und starch wenige Minuten nach der Ueberfichvung ins Krankenhaus. Hagin, ein erfolgreicher Tbeaterfachmann, der seinerzeit aemeinsanr mit Direktor Bernau die Wiener .Kammerspielc, leitete, soll, wie verlautet, .den Selbstnwrd wegen finanzieller- Schwierigkeiten begangen halben. Noch im vevstossemn Sommer hät Direktor Hagin' das G m u n d e ft « r 'Somnrertheater auf ansehnlicher Höhe gehalten. ,;,Das Theater anf's Dorf." In Moskau hat sich unter divsor Devise eine ans 150 Personen büstchende Theatertruppe gebildet, die eine -große Anzahl von Vorstellungen -auf dem Lande fld&eit will. Die Theaterfahrten sollen sich nicht nur auf Zentralriißlaud beschränken, sondern bis in den fernsten Osten. , Die Truppe -führt neue, eigenartige, leicht tvansportabile Deko- - rationeil nlit. Aus de« Theatern. . Bu va-th e-a-ter. Movgsn, halb 8-Uhr abends, „Gi n idealer Gatte." : Akademietheater. Morgen, halb 8 Uhr abends, : „T ic Frau R a-t." — , Bolksoper. Heute ,,Fled e r in a u 8.", Morgen „Die Merstc-rsinger von Nürnberg." , S ch önlbr-u n ne r Schlo-ß 1 -he »ier. NLovaen, halb 8 Uhr abends, „F v a D-i a-v o l o." Montag geschlossen. Diens-- tag ,Ko ffm-an n s Erz äh ln n-gen." Deutsches BolkStheater. Schnitzlers ,/Das werte Land" wird honte und morgen wiederholt. Infolge der starken Zugkraft spielt. Sgri Le da k die Titelrolle m „A n t o n r a" noch Montag den 7.. Mit-Uvoch den ,9. und Freitag den 11. d. Paul Geraldhs Lusffpiirl „Wen u ich w o l l te" gelangt Samstag den 12. d. «zur deutlichen Uraufführung. - Raimund-Theater. Allabendlich, 8' Uhr, „L a d y Fanny und die Dienstbotenfrage" mft Luise Kartvufch, inszeniert von Karlheinz Martin. Gerichtssaal, Mt game Medizin ist ein Aottsbettug!" Das Heilmittel eines Panrlyiib.rs. Der 54 Jahve alte, pensionierte Eksenbcchn-er Josef Lang, 16. Bez., Haynrorlegasfe 911 im eigenen .Hause alleinwohnend, hatte sich gestern vor dem Degirks-gerichtc FünshauS (BegirkSvichber Dr. Waneeek) wegen Kurpfuscherei zu «Verantworten. Der Angeklagte war zur Verhandlung nicht erschien«»; er war durch- Dv. Walter Niehl vertreten. Dem Straffall -lag fotzender Tatbestand zugrunde: Als Obmann der «f-ebevösterreichifchen AerMchaft^ hat Dr. Franz Josef Beer folgende Anzeige,,erstattet: ,/Seit eintgLr Zeit betreibt Lang gowerbSmäßig Kurpfuscherei. ES wurde von unS ein Herr zu Wsef - Lang geschickt', uM sein Treiben zu beobachten und zu koytvollieren. Lapg...ühevg«ch, b Herrn, ein Fläschchen ynd ein und verlangte - hiefur -36.000 K ";Die Pvliyei hat. tzer, ÄgatSanwaltschaft fotzender, bSkanntgegeben: In dem Hause, 16. Bez., HaipnerlHgasse- 61^ bewohnt Josef Lang den ersten- Stock; im Parterre befindet' sich . ein Wocrtttamn, ein - Zimnrer für den Arzt und ein Mässagezi-nrnker. Beim Eingangs des Hauses. befindet^ sich die Tafel. des Dr. Edmund F u ch 8. (Ir ordiniert von 1 bis 4 U-hx. Dr., Fuchs chohnt in der Buvggasse. In der Zeit -von .1 bis 4 Uhr herrscht..im Haus? -Haymerlegasse 31 ein sehr leger .Verkehr; «8 warten dort oft 30 bis 30 .Personen im Warteraum. Zuerst gehen die Leute zum Arzt, der sie untersucht und bann fein« Verfügungen trifft, das heißt, sie lverden von Dr. Fuchs zu Lang geschickt und dort vpn letzterem massiert Wenn die Patienten auswärts wohnest, erhalten sie hon Lang eine Flasche P ä n ac,a« (ein Fabrikat, eine Fichtennadelsakbe, ein« Schmiere), zur S e l b st b e han dl u n g. Für' die' Salbe müssen di>e Patienten 3,80 S. bezahlen, die ärztliche Untersuchung kostet 3 S. Lang ist wiederholt beanständet worden, auch deswegen, weil er sich «^äußert hat: ,Die ganze Medi«zin ist ein VolkSb'etrug und die Uerzte sind «behördlich berechtigte Mörder." Er ist gerichtsärztlich untersucht worden und alB Paralytiker und von Wahnideen Verfolgter bezeichnet worden. Die Polizei schließt den Bericht: „Das Geschäft geht 'sehr' g«Ut, da täglich über 90 Personen durchschnittlich «bei Bang erscheinen; diese Personen gehören allen Gesellschaftsklassen an." Lcktz hat her'''8er Wizei' än-gvgeiben: ,^I ch f ü h r e seit 12 Iachre-n wegen meines ^ei'lver«fahren§ einen Kamp^f.m-it tevt-A«r-z4eschnft,'da ich eine Reform auf dem Gebiete der Heilkunde durchführen will. Ich wurde 15mal angeklagt, doch nur ein einziges Mal bestraft, in. den.gyderey. 14,Fällen wurde, ich, nicht bestraft, da ,ich geistig als nichlt normal bezeichnet wurde. Ich > abbeite mit Dr. ^muNd.,Fuchs-.zus«n-men." -Dr. Fuchs, der -gyr Verhandlung gleichfalls nicht erschienen war, hatte bei der Polizei folgende Angaben gemacht: „Ich habe für mein« Ordination in meiner Wohnung keinen Platz. Durch Zufall wurde ich mit Lang bekannt, der mir sagte, er wolle wi-t mir als Masseur arbeiten; «wenn ich die Untersuchung der Patienten übernehmen wolle, so würde er mir ein Ordinationszimmer zur Verfügung stellen; er würde mich für die Untersuchung der Patienten natürlich entschädigen. Ich war damit einverstanden. Es' wurde ausgemacht, daß ich die Patienten untersuche und dem Lang omgchende Weisungen über Massagebchandlungen gebe. Ich machte zur Bedingung, das Lang das Präparat ,^p a n aoee" nicht verkaufen dürfe, sondern daß er dieses nur .selbst bei der Bchandlung verwenden dürfe. Ich wußte nicht, daß er es vestkapse, und erfuhr e-r st. jetzt davon. Ich werde, '^da er es doch-tut, m-cine Verbindung mit ihm lösen." Der Verteidi«ger-des Angeklagten. Dr. Riehl, führte bei der Berhcmdlung aus, «daß oine strafbare Handlung, die nach dem Ärafgestztze zu sühnen lparc, dem Läng nicht zur Last ge-legi werden könne. Er hat, keine ärztliche Tsi t i.g k e,i t anSgvübt, sich auch uicht al.8 Arzt ansgegeben, sondern irgendeine Effenz oder Sälbe, angeblich ein Fichtennck>elpräparat verwendet und verkauft. Er hat' «rur die Leute massiert, die ihm der Arzt zuge-wiesen «hat. Es tväre noch zu beureNken, daß der Angeklirgte eine größere Anzahl von Dank- .und Anerkennungsfchreiben für,sein« Tätigkeit als Masseur erhallen hat. Nach durchgeführter DechaMung hat Begirkörichte'r Dr. Wanecek den Angeklagten frei gesp roche n: In der ftrrzen Begründung, führte «der Richter auS, >daß «S sich ftn gegcnstäydlicheu Falle überha-upt um kein Heilmittel handle, das der Angeklagte verwendet hat, sondern um ein Präparat,, oinp Salibe, eine 'Schmiere, ganz neutraler nnflefährtrcher Art, lediglich «bvstmmtt, di« Massagear- L4it zu erleichtern. Eine ärztliche Tätigkeit hat er Überhaupt nicht ansg'eübt.> Wieder ei« Totschläger freigesproche». Gasten: beseligte wieder ein ufTrimlenheit! begangener Totschlag die Geschworenen des Landesgerichtes 2 unter dem Vorsitz des Oberiländesgerichtsrates Wilhelm, vor denen sich der 4djährig« Maurergchilse Josef Jung zu verantworten hatte. Jung» der ehr schwerer Trinker ist, lebte mit der Hiffsarbeiterin Antonie Hoffmann.im gemeinsamen Haushalt und verleitete -sie auch zum Trinken. Im Verlaufe eines Streites stieß er ihr so heftig ein Messer in die Brust, daß sie bald darauf starb- Wie an -den vorhergehenden Tagen fällten die Geschworenen Mich gestern einen Freispruch. heute 8Uhrabdi. GASTSPIEL: Franz Olawattch Mfzzi Frelhardt ROLAND-BUHNE _5. September 1925_ Sette 7 Lolkswirt. Palnifche Wkrtfcho'tswoche. (Von unserem polnischen M.-S.-Korrespondenten.^ Die abgelaufene Woche brachte eine bedeutende Steigeruug des Zlotykurses auf allen internatiormlen Börsen, und wenn nicht alle Anzeichen trügen, dürft« die pol-nifche Machrung in Kürze ihre ursprüngliche Parität erreichen. Der Umschwung trat Donnerstag ein, an welchem Tage der Dollarkurs von seinem Höchststände von 7 Zloty zuvückwrch, um zum Wochenschluß 5M, ja sogar 5.50 zu notieren. Das Anbot fremder Zahlungsmittel stieg mächtig an und die schwarzen Börsen standen im Zeichen einer gewaltigen ^Panik. Eine unrühmliche R>oLe spielten die polnischen PrchaEanken, die trotz der bestehenden Verbote Dollar gegen Zloty verkauft haben und es so den ausländischen BanLoerbindungen emnöglichten, aus der Zlotykonterminierung ohne Verluste davonzukommen. Einen entscheidenden Einfluß auf die. tveitere Kursent- Wicklung der pol-nischen Währung wird die neue, von der Federation Reserve Bank erteilte 10-Millionen- Döllar an leihe ausüben, welche es der Polski Bank ermöglichen wird, ihren Valutenvorrat aufzu«fr-i>schen und anderevseits «der Stützungsaktion neue Mittel zur Verfügung zu stellen. Die maßgebenden Finanzkreise «haben «bereits umgefattelt und sind auf Zloty sehr fest. Es herrscht auch -die Ansicht vor, -daß man den U-mschlvung schon früher hätte herrbeifuhren können, und -dies um so mehr, als ja hu AnMnde nicht so viel Zloch vorhanden sind und die meisten BeMuse nur „in bianco" ohne - Deckung getätigt wuristm. Der' letzte Ausweis der Bank Polski vom 20. August -weift einen neuerlichen R ü ckgang des Banknotenumlaufes aus, und zwar 14,646.985 auf 443;l55i570 -Zloty, aus welchem Grunde die Deckung trotz eines Bvlutenvorrates von nur 72,767.048 und eines Goldvorates im Werte von 121,740.412 doch immer noch 40 Prozent beträgt. Im Handel verursachten die ValutenvcvMhrisse ein gewisses Ghaos. Die Kaufleute haben sich bis jetzt «der neuen Sachlage nicht angepaßt. Die Preise sind zwar im allgemeinen nicht bedeutend gsftiegen, eine gelvisie Teuerung ist jedoch zu verzeichnen. Der Verkauf auf Kredit in Zloty wurde eingeschränkt, wcbei die Kaufleute Wechsel auf Dollar lautend verlangen. Bar wurden jedoch fast alle Waren in Zloch verkauft. Etwas billiger war Getreide infolge geringerer Nachfrage. In Lodz weilt derzeit eme Delegation des russischen Wiesztorg und verhandelt mit dex Lodger Irtt>ustrie wegen weiterer Ankäujfe für den Winter. Die Regierung bemüht sich, alle Verhandlungen mit dem Auslände «betreffend die Ausfuhr zu unterstützen^ um die .Haudelsbilauz auszubalancieren. Es besteht auch die/ berechtigte Aussicht, daß dies im laufenden oder rrächsten Monat gelingen wird. Im ersten Halbjahr 1926. -erLeichte die Einfuhr -den Wert von 1,047.000 bis 1,469.000 Zloch, wogegen die Ausfuhr nur den Wert von 630,03,5.000 Zloch erreichte. Die Passivität der Hand-el'sbilauz «belief sich somit auf 417,387.000 Zloch. Das Finanzministerium bewilligte der Lemberg-er Ostmesse, die für diese «bestimmten Ausstellungsgegeu« stälche ohne 'besondere Bewilligung aus dem Ausland eiuzuführen. Diese Verordnung P für die zahlreichen ausländischen Aussteller, die infolge des letzten Einfuhrverbotes die Möglichkeit geschwunden gesehen haben, an der Ostmeffe terlzunehmen, von «be-fo-ndevev Wichtigkeit. Auf den polnischen Börsen dauert zivar die Stagnation an, die Notierungen haben sich jodoch auf ihrem Tie.ftande stabilisiert und weisen eher eine Neigung zur Steigerung auf. Das Interesse ist jedoch sehr gering. Am meisten wurden noch' die Wiener Arbitragewerte gehandelt, nachdem zwischen den Notierungen in .Polen und 'Wien größere Differenzen zu verzeichnen waren, «die ausgenützt würden. Warschauer Dlskontoba-nk stieg auch bis 5.75, dagegen notiert ZieleniewsK weiterhin 11 bis 11.10, Galizische Montan 2.75, Tepege —.96, Ehodovow 3 bis 3.10, EhtMe 4.10, Lemberger Brau 8.20 Zloch. Die Mtien «der Ban? Polskr sind stabil «bei 53 Zloch. Reise Wiener BanMrektorew «ach Amerika. Wie wir erfahre):, begeben sich die «beiden Direktoren der Wroner «Bevkchr-sbanÜ, Popper und Go-tthilf, Ende dieses Monats wach Amevikä, «am dort Mit den -ameviikawischen Geschäftsfreunden der Bevkchrsbank «wegen Ausbaues der bis'herige») Beziehungen zu vvchandeln. Beide Direktoren haben bereits vor einigen Monaten eine größere Auslandsreise nach England, Frankreich und der Schweiz mit Ersatz unternommen. Mit dem «Abflauen der Krise sollen Mch andere Bankdirektoren nach Rew-Gook reisen, nn: das Interesse Wallstreets für die österreichische Wirtschaft neuerlich zu erwecken. Die Reise der Ba-ttkdiroktown dürfte mit der Vorbereitung der Emission von I ndustrieobligationen österreichischer Unternehmungen in Amerika zusammenhängen. Die einzelnen Banken dürften für die ihren: Konzern« angchövvgen InduslrltepMernehm-lmgen die entsprechenden Verhandlungen einleiten. Noazessionierung de« BermMluagrseschMe». Das österreichisch« Handelsministerium hak «enerlich eine« Beweis seines engen Gesichtskreises gegeben. Esl hat durch eine Perordnllng das Vermittlungsgeschäft als konzessioniert erklärt. Diese Verordnung hat, nach der „Wiener Bank- und Börse,izeiiung", folgenden Wortlaut: „1. Bis zur näheren Regelung sind di« einzelnen Zweige der Privatgeschaftsvermittlüng in anderen als HandelSgefchittieu oft kor^essioniertes Gewerbe |u behandeln,