Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 7 (1925)
- Issue
- Heft 2349 (5.9.1925)
- Date
- 1925-09-05
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
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Wiener Morgeiyeilung Irrels a5~qT| England; Mon. 4 Schilling. Italien: Monatl. 18 Lire: Rumänien: Mon. 170 Lei. Bulgarien Mon.lOOLew«. Schweiz und das übrige Ausland monaiiicn Eres. S Redaktion, Administration; Wien, II. Taborstr. 1 Telephone; 44-0-38,43-3-19 Ab 6 Uhr; 21-102, 25-2-82 IX. Universitätsstrasse 6-8 (D uckerei (g. Steinmann) Oesterreichisches Postsparkassen-Konto Nr. 150.693 Wien: zumAoholen in der Expedition,!L Taborstr. 1-3, oder in einer versehleisstelle fTraflk) monatl. 5 Schilling Strassenverkaul in Wien durch die Kolporteure der Firma Oold sehmied, I, Wotlzeüe 11 Mit Postversand für Wien und Oesterreich monatlich 5 Schilling Tschecho-Slowakei: Mon.K22, Jugoslawien: Mon.Din.60. Polen:Mon. 4Zloty. Deutschland: Mon. Gm. 4. Frankreich. Belgien: Mon. Frcs. 18 NadtsahlongcB P f «} *• erhShongen Vorbehalten Kt. 2349 Berlin, Charlottenburg, Joachlmsthaierstr. 41 1 Minute vom Bahnhof Zoo iillefs leier Minm nwr-Restaurant l. Ranges Unter Aufsicht des Rabblnats der Jüdischen Oemelnde und des Hamburger Vereines Vorzügliche Wiener Küche 1106 Mäßige Preise Ireffounkt der jüdischen Welt HKUSER VERWALTUNGEN VERWALTUNGSREVISIONEN übernimmt not Berliner Bank für Handel u. Grundbesitz AG, Berlin C 2, Kaiser Wilhelmstr. 56 (Ecke Spandauerstr. 9) Tel.: Mercur 2335/6, 2595 6, 1876/7 Bank des organisierten Berliner Hausbesitzes ItnmoblUen.:bteilung / Sämtl. Banktransaktionen / Hypothekenabteilung Hausverwaltungen 1114 Hypothekenbeschaffung, Aufwertungsberafung ohne Kosfenvorschuss An- und Verkauf von Grundstücken jeder Art Oetillscbalt fOr CrondstiGks- und Bau-Interessenleo m. b. N. BerlinJW 62, KurjOraleMta;. 123 / Tel. Karfflrat 6889 n. S7S4 Sin KsdulnenUerfall bei Samnsfui. Ein Mbifcher Reisender getötet, fünf verwundet. Jerusalem, 4. September. Eine Gruppep^ r s i s ch e r Juden, die sich auf der Reise nach Palästina befand, wurde in der MHe von Damaskus von einer Beduinenbande überfallen. Ein Jude wurde <j etötet, fünf andere Vertv-undet, darunter zwei schwer. Ein Beduine wurde verhaftet. guLenertesse in Lettland. Riga, 3. September. (I. T. A.) In V a r k 11 a n haben jüngst faszistische Studenten eine Hetzjagd auf jüdische Passanten veranstaltet, sie beschimpft, an den Bärten gezogen und vielfach s ch w e r mißhandelt. Die Behörden blieben untätig. Der Untersuchungsrichter, welcher des Weges kant und von einigen jüdischen Bürgern ersucht wurde, für Ruhe und Ordnung einzutreten, stieß — er war übrigens am hellichten Tage stockbetrunken — auf offener Straße Ruse wie „Schlagt die Juden t o t!" aus und drohte, jeden Juden, der im nahekäme, niederzuschteßen. Die jüdischen Deputierten D u b i n und Meise! haben dent I u st i z m i n i st e r ein Memorandum überreicht, in welchem die Geschehnisse in Vavklian geschildert werden und strenge Bestrafung der Schuldigen verlangt wird. Der Justizminister hat telegraphisch die Untersuchung über die Vorfälle ungeordnet. Frankreich« Lsfenstve in Marokko. (Eigendienst der „Wiener Morgenzeitung".) Paris, 4. September. Die französischen Truppen haben die Säuberung des Gebietes Areschgu fortgesetzt. Das Ts ulgebiet ist wieder ganz in der Hand Frankreichs; nunmehr richtet sich die Offensivbewegung gegen die Bräues. Der amtliche spanische Bericht meldet, daß die Truppen in MavoMo den Feind, dessen Druck sich an gewissen Stellen verstärkt hatte, zurückgeworfen ha>ben. Die B e r l u st e der spanischen Truppen seien Zwar erheblich, jedoch im Vergleich mit 'den erzielten Ergebnissen nicht besonders hoch. Me guristeubesprechung. London, 4. September. (Reuter.) Die Beratung der 1 u. r i st i s ch « n Sachverständigen Deutschlands und der Alliierten wird Ende dieser Woche zum Abschluß gelangen. Die erwartete Konferenz der Außenminister Deutschlands und der Alliierten ist bisher noch nicht festgesetzt. Wien, eonutna, 5. September 1925 Steine Aushebung der Kontrolle? Die österreichische Frage vor dem Völkerbundrate. Genf, 4. September. (Tel.-Komp.) Die Aussichten für die Aufhebung der österreichischen Finanzkontrolle und die Abberufung des Generalkommifsars Dr. Zimmerman sollen nach dem bisherigen Verlauf der geheimen Verhandlungen des Finanzkomitees des Böllerbundes, entgegen anderslautenden Nachrichten, gegenwärtig nicht sehr günstig sein. Eine wesentliche Einschränkung der Kontrolle sei schon erfolgt und die allmähliche Aufhebung der Kontrolle im Lause des nächsten Jahres st ehe in Aussicht. Doch haben sich die europäischen und amerikanischen Finanzkreise gegen eine Aufhebung der Kontrolle ausgesprochen, die in diesem Augenblicke noch als durchaus verfrüht im Interesse der österreichischen Finanzlage selbst angesehen wird. Genf, 4. September. (Tel.-iKomp.) Das O c st e rr e ich - K o mite e des Bölkerbundrates hielt nachmittags unter Vorsitz des englischen Außenministers E'hamb e rlain und in Anwesenheit seiner sämtlichen Mitglieder, Painleve für Frankreich, S c ia l o j a für Italien, Benesch für die Tschechoslowakei, eine Sitzung ab, der der österreichische Außenminister Dr. Mataja, Generalkommissär Dr. Zimmer m a «, Bankpräsident Dubais als Vorsitzender des Finanzkomitees sowie die beiden Wirtschaftsexperten L a Y t o n und R i st beiwohnten. Die Sitzung dauerte nahezu anderthalb Stunden. Generalkommissär Dx. Z_i mm er man gab eine Erklärung ah, im der er unter anderem aüsführte: „Während des laufenden Jahves,insbesondere während der letzten Monate hat das S a n i e r u n g s w e r k s c h r große Fortschritte in der Richtung zu den im Abkommen vom September 1924 aufgestellten Zielen gemacht. Dank der Finanzpolitik und dank der unermüdlichen Tatkraft, mit der die ö st e rr e i ch i s ch e Regierung, namentlich der Bundeskanzler Dr. Ra m c k, ffe verfolgt haben, ist die gegentuärtige Lage eine derartige geworden, daß nran sie mit Optim i s m u s beurteilen kann. Ans diesem Grunde habe ich mich nach der parlamentarischen Erledigung einer Reihe von Gesetzen, die zusammen das grcße Reformwerk bilden, berechtigt geglaubt, die Initiative zu einer merklichen Abtschwächung der Kontrolle zu ergreifen. Ich habe hiervon den Herrn Bundeskanzler am 11. August in Kenntnis gesetzt." Nach diestr Rede warf Ministerpräsident P a i n l e v e als erster Redner die Frag« der Beendigung der Kontrolle auf. Er erklärte, es müßten Gutachten des Finanzkomitees eingeholt werden, -ob die im dritten Genfer Protokoll angeführten Bedingungen zur Aufhebung der Kontrolle gegeben feiert. Nach ihm sprach Senator S c i alo j a ebenfalls über die Frage der Aushebung der Kontrolle, wobei er zwischen der Möglichkeit der Aufhebung und der Suspendierung der Kontrolle unterschied. E h a nt b e r l a i n hob hervor, daß die Aufhebung der Finanzkontrolle in den Genfer Protokollen bereits vorgesehen war, daß er aber Bedenken habe, weil im gegenwärtigen Augenblick eine plötzliche A u s- Hebung der Kontrolle von u n g ü n st i g e r W i r k u n g aus die Aufnahme ö st e r r e i ch i s ch e r A n l e i h e n sein könnte. Dr. Benes ch hob hervor, daß -man sich darüber klar sein -müsse, daß es sich nicht nur uni ein wirtschaftliches und finanzielles, sondern in hervorragendem Maße auch um ein politisches Probte nt handle. Es wurde noch keinerlei Beschluß gefaßt und die Angelegenheit der Aushebung der Kontrelle im Zusammenhang mit 'den Maßnahmen für den wirtschaftlichen Wiederaufbau Oesterreichs an das -F i n a n z k o m i t e e und das W i r t s ch a is t s k o m i t e e des Völkerbundes ,verwiesen. Man nimmt an, daß die Untersuchungen des Wirkschafts- und Finanzkomitees n o ch annähernd eine Woche in Anspruch nehmen werden, so daß vor Ende nächster Woche kaum mit einer Entscheidung zu rechnen ist. 7. Jahrgang Die Wcht der Srganisatien. Kr. Wie n, 5. September. Es war vorauszusehen, daß der Verlauf des 14. Zionistenkongresses, die offene, zeitweilig äußerst stürmische Aussprache über die lebenswichtigen Probleme des jüdischen Volkes int allgemeinen und der Zionistischen Organisationen im besonderen, allen Hemden des Zionismus als willkommener Anlaß erscheinen werde, den Tod des Zionismus und den Zusammenbruch des Aufbauwerkes in Palästina zu verkünden. Aus allen Exposituren der Assimilation im Osten und Westen und besonders vorlaut int magyarischen Vorderasien, von überallher, wo man dem Zionistenkongreß in banger Furcht vor den imposanten Ergebnissen der zionistischen Arbeit entgegensah, dringt selbstbetörendes, den unwissenden Anhang täuschendes Jubelgeschrei über das angebliche Fiasko des Kongresses. Hat man zu Beginn des Kongresses das jüdische Parlament als Marionettentheater hinzustellen versucht, wo die Delegierten willen? lose Puppen in den Händen der Führer seien, so soll jetzt das aufrechte Verhalten der Opposition als Beweis dafür gelten, daß die Zionistische Organisation in sich zerfallen sei. Die antisemitischen Berufsfeinde des Judentums, denen jede Regeneration des jüdischen Volkes ein Dorn im Auge ist, und die unverbesserlichen Berufsassimilanten, die sich nur noch durch ein eventuelles Fehlschlagen des Zionismus in ihrer erschütterten Position behaupten könnten, stimmen zur eigenen Rettung das gleiche falsche Lied vont Zusammenbruch des Zionismus an. Diese Widersacher der zionistischen Idee sind nicht zu belehren, sie leben in ständiger Angstpsychose,- sie werden nie.umlernen,. wM sie befürchten, damit ihre politische und in den meisten Fällen auch ihre Berufsstellung einzubüßen. Die Karawane zieht weiter, bis sie ans Ziel gelangt. die Zionistische Organisation lebt kräftiger, wenn man so sagen darf, lebendiger denn je. Gerade der Verlaus des soeben abgeschlossenen Kongresses zeigte aller Welt, wieviel pulsierendes, seiner Pflicht und seiner Verantwortlichkeit bewußtes Leben diese mächtige Weltorganisation erfüllt und vorwärts drängt dem vorgesteckten Ziele zu, der Schaffung des jüdischen Nationalheimes. Der Kongreß ist zu Ende, die Delegierten sind heimgekehrt und werden die schwere Aufgabe haben, ihren' Mandanten über die Ergebnisse der Wiener Tagung Bericht zu erstatten und Vorschläge für die fernere Arbeit zu unterbreiten. Der 14. Kongreß stand aus mehr. als einem Grunde unter einem nicht sehr glücklichen Stern. Nicht nur die Wiener lokalen Begleiterscheinungen haben den Kongreß irritiert, und nicht bloß die auf die Tagesordnung gesetzten Probleme, bezüglich welcher die Delegierten mit gebundener Marschroute versehen werden konnten, haben die gewitterschwüle Atmosphäre im Kongreß geschaffen. Der unbefangene Beobachter konnte sich nicht des Gefühls erwehren, daß zwischen der Führung und den Kongreßdelegierten irgend etwas in der Luft schwebte, was eine innere Verbindung zwischen diesen beibett sich ergänzenden Faktoren der Zionistischen Organisation hinderte. Man konnte die Empfindung nicht los werden, daß die Führer der Offenheit des Kongresses mit einer — vielleicht taktischen — Zurückhaltung der Mehrwissenden begegneten, durch welche die Nervosität auf Leiden Seiten bis zur Höchstspannung gesteigert wurde. Aber auch das zeitliche Zusammentreffen des Kongresses mit höchst wichtigen Ereignissen außerhalb desselben konnte nicht ohne Einfluß auf den Gang der Beratungen im Kongreß bleiben. Während im Wiener Konzerthaus die Haltung der Exekutive, unter anderem auch die Tatsache, daß die Ernennung des neuen Oberkommissärs hinter dent Rücken des Präsidenten der Exekutive erfolgt ist, einer scharfen Kritik unterzogen wurde, vollzog sich in Erez Israel der Einzug des neuen Chefs der Palästinaregierung, Lord Plumers, über dessen Richtlinien für das Tempo und die Modalitäten der Erfüllung der Mandatsbestimmungen bisher eigentlich noch nichts bekannt wurde. Bei dieser Wende in der Geschichte des jüdischen Volkes und der zionistischen Aufbauarbeit war die Zionistische Organisation durch Kolonel Kish vertreten. Dr. Weizmann mochte an jenem Tage Mine Borsaison-Prel! e» iia,lltaes Sin Schiff mann II. TaborstraSe 48 TelenHon 47«l»7* En gr«i En tfttall