Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 7 (1925)
- Issue
- Heft 2347 (3.9.1925)
- Date
- 1925-09-03
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
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t-?mmm!L ,'-U | pQien: 20 qi o»£y| Wi en: Zum Abholen in der Expedition, 11., Taborstr. 1-3, oder in einer Verschleisstelle nYaflkl monatl. 5 Schilling Strassenverkaut in Wien durch die Kolporteure der Firma Ool dschmied, 1., Wollzeile 11 Mit Postversand Mir Wien und Oesterreich monatlich 5 Schilling Tschecho-Slowakei: Mon. K22. Jugoslawien: Mon.Din.60. Polen:Mon. 4 Zloty. Deutschland: Mon. Gm. 4, Frankreich, Bel gien: Mon. Frcs. 18 Nachzahlungen bei I* r e I *• erh8hun<!en Vorbehalten Nr. 2347 Wiener orgemeitung Iff'ra'i« ftö u I England: Mon. 4 Schilling. Italien: Monatl. 18 Lire: Rumänien: Mon. 170 Lei. Bulgarien Mon.lOOLewr. Schweiz und das übrige Ausland monatlich Frcs. 5 Redaktion, Administration: Wien, II. Taborstr. 1 Telephone: 44-0-38, 43-3-19 Ab 6 Uhr T21-102, 25-2-82 IX., Universitätsstrasse 6-8 (D. uckerei ig. Steinmann) Men. Sonnerstag, 3. September 1929 Oesterreichisches Postsparkassen-Konto Nr. 150.693 7. gabrgang , welche über cum wiener I OESCHMAOC SOWIE NEUESTE a RICHTUNG DER. MODE H INFORMIERT SEIN WOUEN E BESUCHEN UNBEDIN6T DAS MODEN PALAIS KAIS ERST fL'/il-fiS 'z&r. J. A. Baczewtki iiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiitmiiiiiitiimtHiiiiiiiii'iiiiiiiitiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiitiiiiiiiiii Schnäpse, Liköre Spezialität: Baczewski - Stanislauer Doppelt rektifiziert und destilliert Seit 1782 weltbekannt NEUERÖFFNET! 1 iiiiiiiiiiiiiiiiiiiuiDiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiHiimiiiiiiiiiinit iiiiiiiiiiii | Modellhaus Burg j Toiletten allerersten Ranges 1 I (franz. und Wiener Modelle) I 1 Wien, I. Graben 17 (Mezzanin) 1 | Sehr massige Preise l 109 | »G« O »E G« G«»G »O OG« e*»O—O* G« G« G »A—G»»G«»G»»O 9^ PELZHAUS GEBR. BRAININ KÜRSCHNER ,a) WIEN, II. GLOCKENGASSE 8 TELEPHON 45-4-33 FÜRS :: FOURRURES Sie österreichische Bankrate — 8 Prozent. Ab Heute. In der gestrigen Sitzung des Generalrates der Oesterreichischen Nationalbank wurde die von uns bereits gestern avisierte Herabsetzung der österreichischen Bantrate um 1 Prozent auf 9 Prozent beschlossen. Der neue Zinsfuß tritt bereits h e u t e in Kraft. Die ö st e r r e i ch ischen Banken werden heute ebenfalls eine einprozentige Ermäßigung des Zinsfußes bei Einlagen und Krediten beschließen. I Ser Bötterbundrat. Eröffnung der 35. Tagung, i (Eigendienst der „Wiener Morgenzeitnng".) > Genf, 2. September. Die 35. Tagung des Dölkerbundrates wurde heute vormittags um 11 Uhr eröffnet. Zunächst fand eine geheime Sitzung statt, in der die Tagesordnung festgesetzt wurde, die 23 Punkte umfaßt. Die österreichische Frage bildet den 2V. Punkt. Kurz nachher eröffnete Briand die öffentliche Sitzung, an der teilnahmen: C h a mb e r l a i n (Großbritannien), S e i a l o j a (Italien), Ishii (Japan), Quinones de Leon (Spanien), H Y m a n s (Belgien), Mellefranee (Brasilien), Unden (Schweden), Veverka (Tschechoslowakei) und Guani (Uruguay). Entgegen der allgemeinen Erwartung gelangte die Mossul-Frage in dieser Sitzung nicht zur Sprache, sondern es wurden einige andere Traktanden von untergeordneter Bedeutung erledigt. Sodann wurde im Einverständnis mit dem griechischen Minister des Aeußern Ren dis und dem türkischen Vertreter Munir Bei j die Frage des Schutzes der griechischen Minderheiten in Konstantinopel und der türkischen Minderheiten in Westthrazien auf Antrag des Berichterstatters Jshii auf die Dezembersession vertagt. Die nächste öffentliche Sitzung des Rates findet Donnerstag vormittags statt. Die erste Sitzung des Finnnzkomitees. Genf, 2. September. Heute hielt das Finanzkomitee des Völkerbundes seine erste Sitzung ab, in der die öster-! reichische Frage noch nicht behandelt wurde, da zunächst der Bölkerbundrat den Bericht der Experten zur Kenntnis nehmen wird. Die österreichische Frage. Genf, 2. September. Heute ist der englische Sachverständige L a h t o n hier eingetrosfen und hat sich sofort mit dem französischen Sachverständigen R i st ins Einvernehmen gesetzt. Die beiden Experten nahmen die letzte Redaktion ihres Berichtes in Angriff, um ihn möglichst bald dem Völkerbundrat überreichen zu können. Man glaubt, daß sie ihre Arbeit in wenigen Tagen beendet haben werden, so daß vielleicht schon Freitag nachmittags der Bericht fertiggestellt sein wird. In diesem Falle würde das ö st e r r e i ch i s ch e Komitee des Völkerbundrates Freitag um 5 Uhr nachmittags zusammentreten, um den Bericht entgegenzunehmen. Wie verlautet, soll der französische Ministerpräsident Painleve, der an diesem Tage in Genf eintreffen dürfte, den Vorsitz! mö st erreich ischenKomitee führen und die Verhandlungen in der österreichischen Frage persönlich eröffnen. Abgesehen von Painleve, würde das Komitee folgendermaßen zusammengesetzt sein: C h a mb e r l a i n (England), S e i a l o j a (Italien) und Doktor . Benesch. , Ministevbesprechung über den Sichevheils- I patt* Genf, 2. September. (Schweiz. Dep.-Ag.) Der ■ belgische Minister des Aeutzern Vandervelde hatte heute eine Besprechung mit Briand und Chamberlai n über den mit Deutschland abzuschließenden Sicherheitspakt. Vandervelde äußerte sich einem Vertreter der Schweiz. Dep.-Ag. gegenüber, daß er von dieser Zusammenkunft sehr befriedigt sei. Zwischen ihn: und Chamberlain herrsche volle Einigkeit über die Grundprinzipien des mit Deutschland abzuschlietzenden Paktes. Er betonte, daß die letzte von Frankreich an Deutschland in dieser Sache abgeschickte Note nur eine D i s k u s s i o n sgrnndlage darstelle. Abreise der österreichischen Delegation nach Genf. Bundesminister für Finanz«it Dr. Ähre x ist gestern abends nach Genf abgeveist. In seiner Begleitung be-. finden sich der C'hef der Bu'dgetkommisston, Sektionschef j Dr. Ioas, und der Chef der Kreditsektion, Sektionschef Dr. B a e r n k l a u sowie Sektionsrat Dr. Lederer. Ministerialdirektor Minister a. D. Dr. Grimm begleitet ' den FinanziniUlster bis zur Grenze. Probleme der Genfer Tagung. Kr. Wie n, 3. September. Gestern haben die Sitzungen des Völkerbundrates begonnen und schon die erste Sitzung zeigte, daß für die wichtigsten Fragen, über welche die soeben begonnene Session des Völkerbundes beraten soll, noch nicht jene Atmosphäre geschaffen werden konnte, in welcher friedliche Lösungen zu gedeihen pflegen. Die schwerste Belastung für den Völkerbund bildet die Mossulfrage, das Problem der Festlegung der endgültigen Grenzlinie zwischen dem Irak und der Türkei, und der im Rahmen dieser Grenzenregelung herbeizusührenden Beilegung des vorläufig noch mit mehr oder minder scharfen Noten und Erklärungen geführten Kampfes unt den Besitz der Petroleumfelder des Gebietes von Mossul. Der Bericht der nach dem Irak entsendeten Kommission des Völkerbundes befriedigt keine der an dieser Frage unmittelbar interessierten Parteien, vor allem weder England noch die Türkei, und der Völkerbund greift daher zu dem alten Verlegenheitsmittel einer provisorischen Lösung, welche die Schwierigkeiten nicht behebt, die Entscheidung hinausschiebt und den Streitteilen, besonders der Türkei, die Möglichkeit gibt, die Propaganda gegen die „petroleumdurstigen Engländer" mit ungeminderter Schärfe fortzusetzen, was die ohnehin scharfen Gegensätze zwischen diesen Widersachern noch vertieft. Eine Hinausschiebung der Erledigung dieses Konfliktes verschärft- Ävßdie .allgemeine Situaüon in Vorderasien, und es ist zumindest fraglich, ob angesichts der Vorgänge an der syrisch-palästinensischen Grenze im gegebenen Moment Zeitgewinn nicht Terrainverlust bedeutet. Unzweifelhaft aber ist, daß die türkischen Delegierten für die Genfer Tagung mit sehr kriegerischen Instruktionen nach Genf geschickt wurden, und daß die Beratungen über Zuweisung des heißumstrittenen Mossulgeüietes stark unter dem Einfluß des Kanonendonners in Syrien und in Marokko sowie der Beunruhigung der arabischen Stämme stehen werden. Von diesem Gesichtswinkel aus betrachtet, ist die einverständliche Erledigung der Mossulangelegenheit auch für die ruhige Entwicklung der Dinge in Palästina sehr erwünscht; kommen die türkischen Delegierten, gewissermaßen gestützt auf die Schwierigkeiten der Mandatsmacht in Syrien und auf die Möglichkeit eines Uebergreisens der Unruhen auf die englischen Mandatsgebiete, nach Genf, so werden die Vertreter Großbritanniens den Standpunkt der britischen Regierung um so zäher vertreten, als sie wissen, daß die ersten militärischen Aktionen des neuen Oberkommissärs von Palästina, Marschall Lord Plumer, auch im Beratungssaal des Völkerbundes nicht übersehen werden. Von den europäischen Problemen ist das österreichische vielleicht das aktuellste uttter den Fragen, die auf dieser Tagung des Völkerbundes zur Erörterung gelangen. In offiziellen Kreisen glaubt man Grund zur Annahme zu haben, daß die Wünsche Oesterreichs diesmal bei den in Genf versammelten Herren von Europa eine günstigere Ausnahme als bisher finden werden. Man stützt sich hiebei auf den zurzeit allerdings noch nicht beglaubigten Bericht der Sachverständigen Layton und Rist, der die Lebensfähigkeit Oesterreichs feststellt und die Ansicht ausspricht, daß Oesterreich bloß Erleichterungen in der Zollfrage und Auslandskredite brauche, um lebensfähig zu bleiben. In der Politik, auch in der Wirtschaftspolitik, sind aber nicht nur rein materielle Rücksichten ausschlaggebend. Gefühlsmomente spielen eine wichtige Rolle. Die letzten Ereignisse in Oesterreich waren nun in keiner Weise geeignet, die Nachfolgestaateit zu weitgehender Nachgiebigkeit auf wirtschaftspolitischem Gebiete zu veranlassen. Es wird den österreichischen Unterhändlern nicht leicht fallen, die Nachbarn dieses auf die Gunst der Umwelt angewiesenen Landes zu überzeugen, daß die wenige Tage vor Gens veranstaltete Anschlußkundgebung ohne Bedeutung sei. Solche unzeitgemäße Demonstrationen Billige Borsmson-Preile Am Schiff mann II. Taborstraße 48 Telanhon 47*t*7t En gras En detail