Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 7 (1925)
- Issue
- Heft 2343 (30.8.1925)
- Date
- 1925-08-30
- Page
- Seite 13 (sequence 13)
- Language
- German
- Belongs to
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Msmis Fiiiale: Litschau 5eidengasse35 ■W&fctV \ Qaj2/C\X< iitm—HIHHIIIII immiiiii WSlIIWllNIWI»»»»« Bolkswitt. Las zkonMche Budget. Parlamentavisthem Branche gemäß legt auch die Zw-niWche Organisation jedem Kongreß ihr Budget vor. Dieses bildet in jeder Hinsicht eine Eigenart. Die Grundsätze der novmaLen Finanzwissenschuft, die für das Budget sonjst gelten, rönnen hier nur für die formelle Aufstellung de'S Budgets Anwendung 'finden. Nicht aber für »be.it wichtigsten Punkt des Budgets, die Einnahme post. Denn die zionistischen Einnahmen beruhen in erster Reihe auf freiwilligen Beiträgen. Schon diese Art der. Einkünfte nimmt dem Budget iden.Charakter der ovdent-, lichen Einnahmen, während auf der anderen Seite - die Ausgaben doch schon einen gewissen regelmäßigen Charakter haben und sich wohl inden Nahmen der regulärm Ausgaben. eines ordentlichen Budgets hineinpassen ließen. Andererseits aber verlangt die Verschiedenheit der Ausgaben und die Verschiedenheit dieser Einnahmsquellen auch eine gewisse Bersch'iedenheit der Anlage, die darin zmn Ausdruck gebracht wird, daß eigentlich das Bubget . aus mchveren Budgetaufstellungen zusainmengesetzt ist. So-ist ein Budget der Zionistischen Organisation vorhanden. Dies enthält sowohl die Bilanz der Zionistischen Organisation, welche durch das Zentralbnreau m London repräsentiert wird, per 31. März 1922 als auch eine Aufstellung der Einnahmen und Ausgaben für das Finanzjahr 1923-24. Ms Finanzjahr der Organisation gilt die Zeit von 1. April bis 31. März des -nächsten Jahres. . Ein zweites Budget ist das von Palästina, das nach denselben Grundsätzen aufgestellt ist. Das PaWinabudget wird sowohl nach den Büchern der Londoner Exekutive als auch nach jenen der Palästinaexekutive separat ausgestellt. Es ergeben sich hier nianchmal Differenzen, die ans der verschiedenen Durchrechnung verschiedener Posten zu erklären sind. Eiv drittes Budget ist für den Keren Hajessod aufge- «jlvltl* Die beiden ersten Budgets erfordern befondeves Jnterefle. Die Einnahmen der Organisation beruhen bekanntlich auf de m Schekels. In den letzten zwei Jahwn sind für Schekel nur 25.172 Pfund, für goldene Schekel 3251 Pfund eingelaufen. Die Ausgaben ivaren aber bei lveitem hoher» Am letzten Jahr 1924-25 betrug die Bilanzzahl der Organisation 37.587 Pfund. Die Einnahmen und Ausgaben beliefen sich auf 23.120 Pfund. Kelasiv große Summen sind Kp die Echattums verzweigten nottvendig. Es sind darunter die Gehälter, die Ausgaben für die Presse und Propaganda, die besonderen VevNxvltungsspeseu, die Ausgaben für . jüdische Zeitschriften usw. inbegriffen. Da die Einnahmen wett unter »den Ausgaben standen, mußte das Zentralbureau bei der. Jüdischen KolonialbanL eine Schuld von 5331 Pfund aufnehmen. Besondere Beachtung verdient das Palast iuabudget. Schon die Buchführung ist hier eine eüvas ver- 'wickeltere. Es sind drei Konten aufgestellt. Während atber bei sonstigen Staatsbudgets gewöhnlich nur ein ordentl i ch es und ein a u ß e r o r d e n t l i ch e s Bu»dget vovhau- : den ist, besteht beim Palästinabudget neben dom regulären Büdgetkonto und dem besonderen Aüsgaibenkonto noch ein drittes Konto, dasverschi -edene A u s g a b e n umfaßt, die nicht genau spezifiziert sind. Auch bei diesem Budget ' sind die Einnahmeposten äußerst schwankend. Sie -werden; aus den Beträgen »des Keren Hajessod» gebildet. In »den letzten zwei .Jahren -wurden vom Keren Hajessod für ' -das PÄastinabudget 778.412 Pfund zur Verfügung gestellt. Davon sind im regulären Budget 7 4 5.4 9 2 P f u u d, im besonderen Budget 18.641 und im dritten »Budget, das verschiedene Ausgaiben enthält, 7242 Pfund verwendet worden. .Hervorhebung 'verdient der Umstand, daß das PaWinabudget über zwei Auf st e l l u n g e n verfügt. Die eine Aufstellung ist aus Grund der Bücher der Londoner Exekutive, die zweiteAufftellung aus Grund der Abrechnungeu der Palästinaexekutive. Bei den regulären Ausgaben ergibt sich nach den Büchern 'beider Exekutiven eine Differenz von 7 406 Pfund. Dies erklärt sich daraus, daß gewisse Posten, ivelche schon von der Londoner Exekutive vor »dem 1. April 1923 gebucht wurden, bei der Pa- Winaexekutive erst später zur Buchung gelangen. Andererseits sind auch aus technischen Gründen einzelne Buchungen von der Palästinaexekutive später vorgenommen als von »der Londoner Exekutive. _ Gerade diese Differenz zeigt, wie genau beide Buchuugen bestrebt sind, jede Abiveichung sofort aufzuklären und auch zu kontrollieren. Es wird jede Post bis auf den Penny verfolgt. Aus denr ordentlichen Palästlnabudget tverden bestritten: die Ausgaben der Palästinaexekutive 162.432 Pfund, der Hadaffah 14.805 Pfund, zu -welchen im Vorjahre der Amerikaner Nathan Strauß 3840 Pfund beigetragen hat und welche bskantlich die Sanität -in Palästina organisiert, die Einivanderulbgskontrolle 1166 Pfund, das Technikum in Haifa 1288 Pfund usw. Der Beitrag zur Ausstellung des PalästinapavillonS in Wembley betrug zmn Beispiel 464 Pfund. Die Ausgaben auf das außerordentliche Budgetkonto sind nicht detailliert angegeben. Sie betragen für das Jahr 1MM 8M MudtzMrend. di« srdeMchm AM ga-ben 363.864 Pfund betragen. In dem »dritten Budgetkonto, das die verschiedenen Ausgaben umfaßt, ist'auch der Beitrag au die Jüdische Nationalbibliochek in der Höhe von 35$ Pfund, an den Finanz- und Wirtschafsrat ln der »Höhe von 512 Pfund und verschiedene'andere Ausgaben gebucht. ... *' t Die Palästinabudgets für ddss Jahr 1923 und 1984 schließen mit geringen Ueberschüssen ab. So iveist das Jahr 1^4 einen Ueberschuß von 3185 Psnnd, 'das Jahr 1925 eilten solchen von 3402 Pfund auf. Die Gesamtsumme der Einnahmen, beziehnngs.we-i.se der Ausgaben des Palästinabudgets beläuft sich - aus zirka 3 9 9.0 8 7 P f u n d. Diese Summe muß als verhä-ltntsntäßiig hoch angesehen -werden. Sie beträgt in bst-ereichrschem Gelbe zirka IW Milliarden. Im Budget .wird auch der Keren Hajessod erwähnt, doch wird hier auf den Donderbericht dieser .Zionistischen Organisation -verwiesen. In der letzten Periode vom April 1923 bis März 1925 betrugen die Bareingänge .des Keren Hajessod 495.769 Pfund. Davon sind 90,46 Prozent für das. regelmäßige Palästina budget und für die Investition in PaW-inn, 4,87 Prozent für Ausgabendes -Ha-uptbureans -in London in «der Aibteilung für Zentmleuropa, 3,66 Prozent für Gehälter und Spesen der Propaganda enthalten. Es würde den Nahmen dieses »Artikels weit überschreiten, «wenn alle einzelnen Posten genau besprochen werden sollten, wohl aber ist schon ans den wenigen bisher genannten Beispielen ersichtlich, wie verwickelt das Palästinabudget ist und welcher Mühe es bedarf, um mit diesem Budget Haushalten zu können. Var Problem der Fndustrielreditrs I» PalDina. Ein Wiener Bankdirektor schreibt uns zu dem in unserer gestrigen Nummer unter gleichem Titel erschienenen Aufsatz des Herrn I. G e lfat (Tel-Awiw): .Herr Gelfat stellt der Deposttellsu"'"te der A n g! o- Palestine-Banking Eomp. ihre Jnaktivität auf dem Gebiete des I n d u st r i e k r e d i t e s gegenüber und hält trr Leitung uufcvev Bank ihre volkswirtschaftlich gebotenen Funktionen vor Augen. Er kann sich die Zurück- Haltung der Bank von Jndustriekrediten nur damit erklären, daß diese Kredite nicht in ihren Wirkungskreis fallen und mochte das Problem des Jndnstriekredites — ein wahres Et des Colnmbus — einfach so losen, daß sich die A. P. C. bereit erklärt, ihre gegenwärtigen Grundsätze zu Ündern. So einfach, wie sich dies Herr Gelfat vorstellt, liegt nun die Sache nicht. Bekanntlich gewährt eine Bank die Kredite aus ihren Einlagen. Das Aktienkapital, das ja bet der A. P. E. sehr bescheiden ist, ist in der Regel in dauernden