Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 7 (1925)
- Issue
- Heft 2343 (30.8.1925)
- Date
- 1925-08-30
- Page
- Seite 10 (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
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Im redaktionellen Teile enthaltene entgeltlich« Mitteilungen sind durch ein vorangesetztes E gekenzeichnet. Dien, ,10. August. * Das Wetter. Die Witterung ist höchst ÜNtraiktcklich. Die stcht im Zechen vor? ^twnff^niu'rf» »ik-d Kälte. Msteri» nachmittags wurde cs wärmer. Die Voraussage Meldet v c r ä nde rliche s, in den S :iVa 1 p en Vorwiegend heiteres Wetter. * Die Lebendmittelmärkte. Die gestrigen Märkte wiesen levhaften Beisuch auf, da der lokale Konsuln sich merklich Pbessert hat. In der Großmarkrhalle hat sich Schweinafseiich gegenüber der Borwoche um Ä) Groschen pro Kilogramm im Preise verbilligt. Auch Iettitosise sind um 10 Groschen pro Kilogramm in der Noti; zuvilagmaMtn. Alle «nfetttn F.otzcharleu erhielten sich auf dem vovwöchigen Praisniveau. Der Naschmarkt, der über mehr als der ar/deckende Anlieferungen n allen Gemü'eerzeugiisssttt verfügte, zeigte gleichfalls gesteigerte Frequenz. In der PieiSkaae find nennenswerte Veränderungen n cht zu konstatieren. Nur Schwämme, speziell Pilz«, die eine Abnahme rn den Zufuhren ausw'ettn und besonders eger Nachfrage begegneten, haben sich verteuert. Obst 'äugte ln ausreichenden Akengen ein; namentlich Zwetschken au» Ungarn und Bosnien wurden fast über Bedarf auf dt« Märkte gebrach-. Die Nachfrage ist andauernd intensiv. Auch für Geflügel herrichte rtge Kautiust. Die Butterpreise haben sich nicht verändert. Teebutter 7.20 b S 8.40 S.. Tafelbutter S.- btS 6.80 S.. und Kochbatter 4.-^ bis 2.60 S. pro Kilogramm je nach Qualität Eier geigten steigende Preise, 14 bis IS G. , ro Stück je nach Größe und Provenienz. * Ein Famlliendrama ln Währing. In, Haufe Gymimsiumstraße 3S hat sich gestern «in W-nriläeu-draiNa abgespielt. Die ISjähckge Tap^ierarSMttve Rudolf me Senetow lisch, die zugleich den Hausbesovgerp osten Vevsicht unch^ Mt ihren vier Kindern im Garten ein allein stehendes Hänschell bewohnt, hat sich mit ihren drei in Wien wallenden Kindern im Alter von 23, A unfc 8 Jahren durch Leuchtgas zu vergiften geflucht. Die vier Personen wurden in bewußtlosem Zustande ins Spital gebracht. Die Tat wurde aus Not und aus Furcht vor BerLuft der Wohnung begangen. * Verhaftung eines Budapester Kaufmanues. Anfangs Jänner d. I. evrogte die Flucht des 38jährigen Kaufmannes Movitz^Be r g e r, eines der Direktoren, der Konlineutal- EpporKompagnre in Budapest, großes Aufsehen. Nun ist Moritz Berger, der deshalb vom Budapester Genichtshof wegen Veruntreuung in 23 Fällen und wegen Betruges in Ä Fallen mit. einer Schadensumme von 419 MiMioneu uug. K. gesucht tvurde, in Deütischlaud verhaftet worden. Er 4vu-vde den ungarischen Behörden auAgoliiefert. * 26 Millionen Dollar für die Austrocknung des Bardartales. Athen. 28. August. Die griechische Regierung hat eine Vereinbarung unterzeichnet, womit das seinerzeitrge Abkommen der früheren griechischen Regierung mit der Nejv- Jorker Bauunternehmung zur Austrocknung des Vardartales modifiziert wird. Die von der Regierung hiefür in Aussicht genommene Ausgabe wird aus 26 Millionen Dollar festgesetzt. In ökonomischen Kreisen Griechenlands ist man der Ansicht, daß nach Durchführung der Arbeiten Griechenland in föder Lage sein wird, sich seinen Getrejdebedarf selbst zu verschaffen. t. * Ein« Güteruntergrundbabn in London» Die englische Regierung Plant den Bau einer GliteruntevgrutMcchrr irr London, die die Dochrchöfe mit den Markthallen und anderen Hauptzentren des Güterverkehrs verbinden soll. Die Bahn muß noch um eine Etage tiefer als die schon vorhandene Untergrundbahn gelegt werden, woraus sich der erhebliche Kostenaufwand, der arff fö Millionen Pfund veranschlagt ist, errlärt. 20 große WarenauWge sollen die Vertikalbefövderutig der Gütermengen durchführen. Bisher besitzt nur Chttago ein« derartige unterirasche Gütevschnellbahn. k * Das größte Wiener Restaurant in Deutschland ist, das Wiener Buvgrestaur«nt in Berlin. Es ist dreses eine der interessantesten Gaststätten der Reichslhauptstadt und berühmt durch seine ausgezeichnete Küche. Innige der günstigen Lage (in der Friedrichstraße am Bahnhof Friodrichstraße gelegen) ist das Restaurant zum Treiffvunkt des internationalen Publikums geworden. Lobenswert O hevvorguheben, daß der Inhaber, der bekannte Fachmann I. Rubmstein, zeitgemäß em sehr niedriges Preisniveau aufrecht hält. > * Verhaftung eines Doüar-Scheckfälschers. Jni Sommer 1923 war in Wien ein Scheckfälscher aufgetaucht, der mit den Dieben der Reise-(Traveller-)Schecks der nach Europa kommenden Amerikaner in Berbnidung zu stehen schien. Er tvÄ sehr elegant aus und gab sich als Philipp W olfssohu, Kaufmann, 1898 zu Berlin geboren, amerikanischer Stawtsbücher, aus. Er zahlte mit Dollarschecks, auf die cr sich den Gäzen-wert in anderer Valuta auSbezahlen ließ. Er legte immer seinen Paß vor, bekam anstandslos das Geld «und erst nach seinem Verschwinden' tvurde sestgestellt, daß die Schecks gefälscht, d. h. gestohlen waren und die Unterschrift nachgeahmt war. Der Mann hat bei seinen: Wiener Auftreten rund 700 Millionen damalige Kronen erbeutet. Nun ist gestern an das Sicherhaitsbureau die Nachricht a§kmnme>n, daß Wolfssolhn, der auch den Namen Stan.lsila.us Gibgott führt, m Rio de Janeiro verhaftet worden ist. * Todesopfer eines Autozusammenstoßes. In der Nacht rum Freitag ist an der Ecke der Favoriten- und Quellenstraße ein Lastauto der Altkerbrotfabrik mit einem Autotax: zuisammengestoßen. Dabei erlitt der Beamte Alfred Cha l u s alsl Pass aut einen Bruch des SchcLel-grundeS. an desten Folgen er gestern im Spital« stavb. stl * Die Firma Schuhhaus Dorn, 3. Bez.. Taborstraße 8 a. grbö bekannt, daß die Rcstpaare an Schuhen, die durchwegs erstklassige Qualitäten sind, solange der Vorrat reicht schr billig albgegeben werden. _ * * Typhusfälle im Burgenland. Im Lauft der letzten Woche erkrankten m der Fabrikskolonie von Reufetd a. d. ie t t b a 19'Personen an B a u ch t y v h u S. Eitt wettere» Anwachsen der Epidemie wird befürchtet. Dir erforderlichen Maßnahmen wilden eingeleitet. * Aufnahme des Flugpostverkehrnach Leipzig und »erlin^Dienstag bett 1. September wird der Flugpostvertchr mrt Leitzzia und Berlin über München versuchsweise aufgmommru. Mfuw von Wien um 10 Uhr 15 Miuulen. Ankunft Le^zm MMi-nuten. Die FluPuschlage sind bis auf weiteres die gleichen wie für Flugpostsendungen nach München. ■i * Palästinarrisen mit den Dampfern.der franzMchen Limen ab Marseille und Constanza. Auskunjle und Billetten Compagnie Generale Transatlantique, Wien, 4. Bez., Medner Gürtel 24. » *Jm altbekannten Tapezierermäbelhaus M. Weitz. 2. Bez.. 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Der Bekhastete» der als eine «er reichsten Pers^lichkeiten Breslaus (|alt> spielt« in der Breslauer Gesellschaft eine Rolle. * Ameikenwunder. In seinein berühmten Buche über die Insekten erzählt der srauwsischc Entomologe Michelet, daß sein Schlvager Hyppolik M i a r e t ihn ans eilte merklvüvdige Tatsache aufmerksaiit gemacht habe, die ihnr bis dahin unbebokannt gewesen sei. Er gab den Ameisen seines Gartens Gctrcidekörner verschiedener Ar» durchrinantder, un-d zwar von Weizen, Gerste, Roggen. die sie in ihr« SchlMiviMl transportierten. Als gr einen solche» eine» Tages »Mete, fand er die Körner fein säuberlich gesondert nnd^verMt in verschicdaieu Hauftn ober ,-Stomverken'st so den Welzen im ersten lktvd di^ Gerste tm dritten. Die Auswahl war am exatt geschahen ohne jede Vermischung der einzelnen Arien. Michelet kommt angesichts dies« merVvüvdigen Erschetming zu dem Schluß, daß die Ameisen bei ihrem Handeln von einer aeistigcn Kraft geleitet würden, di« sicher über der steht, die noch rnrmer viele hartnäckig einfach als Instinkt bozeichmn. * Kennen Oie „Peer Gyut"? Wenn Sie eine Mittelmeer- und Orientreis« machen wolle»!, dann müssen Die sich mit dem DanHfer „Peer Gynt" der Reederei Vittor Schuppe in Berlin bekannt nmchen. Gr führt Die am 2st. Oktober von Genua wog in den. sonn<itze>n Sude» »»ach Aegypten. Dtromboli, Maffina, Achen, Konstantinopel, der Bosporus, Palästina (Jert.salenl, Bcch-lck^m. Nazareth) Kairo, die Pyramiden, Memphis, Neapel, Taprri, Pompeji sind die Stationen der Reise. Am 24. November legt „Peer Gynt" wieder in Genua au. (1. Klasse lrMusive voller BeDpftegung von 1250 Mark au.) Gchulnachrricht. E Reue Dlenographkettnb kaufmännische Kurse. Maschinschreibrn ab 3. Septomber. Schule Woi-MUNN, 1. Be.z., Wollneile 5. _. Nadioprogvamrn. Heute Sonntag. 11 bis 1 Uhr: Orchesterkon^ert des Wiener SnmvbomeorchesterS. Italienische Musik. — 4 bis 6 Uhr: Nachtnittagskonzert der Kapelle Ganglberger. Thomas: Ouvertüie zur Oper „Raymond". Johann Strauß: Bei uns z'haus. Walzer. Richard Wagner r Phantasie aus der Oper „Meistersinger". I. W. Ganglberger r Komm zu mir (Intermezzo-. Lehär: Lybellentanz. R. Kokert: Sch.mnmerliedchen. I. W. Ganglberger: Austria-Aiarsch. — 8 Uhr: Opernaufführung. „Margarete (Faust)". Morgen Montag. 11 bis 1 Uhr: VormittagSmustik — V9b Ubt: L chlußkurte der Wiener Börse. — 4 btS 6 Uhr r Nochmittag8kon<ert. Siede: Maienkinder. Zerco: „Litviv kellieo^. Richter ASV. r Schwärmerei. Popper: Gavotte. Donizetti r Di« Favoritin. Weiler r »Lvasnäs alsnssisnns". BrahmS: Ungari'cher Tanz, Nr. 6. Gilbert: Die Frau im Hermelin. Josef Strauß: Transaktionen. Eordöu : „vrarielln". — 6 bis 7,20 Uhr i Sonatenabend. Beethoven: Sonate in 6*vur für Cello und Klavier. Richard Strauß: Sonate in t'-vur für Cello und Klavier. — 8 Uhr t Kdnzertakavemie. Mae md Kunst. „Das Radlobett." Roland-Bühne. Es ist eine schwere Zett, Schauspieler und Theaternnternehmer kämpfen nmS Brot. Man mutz alles mit Fastung hinnehmen. Auch diesen neuesten „französischen" Schwank der j Herren Oskar Friedmann und Fritz Lunzer, dessen i Hauptpikanterie darin besteht, daß ein Lebemann die Hochzeit : aufschieben und seine gegenwärtige Geliebte vernächläffifien muß, weil — nun, umschreiben wir's, wie es die Witzigen Schwankdichter umschreiben —, weil cr an einem „Magenkatarrh" erkrankt ist. Ansonsten enthält die Novität eine Entkleidungsszene und ein Bett, dessen Besitzer — jener leidende j Herr — durch eine Radio-Alarmglocke verständigt wird, tvenn ihm in diesem Messingbett die Hörner aufgesetzt werden. Zwei Komiker von Rang erzeugen gleichwohl heitere Stimmung: Franz Glawatsch, der freilich in gemütvollen Nrwiener Rollen weit größere Entfaltungsmöglichkeiten hat, und Sigi Hofer, der im jüdischen Charakterfach zu Hause ist. Aber beide sind sehr amüsant und das übrige Ensemble oft angenehm. Insbesondere die Herren Balberg, Gerth und Aurich sowie die Damen Freiyardt und Da mb ach er sind hervorzuhenben. Es gab große, andauernde Beifallsstürme für die Autoren und die Hauptdarsteller. Das Aktionsprogramm der 8ar«0'Mh«en. Für die Jarno-Vühuen (Renatffaneebühne und Lnstspieltheateri wurden folgende Werke zur Erstaufführung angenommen: „Die lebende Marke* von L. P i r a n d e l l o. „Gustav HL* von August Strindberg. „Scherz. Satire, Ironie und tiefere Bedeutung" (Regiegastsptel Viktor BqrnowSkY) und „Don Juan und Faust" von G r a - b e (Regiegastspiel Georg Altmann). „Der. Ueberteusel* von Hermann Essig (Regiegastspiel Leopold Jeßner). „Till LausebumS" von Walter von Molo. „Der Mann der sich selbst begegnet" von L. A n t o n e l l i. „Die heilige Untreue" von Dario N i c c o d v m i. „Begier unter den Ulmen" von Eugene O'N e t l l. „Die gläserne Frau" von W. v. Scholz. „Professor Klenow" von Karen B r a m s o n. „Das Zimnier der Träume" von R. E. Weiß. „Die Wette" von Karl S l o b o d a. „Richters» Mutter" von Anton D ö r f e l. „Heimliche Brautfahrt" von Leo L e n z. „Altona" von Fritz F a s a k a S. „Der wahre Jakob" von Arnold und B a ch. Eigenes Reisebureau für Kongressbesucher Im Kongressgoböude (Konzerthaus) «<> österreichische» Verkehr sbureau (Zentrale: Fried rieh strasse 1, Telephon 7500) Fahrscheine für In» u. Ausland » AHe Reiaeangelegenheiton * Ermässigte Fahrscheine für Kongressteilnehmer Mi Ü