Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 7 (1925)
- Issue
- Heft 2343 (30.8.1925)
- Date
- 1925-08-30
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 94% known words query
- IRI
…/2979076-2981191-2981429--23902-3011394- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
25 Groschen Redaktion, Administration: Wien, ILTaborsir.t Telephone: 44-0-38,43-3-19 Ab 6 Ute 21-102, 25-2-82 IX. Universitätsstrasse 6—8 (Druckerei ign. Stelnmann) Oesterreichisches Postsparkästen-Konto Nr. 150.693 Bezugsbedingungen für Oesterreich monatlich 5 S KONGRESSAUSGABE Wiener omtmemmg 1. Kärntnerstr. 11-15 Parfümerie Handschuhe Herrengarderoben Galanterie' und Bijouterie- Waren Mt.2843 Men. Sonntag. 30. August 1923 7. Zahrgang wiche um cum wiener. GESCHMACK SOWIE NEUESTE RICHTUNG DER MODE INFORMIERT SEIH WOllEN BESUCHEN UNBEDINGT DA 7 MODEN¬ PALAIS KArSEHSTH-IH-iiS Weizmann bleibt. Ae nene Vertranensreso'ntion. - Mt 217 gegen 15 Stimme«, bei 18 Stimmenthaltungen angenommen. — Ae krziehungsüebatte beendet. - Debatte über die gewiss» Agenrh. Die große Krise ist vorbei. Sie hatte der lauernden J.A.Baczewtki iiliiiifi|iiiiiiiiiiiiiiiiintiuiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiii’iiiiiniiiiumiiiiuiiiiiiiiiiitiUifnMu> Schnäpse. Liköre Spezialität: Baczewski - Stanislauer Doppelt rektifiziertu nd destilliert Seit 1782 weitbekannt VICTROSA FEINE HERRENBEKLEIDUNG TELEPHON NR. 70-2-93 WIEN, I. GRABEN Nr. 16 (EINGANG HABSBURGER GASSE 21 «SMUVW Sk Möbelfabrik J. Spira WIEN, VII. Siebensterngasse l—2 - (Ecke Karl-Schweighoter-Gasse) 's 70 Grosses Lager frWtrt PELZHAUS GEBR. BRAININ KÜRSCHNER WIEN, H. GLOCKENGASSE 8 FÜRS TELEPHON 45-4-33 FOURRURES Umwelt so viel Stoff zu nachdenklich-sympathischen Ausführungen geboten und diese Umwelt, die der Zionistischen Organisation in diesen Stunden bereits den Nekrolog hatte schreiben wollen, bekommt nunmehr neuerliches Material für ihre Betrachtungen. Es war' zu schön gewesen, es hat nicht sollen sein... Weizmann und die Organisation sind wieder eins und wenn auch die Kritik, die in den letzten Tagen so lebhaft ausgetreten war, sich durch eine Abstimmung, nicht beeinflussen lassen kann, so ist es doch zur Tatsache geworden, daß der Kongreß in seiner Mehrheit sich, ider authentischen Interpretation des Permanenzausschusses angeschlossen hat, daß Weizmann und Sokolow das unbedingte Vertrauen der Zionistischen Organisation besitzen. Das ist eine Taffache von sehr großer Bedeutung für den Zionismus sowohl wie nicht minder für die Faktoren, die .die Entwicklung der zionistischen Probleme und der Arbeit Palästinas mit aufmerksamen,, wenn auch nicht immer günstigen Blicken verfolgen. * Die Lösung der Krise. Der Ruhetag des Kongresses ist zu Ende und gegen 7 Uhr abends beginnt bereits wieder der Zustrom zum Kongreßgebäude. Bald, herrscht in den Couloirs reges Leben, bald haben sich wieder die Kommissionen versammelt, die sämtlich ihre Arbeiten so rasch wie möglich beenden wollen. Die Stimmung im Hause ist wesentlich freundlicher als am Donnerstag abends, wo das Plenum des Kongresses unter dem unmittelbaren Eindruck der Erklärung Weizmanns gestanden war. Inzwischen hat sich die (in unserer gestrigen Nummer bereits mitgeteilte) Formel für die Lösung der Krise der Exekutive verbreitet, und es ist bekannt geworden, daß die vom Permanenzausschuß eingesetzte fünfgliedrige Spezialkommission unter dem Vorsitz von Doktor Leon Reich die Resolution bereits ausgeüvdeitet hat, durch welche dem Präsidenten Weizmann das Berimuen des Kongresses ausgesprochen und erklärt wird, es sei der allgemeine Wunsch aller Parteien, baß er an der Spitze der Exekutive verbleibe, sowie ihm und Herrn Sokolow als Präsidenten der Exekutive der Auftrag erteilt wird, eine neue Exekutive zu bilden. Der Permanenzausschuß trat nach 8 Uhr abends zusamnten. um die von der Spezialkommission ausgearbeitete Resolution in Verhandlung .zu nehmen. Präsident Weizm a n n ist in der Sitzung des Permanenzausschusses erschienen und hat dort erklärt, daß er mit der vorgeschlagenen Form, durch welche die Entgleisung von Mittwoch wettgemacht werden soll, prinzipiell einverstanden ist. Der Permanenzausschuß hat nunmehr darüber zu beschließen, diese Resolution dem Plenum vorzulegen. In den Beratungen des Pernranenzausschusses haben, die Vertreter der einzelnen Oppositionsparteien erklärt, daß sie über die dem Ausschüsse vorgelegte Resolution erst dann abstimmen können, wenn sie die Liste der Exekutive kennen, welche Weizmann und Sokoloiw zu bÜlden beabsichtigen. Der Permanenzausischuß wird über diese Fragen nun neuerlich mit Weizmann und Sokolow beraten. J>m Kongreßsaal hat sich inzwischen eine ungeheure 'Zuschauermenge emgefunden, da alle Kongreßbesucher mit Spannung der Lösung der Krise und dem Abschluß des Kongresses entgegensetzen.^ Der De'legiertenraum ist w-it spärlicher besetzt, da die meisten Delegierten sich noch in den Kommissionen und im Permanenzausschuß befinden. Als der Bovsitzenüe Motzkin mit halbstündiger Verspätung um 9 Uhr die Sitzung eröffnet, deren erster Teil der Beendigung der am Donnerstag abends begonnenen Erziehungsdebatte ff gilt, ruft er zunächst einige zur Debatte vorgemerkte Redner vergeblich auf, da noch keiner vor. ihnen im Saale anwesend ist. Als erster Redner spricht Rabbi Am iel (Misrachi) in jüdischer Sprache. Er weist davuf hin, daß der Zionismus nicht bloß die Lösung der Iuderffrage, sondern auch nach Herzls Wort die Lösung der Judentumsfrage bedeutet. Der Inhalt des Judentums aber sei größer als bloß das sprachliche Element der Neubelebung des Hebräischen. Redner gibt der Ansicht Ausdruck, daß das.nicht aus religiöser Grundlage beruhende Erziehungswesen in Palästina nicht völlig vom Geiste des Judentums erfüllt sei, sondern mehr das sprachliche, formalistische Element in sich trage. Er beklagt, daß zu wenig Talmud gelehrt wird. Sodann wendet es sich gegen die B i b e l k r i t i k, welche an den Schulen betrieben wird, und bezeichnet sie, wie bereits sein Vorredner in der Donnerstagdebatte, als ein assimilatorisches Element. Der nächste Redner, Direktor . . Mossinsthn''"" ' vom hebräischen Gymnasium in Tel-Äwiw, weist auf das unzulängliche ErzieMsi^budget hin^ das eine stete Gefährdung des Erziehungswerkes bedeutet. Gerade im Hinblick auf die verstärkte Einwanderung noch nicht hebräisch vorgebildeter Elemente, welche dem hebräischen Kulturwerk eingegliedert, werden müssen, sei eins Befestigung des durch die bisherigen ungenügenden Zuwendungen in ständiger Labilität befindlichen Erziehungs'werkes notwendig. Zur Frage des Budgets für das Erzichungswesen macht Delegierter Dr. Klee einen bemerkenswerten Vorschlag: Er weist zunächst darauf hin, daß das hebräische Schulwert in Palästina unter der Leitung und Verwaltung der Z i o n i st i s ch e n Ex ek u t i.v c verbleiben müsse, gerade um der einheitlichen geistigen Einstellung willen, die für das Erziehungswesen notwendig ist. Aber die Formen der bisherigen finanziellen Fundierung des Schnlwerkes sollen geändert werden. Es könne keine formale. Proportionelle Verbindung mit den übrigere Budgetposten für das Schulwerk gelten, sondern die Berechnung müsse derartig gemacht werden, daß die Zahl der für das Schulwerk in Betracht kommenden Kinder festgestellt wird und mit der Summe multipliziert wird, welche die Erziehung eines Kindes nach fachmännischer Berechnung erfordert. Für die so ermittelte Summe soll ein Zusatzbudget ausgestellt werden, dessen Gelder durch Zuschüsse aus a nderen Kreisen und anderer! Fonds aufzubringen wäre. Für das hebräische S ch u l w e so n irr Palästina sind durch Heranziehung anderer, auch n r ch t z i o n i st ischer Kreise Mittel zu erhalten. Redner schlägt vor, zu dieser Arbeit die Diaspora organisch herauzuzieh e n. Es gibt gibt — führt er aus — sicher keine jüdische Gemeinde in der Diaspora, welche nicht Verträge für das Erziehungswerik in Erez Israel zur Verfügung stellen würde. Durch diese Beiträge der jiidische« Gemeinden soll das Erziehungswerk in Palästina sichcrgestellt werden. Zur praktischen Durchführung seines Vorschlages schlägt Dr. Klee die Bildung eines A r b e i i s k o rn i t e e s vor. Nachdem noch die Delegierten Brainiu (Aincrita), Rabbi Fish mau (Misrachi), Rosenheck und Guttmann (Hitachduth) gesprochen haben, ist die De- HÜBNER’S KURSALON DER STADT WIENV BESTE JAZZ-BAND WIENS EINTRITT FREI 117 iüM ak m