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Wiener Morgenzeitung · 1925-08-28 · Heft 2341 (28.8.1925) · p. Seite 3

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
7 (1925)
Issue
Heft 2341 (28.8.1925)
Date
1925-08-28
Page
Seite 3 (sequence 3)
Language
German
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Nr. 2841 Wien, Freilag 28. August 1925 Seite 3 8 * «Baden b.Wlan PHYSlKAI*«DlATITiaCHS NtlkANSTALT I. HANOIS BINOfiLSITETe SCHWEPELC*UELLENBÄDER ßrdoch möglich, inzwischen feine Arbeiten fortznsetzen und ich ertette Herrn Dr. L i ch t h e i m das Wort zum Bericht über die weiteren Beschlüsse der Banken-- rpiMMission. Dr. Lichtherm bringt zunächst -die von der Bankenkommission beschlossene Resolution über die Gründung einer Jndnstriebank Der Kongreß beschließt die Errichtung einer Industrickbank, die insbesondere der beschleunigten Forderung der kleinen und mittlere« industrielle n A n I a g « n in Palästina dienen soll. Die Gründung M durch Beteiligung des Jewish Colonial Trust, beziehungsweise der Anglo-Palestine Company und des Keren Hajessod erfolgen gemäß den diesbezüglichen Beschlüssen der Budgetkommission. Die Resolution wird angenommen. - Die von der Bankenkommission eingebrachte Resolution über die Hypothekenbank Kat folgenden Wortlaut: Der Kongreß erklärt, daß der Verkauf der Obligationen der jüdischen Hypothekenbank (Mordgagebank) das wichtigste Erfordernis zur Beschaffung des dringend nötigen Immobiliarkredits in Palästina ist und evsucht alle zionistischen Institutionen, für den Absatz der Obligati onen zu wirken. Auch diese Resoluk.on wird ohne Widerspruch vom Wermm angenommen. Die dritte Resolution, welche die Bankenkommisfion dorschlagt, betrifft die Anleihe; sie hat folgende Fassung: Auf Grund der vorliegenden Materialien und der Berichte betrachtet der Kongreß die Lösung der Frage einer langfristige» Anleihe für Palästina als eine der wichtigsten Aufgabe« und als Mittel Zur Ermöglichung einer großzügigen Kolonisation. Der Konj gveß fordert daher die Exekutive auf, dem Studium! dieser Frage größte Aufmerksamkeit zuzrvwenden und besonders den Bericht der SNbkommissio« unter Vorsitz des Herrn Dr. R i n g e l zu berücksichtigen. Der Kongreß beschließt ferner die Einsetzung einer Studienkommiss io«, für deren Ausgaben im Budget Vorsorge getroffen werde« soll und die gemeinsam mit der Exekutive die diesbezüglichen Vorschläge prüfen soll. Die Mitglieder dieser Studienkommission werden vom Permaneuzausschnß nominiert werden; die Kommission hat das Recht, korrespondierende Mitglieder zu ernennen. Innerhalb von sechs Monaten nach dem Kongreß sollen die Exekutive und die Kommission dem Aktionskomitee über die Resultate Wer Arbeit Bericht erstatten. Nach eurer kurzen Anfrage des Delegierten Friedland wird die Resolution zum Beschluß erhoben. Vorsitzender Motzkin: Da die übrigen Kommissionen — es sind ihrer sechs — mit ihren Arbeiten noch nicht ganz fertig sind, können sie ihre Anträge dem Kongreß noch nicht vorlegen. Es tritt somit vorläufig eine Pause von 15 Minnten ein. Die Pause überschreitet die festgesetzte Frist nicht lange, wahrt aber für die Ungeduld des Kongresses quälend lang. Einige Minuten nach 10 Uhr erscheint Weizmann, der bisher im Saale nicht anwesend war, auf der Tribüne. Das Haus bereitet Weizmann spontan eine stürmische Ovation. Minutenlang tost der Beifall durch den Saal. Um viertel 11 Uhr betritt das Präsidium mit Nahum Sokolow an der Spitze den Saal. Wiederum lebhafte, langandauernde Ovationen. Dann teilt Motzkin, hex den Vorsitz übernimmt, nttt, daß der . Kongreß bis Sonntag verlängert wird. Der Freitag wird mit Sitzungen sämtlicher Kommissionen ausgefüllt sein, so daß eine Plenarsitzung nicht' stattfinden kann. Die nächste Plenarsitzung findet Samstag abends statt, es ist beabsichtigt, mit einer Ueinen Nachtpause ununterbrochen bis Sonntag abends zu tagen. Zu diesem Zeitpunkt wird der Kongreß geschloffen werden. Neuerliche stürmische Akklamationen, als Sokolow die Tribüne besteigt, um sein Referat über das Erziehungswesen in Palästina zu hatten. Er führt in hebräffcher Spache ungefähr folgendes aus: x Bei der Anlage der Mischen Arbeit ln Palästina kann es sich nicht um Fragen der Außenpolitik oder um militaristische Dinge handeln, denn das Mische Volk darf nicht vergessen, daß es das ," Volk -es Buches M. Es muß die hebräische Sprache beherrschen, die die Grundlage der jüdischen Renaisianee ist. Das GyzlehungKwesen, welches sich das jüdische Volk in Palästina ÜMaM M iß eine glanMLe MbM. M.eMZxejch M Wiener Morgenzeitunst ist, beweist ein Vergleich mit dem nationalen Erziehungswerk j» Irland, wo ebenfalls mit großen nationalen Mitteln ein eigenes Schulwesen begründet wurde. Das, was in Irland bisher mit unvergleichlich größeren Mitteln erreicht wrrrde, steht I weit hinter dem in Palästina Erreichten zurück. Erreicht aber wurde dies durch den aufopferungsvollen Willen des Volkes, und es ist zu erwarten, daß das jüdische Volk auch weiter für sein nationales Erziehungswerk hie notwendigen Opfer bringen wird. Lebhaft akklamiert verläßt Sokolow die Tribüne; nach ihm ergreift zur Debatte über das Erziehmigswesen der Bürgermeister von Tel-Awttv und Vorsitzender des Waad- Leuutt, David YeNin, a das Wort. Er dankt Sokolow dafür, daß er für das hebräische Erziehungswesen mit so warmen Worten eingetreten ist und weist sodann auf die bedeutsame Rolle hin, we-lche die Lehrer beim Ausbau der Erziehung und beim Aufbau des Landes spielen; sie -haben die größten Opfer gebracht und die Lehrer * Svaren es, die uns Palästina gegeben haben. .Hätten wir nicht unsere vorzüglichen hebräischen Kindergärten, Boilks- und Mittelschulen, so hätten wir keine Universität aufbanen können. Die lebendige hebräische Sprache hat uns in Evez Israel die Familie gebracht und sie hat uns das jüdische Erez Israel gegeben, indem sie das Volk eng mit dem Lande verknüpft hat. Die hebräische Erziehung in. Palästina hat wiederum auf. die G a l u t h zurückgewirkt und auch dort das Aufblühen der hebräischen Sprache gefördert. Aellin Eefaßt sich am Schlüsse seiner Rede mit dem m i s ch r a ch i t i s ch e n Schulwesen und legt den Misrachisten nahe, gegen die zionistischen Schulen nicht intransigent zu sein. Rabbi Bermann (Miisrachi) verteidigt gegenüber dem Vorredner die Schulpolitik des Misrachi und wendet sich gegen die an den anderen hebräischen Schulen geübte B i ib e l k r i t i k. Nach seinen Ausführungen wird die Sitzung um dreiviertel 12 Uhr^ nachts geschlossen. Nächste Sitzung Samstag 9 Uhr abends. V Pelzurn / Fürs / Fourrures Maates NoaveauiSs MorizFLEISCHMANN WIEN, I., GRABEN 28 Telephon-Nummer 68-4-79 & VorschlaaedervolitischenKommission in der Frage der Zewish Agency. Einleitung. In der Erkenntnis, daß es wünschenswert ist, eine wirksamere Zusammenarbeit aller Juden herveiznführen, die gewillt sind, atrbetn Wiederaufbau des jüdisch-nationalen Heims in Palästina im Geiste -er Balso»r-Deklaration und des Mandates teilzuneymen, und in der weiteren Erwägung, daß zu diesem Zwecke erwünscht ist, die Grundlage der Jewish Agency zu erweitern, und in der weiteren Boraussetzmtg, daß vei jeder Maßnahme als unverrückbare prinzipielle Grundlagen gelten sollen; a) dauernde Verstärkung der Alijah; b) Auslösung des Bodens als Bolksvesitz; e) landwirtschaftliche Kolonisation ans Grund der jüdischen Albeit; d) hebräische Sprache und Kultur; erklärt der Kongreß folgendes; Resolution 1« Der Kongreß würde die Errichtung eines C o u neils der erweiterten Jewish Ageney in Palästina unter folgenden Bedingungen begrüßen: a) Der Eonneil der Jewish Agency, welcher, wenn! vollständig, aus «ugefähr 15V Mitgliedern bestehen soll, soll zur H S l f t e aus Vertretern der Z i o- »istischen Organisation zusammengesetzt werden und zur anderen H 8 lfte aus Bert r eter» jüdischer Gemeinschaften aus verschiedenen Teile» der Welt. b) Die Methode, durch welche die verschiedenen Gemeinschaften ihre Vertreter bestellen werden, soll in jedem Falle dnrch Ueb er ein kommen gemäß den örtlichen «eryältnissen fest, gestellt werden, und soll soweit als möglich die Form demokratischer Wahlen haben. e) 40 Prozent der Sitze, die anderen Körperschaften als der Zionistischen Organisation znge, sprachen wurde«, sollen für die Inden der Vereinigten Staaten reserviert werden. d) Die Verteilung der ü b r i g e n S i tz e, soweit sie nicht der Ziouistischen Organisation znerkannt sind, soll dnrch Uebereinkommen zwischen der Zio. nistischen Organisation und de« verschiedene« in Frage kommenden Gemeinschaften geregelt werde». e) Die Mitglieder der verschiedenen Organe der 3M «Mi (Met i» \ftm »wq«M hu ’ L. & C. HARDTMUTH's M I M« BLEISTIFTE ZEICHEN- UND FARBSTIFTE ANERKANNT UNERREICHTE FABRIKATE ZU HABEN IN ALLEN BESSEREN PAPIERHANDLUNGEN durch ständige Ersatzmitglieder vertreten werden. Resolution 2. Bis zum Zusammentritt des nächsten Z i onistenkongresses werden die zionistischen Vertreter beim Council bestehen aus den Mitgliedern der Exekutive und des Aktionskomitees, zusammen mit wetteren Vertretern in solcher Zahl als jeweilig erforderlich sind: diese letzteren sind in gemeinsamer Sitzung der Exekutive und des Aktionskomitees zu bestimmen. Der nächste Z i onistenkongretz bestellt die zionistischen Vertreter beim Eonneil durch direkte Wahl. Resolution 3. Der Kongreß autorisiert die Exekutive, mit der Errichtung des Council auf dieser Grundlage vorzugehen und eine Versammlung des Council einznberufen zur Beratung zur Annahme einer Verfassung, welche den Charakter eines Aebereinkommens zwischen der Zionistischen Organisation und den betreffenden jüdischen Gemeinschaften haben soll. Diese Versammlung soll jedoch nicht einberufen werde«, bevor die Exekutive verständigt worden ist, daß außer den Vertretern der Zionistischen Organisation nicht weniger als 50 Mitglieder des Covne i l bestellt wurden, die mindestens L Länder vertreten. Resolution 4. Der Kongreß ersucht die Exekutive, dafür Sorge zu tragen, daß die in Resolution 3 erwähnte Verfassung eine Bestimmung enthalt, wonach diese Verfassung zunächst für einen Zeitraum von dreiJahren vom Tage ihrer Annahme im Council in Kraft tritt. Nach Abschluß dieser Periode soll die Frage der Erneuerung der Verfassung dnrch ein Uebereinkommen zwischen der Zionistischen Organisation und den anderen beteiligten Körperschaften entschieden werden. Resolution 5. Der Kongreß nimmt die Erklärung der Exekutive zur Kenntnis, wonach die in obigen Resolutionen in Betracht gezogenen Maßnahmen k e r n e A e n d erung in Artikel 4 des Palastinamandates «ach sich ziehen. Er betrachtet diese Erklärung als von grundlegender Bedeutung und lenkt die Aufmerksamkeit der neuen Exekutive auf sie. Resolution 6. Gleichzeitig erkennt der Kongreß an, daß, falls die Verhandlungen zur Annahme einer Verfassung für die Jewish Agency führen, es angezeigt sein würde, die Mandatar macht davon zu verständigen. Resolution 7. Um die Kontinuität der politischen und sonstigen Arbeit der Jewish Agency zu sichern, beauftragt der Kongreß die Exekutive, die Wahl des Präsidenten der Zionistischen Organisation zum Präsidenten der erweiterten Jewish Agency sicherzufiellen. . Massenmeeting, Die. Zionistische Frauengruppe Prater veranstaltet morgen SamStag, halb S Uhr abends, im Heim, Jungstratze 8, ein Massen-, Meeting. Rednerinnen: Frau Dr. W. Thon (Palästina), Frau M a t s e l - S ch o ch a t (Palästina). PalästinaaussteNung. DK Palästinaansstellung erregte großes Interesse nicht nur bei den Kongreßteilnehmern, sondern auch in den breiten Kreisen der Wiener Bevölkerung. In der ersten Woche besuchten mehr als 20.000 Personen die Ausstellung. Viele dyn den Besuchern haben sich für allerlei wirtschaftliche Fragen des Zlufbams Palästinas und . für die Handelsbeziehungen zwischen Palästina und Oesterreich interessiert. Biele palästinensische Produkte und E^mgnisse lackten ans sich die Aufmerksamkeit des Publikums. Auch die kunstgewerblichen Gegenstände wurden viel bewundert und gekauft. Da die Ausstellung ihre Wand erung durch andere Länder beginnen muß, fand die Direktion der Ausstellung es für unmöglich, die Ausstellungszeit zu verlängern. Die Ausstellung wird unwiderruflich am Dienstag den 1, September geschlosfe Wl IMH 1A 11k« vlk r SamStag um 10 Reubeni Asb«.«,*, (tzm«sch) im Modem rrscher Saal' " ' vormittags spricht Dr. ^chraim £>a* und^Frau Chamrq Ha-Reubenß rgvw«« ^*p**wni v H ” Ul « Gymnasium, 2. Stock (Naturhisto- __... 1. über das Thema: „Die Gründuna eines Gartens der Flora der Propheten und Talnmdrsten". WMift jxLj. SMtzenvK.: 0. Tschernichowskj, 9719797^9265

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