Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 7 (1925)
- Issue
- Heft 2340 (27.8.1925)
- Date
- 1925-08-27
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
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Preis Grosdien Redaktion, Administration: Wien, ILTaborstr. l Telephone: 44-0-38,43-3-19 Ab 6 Uhr 21-102, 25-2-82 IX. Universitätsstrasse 6—8 (Druckerei Ign. Steinmann) Oesterreichisches Postsparkassen-Konto Nr. 150.693 Bezugsbedingungen für Oesterreich monatlich 5 S KONGRESSAUSGABE teuer Wiener — orgenrettung LKärntnerstr. 11-15 Mantles Costumes Blouses fürs Hais Lingerie VfennaLeading Home Rr. 2340 Wim. Lonnerrtag. 27. August 1923 7. Zahrgaug WELCHE UBER GUTEN WIENER. , GESCHMACK SOWIE NEUESTE i RICHTUNG DER MODE K INFORMIERTsmwOUEN 3 BESUCHEN UNBEDINGT DAS MODEN PALAIS KAISERSTH-111-HS mm H J.A.Baczewtki lllllllllllflllllllflllllllllilllllllllllllMllllllflll'IIIJIIIIIIIIIIllllllUIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIII Schnäpse. Liköre SpezialHäi: Baczewski - Sfanislauer Doppelt rektifiziert und destilliert Seit 1782 weltbekannt Hochwertige Herrenstoffe per Kassa zu kaufen gesucht Anträge unter „Qualitätsware 520“ an die Adm. des Blattes PELZHAUS GEBR. BRAININ KÜRSCHNER WIEN, II. GLOCKENGASSE 8 121 TELEPHON 45-4-33 FÜRS FOURRURES Ernste Lage in Französtsch-Thrien. London, 26. August. (Wolfs.) Die „Daily Mail" berichtet aus ^Damaskus, die Lage in Syrien sei sehr ernst, weil der Drnseuaufstand den allgemeine« Aufstand in Damaskus, Ho ms, Ha na und Aleppo ernmtigeu könne. Eine außerordentlich schlechte Ernte habe große Unzufriedenheit und außerdem eine starke antisranzösilche Stimmung erzeugt. Die Möglichkeit, daß vormalige Offiziere des türkischen Heeres sich den Druserr ansch'lössen, sei groß. _ Das Berttauensvotum für Weizmann. 137 für. 17 gegen. 90 Stimmenthaltungen. — Die Exekutive behiilt sich die Entscheidungen vor. Die Nachtsitzung (8. Tag, 12. Sitzung). Der Kongretz hat der Leitung mit 137 gegen 17 Stimmen das Vertrauensvotum erteilt. Die Abstimmung erfolgte um V2I2 Uhr nachts. Die Kommissionen sind irr angestrengtester Tätigkeit, um ihre Beschlüsse siir das Plenum des Kongresses verlhaudlu'Ngsveif zu stellen. Alle Delegierten, die in die Ausschüsse entsendet wurden, sind auf ihrem Posten. Mit einer Pflichttreue, wie sie nur wenige Parlamente keimen, vollziehen die indischen Vertreter ihr Amt. Sic haben ihren Beruf und das Leben da draußen vergessett und sitzen tagelang in dem Kommifsiouszimmer, hören Referate cm, nehmen Expertisen vor, besprechen jede Budgetpost, jedes Detail der Aufbauarbeit. Alles, was in der Zionistischen Organisation oovgeht und was in Palästina gelschieht, zieht hier in Gutachten, Tabellen und Ziffernkolonnen vorbei. Männer und Frauen aus der ganzen Wellt sehen das so reiche und vielfältige Leben einer nach Konzentration strebenden Nation vor sich aus tausend Mosaiksteinchen erstehen und werden nicht müde, Auskunft und Rechenschaft zu geben und zu verlangen. Es gibt scharfe und bis in die letzte Einzelheit schürfende Debatten in diesen Beratungen. Aber es gibt — und das ist in der chauvinistischen und zerfressenen Welt, in der wir leben, nicht so unwichtig — unter diesen aus dem ganzen Erdenrund znfamwengekommenen Menschen keinen Spracheustveit. Es geht um das Höchste, um die Zukunft des jüdischen Volkes, und da verschwinden die leeren Aeußerlichkeiiten . . . Es war gestern eine Zeitlang zweifelhaft geworden, ob der Kongreß bis morgen abends sein Arbeitspensum wird erledigen können. Der zu bewältigende Stoff ist z u gro ß, Hunderte von Beschlüssen und Resolutionen müssen textiert und so gefaßt werdeir, daß k e t«c f a chliche Kollision entsteht. Acht große Ausschüsse und sieben Spezialkommifsionen sind an der Arbeit und es iwurde bereits der Plan ventiliert, den Kongreß auch noch Samstag nachts zu einer Plenarsitzung zu vereinigen. Der rasche Fortschritt der Arbeiten der Kommissionen läßt jedoch erwarten, daß der Kongreß morgen nachmittags wird geschlossen werden können. Die Exekutive, die Führer der Fraktionen und die Leiter der Ausschüsse sind in ständiger Fühlung, um die Berhandlungsfähigkelt des Kongresses nicht mehr cinschlafen zu lassen. Hauptsächlich handelt es sich bei diesen Besprechungen um das Budget, die Decharge an die Leitung und die Zusammensetzung der komntenden Exekutive, die unter Führung W e i z m a n n s und S 0 k 0 l 0 w s für die nächsten zwei Jahve als Jewish Agency zu fungieren haben wird. Wir haben berichtet, daß der Permaneuzausschuß zu dem Antrag kam, der Kongreß möge den Bericht der Exc'!- kutive mit Dank zur Kenntnis nehmen. Präsident Weizmann hat dies jedoch Vevwovfert und beifteht darauf, daß ein die Tätigkeit der Exekutive im einzelnen betonendes Botunr dom Kongreß vovgelegt werde. Die Verhandlungen dauerten bis spät abends. Knapp vor Beginn der Haussitzung wurde bekannt, daß der Permanenzansschutz eine Resolution beantrage, in welcher der Kongreß den Bericht der Leitung zur Kenntnis nimmt, ihr für die Führung der politischen Agenden die Anerkennung ausspricht und die Eröffnung der Universität in Jerusalem mit besonderer Gemigtmmg begrüßt. In bezug auf die Jewish Agency beantragt der Permanenzausschuß eine Formel, die int oesenölichen den Beschlüssen der Londoner Mionskomiteesitznng entspricht. Die nationalen Forderungen wurden in einer besonderen Entschließung zusammengefaßt. Nach boftintmt auftretenden Gerüchten wird für die Exekutive die folgende Liste vorgeschlagen werden: W e izma n u, S 0k0 l0 w, Fe i wel, Ede r, Blnm e nf c l d. Diese Leitung soll in London bleiben. * Der Wiener Delegierte, Herr Dr. Jakob Ehrlich, einer der Vizepräsidenten des Kongresses, hat wegen eines Todesfalles in seiner Familie von Wien abreisen müssen. Er hat sein Mandat niedergelegt. Als Ersatzmann wurde Herr Moses Rath einberufen. Der Sitzungrverlauf. Der Beginn der gestrigen Nachtsitzung verzögerte 'sich nur dreiviertel Stunden, da zur festgesetzten Zeit, um halb 9 Uhr, die Referenten, welche heute das Schlußwort haben sollen, noch in verschiedenen Kommissionssitzungen weilen, Der Saal bietet das ' Bild eines „großen Tages", dicht gedrängt die Schar der Zuhörer, der Raum hell erleuchtet, zwischen Tribüne und Dolegiertenroum ein ununterbrochenes Hirt und Her von Menschen. Ein neuer Gegenstand der Erörterung ist in die dichten Mertschenmassen .des Saales gci.vorfen worden. Die Kontrolle für den Saaleinlaß ist heute besonders scharf. Nicht wegen der Befürchtung etwaiger Störungen durch den von Hakenkveuzlevu bezahlten Straßenpöbel, sondern weil es nicht lange vor Beginn der Sitzung eine kleine Demonstration gab, die überatts charakteristisch ist, die D e m 0 n st r a t i 0 n d e r 300 i it W i c n f e st g e h a I t e n e n C h a l u zi m für ihre Abfertigung nach Erez Israel. Die Kongreßgespräche weisen auf das Symptomatische dieses Vorfalles hin. Von Minute zu Minute steigt die Spannung. Alles wartet auf die Entscheidungen, die diese Nacht bringen soll. Die Vorschläge des Perutanenzausschusses sind rasch bekannt geworden, und man ergeht sich in den verschiedensten Kombinationen über das Abstimumngsresultat. Dev Mittelblock des Kongresses wird mit knappen 140 S t i mme» für das voll der Exekutive geforderte Vertrauensvotum stimmen. Die Rechte und die Linke wollen sich der Stimme enthalten, was zirka 10 0 S t i m m e n e n th a l t u n g c tt ergebest wird. Die 17 Mitglieder der radikalen Opposition wollen gegen das Votum stimmen und diese ihre Haltung mit folgender Deklaration begründen: „Die Politik der Exekutive, sowohl die äußere wie auch die innere jüdische, war gokennzeichn-et durch Schwäche in der Vertretung der zionistischen Prinzipien, iüe geeignet war, die Betveigung außerordentlich zu schädigen. Ali Stelle einer energischen Tätigkeit zur Stärkung und zunt Ausbau der Organisation war die innerjüdische Politik der Exekutive hauptsächlich beherrscht von dem Versuch, um jeden Preis nichtzionistische und nichtnationale Clement c in die Jewish Agency einzubezichon. Die Ergebnislosigkeit dieser Bemühungen hat bewiesen, daß die Heranziehung nichtzionistischer Kreise zur Mitarbeit am Palästinaaufbasi in der von der Exekutive vorgeischlagene-n Form der Erweiterung der Jewish Agency nicht dnrchgefnhrt werden kamt. Bicliuchr hat notwendigerweise diese Politik zu einer Schwächung des zionistischen Bewußtseins und zu einer Erschütterung des Glaubens an die Bedeutung der Organisation geführt. Die äußere Politik der Exekutive weist die giloicheu Tendenzen der Schwäche und Resignation aaif. Gegenüber den immer stärker hervortvetenden Tendenzen zur Minderung und Schmälerung unserer im Mandat anerkannten Rechte ist die Exekutive nicht mit der notwendigen Energie ausgetreten. Von den politischen Posta laten des 13. Kongresses' ist kein einziges in Erfüllung gelangt. Die Tätigkeit der Administration in Palästina, die an Stelle einer aktiven Förderung des jüttVvNLU'S KUH5A1.0N OL» 5TADT XVILN BESTE JAZZ-BAND WIENS EINTRITT FREI