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Wiener Morgenzeitung · 1925-08-26 · Heft 2339 (26.8.1925) · p. Seite 6

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
7 (1925)
Issue
Heft 2339 (26.8.1925)
Date
1925-08-26
Page
Seite 6 (sequence 6)
Language
German
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Leite 6 2Öi€it, Mittwoch Wiener Morgenzettrmg 26. August 1025 LTONER SEIDENRAOS i. gohimessernatM Br. U«nfSSSJi SMMtioiMiiar pmmmmi Versäumen Sie nicht die gOnsüg« daltgMhatll | Rättmnngsvfflrkanf | sehfenschnts - Srtinltertüchei' I eigener Erzeugung! | ÖetaUverkanf tü «Öirfg -Bngfogprelaenl Israel lebt. Das Zustandekommen der Konferenz ist zum großen Teil der moralischen Hingabe und materiellen Hilfe dieses Mannes zu danken. Es ivurbe ein vierzehnglievriges Komitee gewählt (sieben für Palästina und sieben für «die Diaspora), welches die von der Konferenz beschlossene, in Angriff zu nehmende Arbeit zu leiten haben wird. Die Präsidenten dieses Komitees sind Rabbi Jakob M e i r (Jerusalem) und Ben-Zion U s i e l (Jaffa), die großes Ansehen bei den sephavdischen Juden des Orients genießen. Es ist -besonders hervorzuheben, daß die Organisierung des sephardischen Judentums durchaus keinenSeparatismus zu bedeuten hat, und dieses Prinzip ist in einer angenommenen Resolution klar betont, die besagt, daß die sephardische Organisation gemäß den Statuten der Zionistischen Organisation zu arbeiten habe. Es sind Vereine zu gründen und überall, wo Sephardim wohnen, ist Persönliche Dilation zu betreiben sowie die Keren-Kajemeth- und Keren-Hajessod-Arbeit unter den Sephardim zu organisieren. Borträge sind über zionistische und jüdische Fragen zu halten, hebräische Kurse sollen veranstaltet werden uud dergleichen. Wir hoffen, daß diese Konferenz der Beginn einer großzügigen Arbeit deö sephardischen Judentums bedeutet. FllmvorfUrung anläßlich des Kongreffes. Uraufführung »cs Films „fertert Somnel In SWeit". Anläßlich des Zionistenkongvesses gelangt im Schwarzenbergkino (Schwarzenbergplatz 6) Donnerstag den 27. d., 10 Uhr aibendS, der neueste Palästtnafilm sowie der Film zur Aufführung, der anläßlich der Anwesenheit Sir Herbert Samuels in Wien gedrcht wurde. Diese Veranstaltung erfolgt auf Wunsch zahlreicher Kongreßdolegierter und Gäste, die den außerordentlich iitfttuftifljen und wirksamen jüngsten Palästinafilm noch nicht zu sehen Gelegenheit hatten. Auch der Vorführung des Films mit Sir Herbert Samuel — eine bleibende Erinnerung an den Wiener Aufenthalt des ersten jüdischen Oberkommisfärs von Palästina — wird mit besonderem Interesse entgegengesehen. An diesem Abend werden in den Pausen mehrere bedeutende Führer der zionstischen Weltbewegung, darunter Dr. Schmarjahu Lewin, sprechen. Eine beschränkte Zahl von Erntrittstarten gelangt im Kongrehgebäude und an der AbeMasse des Kinos von halb 6 Uhr an zur Ausgabe. Sie Bereinigte« Staaten «ad die BortSlle ia Me«. Aur Netv-York erhalten wir den Wortlant de» Schreibens, welches Herr W. R. E a st l s, der Chef der westeuroväischen Abteilung im StaatSdevartement, -an Herrn LüniS N. I a f f e gerichtet hat. Da» Schreiben lautet r .Der amerikanische diplomatische Vertreterta Oesterreich ist instruiert, über alle Vorgänge in Wien zu berichten. Er hat bereits das Staat Sdrvar« einem für Auswärtiges dahin informiert, daß die österreichische Regierung wachscnn sei und die Urheber der Ansschrettuuge» bestrafen ließ. Die Agttat'on scheint von einem kleine» Teil der BevSlkenmg anSzugehev, der von L a n d f r e «de n zn Unruhen angeMe' wird. Da» Depar ement »wei elt nickt daran daß die österreichische Regierung ern,.Uch bemüht ist, den Unruhestiftern entgegenzutteterr.* Ile Konnmmiften gegen de» Zionismus. In der BottShave des Rathauses demonstrierten gestern abends die Kommunisten „gegen Hakenkreuz und Zionismus". Ihre Redner wußten die beiden ziemlich weit auseinander liegenden Themen sehr geschickt zu verbinden. Hier eine Stelle aus einer R^de: Die Juden sind die Söldlinge der Engländer in Palästina, von wo aus England sich eine Brücke nach Asien bauen will. (Ein Zwischenruf: Hände weg von China.') Die Juden sind rn> 'Palästina die Hüter des englischen Kapitalismus (Ein Zwischenruf: Nieder mit Zimmerman!) und sie wollen dort das arabische Proletariat versklaven (Pfui Schober!) und die Pläne hiezu schmieden sie in Wien, (Rufe: Nieder mit Romek!) Diese heitere Veranstaltung hatte leider nur sehr geringes Auditorium angelvckt. Der angesagte Demonstrationszug mrtechlieb. Die Polizei 'hatte ihn verboten. Frankreichs Kolonialkampfe. In Marokko. Pari-, 26, August. (Tel. der ,>Wr. L0dorgenzeitung".) Abd el Krim hat -seine bisherige abwartende Haltung an der französischen Front ausgegeben und mit aurer erneuten Tätigkeit eingesetzt. Im Zentrum der Front haben Schießereien stattgefunden, im Westen» werden Besest'almgen aufgeführt. Mit -den Spaniern sind die Rifkabylen andauernd in Fühlung. In Syrien. London, 24. August. „Daily Telegraph meldet aus Damaskus, die durch den Aufstand der Drusen in Syrien hervorgerufene Lage sei weiterhin kritisch. Die Drusen seien im Besitze starker GebirgSstellungen und verhinderten weitere französische Angriffe. Man schätzt, daß die Franzosen bereit- 3000 Mann an Truppen entsandt haben und wettere 3000 Mann absendssn werde». Sueida ist nach einer Mitteilung des (Generäls Sarrail noch immer «ngefchlosstn. Die SS. Tagung des Völkerbundrate». -Der Politischen Korrespondenz wird Mitgeteitt: Für die am 2. Septem ber beginnende 35. Tagung des Völkerbundrates ist vorläufig eine 22 Punkte umfassende Tagesordnung ausgestellt. Der Wiederaufbau Österreichs bildet den l 2. Punkt der Tagesordnung. Das hierüber vorliegende Material wird bekanntlich außer den Berichten des V ö l k e r bu n d kommt s s ä r s noch den Bericht der B ö l k e r b u u dexperten Mr. L a y t o u und Professor R i st umfassen. Dazu kommt noch der Bericht des F i n a nz k o m i t e e s des Völkerbundes. Die Frage der Kosten der Expertise wird im Znsamen'hang mit anderen finanziellen und adrninistrativen Angelegenheiten als Punkt 6 der Tagesordnung zur Sprache kommen. Als Referent hierfür figuriert der Vertreter Uruguays beinr Völkerbund. Unmittelbar im Anschluß an den Wicderairshau Oesterreichs wird sich der Bölkervund mit dem-finanziellen Wiederaufbau Ungarns befassen. Bon den übrigen, auf der Tagesordnung stehenden, Punkten seien erwähnt: Die Grenz f ü h r u n g z w is che n der Türkei und dem Irak (Bericht der vom Völkerbundrat nach Mossu-l entsendeten Kommission); der Minderheitsschütz in Westlhra zie n, in Litauen und in Rumänien; Verkehrs- und Transitfragen; ferner Danzig, der Bericht der für die Ausarbeitung der Statuten des internationalen Hllfsverbande's eingesetzten Kommission und der Bericht der beratend?:: Q'mit Mission für Kinder und Jugendschutz. Irr zerfall des deutschen Leatmm». Berlin, 2o. August. (Tel. der ,Mr. Morgenzeitu.ng".) Der Austritt des früheren Reichskanzlers Dr. Wirth aus der Reichstagsfraktion der Zentvumspartei 'hat bereits Weiterungen zu verzeichnen. Der Windhorst-Bund Berlin, das Berliner Sammelbecken der Zentrumsparteiler, hat 'heute erklärt, daß er aus Gewiffensgründen die Politik d e s Z e n i r u m s n i cht me h r nt 11 m'a ch en kann und aus der ZentrumSpartei austreten wird. Damit scheint der Zerfall der Zentrum sparte! in einen sozialen republikanischen Block und einer rechts gerichteten Gruppe gegeben. Man erwartet, daß ein außerordentlicher Parteitag einberusen werden wird, um eine Klärung der Lage herbeizu führen. Mitteilungen ans dem Pnblttum. wiederxu habe*: Bureau: Orig.franz.Ziparaltenpapler JwP Wien,mSfcoüaBa»8m/2 Juwelen, Uhren, Gold- und Sllbemraren Heinrich Teitelbaum Wien, IX., watirlngerstr, 6, Tel.19-0-42 KALIS SHAMPOON UND RASIERSCIIICNP|ILV»R aus Kali-Solfe, einzig in ihrer Art Wr.-Neuitfidier ehern. Industrie A.-G., Wien, L, Pmrlarini 4 Vertreter Im In- und Auelende gebucht! 102b Kultus- und Justiz-Talare sowie Bereite in den mannigfaltigsten Ausführungen erhalten Sie vorrltig oder auch nach Mais nun bei der altnewShrten Spexlatflrma Rudolf Goldstern* Uniformierungsansf alt Oegründet 1866 W.EN, II. TABORBTRA88B 84 Telephon 45.6-29 Lieferant vieler in- und ausländischer Kultusgemeinden. Zahlreiche belobende Anerkennungsschreiben. 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Heute um viertel 2 llbr nachmittags ist im Stift T e p l ein Sclweiben des Kreisbodenamtes eingetroffen, worin mitgeteilt wird, daß der Bäder betrieb in Z wa n g s v e r wa l t u n g genommen werden wird. Um 2 Uhr nachmittags übernahm eine K o in m i s s i o n die A m t s r ä u nt e und die K a s s c n, nahm die Gcldbestände an sich und schloß die Bücher. Hierauf wurden die SektiEMsvorstände der .Bäderverwaltung zusantmenberufen und ihnen ut tschechischer Sprache mitgeteilt, daß die Bädervevlvaltung in Zwangsbetrieb übernommen werde. In dem Schreiben des Bodenamtc?. das die Komnnfsk'-.n ju ihrer Legitimation vorlegte, wird gesagt, das Bvdcnamt sei ans Grund der am K5. d. erfolgten Ucberprnsiliig zu der Ansicht gekontmen, daß angesichts der schwebenden Exekllti-'näangeleg'rcheit der Bäderbetrieb gefährdet sei uiib besonders die Uebernabme des Inventars nicht der Gerichtsordnung entsprochen habe. Es bestehe die Gefahr, daß die Badeeinrichtungen verschleppt und das Bod-'namt sich im Herbst geschädigt sehen «könnte. Das rechtsrheinische Gebiet gerffumt. D«II«Id»rs, 25. August. (Wolfs.) Heutc gogcn g Uhr vormittags haben die letzten Truppen der französischen Besatzung das rechtsrheinische Düsseldorf verlassen. Damit ist der Brückenkopf nach fast viereinhalbjähr'ger Besetzung wieder frei gelvordcn. Die Franzosen zogen über die Rheinbrücke in das linksrheinische besetzte Gebiet ab. Brim AbmaM i'".v 7nippen fanden keiner!;! .'.i>!..d,u'ounacn i statt. i ' »■ » . ein Unfug. „Nerven" sind die Leiden jeder windjchast>lich oder politisch nnvuhevollen Zeit; sie gelten bei ertvachsenen Menschen als EntschilidlMng für alle Untugenden und unangenehmen Eigenschaften. Bei Kindern «bezeichnet man sie als Uirgczogeicheit. Acrger und Freuden, Kummer und Qual. Immer sind c.Z die Nerven, welche die Hauptrolle spielen. Was «bedeutet üibechaupt „nervös" sein? Nervosität heißt Nervenschwäche; und reizchare Nerven haben jene, die auf alle äußeren oder seelischen Eindrücke rasch und scharf reagieren, empfindlich sind gegen jedes laute oder leise Geräusch, gegen Lichtveiflexe. und tmvorhergchchene, .plötzlich emtrvtende Ereignisse. TWv: Wer ist nervös? Jeder moderne Mensch, der in der Hast und Lret-mühle des Berufslebens stcht. Wir alle werden von unseren Nerven beherrscht; schon das Kind in der Schule; erst recht die gereifte Persönlichkeit im Kampfe uim§ Dasein. Alle fühlen wir uns müde, möchten hin uud wieder ausspannen und meÄen gar nicht, daß Nerven haben eigentlich einen Unfug bedeutet. Lassen wir uns doch nicht von ihnen beherrschen!! Lassen wir sie nicht gewähren!! Machen wir unseren Körper durch ein Kräftigungsmittel frisch und stark, und wir sind Sieger im Kampfe gegen diese Geißel. Nur nicht 'herum tasten mit irgend welchen Beruhigungsmilteln. Nein, die Axt an die Wurzel gelegt! Sanatogen genommen!!! Das von unzähli-gen Aerzten empfohlene ideale Stärkungsmittel aus Milcheiweiß und Glyceropihosphat, «dert beiden wichtigsten Nährstoffen für den menschlichen Nerv und die menschliche Muskelkraft. Sanatogen wird ausgezeichnet verdaut. höbt in allen Fällen den 2lppetit, damit auch das seelische Wohlbeifin'den und die geMge Widerftaudskraift. Jetzt herrschen wir und nicht mchr unsere Nerven!! Ueibor die Wirkung des Sanatogens auf das Nervensystem urteilt eine Kapazität wie Herr Dr. R. v. Krafft-Ebing, Professor der Psychiatrie und Nervenkranicheiten in Wien: „Ich freue mich, berichten zu können, daß das Sana« tagen sich recht belivährt." Ferner schreibt u. a. Herr Prof. Dr. Jos. Halban in Wien: „In «Sanatogen habe ich ein ausgezeichnetes Nährvräpamt kennen geleritt, tvelches von «den Kranken — und' dies scheint mir besonders wichtig — gern genourmen wird. Ich habe dcnnit speziell bei Frauen, welche durch Blutungen geschwächt und deren Nerven geschädigt waren, die besten Erfahrungen gemacht und kann daher das Präparat wärnOens empschlen." «Sanatogen ist in allen Apotheke» und Droigericn inhältlich. Einmal probiert heißt ständig verwendet! Im redaktionellen Teile enthaltene entgelÄche Mitteilungen find durch ein vorangefetztes e gekennzeichnet. Wie». 26. August. * DaS Weiter. Es ist wieder kühler geworden. Die gestrige Mittagstemperatur erreichte nur 20 Grad. Die Bor-- auSsage meldet: Trüb, zeitweise Regen. * Die hebensmittelmärkt«. In der Großmarkthalle, in der gestern 11 Waggons verschiedener Ueischarten eiulauglen, war der Berkehr. iitifolge spärlickier Käuiferbeteilrgung ganz belanglos. In den Preisen ist vorläufig keine nennenswerte Ver ältbernng zu konstatieren. -- Der Naschmarkt wies geistern in allen Gemüsesorten eine reichliche Auslvaht auf. Preise anlwltend stabil. Kartoflfeltt, die itameutlich voit den inländischen Produzenten in großen Mengen a-nf den Markt gebracht wurden, wie auch Gurken, wurden inäßig herabgesetzt. Ans dent -Obstmarkt beitvsgen sich die Zufuhren in nngarischen und jugv' slawischen Zwetschken wie auch in Weintrauben in aifssteigender Richtililg. Die Preise zeigen in beiden Obstgattnngen rückgängige Tendenz. Butter nud Eier langten in ausreichenden Mengen ein. * Die Karmelweinausstellung. Wie scho" berichtet, haben die Baron Rochschildschen Weinkellereien in Rischon le Zion die PalästinaaüsftellU'Ng im Konzerthaus mit ihren Eigenbauweinen beschickt. Die Weinfechsling dieser Kolonw beträgt jährlich zirka 60.000 Hektoliter. Die Kellereien sind mobernft ein gerichtet, enthalten 113 Zeinentsässer und moderne Einrich tungsgegenflände, die von der Firmo Seih In Kreuznach erzeugt und geliefert wurden. Die Produkte der Kellerei Muritat früher zum größten Teile nach Amerika exportiert. Di« Prohibition hat die kausinännische Leitung dieses Unternehmens vor neue Aufgaben g-slellk. Nene '.'Ibsabgeb'ete ivnrden gesucht

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