Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 7 (1925)
- Issue
- Heft 2338 (25.8.1925)
- Date
- 1925-08-25
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
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20 Groschen Redaktion, Administration: Wien II.Taborstr.1 Telephone: 44-0-38,43-3-19 Ab 6 Uhr 21-102, 25-2-82 IX. Universitätsstrasse 6— 8 (Druckerei Ign. Steinmann) Oesterreichisches Postsparkassen-Konto Nr. 150.693 Bezugsbedingungen für Oesterreich monatlich 5 8 Sir. 2338 KONGRESSAUSGABE Wiener omenzenmig LKärntnersb. 11-15 Mantles Cosiumes Blouses Fürs Hais Lingerie Vienna Leadlng Honte Wien. Sien»tflfl. 25. Aunuft 1928 7. gnhrgnna WEICHE UBER GUTEN WIENER k GESCHMACK SOWIE NEUESTE i RICHTUNG DER. MODE tz INFORMIERT SEIH WOLIEN 8 BESUCHEN UNBEDINGT DAS MODEN PALAIS vu-IMka is er s'th - m-ns Trt Pelz-Atelier „Oly” NÄTHER & NOVOTNY Vornehmste Konfektion Eigene Modellwerkstätte WIEN, UL Hauptstrasse 81, im Garten Teüphon 95-5-14 «1 CHICAGO, JU 6742 Ridgland Ave Möbelfabrik J. Spira WIEN, VII. Siebensterngasse 1—2 :: (Ecke Karl-Schweighofer-Gasse) z 70 Grosses Lager Berlin, Clwrlottenburg, Joachlmsthalerstr. 1 Minute vom Bahnhof Zoo "^-Restaurant l. Ranges Unter Aufsicht des Rabbinats der Jüdischen Gemeinde und des Hamburger Vereines Vorzügliche Wiener Küche 1104 Mäßige Preise Treffpunkt der jüdischen Weh Nie Tagesordnung des Kongreffes.' Der heutige Tug. Vormittags: Kommissionssitzungen. Nachmittags: Halb 3 Uhr Plenarsitzung: Fortsetzung der Debatte. — Referat über die hebräische Universität (Professor Ch. Weizmann). Sine Konferenz der jüdischen Hilftorgnnisationen knglands. London. 24. August. (I. T. A.) Für den 6. G e p. t e tu b c v ist nach London eine Konferenz aller jüdischen Hilfsorganisationen Englands einberufen. Die Konferenz ivird sich unter anderem auch mit der LagederJuden in Osteuropa befassen. Der vierzehnte zionistenlongreß. Sechster Tug. — Neunte und zehnte Sitzung. Sie Spezialdebatte. - Beginn der Ans chnMtigkrtt. - Weizmauns Besprechungen. - Sie öttnalion. — Ser Nonlsmns in Ungarn. — Sin Lelegramm des Barons Sdmnnd Rothschild. Die Erklärungen Weizmauns haben im wesentlichen die politische Aussprache im Kongreßplenum beendet. Die Generaldebatte, die am Sonntagabend von Herrn M 0 tz k i n als geschlossen bezeichnet wurde, dauert nichtsdestoweniger fort und soll heute abends geschlossen werden. Aus den Reden der beiden letzten Sitzungen ist bereits zu ersehen, daß sich die eigentlichen Probleme des Kongresses die Fragen der Einwanderung und der Kolonisation, immer stärker in den Vordergrund schieben. Die Plenarsitzungen wurden gestern nachmittags unterbrochen, um den Ausschüssen Zeit zur Arbeit zu geben. Die Kommissionen nahmen bereits am Nachmittag ihre Tätigkeit auf, unter ihnen besonders die politische Kommission, die sich erst vorgestern abends konstituierte und gestern abends ein Referat Weizmanns entgegennahm. Sie Frage des Abfolnlorinm«. Nachdem erfahrungsgemäß die Frage der Erteilung des A b s 0 l u t 0 r i u m s für die abtretende Exekutive zu langwierigen Debatten und Konflikten Anlaß gibt, wurde im Permanenzausschuß erwogen^ ob auf diesem Kongresse von der Erteilung des Absolutoriums A b- ,stand genommen werden soll. Doch ist es bisher zu keiner Klärung gekommen, da die Parteien auf ihr Recht, zu der zweijährigen Tätigkeit der Leitung Stellung zu nehmen, nicht gänzlich zu verzichten bereit sind. Auch die Stellung der Exekutive zu dieser Frage ist noch nicht präzisiert, da im Falle des Verzichtes auf ein ALsolutorium es' dahin kommen könnte, daß die Generaldebatte in kritischen Erklärungen der Parteien ihren Ausklang findet. Die Verhandlungen zur. Klärung der Situation des Kongresses dauern fort. So fand gestern eine eineinhalbstündige Besprechung zwischen Weizmann und den Führern des rechten Zentrums statt, wobei diese Gruppe durch die Herren L. L e v i t e, Dr. G 0 ttlieb, Dr. H i nd e s, Senator Körner (für Cth Liwnoth), Dr. Leon Reich und Ingenieur Landau (für Ostgalizien) und I. Supraßkv (für Palästina) vertreten waren. In dieser Besprechung wurden die Fragen des Budgets und der Palastinaleltnng eingehend behandelt. t Wir haben am Sonntag die Aeußerung des Herrn Dr. Gottl ieb Äs eines maßgebenden Führers der Eth-- Liwnoth-Gruppe zur Situation wiedergegeben und lasten heute eine Betrachtung des der Konferenzgemeinschaft radikaler Zionisten angehörenden Delegierten Dr. Max Soloweitschik folgen: Im Mittelpunkt des Interestes auf diesem Kongreste stehen anscheinend die Fragen des Aufbaues und die sogenannte vierte Alijah. Aber wenn wir vom Arbeiterflügel und von der verhältnismäßig kleinen Gruppe Eth Liwnoth, die konsequent bestimmte Interessen vertreten, absehen, sind die Meinungsverschiedenheiten über diese Aufbaufragen innerhalb der anderen Gruppen nicht so erheblich und die Gruppierungen tragen eher einen taktischen als prinzipiellen Charakter. Weder wird die amerikanische Landsmannschaft dauernd im Schlepptau der Eth Liwnoth segeln noch wird der Arheitsblock (linkes Zentrum) als konsequenter Bundesgenosse der Arbeiterlinken marschieren. Die unerheblichen Meinungsverschiedenheiten in den Budgetsragen werden auf d e m W e g e des Ko mp r 0mtsses zu einer friedlichen Lösung kommen, auch ist kaum zu erwarten, daß die Bildung der Exekutive — wie die Dinge hei uns im gegenwärtigen Stadium liegen — nach prinzipiellen Grundsätzen erfolgen werde. Hingegen ist der durch das numerische Verhalten zwar verwickelte, aber nach wie vor klar bestehende Gegensatz zwischen der durch die radikale Gruppe und den Revision nisten einerseits und der Majorität des Kongresses (vielleicht mit Ausnahme der extremen Linken) andererseits von rein prinzipieller Natur. Die sonntägige Rede Weizmanns hat mit erschreckender Klarheit gezeigt, wie weit die Verzichtbereitschaft der gegenwärtigen Exekutive auf politischem Gebiete geht. Der Präsident der Organisation hat es für gut befunden, aus den nach seiner Meinung bei der gegenwärtigen Situation notwendigen Konzessionen auf politischem Gebiet einen Ersatz für eine politische Weltanschauung zu machen. Cr hat im Namen einer neu verkündeten jüdischen Staatskunst die Hoffnungslosigkeit politischer Betätigung kundgetan und die Zionistische Organisation auf einen nach neuen politischen Umwälzungen zu erhoffender Areopag vertröstet. Demgegenüber vertreten wir, die Konferenzgemeinschaft radikaler Zionisten, nach wie vor die Notwendigkeit zäher täglicher politischer Arbeit und, gestützt auf unsere anerkannten Rechte, sind wir überzeugt, daß auf diesem Gebiete Erfolge verzeichnet werden könnten, selbstredend, wenn man nicht a priori von der Erfolglosigkeit überzeugt ist. Ich glaube, es muß auf den ganzen Kongreß einen tief niederdrückenden Eindruck machen, wenn der erste Exponent der Bewegung vor aller Welt verkündet, d a ß w i r heute die Balfour-Deklaration nicht mehr bekommen würden. Auch in der Sache dsv^<ErWeiterung der Agency liegt nach den letzten Erklärungen auf dem Kongreß für uns kein Anlaß vor, abzurüsten. Zwar sind die Aussichten für das Zustandekommen der von uns als Gefahr angesehenen Fiflh-fisty-Agency erheblich geschwächt und die Rede des Vizepräsidenten Wise hat in dieser,Hinsicht sehr aufklärend gewirkt. Aber wie wir in allen unseren Publikationen und programmatischen Erklärungen betont haben, sind die Gefahren der werdenden Agency nicht viel kleiner geworden. Der Geist der Kleinmütigkeit und der Mangel an Selbstvertrauen, der die jetzige Agency-Politik beherrscht, ist nach unserer Ueberzeugung die Quelle der momentanen Schwierigkeiten der Organisation. Die Organisation wird nicht eher gesunden, als bis man nicht der jetzigen Politik dieser Illusionen klar und deutlich ein Ende gemacht hat. Das ist freilich im gegenwärtigen Zeitpunkt noch nicht in der gewünschten Form zu erwarten. Zwar ist die Majorität des Kongreffes in bezug auf die Möglichkeit der Agency, ja selbst aus die Möglichkeit ihrer Entstehung in gewisse Zweifel geraten. Sie vermeidet es aber sorgfältig, diese Frage irgendwie zur Sprache kommen zu lassen, gemäß dem Prinzip quietanon movere. Es wird unsere Aufgabe in den Kommissionen und im Plenum sein, diesen Quietismus vor der Oeffentlichkeit aufzurütteln. Wir alle wollen auf alle Fälle vermeiden, daß die Periode der zionistischen Verirrungen der letzten Zeit ohne Demarkationslinie in eine neue Periode, die hoffentlich die des Ausstieges sein wird, übergehe. Wir wollen es auf alle Fälle vermeiden, daß die Ageney-Tendenzen klaglos verschwinden, sondern im Gegenteil: wir wollen klare Scheidung der Leiden Tendenzen, der integren zionistischen, die wir im Vergleich zu der anderen als die radikale bezeichnen» und der verschwommenen, die heute die Oberhand gewinnt. Wir sind nach wie vor von der Hoffnung getragen, daß der Zusammenbruch der konkreten Agench- Pläne, die aus dieser Tendenz heraus erwachsen sind, auch zur Revision dieser Tendenzen selbst führen wird und die breitesten zionistischen Kreise zurück ins Flußbett des ungeschwächten politischen Zionismus führen wird. * Der Vizepräsident des Kongresses, Herr Dr. Stephen Wise, ist vorgestern nachts nach New-Aork abgereist. HÜBNER'S KURSALON DER STADT WIENk Eintritt frei BESTE JAZZ-BAND WIENS Eintritt frei IW |■