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Wiener Morgenzeitung · 1925-08-23 · Heft 2336 (23.8.1925) · page 1

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
7 (1925)
Issue
Heft 2336 (23.8.1925)
Date
1925-08-23
Page
– (sequence 1)
Language
German
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Am Donnerstag hätte Herr S o k o l o w über das Erziehungswesen, die Herren P i ck und S p r i nz a? über Einwanderung und Arbeit, U s s i s ch k i n über den Nationalfonds und F e i w e l über den Keren Hasessod referieren sollen. Für morgen vormittags war der Bericht Lipskys über die Organisation und Propaganda vorgesehen und am Dienstag hätten bereits die Kommissionen berichten sollen. Alle diese Referate fehlen noch und die Ausschüsse sind noch gar nicht gewählt. Hoffentlich wird das Präsidium heute die notwendige Zeit zur Vornahme dieser Wahlen und zur Abwicklung wenigstens einiger dieser Referate schaffen. Das wird einiger- Mrßdn schwierigsein, weil die Situation im P e r m asten zaus schuß, die wir bereits gestern gezeichnet haben, ungünstig auf die Stimmung in den Pgmeien des Kongresses zurückwirkt. Im Laufe des gestrigen Tages fanden verschiedentlich Verhandlungen der Parteiführer statt, die vielleicht heute zu einem Ergebnis fuhren worden. .Ein großer Teil der Linken will seine Unzufriedenheit dadurch ausdrücken, daß er den Abstimmungen fernbleibt. Es wird deshalb notwendig sein, daß die Exekutive heute nrit vollster Kraft eingreift, um den Kongreß flottzumachen und es zu verhindern, daß die wichtigsten budgetären, wirtschaftlichen und kolonisatorischen Beschlüsse von dem Haus unvorbereitet in letzter Minute durchgcheitscht und daß die Neuwahlen überstiirzt durchgeführt werden. Es verlautet, daß Präsident W e i z m a n n für die zukünftige Exekutive die Bildung eines Dreierausschusses rn London und eines Fünferausschusses in Jerusalem Vorschlägen will. Der Londoner Ausschuß würde aus W e i z m a n n, Möbelfabrik J. Spira WIEN, VII. Siebensterngasse 1—2 (Ecke Karl -Schweighofer-Gasse) r. 70 Grosses Lager PELZHAUS GEBR. BRAININ KÜRSCHNER m WIEN, II. GLOCKENGASSE 8 TELEPHON 45-4-33 FÜRS :s FOURRURES Feiwel und Eder bestehen, während Sokolow, Kisch, Kaplansky, Dr. Felix Rosenblüth mrd Dr. F a r b st e i n die Jerusalemer Kommission bilden würden. Dr. Halpern wäre als Vorsitzender des Finanz- und Wirtschaftsrates außerhalb der Exekutive nach Jerusalem zu delegieren. Heute vormittags um 9 Uhr tritt der Permanenzausschuß zusammen. Die Plenarsitzung soll um halb 10 .Uhr vormittags beginnen. Die Situation. Der Führer der auf den: Kongreß eine maßgebende Rolle spielenden polnischen Eth-Liwnoth-Gruppe, Doktor Gottlieb, äußert sich über'die gegenwärtige Situation im Permanenzausschuß folgendermaßen:. Die deutsche Landsmannschaft und die Parteigänger der Linken hatten.eine Beteiligung am Präsidium abgelehnt. Dr. Hantle, dem. die Stelle eines Vizepräsidenten zug'.'dacht war, hatte ausdrücklich seine Zustimmung verweigert. Das Zentrum, bestehend aus 40. Personen aus Polen, 4 aus Litauen und Estland Und 5 der allgemeinen palästinensischen. Landsmannschaft, ist im Präsidium vertreten.' Die Zusammensetzung des Permanenzausschusses ist' also in Berücksichtigung dieser Unistände eiste korrekte. , Die gegenwärtige Situation auf dem Kongreß hat sich so gestattet, daß die allgemeinen Zionisten entschlossen sind, da s bü-.stgerliche Element beim. Aufbau Palästinas zur GelEW wurmen zu lassen. Wir, die Gxuppe Eth Liwuoth, glauben, daß -es gelingen wird, sowohl in budgetärer als auch i-n Hinsicht aus die ausführenden Organe die volle Berücksichtigung der Bedürfnisse der vierten Alijah durchzusetzen. Die vierte Alijah ist meiner Ansicht nach das Hauptproblem des Kongresses. Es ist deshalb sicherlich kein Zufall, daß ber dieser Generaldebatte die rein politischen Fragen etwas in den Hintergrund getreten sind,. zumindest, wenn man die Generaldebatte des letzten Kongresses zum Vergleich heranzieht, wiewohl auch diesen Fragen die gehörige Aufmerksamkeit geschenkt wurde. Ich glaube, daß die politische K o mmission vor keinen großen Schwierigkeiten stehen wird. Wir alle sind von dem Wunsche beseelt, daß der Kongreß zu den den Zionismus tangierenden politischen Fragen würdig Stellung nehme. In der Frage der Jewish Agency scheint es uns, daß die Mehrheit nach wie vor Weizmann znstimmcn wird. Auch was die Probleme der Kolonisation und Alijah betrifft, wird es nach dom jetzigen Stand der Dinge getingen, ohne besondere dramatische Momente ein Gleichgewicht und ökonomische Gleichstellung aller Elemente sowohl im Budget als auch in der Führung der Geschäfte zu erlangen. In der Frage der Stärkung der Organisation sind wir dafür, daß die Föderationen in territoriale Verbände umgewandelt werden. Der Kongreß aber wird allem Anschein nach für den Einheitsschckel und die. Beibehaltung der Föderationen sein, ivas ich persönlich nur siir ein Palliativmittel halte. Nur ein einheitlicher territorialer Verband kann jene demokratische Organisation darstellen, die die Mehrheit des Judentums in sich einschließt. Die Gruppe Eth Liwuoth wird für das volle Erziehungsbudget eintreteu, weil wir der Ansicht sind, daß der. verstärkten Einwanderung auch ein entsprechend erweitertes S ch u l n e tz zur Verfügung stehen muß. Wir werden dafür sorgen müssen, daß der Zionistischen Organisation n e u e Quellen zur G e l d b e s ch a ffung'für das Erziehungsbudget erschlossen werden, nämlich die Herartziehung der palästinensischen Bevölkerung zur Beitragsleistung. Bei dieser Gelegenheit möchte ich erwähnen, da in. der Generaldebatte und auch sonst der vierten Alijah mangelnde Vorbereitung stir Erez Israel in sprachlicher und kultureller Beziehung vorgeworfen wurde, daß es keineu Einwanderer gibt, der nicht die feste Absicht hat, seine Kinder in hebräische Schulen 51t schicken und sie in hebräischem Geiste erziehen zu lasse». HÜBNER'S KURSALON DER STADT WIEN v BESTE JAZZ-BAND WIENS EINTRITT FREI EINTRITT FREI

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