Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 7 (1925)
- Issue
- Heft 2335 (22.8.1925)
- Date
- 1925-08-22
- Page
- Seite 11 (sequence 11)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 233a Wien, SamStag Wiener Morgenzeitunn 22. August 1925 Seite 11? '4 % S*5&r -««GS >> Elw- Fhigzougaufnahmc der Lei pziger technischen Messe. lf’UKAi-HL^» v*r ' Der Preis des Mappewwevres in Halbleinen beträgt 160 S-, der Prachtausgabe in Leder 000 S. Es liegt in Dollar Prägers Buchsalon (KonzerthauSgebäride, Logen foycr) zur Beijichtrgmrg auf. , Gfae Zangwill-Season in London. Wie uns aus London telegraphiert wird, beginnt aufan-gs September im Lorrdoner Fortnne-Dheater eine Saison aus« schließlich von Zaugwills Thcatcrstückeu. Es werden sechs Schauspiele von Israel Z a n g w i l I znr Aufführung gelangen, darunter sein jüngstes1«n unserem Blatte kürzlich erst ausführlich besprochenes) Werk „Die Modern neu", ferner ,F)er Sch m e l z ti eget" und „Der König der Schnorrer". Aus dm Matern. Burggarten (bet ungünstiger Witterung im Festsoa^ der Hofburg). Heute, 8 Ubr abends, »Die l ch 8 n Helen a". Operette von I. O f f e n b a ch. Dirigent: Friedrich 6) rub e r. BolkSoPer. Heute. „Troubadour*. Morgen „Tos! a". Deutsches Volkstheater. Die neue Saison wurde mit L e n g y e l 8 „A u t o n i a" eröffnet. S a r i F t d a k, welche wieder ausgezeichnet spielte und gut bei Laune war. wurde stürmisch gefeiert. Auch die altderen Darsteller -hatten sich um die Aufführung verdient gemacht. In Vorbereitung..steht Schnitzlers ,jD a S weite L a it b" mit Arnold Kor ff. . - Carl-Theater. Heute zum ersten Male „Der 3 i a c u tt e t b a r o n". Dienstag den 25. und Mittwoch den LS. d. Festaufführung der Tragödie „Dt o s e". T h e a t e r i n. d e r $ o I c f it « b t. Montag geht nach längerer Pause die Tragikomödie „S onkin und oer Haupttreffer" in Szene._ Die Veranstaltungen im Burggarten, Es gilbt in Wien eine Spezialnät, die Theater, Konzert, Kabarett und ange- .nohmsten Aufenthalt ' int Freien mitten im Hochsommer in einziger Art vereinigt, Burggarteu genannt. Die Fremden, die von der Besichtigung der vieleil Seheuslvüvdigkeiteu Wiens ermüdet und nach denr Shopping in dar iuueren Stadt 'aborrds nicht mehr wert auSflregen wollen, finderr sich ebenso 'allabendlich iw Burggarten ein wie die vieleit Wiener, die der Beruf hier auch im Sommer fasthält oder betten bte schlechten Zeiten keine Sommerreise gestatten. Der Reichtrrm du Abwechslung im Programm der - Burggartenverairstal- -tnngen ist Heuer'kaum mehr zu über-breten. Die Konzerte de3 SvmPhonieorchasterL unter Leitung Martin Sporrs, dem Theodor Christoph und Zdenkv MihalovitS sekundieren, bringen immer wieder Novitäten mm Wiener Koiliiponisterr, ls-o entzÄne Nununern auL der Oper „Das Märcherr von der Seejungfrau" von Fritz Egon Panter, die Sophie Braurr Meibst Liedern desselben^ frühvevstorbenen Komponisten wirksam tzur Geltung brachte, auch im Duett mit Otto Koch, ferrrcr hörte man kürzlich O. Wetchys lyrische Aphorismen (drei -Orchesterftücke), die fahr ^beifällig anfgenonimen wurden, und L. Boellmanns BariatiouS . symphouhnes. Wiener Kont- Ponilstenaibende längst anerkannter Größen fittben ebenfalls «immer dankbare Hörer, besonder:' die GesaiigSnnmnlern der Damen Klara Musil und Gre.e Dürrigl-Schwoifer. Dem Bsvgnügen der Kinder waren zwei diachnrittagSvorstellurrgeu »it den Märchen „DornröScherr" rrrvd „Rotkäppchen" bc-son- Gers geiwidmet, während von anderen The at ervorste llungen „Das Dreimäderlhaus" mit den alten Wiener Lieblinge«« Glawatfch und TuW, ferner Paula Fiedler-Seitz und bett Herren Fritz Neumann und Oto Langer, danil diestroys unverwüstliche ,/Dannhäuserparodie" (Gabriele Mcdl, Hermine Herma, Knei-. dinger, Görisch), „Die Flcderuraus" mit den Damerr Bäck, Bal)er, Weiner, den Herren Corvinits, Puresch, Strlp, endlich eine wohlgelungene Rigolettovorftellnrrg (Mtsil, Corvinus, Fischer. Jwouik) anznmerkeu tväreii. Besonder" Zugkraft übten die Abende des Cerrei-Balletts, bunte Abende mit einer hangen Parade Befantttex Wiener Künstler: Zwereirz, Waldeurar, Brod, Ruß ufw. und nicht «««letzt die Festkonzerte pnter Leitung Pietro Masoag««i8, der zu unfem- Freude das ShMhonliSorchester einige Maile dirigierte, von« Ptlblikum stets stürmisch akklamiert. Kunstausstellungen. Anläßlich des ZiouistenkongresseS jflltdet im Kunftfalon Schönberger. 1. Bez,. Pestalozzigaffe 4 «('gegenüber hem Kor«zert-Hau8), eine freizugäugliche Ausstellung «statt. Gezeigt werdeii eijre Serie von in Kupfer gehämmerten Gasreliefs des int Auslande rühmlichst bekannten Bildhauers Marek Szware (Poris) sowie Ghettofchilderii>igen, Porträts und Landschaften von Wikhelm Wachtel. Jüdische« fittnfflerfa&avtlt (Wien. 2. Bez., Praterstrabe W. Samstag den'22. und Sonntag den 23. d. gelangt .Bor den Toren Jerusalems" von A/Meisels rur Auffühmug. Bolkswitt. Deutsche Produktion. — Weltmarkt. — Palästinakolonisation. Bon Dr. Jacques Adler (Leipzig). Am 30. August d. I. beginnt die Leipziger Herbstntcffc, zeitlich also in unmittelbarem Anschluß an den 14. Zionisienkongreß ttt Wien, so daß zweifellos zahlreiche Kongreßteilnehmer von Wien direkt nach Leipzig reifen werden, nicht nur, um hier ihre geschäftlichen Interessen tvahrzurtehmen, sondern auch den Weltmarkt in allen seinen Teilen auf die kürzeste und einfachste Art kennen zu. lernen, denn es ist nicht z«l viel gesagt, wenn man die Leipziger Messe als „Die Weltmesse" bezeichnet. > ' Die Leipziger Messe ist keine „Gründung", vielmehr eine historisch herausgebildete Notwendigkeit für Handel, Gewerbe und Industrie. . Ihr Anfang liegt stber 600 Jahre zurück, wo sie bereits eine der großen mittelalterlichen Warenmessen war. Bon -allett diesen Meffen hat nur sie allein sich bis in die Neuzeit erhalten, und selbst die größten Weltstürme konstten ihre Kontinuität mrcht unterbrechen. Gegenwärtig hat sie sich den Anforderungen der Zeit entsprechend zur Musterrnessc ausgestaltet, und. .hat sich besonders in den letzten Jahren ihre Bedeutung für den Welthandel ganz enorm gesteigert. Jetzt stehen in fast htrndert großen und neuzeitlich eingerichteten Mesiepalästen und Hallen über 330.000 Quadratmeter gedeckte Ausstellungsfläche zur Verfügung, und doch ist man gezwungen, noch irnmcr für weitere Vergrößerungen Sorgeztt tragen, so .daß sogar das erste. Untergrundmcssehaus der Welt geschaffen werdeit mußt«;. Es ist selbstverständlich, das; die Leipziger Messe im Laufe mehrerer Jahrzehnte beit Weltmarkt für die deutsche Produktion in rtlteu Branchen erschlossen und ausgebaut hat, andererseits waren die ausländischen 'Aussteller auf dieser Messe stets gerne gesehen und genossen in Leipzig die vollste Gastfreundschaft und Gleichstellrtng mit beu deutschen Ausstellern. Diese imtige Zusamntenarbeit bedingte die nötige Ergänzung und steigerte die gegenseitige Konkurrenz, die hohe Qualität, aber auch die Leistungsfähigkeit erhielt einen wesentlichen Ansporn. Mit 220.000 Besuchern, darunter über 180.000 geschäftliche, 17.200 Ausländern und 14.200 ausstellenden Produzenten bei der diesjährigen Frühjahrsmesse, ist heute die Leipziger Messe die überragend größte Messe der ganzen Welt. Die Stadt Leipzig als solche trägt schon in ihrer Bauart und in ihrem Charakter völlig das Gepräge der eigentlichen Messestadt. Für die „T e ch n i s ch e Mess e", welche einen wichtigen Zweig im Nahmen der allgemeinen Mustermesse bildet, steht ein riesiges Aussiellungsgelände zur Verfügung, mit zahlreichen Ausstellungshallen bedeckt, darunter der größtett Ausstellungshalle Europas, der Werkzeugmaschinenhalle mit mehr als 21.000 Quadratnteter Ausstellmtgsfläche. Hier sieht man im vollsten Sitttte des Wortes alles, was irgend^von der Technik Neues geschaffen wttrde, und zlvar fast alles im vollen Betrieb, so daß es dom Besucher leicht möglich ist, das Beste nach Qualität und Leistungsfähigkeit auszusuchen. Die „A l l g e m e i n e M u st e r m e s s e", die in verschiedenen Gruppen sämtliche Gebrauchs- und Luxustvaren untsaßt, ist in zahlreichen Messepalästen untergcbracht, aber auch hervorragende öffentliche Gebäude dienen biefem Zweck, so die geräumige Universität' der Entwurfs- und Modellmesse und dent Kunstgewerbe, das Konserpatvriunt beit Musikalien und Musikinstrumenten, die Akademie der graphischeit Künste der Reklamomesse, die Handelshochschule der Tabakntesse und das alte Rathaus für geschlosselre nationale Ausstellungen. Nach den kitrzert Hittweisett ersieht inan, daß die Leipziger Messe nicht bloß de» Interessen des deutsche^ Jnlandsntarktes, sondern auch sehr wesentlich dem Export dient. Die deutschen Qualitätswaren sind natürlich hier am meisten vertreten, so insbesondere auf den Gebieten der ganzen Technik, Bnchgecherbe und Graphik, Textilittdustrie, I mik, Eisen- und Stahlwaren, Knnstgcwerbe, Bureaubedarf usw. Diese Wcltmustcrschatt ist ein ivcscntliches Moment internationaler Verständigung, paritätischen (Gebens und ^Nehmens. Das Ausland ist daher auf der Leipziger Messe nicht nur als Einkäufer, sondern auch als Aussteller wesentlich vertreten, so besitzen Oesterreich, die Tschechoslowakei und die Schwei; auf der Leipziger Messe ihre eigenen AussteltungSplätze, ivährend wir neben ihnen in geschlossenen „nationalcrt Mcsseausstellungen" Ntrßland, Amerika, Italien, Ungarn, Schottland und Tripolis antreffcn. Besonders lebhaft ist das Interesse der Rohstoff produzierenden Lander, so hat die Regierung der aufstrebende, t mittelamerikantschen Republik Haiti sich zur Ausstellung ihrer Exportgeschäfte entschlossen. Andere Staaten tragen sich mit ähnlichen Plänen. Es kann daher auch eine Frage der ernsthaftesten Erwägung sem, die Exportwaren P a l ä st i n a s in einer Äiusterschan auf der Leipziger Messe dem «n Leipzig zentralisierten intcrnotiolcu Markte anzubieten. Für Länder, die zunt Ausbau ihrer jungen Wirtschaft zumal der hochqualifizierten Produktionsmittel bedürfen, lute sic besonders die deutsche technische .Jndustrrc herstellt, ist der Einkauf auf der Leipziger Messe von großen, praktischen Vorteil. Schon heute sind in der Kolonisation Palästinas zahlreiche Maschinen Werkzeuge, elektrotechnische Ausrüstungen und Gebrauchsartikel aller Art in Verivendung, welche der deutschen Produktion cntstamnren. Für die Zukunft wird dies noch eine starke Expansion erfahren, wobei auch das Prinzip der Gegenseitigkeit zur Geltung kommen dürfte, denn andererseits ist ja auch Deutschland ein zukunftsreicher Markt für Qualitätserzeitguissc der palästinensischen Landwirtschaft, wie Tabak, Olivenöl, Orangen, Wein, Südfrüchte. Wer den Aufbau in Palästina durch die Verwendung erstklassigen Ärbeitsmaterials auf sicherster Basis fundieren. will, tut gut daran, rrach den theoretischen Wirtschaftsdebatten des Kongresses die praktischen wirtschaftlichen Möglichkeiten, von denen die Leipziger Messe kündet, eingehend zu prüfen und — wie ein altes Wort mit. Recht sagt — mit wohlerwogenem Entschluß das Beste zu wählen. Auskünfte aller Art lvcrden a,n Stand des Zionisteukongresscs im Kvnzerthaus und auch von der chrenamtlichen Generalvertretung für Oesterreich Friedrich Rotter u. Co., in der Handelskammer, Wien, 1. Bez., Stubcnring 8, Parterre rechts, Zimmer Nr. 100, erteilt. Die Verhandlungen des Komitees zur Errichtung eines T e x t i l z e n t r u m s in Palästina sind nunmehr, wie die Konjunktur-Korrespondenz erfährt, utit einem deutschen Konzern des Textilsaches . abgeschlossen worden, nachdem sich das Zusammengehen mit einer französischen Gruppe als nicht durchführbar erwies. Das Projekt den konzentrischen Textilstadt ist in der Weise gedacht, daß zunächst Weberei, Bleicherei und Druckerei in Betrieb genonunenwerden, daß zum Schluß eine Spinnerei in großem Ausmaße errichtet wird. Der deutsche 'Konzern übernimmt - dazu die gesamte Ausführung,. die Lieferung von Maschinen und Rohstoffen sowie die Uebertragung der Errichtungsarbeiten an Fachleute als Generalnnternehmer. Die Textilarbeitsgesellschaft besieht aus vorläufig 300 Mitgliedern — ehemalige Textilkleinindustric —, von denen jeder einen Einschuß von 5000 Mark leistet, so daß Von dem zunächst auf 100.000 Pfund festgesetzten Gesellschaftskapital 75.000 Pfund von den Teilhabern aufgebracht werden. Etwa 24.000 Pfund bringt der Unternehmerkonzern in Fern, von Waren ein, eine Summe, die durch erste Hypotheken sichergestellt ist. Die Grundstücksaulagen bestehen aus 300 Eiusantilienhänsern mit je zirka-1 -Hektar Ltind, was einen Wert von 126.000 bis 165.000 Pfund, darstelleu; dürfte. Als weiterer Grundbesitz werden 40ßO, Dunarn bei Djedda eingebracht, die Nach dein augenblicklichen Bodeupreis einen Wert von 20.000 Pfund darstellen, Stinnes' Erbe in Konkurs. ' Berlin, 21. August. (Wolff.) In einer G laubig c r« v e r s a tu m l u n g der . A g a w e r k e wurde, auf Antrag des Kommerzienrates Manasse beschlossen, die Geschäft s a u f s i ch t über die Agawerke zu beäntragen. Es wurde ein aus fünf Personen bestehender Gläubigerausschuß eingesetzt, der unter der Leitung Manasses steht und zusanuuen mit der Direktion der Agawerke deren Geschäfte weiterführen wird. Wie weiter verlautet, sollen die Gläubiger mit einer Stundung ihrer Fordevungcn grurtdsätzlich einverstanden sein. Ueber die Einzelheiten des Moratoriums schweben noch Verhandlungen. Die Geschäftsleitung der Agawerke l)at der Glaubigorversammlung einen Status vorgelegts der ohne Einbeziehung' der Gebäude-, Grundstück- und Ataschinonwerte ungefähr balanciert. Sie ist-der Ansicht, daß die Gläubiger ohne jede Einbuße bleiben werden. ■ Der Leiter der Darntstädter Bank und Führer des Stützungskonsortiums für den Stinttes-Konzern, G v l dschmidt, ist der Ansicht, daß die Werke, die Dr, Edmund Stinnes aus der Masse des Stinnes-Kovzcrns erhalten habe, urrbehingt au die Hairpt«nasse zurückfallen müßten, da Dr. Stinnes die Hauptursache für die Vermehrung der Schulder« des Konzerns in der Höhe von nunmehr 100 Millionen Mark mnerhalb des letzten Jahres gewesen sei. Die Insolvenz der Budapester Firma Emmerich Grosz. A»".-der gestriger« Börse wurde die Insolvenz der Brrdapefter Firnra Emnrerich Grosz weiter besprochen. Diese . Firma hatte arich in Wien eine Filiale besessen und einen ausgedehnten Ueberweisungsverkehr zwischer« Wie,« und Budapest gehabt. Sie. hatte sich dmch das übergroße öhigäßement mit AMwareu, KM- und KMertgergtet GlasuO ÄeN-KatMn-isHen tzolzaMt^ welche sie zum Teil im ArfftraZe imf T;g