Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 7 (1925)
- Issue
- Heft 2329 (15.8.1925)
- Date
- 1925-08-15
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
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| Polen: 20 flrofzvl Wi en: Zum Abholen ln der Expedition, Ü„ Taborstr. 1-3, oder ln einer Verschleiss teile 'Trafik) monatl. 5 Schlltlng Strassenverkauf ln Wien durch die Kolporteure der Firma Goldschmied, K Wollzelle 11 Mit Postversand fflr Wien und Oesterreich monatlich 5 Schilling Tsch echo-Slowakel: Mon. K22. Jugoslawien: Mon. Din. 60. Polen: Mon. 4 Zloty. Deutschland: Mon. Gm. 4, Frankreich, Belgien: Mon. Frcs. 18 iVacbsahlongen bei Pr«I*> erhShnngen rorbehalia mmmmmmmmm— «k. 2329 Wiener Alorgenreilung Wie». Samstag. IS. August 1928 IMrsi, LL ° England: Mon. 4 Schilling Italien: Monatl. 18 Lire Rumänien: Mon. 170 Lei. Bulgarien Mon.100Lews. Schweiz und das übrige Ausland monatlich Frcs. 5 Redaktion, Administration: Wien, II. Taborstr. 1 Telephone: 44-0-38,43-3-19 Ab 6 Uhr: 21-102, 25-2-82 IX., Universitätsstrasse 6-8 (D.uckerel lg. Steinmann) Oesterreichisches Postsparkassen-Konto Nr. 150.693 7. Jahrgang HÄUSERVERWALTUNGEN VERWALTUNOSREVISION8N übernimmt Uvi Berliner Bank für Handel u. Grundbesitz A G. Berlin C 2, Kaiser Wilhelmstr. 56 (Ecke Spandauerstr. 9) Tel.: Mercnr 2333/6, 2595 6, 1876/7 Bank des organisierten Berliner Hausbesitzes Immobilien.bteilung/ Sämll. Banktransaktionen / Hypothekenabteilung J.A.Baczewski Schnapse, Liköre * Spezialität: Baczewskl - Staacslauer Doppelt rektifiziert und destilliert Seit 1782 weltbekannt PIOVATIS SELCHWAREN-RESTAURANT ARMIN BIEL I., SCHOTTENRING 14 Vorzügliche Küdie! Eisgekühlte Getränke vom Fasst Spezialität: Frühstückgulasch SO Groschen Teewürstel mit Kren, Senf oder Saft 40 Grosdien Re Gett mellen der Hakenkreuzler. Im Dienste Horthys. Bisher wurde' stets angenommen, daß die Gelder, mit xnen die gegeMvärtige Hdkenkveuzlerpropa-ganda in Wien gespeist wird, ausschließilich.aus Den ts w stammen Durch einen Zufall sind wir jedoch in die Lage gekommen, mit Dicherheit-festzuftelleu, daß hei der ganzen letzten Kampagne der Hakenkreuzler Hort h y - N n g a r n die Hand im Spiele .hat und daß .für alle „Aktionen" der letzten Zeit, von den Kolportageprovotationen an, die zu den Uebcvjällen beim Cafe Sillor und letzten Eudes zu der Mordtat ain . Praterstern führten,.. über die Skandale im Stadt park dis zu den Tonnerstagkraw'alleu nach der letzten .Hake.n kreuzlerversa urinlu ng ungarische Einflüsse und ungarisches Geld im Spiele sind. Unsere •£r/oniisati0* stützt sich auf die einem Wiener Journalist«» ^Hinüber «vorsichtig fallen gelassene Aeußerung eine» V8itgliedes der W i e n c x ungaris eh c n Gesa n.dt scha ft, in deren Räume die Fäden der letzten Hakenkreuzpropaganda führen. Um den Wiener /Hakenkreuzlern jede Möglichkeit zu benehmen, ihre Verbindung mit Horthy-iUngarn abzuleuguen, sei hier fest-gestellt, daß der Verbindungsoffizier, zwischen der Wiener Hakenkreuzterzentrale und ihren ungarischen Geldgebern ein Reichsdeutscher ist, der sich Schulze nennt; dieser Schulze, dessen Name wahrscheinlich fingiert ist, wirb von dem obenerwähnten Mitglied der ungarischen Gesandtschaft, dessen Namen nur deshalb hier nicht genannt wird, weil es mit der Sache selbst nichts direkt zu tun hat, aber den Behörden auf Verlangen ebenso wie der Name des Journalisten, dem gegenüber diese Mitteilungen gemacht wurden, jederzeit zur Vcrfügmrg stcht, als diejenige Person bezeichnet, die auch den Geldverkehr zwischen den Wiener Hakenkreuzlern und ihren ungarischen Geldgebern regelt. Wir haben keinen Anlaß, die Richtigkeit dieser uns zugcgängenen Informationen zu. bezweifeln, zumal die immer unmöglicher werdende politische und finanzielle Situation des Horthh-Regimes in Ungarn diesem jedes Mittel gelegen kommen läßt, um von den trostlosen Zuständen, die es hervorgerufen hat, abzulenken. Das Horthy-Regime will durch Unterstützung der Haken kreuzleraktivnen die österreichische Regierung diskreditieren und dadurch die Aufmerksamkeit der politischen Oesfeutlichkeit von sich selbst abwenden. Plumer aus der Reise. Fortsetzung der Politik Samuels. London, 13. August. Der neue Oberkommissär Lord Plumer trat heute die Reise nach Erez Israel an. Er erklärte, er werde die arabische Forderung nach Schaffung eines großen gesetzgebenden Rates mit Proportioneller Vertretung der Nationalitäten a b l e h n e n. Nach einer Meldung aus Jerusalem hat Kolonel Kish mitgefeilt, daß Lord Plumer die Politik Sir Samuels fortsetzen werde. . Das Staatsbürger recht. London, 13. August. Das neue Staatsbürgerrecht für Erez Israel bestimmt, daß alle gegenwärtig im Lande ansässigen türkischen Untertanen, insofern sie nicht innerhalb eines Jahres für die Türkei optieren, automatisch die palästinensische Staatsbürgerschaft erwerben. Personen, welche die Naturalisation in Erez Israel erlangen wollen, haben in ihren Gesuchen den Nachweis zuerbringen, daß sie während der letzten, ihrem Gesuche vorangegangenen drei Jahre z u m i n d c st zwei I a h r e ununterbrochen in Erez Israel ansässig waren. König Faisal in Palästina. Jerusalem, 13. August. (I. T. A.) König Faisal vom Irak ist aus Beirut auf dem Wege nach London in I a f f a cingetroffen. Er wurde vom Gouverneur des Jerusalcm-Jafsa-Distrikts, Sir Ronald Storr s, und von einer Anzahl Beamten und-Notabeln. begrüßt. Gefahr für Damaskus? London, 14. August. Ter Korrespondent der. „Times" in Je ru s ä.le m^tc-legrätzhiert.. über-die Entwicklung des Dritseuaufstandes: In Damaskus verlautet von zuverlässiger Seite, daß die Drusen über 20.000 bewaffnete Männer verfügen, die durch Araber und.Beduinen verstärkt wurden. In der Stadt herrscht große Beunruhigung, da man Unruhen befürchtet.. Im geheimen sind handschriftliche Proklamationen werteilt worden, in denen z u m A u s st a n d ansgefordert wird. Die Regierung hat Maßnahmen getroffen, um etwaige Unrnhen, die ntan am Freitag nach den Gebeten in der Moschee befürchtet, zu verhindern. Eine weitere Meldung ans englischer Quelle besagt, daß sich die Lage im H a u r a n in Syrien er n st gestaltet habe, eine Revolte der dortigen Stämme zu befürchten sei und die senegalesischen Truppen bei ihrer Ankunft in Beirut g e in entert Hätten. Neue Vorstöße der Drusen. Paris, 14. August. Der „Temps" meldet aus Beirut: Die Drusen versuchen gegenwärtig die E i s e n b a h nl i n t e Don Da m'a skns nach Deraa abz risch neiden. In Damaskus feien wiederholt Nachrichten über einzelne Vorstöße ihrer Abteilungen bis in die Nähe der Bahnlinie eingetroffen. Die ersten Erfolge der Drusen haben auch einen Teil der Beduinenst ä m m e der Wüste für sie gewonnen, um an der Beute ihren Anteil zu erhalten. Das französische Kommando hat bereits die erforderlichen Maßnahmen getroffen, nnr die Ausdehnung der Auf ft a n d 's b e w e g u n g nach Norden zu verhindern. Ferner wurden Vorkehrungen getroffen, um die bedrohte Bahnlinie zu sichern. Türkische Intrigen in Syrien. Aus Kairo wird uns berichtet: In mehreren türkischen Blättern wird gegen den türkischen Konsul in Beirut die Beschuldigung erhoben, daß er eine geheime Hetzegegen die Ma » da ts m ach t in Syrien treibe und den Aufstand schüre. Der türkischen Regierung wird der Vorwurf geniacht, daß sie bestrebt sei, in Syrien u n d in: L i b a n v n g c b i e t U u r n h e n her b e i z u f.ü h r e », um auf solche Weise Frankreich für Zugeständnisse bei der Lösung der G r e n z f r a g e n zw i sch eit der Türkei und Syrien gefügig zu machen. Das Alibi der Lügner. —y. 2B i e n. 15. August. In der „Reichspost" wird ein Artikel auszugsweise wiedergegeben, der im „Corriere d'Jtalia" erschienen ist und gemäß der Titelüberschrift auf „die besorgniserregenden Vorgänge in Palästina" aufmerksam machen soll. Die Reproduktion dieser Ausführungen ist offenbar als ein Akt der besonderen Courtoisie zu werten, die das österreichische Regierungsorgan dem in Wien in dieser Woche zusammentretenden Zionistenkongreß widmet. Dieses Blatt hat ja in den letzten Tagen feinen Gefühlen durchaus keinen Zwang angetan. Es hat in bezug auf die Juden Dinge geschrieben, die vor dem strengsten (österreichischen) Richter in Ehren bestehen können. Und da es nun einmal in Schwung gekommen ist, so bleibt es mit dem Abdruck der römischen Betrachtung hübsch auf der selbstgewähtten und mit soviel Freude beschrittenen Linie. Es teilt also nach dem genannten Blatt (das uns nicht vorliegt, weshalb wir der „Reichspost" folgen müssen) mit, daß sich Dr. Weizmann vor zwei Jahren in Rom vergeblich um eine Audienz beim Papst beworben habe, daß schon vor drei Jahren Monsignore Barlassina schreckliche Anklagen auf der Piazza di Spagna erhoben hat. Seither scheint nichts Besonderes Passiert zu sein, und in Ermangelung eines erweisbaren Tatbestandes kommt eine fromme Erzählung von dem „Verlangen eines Zionistensi'chrers, daß aus dem englischen Militärfriedhof die Kreuze entfernt werden". Der Artikel nennt nicht den Namen dieses blasphemischen Zionistenführers, unterläßt es aber auch, den Militärfriedhof zu bezeichnen — in Palästina gibt es leider eine ganze Anzahl solcher Seelenaufschwungsdenkmäler. Und so bleibt eigentlich von der ganzen, mit salbungsvollem Eifer erzählten Leidensgeschichte nichts übrig, was nrän vor Gericht stellen könnte. Es ist nur die Bemerkung festzuhalten, daß die Juden nicht zögern werden, die Kreuze aus allen Kirchen zu entfernen, und „sicher" die Christen an den gottgeweihten Stätten Christi zu verfolgen. Da wir wissen, daß es keinen Juden mit derartigen Plänen gibt, könnten wir beruhigt die ganze schöne Geschichte in das Reich der Märchen setzen, wenn wir nicht wüßten, daß diese Dinge eben nur zu einem gewissen Zweck erzählt werden. Es sind faustdicke Lügen, an deren Wahrheit nicht einmal ihre Weiterverbreiter glauben. Es ist doch auch ihnen kaum zweifelhaft, daß das Judentum in Erez Israel, das unter der Patronanz einer christlichen Legierung seine ersten politischen Schritte tut, dies kaum mit einem Angriff auf heilige Stätten beginnen wird. Diese militante Ecclesia ist, wie der Antisemitismus überhaupt, gewöhnt, die Juden nach sich selbst zu beurteilen.' Was sie in eurem bestimmten Falle selbst unternehmen würden, das unterschieben sie dem Judentum. Das mag ja ein amüsanter Zeitvertreib sein, der außerdem sittlich befriedigt. Da ja der Zweck das Mittel heiligt. Die besorgniserregenden Vorgänge sind freilich noch nicht in ihrer Gesamtheit aufgerollt. Es sind, wie die „Reichspost" schaudernd erzählt, Beschimpfungen des Klerus in Forrn eines Films zugelassen worden, und es hat eine zionistische Zeitung Gotteslästerungen verübt. Diese Zeitung ist bestraft worden. (In Oesterreich ist das bisher, wenn es sich um den jüdischen Glauben handelte, bisher nicht geschehen. Ein nationalsozialistischer Prediger, der den Judengott zum Zielpunkt nahm, geht noch frei herum, und die „Neichspost" ist mit ihm per du.) Und was die Filme über den Klerus betrifft, so möchten wir nur daran erinnern, daß es eine katholische Zeitung gibt, die das gesamte Indent nnr dafür auf den Scheiterhaufen bringen will, daß auf dem Praterstern ein Christ einen Christen erstochen hat. Der ganze Artikel hat die Bestimmung zu erfüllen^ eine zionistische Gefahr an die Wand zu malen und die christlichen Völker zur Wahrung ihrer heiligsten Güter aufzurufen. Das ließe sich immerhin hören, HÜBNER'S KURSALON DER STADT WIEN1, HEUTE GASTSPIEL DER BERÜHMTEN ERIK GEHRSEN BAND EINTRITT FREI BESTE KAPELLE WIENS EINTRITT FREI 8686137692912925683