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Wiener Morgenzeitung · 1925-08-14 · Heft 2328 (14.8.1925) · page 1

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
7 (1925)
Issue
Heft 2328 (14.8.1925)
Date
1925-08-14
Page
– (sequence 1)
Language
German
Belongs to
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J Polen: 2V flroszv I Wien: Zum Abholen In de» Expedition, II., Tabotstr. 1-3, oder In einer Verschlelsstelle Trafik) monatl. 6 Schilling Strassenverkauf In Wien durch die Kolporteure der Firma Ool dschmied, I.. Wollzeile 11 Mit Postversand für Wien ind Oesterreich monatlich 5 Schilling Tsch e c ho-Slowakei: Mon. K22. Jugoslawien: Mon. Din. 60. Polen:Mon. 4 Zloty. Deutschland: Mon. Om. 4, Frankreich, Belgien: Mon. Frcs. 18 NachMhltmgta bei Preiserhöhungen Vorbehalten Wiener MorsenzettiMS England: Mon. 4 Schilling. Italien: Monatl. 18 L*re: Rumänien: Mon. 170E i. Bulgarien :Mon.l00Lewr. Schweiz und das übrige Ausland monatlich Frcs. 5 Redaktion, Administration: Wien, II. Taborstr. 1 Telephone: 44-0-38,43-3-19 Ab 6 Uhr: 21-102, 25-2-82 IX., Universitätsstrasse 6-8 (D uckerei lg. Steinmann) Oesterieichisches Postsparkassen-Konto Nr. 150.693 Rr. 2328 Wien, Freitag. 14. August 1925 7. Fahrgang Mündliche Verhandlungen über den Garantiepatt. De« Inhalt der Note an Deutschland. London, 13. August. Wie das Reutersche Bureau erfahrt, Ihervscht in engli s ch' e n diplomatischen . Kreisen über -das Ergebnis der Besprechungen züvischen Briand und Chamberlain volle Befriedigung. Die vereinbarte Note -wird der belgischen und der italienischen Regierung unverzüglich mitgetcilt und dann nach Berlin abgesandt werden, worauf die Veröffentlichung des Wortlautes der Note erfolgen wird. Es verlautet, daß die Note ausgesprochen entgegenkommend gehalten ist und eine Zusammenkunft zwischen Vertretern Deutschlands und der alliierten Regierungen an regt. Wahrscheinlich werden vor der Zusammenkunft der leitenden Staatsinänner Vorbesprechungen zwischen deutschen und alliierten Sachverständigen stattfindcn müssen, da viele Einzelsragen zu erledigen sind. Die Ostgarantien. Paris, 13. August. (Havas.) Der Berichterstatter des „Atatin" telegraphiert, Laß bezüglich der Frage 'der Schiedsgerichtsverträge für den Osten die Formel, die die größte Aussicht auf Annahme habe, darin bestehe, diese Verträge unter die gemeinsame Garantie Frankreichs und des Völkerbundes zu stellen, den sie natürlicherweise unterworfen sefn werden. _ Französische Siegesmeldung aus Maroilo. Uezzan, 12. August, (.havas.) Infolge' der Tätigkeit der französischen Truppen in Lukas flüchtete sich der'entmutigte Feind überstürzt nördlich von der Linie A m ez zu-Z i tu ng und gibt das Sarsarmassiv auf. Er wird von französischen Flugzeugen verfolgt. Die spanischfranzösischen Truppen an der Lukos-Front haben das Sarsarmassiv besetzt. Die Spanier haben den Kreis längs des Flusses zwischen Resbas und Uebsedra "nger geschlossen. „Versteifter" Widerstand. Nach den letzten Berichten von der marokkanischen Front haben infolge der erfolgreichen französischen Operationen in Dsche bel-Ame rg u die feinlichen Abteilungen, die hier eine Zeitlang Widerstand leisteten, neuerdings den Rückzug n ach Norden ausgenommen. An den beiden Flügeln dieses Frontabschnittes v ersteife sich jedoch der Widerstand der Riste n t e. Die Andscheras und Dfchebelas versuchten in der Nacht voni 11. auf den 16. d. den L u k k o s f l u ß zu überschreiten, um in die sranMscheu Lutten vorzudrängen. Dieser Angriff wurde jedoch durch Artillericseuer zurückgeschlagen. Französische Matrosen meutern. Madrid, 12. August. Auf dom im Hasen von T a nge.r liegenden französischen Kanonenboot ,Montm r r a i l" verweigerte ein Teil der B e m a n n u n g de n Geho rsa m. Der Anführer wurde der Polizei in Tanger übergeben. _ Sisenbahnkataftrophe in Frankreich. Bisher dreizehn Tote, fünfzig Verletzte. Amiens, 13. August. (Havas.) Im hiesigen Bahnhof fft ein Schnellzug entgleist. Bis jetzt zählt man acht Tote und ungefähr fünfzig Verletzte, darunter sieben, die schwere Vevletzungbn davongetragen hatten. Weitere Meldungen besagen: Das Unglück betraf gegen halb 5 Uhr nachmittags den Schnellzug Boulogne— Paris. Unweit Amiens entgleiste der Tender des Zuges, stürzte über die Böschn-ng hinunter und riß vier Person e n w a g e n mit sich. Durch bisher unaufgeklärte Ursachen gerieten die Waggons in Brand. Es spielten sich schauerliche Szenen ab, da die Passagiere sich aus deu zertrümmerten und kennenden Waggons nicht retten kannten und hilflos den Flammen zum Opfer fielen. Die von allen Seiten herbeieilenden Rettungsntannschasten konnten bis abends 13 Tote und 50 Schwerverletzte aus den verkohlten Trümmern des vevunMckten Zuges bergen. Re Erweiterung der jüdischen Bodenbesitzes in ürer Urne!. Das Huleh-Terrain angekauft. Jerusalem, 12. August. (I. T. A.) Der Jüdische Mationalsonds erwarb von einem syrischen Syndikat die ottomanische Vorkriegskonzession für Entwässerung urid Urbarmachung des Su>mpfes H u l e h und der umgebenden Sümpfe. Die Konzession betrifft ein Arael von 70.000 Dnnam (etwa 15.500 Morgen) Land, welches nach denr Urteil der Sachverständigen nach der Urbarmachung für eine intensive Landwirtschaft vorzüglich geeignet sein wird. Der sterbende König Kohle. Ein Artikel Lloyd Georges. Aus London wird uns geschrieben: In der „Sunday News" beschäftigt sich Lloyd George unter der Überschrift „Der sterbende König Kohle-.— einst Autokrat, jetzt ein konstitutioneller Monarch" mit der Lage in der Weltkohtenindustrie und setzt auseinander, daß alle die sozialpolitischen Kämpfe, die die Oberfläche der Kohlenkrise ausznmachen scheinen, ttichts anderes seien als der Kampf von Parteien, die an dem Niedergang der Weltkohlen Industrie nichts ändern könnten. Die Industrie befinde sich ganz deutlich vor dem Bankrott, und in detn letzten Konflikt sei nicht die Lösung der Kohlensrage gefunden, sondern höchstens die Möglichkeit gegeben worden, noch zu einer Lösung zu kommen, indem sich die eng tische Kohlen!udtlstrie vollständig reorganisiere.. Die Ereignisse werden die konservative Regierung zwingen, nach diesem Grundsatz Gesetze zu machen oder Großbritannien werde, wenn sie dazu den Mut nicht aufbringen könnten, in eine Revolution hi ne mgetrieben werden. Der Brandherd in sthinn. Blutige Zusammenstöße in Tientsin. Tientsin, 12. August. (Reüter.) Hier kam es zu Unruhen. Die Truppen und di e P o l i ze i feuerten auf die Demonstranten, wobei 0 8 Personen gelötet und viele verwuudet wurden. Die Unruhen richteten sich gegen einige Betriebe, die von der Menge belagert wurdet!. 3 7 6 Personen wurden verhaftet. Der Tod de» Reichspostminifter» Hoefle. Strafverfahren gegen den Gefängnisarzt. Berlin, 13. August. Nach dem „Berliner Tageblatt" hat der Generalstaatsattwalt beim Kammergericht tut Auftrag des Jttstizlnittlsteriums gegen den seines Amtes enthobenett Gefängnisarzt Dr. Thiele das Verfahren e i ng e l e it e t. Dasselbe stützt sich auf die Feststellungen, die im Untersuchungsausschuß des preußischen Landtages zur Prüfung des Strafverfahrens gegen den Reichsminister außer Diettst Dr. Hoefle gentacht worden sind. Re Kongretz-Festnummer der „Wiener Morgenzeitung" erscheint am 18. August 1925 und wird unter anderem die folgenden Beiträge enthalten: Nahum S o k o l o w: Zurück zu Herzl! Julius L ö w y: Zum vierzehnten Kongreß. Hofrat Universitätsprofessor Dr. S. Ehr mann (Wien): Die Scholle und der Mensch. Sven Hedin (Stockholm): Vorrede zu „Palästina". Felix Salten (Wien): Bekenntnis zum Judentum. Aniita Müller-Cohen (Wien): Bon der Wirklichkeit. Jean Fischer (Antwerpen): Ein Rückblick auf unsere Kongresse. Dr. Artur Ru pp in (Tel-Awiw): Die landwirtschaftliche Kolonisation der Zionistischen Organisation. M. 9L Ussischkin (Jerusalem): Die Bodenfrage in Erez Israel. Ban Friesland (Jerusalem): Aufbaufragen. Der Keren Hajessod und das zionistische Budget. Dr. Max Brod (Prag): Reubeni. Dr. Bertold Feiwel (London): Reminiszenzen. Dr. Hugo Herr mann (Wien): Congrezion. Jakob Krausz (Wien): Jüdisches Leben in Wie». Mel Pann: Ein Interview über Erez Israel. Dr. I. H. K ö r n e r (Wien): Hakoah im Dienste des JuderitmnS. s Zaliers Wieoer fEestairist L Berlin, Charlottenhurg, Joachlmsfhalerstr. 41 1 Minute vom Bahnliof Zoo "^•Restaurant 8. Ranges Unter Aufsicht des Rabbinats der Jüdischen Gemeinde und des Hamburger Vereines Vorzügliche Wiener Küche 1106 Mäßige Preise Treffpunkt der jüdischen Welt Die Probleme des Kongresses. Von M. Uschifchkin, Präsident des Direktoriums des Jüdischen Nationalfonds. Bereits auf dem 13. Kongreß äußerte ich mich zur Jawish-Agency-Frage, daß der Zionismus eine doppelte Tätigkeit bedeutet: einmal ist es die ökonomische Aufbauarbeit — da ist die aktive Mithilfe aller Volksteile erwünscht, ja unerläßlich —, daun aber ein bestimmtes politisches und kulturelles Wirken, welches notwendigerweise aus den Grundanschauungen des Zionismus resultieren müsse. Es sei deshalb klar, daß eine gleichberechtigte Beteiligung nichtzionistischer, unsere Grün dcmfchan ungen nicht teileuder Elemente an: letzteren Zweige unserer Arbeit aus prinzipiellen Motiven abzulsehueu ist. Der 13. Kongreß ist jedoch meiner Auffassung in dieser Frage nicht beigetretcn und ich dachte schon, daß die Angelegenheit der Jewish Agency dem kommenden Kongreß als Fait accompli vorgelegt werden wird.^Doch scheint es jetzt, daß auch die aller-wärmsten Anhänger der Jewish Agency gewisse Bedenken zu hegen beginnen und zum Kongreß lediglich mit dem Vorschläge eines Provisoriums kommen werden, welches die Prüfung der Zweckmäßigkeit dieser Institution ei möglichen soll. Ti.'s kann jedenfalls als ein Schritt vorwärts begrüßt werden, der Hoffentlich zur gänzlichen Revision des fälschen Standpunktes in dieser Angelegenheit führen wird. Was nicht die Vemunft vermocht hat, wird wohl die Zeit vermogm. und schließlich werden wir alle uns darüber einig werden, daß alle Schichten drs Volkes am wirtschaftlichen Ausbau nn- ' beding! zu betätigen sind daß aber eine Kontrolle unstrer pol:r schen Tätigkeit durch nichtzionisti'che Elemente urizuläss'g ist. Den Erfolg des Jüdischen Nationalsonds betrachte ich nach wie vor als für das Gelingen nuferes Werkes im höchsten Grade wichtig, den alle anderen Arbeitszweige bleiben gleichsam in der Luft schweben, so lange wir die sichere Basis — den Boden — unter den Füßen entbehren. Die einzig befriedigende Antwort aber cmf das Bodenproblem ist und bleibt der Keren Kajemeth. Dringend erforderlich ist deshalb, daß der Kongreß eine Reihe von Entschließungen saßt, welche die Stärkung, die Prestigeerhöhung und die Vergrößerung des Betätigungsfeldes des Jüdischen Nationalfonds sowohl in der Galuth — im Sinne der Förderung der Sammeltätigkeit — als auch in Erez Israel — int Sinne der Erleichterung des Landerwerbes—bewirken sollen. Die Erfahrung der letzten Jahre lehrte uns, daß die Perspektiven einer systematisch betriebenen Arbeit unermeßlich groß sindunö die Erfotlge, die in den letzten zwei Jahren ohnehin verdreifacht wurden, noch tveit mehr tvachserr können, wenn die Spitzen der Bewegung dem Keren Kajemeth nicht kalt gegenüberstehen, sondern ihn mit ihrer Autorität unterstützen. Bon einem Wettbewerb des Keren Kajemeth mit dem Keren Hajessod kann mau überhaupt nicht reden. Bezeichnenderweise hört utan in Polen, wo die Steigerung der Eingänge des Nationalfouds am größten ist, kein Wort der Auflehnung seitens des Keren Hajessod, während gerade aus Amerika, Iwo die. Aktivierung unserer Arbeit die geringsten Fortschritte zu verzeichnen hat, verschiedene mir ganz unverständliche Vorschläge für eilte Neuregelttttg der Beziehungen zwischen dett beiden Fonds kommen. Auch die angeblich allztt weitgehende Selbständigkeit des Keren Kaj-emeth, die oft behauptet wird, entspricht nicht derr Tatsachen. Das Direktorium des Nationalfonds wird durch das Aktionskomitee gewählt, die Exekutive ist ditrch z/wei att -der Leitung ständig teilnehmende Gouverneure vertreten. Unter diesen Umständen besteht ein vollständig ausreichender Kontakt zwischen der Zionistischen Exekutive und der Leitung des Keren Kajemeth. Eine gewisse Autonomie in der Arbeit ist jedoch für dett Keren Kajemeth unumgänglich, damit er sich genügend entfalten kann. Wenn die Autorrontie illusorisch gemacht und der Keren Kajemeth äiimittelbar von der Exekutive vevivaltet wird, daun ist

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