Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 7 (1925)
- Issue
- Heft 2325 (11.8.1925)
- Date
- 1925-08-11
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
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IPolen: ROflrosayl IPreis 26 g| Wi en: Zum Abholen in der Expedition, JLTaborstr. 1-3, oder in einer Verschleisstelle rTrafik) monatl. 5 Schilling Strassenverkauf in Wien durch die Kolporteure der Firma Ool dschmied, I„ Wollzeile 11 Mit Postversand für Wien und Oesterreich monatlich 5 Schilling Tschecho-Slowakel: Mon. K 22. Jugoslawien: Mon.Din. 60. Polen: Mon. 4Zloty. Deutschland: Mon. Qm. 4, Frankreich, Belgien: Mon. Frcs. 18 Nachzahlungen bet Preiserhöhungen Vorbehalten Nk. 2325 Wiener orgenzeitimg EsasssassssssssssESU Wien. Lienstag. 11. August 1925 _ England: Mon. 4 Schilling. Italien: Monatl. 18 Lire: Rumänien: Mon. 170 Lei. Bulgarien :Mon.l00Lewa. Schweiz und das übrige Ausland monatlich Frcs. 5 Redaktion, Administration: Wien, II. Taborsfr. 1 Telephone: 44-0-38,43-3-19 Ab 6 Uhr: 21-102, 25-2-82 IX., Universitätsstrasse 6-8 (Druckerei lg. Steinmann) Oesterreichisches Postsparkassen-Konto Nr. 150.693 7. Fahrgang Berlin, Chnrlottenburg, Joachlmsthalerstr. 41 1 Minute vorn Bahnhof Zoo ltt?>Restaurant 0. Ranges Unter Aufsicht des Rabblnats der Jüdischen Gemeinde und des Hamburger Vereines Vorzügliche Wiener Küche 1106 Mäßige Preise Treffpunkt der jüdischen Welt Briand in London. —y. Wien. 11. August. Briand ist gestern in London eingetrosstn. Leine Besprechungen mit Chamberlain sind ühon seit langem angekündigt und sie wurden in einem für die Situation des Kabinetts Painleve sehr krtlischeit Augenblick in Aussicht genommen. Die Gründe, die damals für die Konferenzverabredung maßgebend waren, bestehen auch heute fort und sie haben sicb-in der Zwischenzeit noch tun einige sehr schwerwiegende Fragen vermehrt. Die. zwischen England und Frankreich schwebenden Angelegenheiten umfassen das Gebiet der Schuldensrage und des Sicherhcitspaktes, als > recht bedeutungsvolle Fragen der inneren und der äußeren Politik. Frankreich tritt aber heute in die Besprechungen in einer wesentlich geällderten Situation, ein. Es ist noch immer die Großmacht mit dem stärksten militärische n Apparat. Aber es ist an ett1scheidende:.l. Putlkten seiner Weltmachtstellung engagiert und kann seine politische Kraft nicht so frei entwickeln, wie es dies gerne möchte. Die französische Stellung ist an den Flügeln, in Marokko und in Syrien, von Aufständen erfaßt und das ganze französische Volk hat in diesen Tagen wenig Verständnis für eitle Besprechung der staatsfinanziellen Angelegenheiten, da es mit kaum unterdrückter Sorge aus die Vorgänge blickt, die in den Kolonialgebieten die Wurzeln der Macht und des Reichtums ins Wanken bringen. Was sich dort begibt, ist gefährlich für Frankreich. Ebensosehr wegen seiner Geltung außerhalb Europas wie auch wegen der Entwicklung seines Verhältnisses zu dem Nachbar jenseits des Rheins. Es ist kein Zufall, daß die Rechts- und Linksradikalen in Deutschland ihre Aktivität verdoppeln und auf einen Konflikt hinarbeiten. Es ist kein Zufall, daß die aus Polen zurückströmenden Optanten, von aller Hilfe verlassen, in Konzentrationslagern zufammengehalten werden, um durch ihr Elend auf die nationalistischen Instinkte zu wirken und die Beziehungen zu Polen für lange hinaus zu vergiften. In dem Kriegsgebiet rings um Fes wird die Lage für die französischen und spanischen Truppen immer schwieriger. Die Verluste sind über alle Erwartung groß und die neu eingetroffenen Verstärkungen haben nur geringe Erleichterung schaffen können. Die mit so großem Lärm ausposaunten Friedensverhandlungen mit den Kabylen haben sich als eine lächerliche Schwindelgeschichte heransgestellt, bei der einige spekulative Araber auf die Jagd nach französischen Franken ausgegangen waren. Franzosen und Spanier hatten sich bei den gcheimnisvollen Verhandlungen in Madrid auf eine Liste von Friedensbedingungen geeinigt, die sie gemeinsam Abd el Krim vorschreiben wollten. Sie haben in dem Hochmut ihrer Waffen es unterlassen, diese Bedingungen öffentlich mitzuteilen. Wenn Abd el Krim Lust verspüren sollte, sie kennen zu lernen, so würden sie ihm jederzeit mitgeteilt werden. Aber Abd el Krini verspürt keine Lust, sondern führt den Krieg weiter, und so hat der verbrecherische Leichtsinn einer nur militaristisch denkenden Diplomatie wieder einmal das Leben vieler Tausender von Meuscheuaufs Spiel gesetzt. Es gibt keinen vernünftigen Grund.dafür, daß man mit den Marokkanern nicht verhandelt. Aber es gibt tausend Gründe dagegen, die alle aus der Staatsklugheit und aus der Menschlichkeit kommen. Die Minister, Gesandten und Generale, die in Madrid beisammen waren, bleiben aber bei ihrem Durchhalten, das ja nicht sie persönlich betrifft, sondern nur das Volk. Und weil Minister, Gesandte und Generale erfahrungsgemäß Nie Felvish Agench. Dem „Israelitischen Wochenblatt für die Schweiz" tollt Herr Dr. Leo Jung-Rothschild, Mitglied des Zentralrates der Aguda, mit, daß er sich Louis M a rfchall gegenüber bereit erklärt habe, in die Jewish Agecy einzutreten. Die KeremHajessod-Konunission für die Schweiz hat an die Zionistische Exekutive zu der Diskussion über die Erweiterung der Jewish Agency eine Eingabe gerichtet, die in den folgenden Vorschlägen gipfelt: 1. Die kompetenten Beratungsorgane mögen beschließen, es sei eine Konferenz cinzuberufen, bestehend zu gleichen Teilen ans den Vertretern der Z i o n i st is ch e n O r g a u iisatio n, den Vertretern der K e r e n - H a j e s f o d - Beitragenden, den Vertretern der j ü d i s ch c n B e v ö l k e r u n g P a l ä st i n a s und aus Vertretern s o n st ig c r Organisat i on e n, die sich für die Sache interessieren. 2. Dieser Konferenz soll als Grundlage der Beratung ein Statut unterbreitet «werden, gemäß welchem die Jewish Agency z- -■ 'U!vu Teilen bestehen soll ans Vertretern der werktätigen jüdischen B e v o I ke r u n g-von Palästina und aus den K e r e n- H a j e iss o n - B e i t r a g e n d e n, ohne Rücksicht auf deren übrige politiische oder religiöse Anschauung. Storr« tehrt nach gerusalem zurück. Jerusalem, 10. August. Der Gouverneur von, Jerusalem, General Ronald Storrs, der längere Zeit im Auslande, zum größten Teile in England weilte, ist über Triest an Bord der „Helouan" nach Jerusalem zurückgekehrt. In Triest benützte Gouverneur Storrs die Gelegenheit zu einem unangemeldeten Besuch des dortigen Palästinaamtes. Er ließ sich Informationen über die Tätigkeit diese Amtes, der Abfertigung der dltrchreisenden Chaluzim und sonstiger Palästinawanderer sowie über deren Unterbringung und Versorgung während ihres Aufenthaltes in der Hafenstadt geben. Gouverneur Storrs interessierte sich auch für die Geschichte der jüdischen Gemeinde von T r i e st und ihre sozialen Einrichtungen, von denen er einige besuchte. . Re Wahabiten vor Uchidda. Port Sudan, 10. August. (Reuter.) 9!ach einem Telegramm aus Dschidda sinddie Wahabiten zurückgo'kehrt und haben acht M e i l e n von D s ch i d d a ihr Lager aufgeschlagen. jedem Schwindler hereinfallen, der sich nur der diplomatischen Formeln zu bedienen weiß, so sind sie auch zu.der amüsantetc Unterhaltung nach Tanger gefahren, wo sie ein halbes Dutzend arabischer Scheichs vorfanden, die sich nach dem Hin und Her orientalischer Verhandlung ganz offen und ehrlich nach dem Preis erkundigten, den man ihnen bezahlen wiirde, ivenn sie Abd el Krim zu-nr Nachgeben bringen. Die Konversation wurde abgebrochen und das Morden fing wieder an. Die französische Regierung mußte neue Regimenter schicken und neues Geld flüssig machen. In dieser Stimmung fährt Briand nach London. Offiziell wird er dort nur über den Sicherheitspakt sprechen. Aber dieses Wort hat heute einen ganz anderen Inhalt als in der Zeit, in der der Pakt abgefaßt wurde. Es handelt sich heute unr die Sicherheit Frankreichs als Großmacht. Zu dem Marokkokrieg ist noch der Drusenkrieg getreten. Die äußersten Nerven der französischen .Orientfront zucken unter dieser unerwarteten Attacke. Es mag sein, daß die Nachrichten, die aus dem Libanongebiet komnten, übertrieben sind und die Vorfälle ärger schildern, als sie sind. Aber es ist schon seit langem kein Geheimnis mehr, daß die Autorität Frankreichs auch in Vorderasien, wo angeblich die Traditionen des französischen Protektorates so stark waren, erschüttert war. Die letzten Wahlen im libanesischen Mandatsgebiet hatten allerdings das Resultat gezeitigt, daß nur Anhänger Frankreichs gewählt wurden. Aber man kann Ne Jufammenkunft Briandkhamberlain. Paris, 10. August. Minister des Aeußern Briand ist «heute mittags in Begleitung des Generalsekretärs im Ministerium des Aeußern, Philippe Berthelot, des Kabinettchefs Leger und des Justiziars im Ministerium des Aeußern F r o m a g e o t nach London abgereist. In der englischen Presse werden Zweifel darüber geäußert, ob cs gelingen wird, den für die Bechands-ungen zwischen Briand und Chamberlain vorliegenden Beratungsftoff in z w e i Tagen zu bewältigen. Es handelt sich hierbei um folgende drei Fragen: 1. Kann eme dritte M a ch t in einem bewaffneten Konflikt zwischen D e n t s chl a u d und einem seiner Nachbarn eingreifen, ohne vom Völkerbund dazu aüfg-efordert zu. sein? 2. Können S a n k t i o u c n gegen Deutschland von einer Macht oder mehreren Mächten ergriffen werden, ohne daß der Völkerbund gefragt würde? 3. Wie werden die Garantien gehandhabt, die Frankreich bei den zwischen D e.uf chlla nd einerseits und P o l.e u und der T s che chos l o iw a t e i andererseits abzuschließenden Schiedsgerichtsverttägen Äbernehmen will? Emir Abdullah an die Araber PaMmas. Jerusalem, 9. August. (I. T. A.) Der . Emir voic Transjordanien, Abdullah, hatte eine längere Unterredung mit' dem Präsidenten' des mohammedanischen Obersten Rates, Scheich Amin El Husfeiui, und dem Präsidenten der Moslem Christian Association in Jaffa, Omar El Bitar. Diese beiden Peirsönli Weiten besuchten bell Emir auf ' dessen Einladung in seinem Schloß zu A mm an, Der Emir forderte sie auf, ihren Einifiluß auf die arabischen Führer in Palästina dahin auszuüben, daß die Politik des passiven Widerstandes aufgegeben und mit der Mandatsiregierung zusammengearbeitet wird. Dies fei nach der Meinung Abdullahs der einzige Weg, um die Rechte der Araber Palästinas zu sichern. _ Verstärkung der Grenzwachen in Palästina. London, 10. August. Mit Rücksicht auf den Drusenaufstand wurde die Bewachung der palästinensisch-syrischen Grenze verstärkt. Wie aus politisch informierter Quelle bekannt wird, wird Briand während seines Besuches in London mit Chamberlain unter anderem auch die Möglichkeit einer Kooperation Englands bei der Unterdrückung d e 's D r u s e naufstandes beisprechen. sich vorstellen, wie es bei diesen Wahlen zugegangen ist, und man muß sich, daran erinnern, daß eine ganze Anzahl demokratischer französischer Blätter gegen bas Sarrailsche System in Syrien eine sehr heftige Kampagne geführt hatte. Irr dem Licht dieser Fehde gewinnen auch die Vorgänge, deren Schauplatz im April die Stadt Damaskus war, eine ganz andere Bedeutung. Die Demonstrationen gegen Balfour, der als Gast der französischen Regierung aus Erez Israel gekommen war, galten nicht, wie das Antijudentum damals freudig zu verkünden wußte, dem Autor der Heimstättendeklaration, sondern dem französischen Gastgeber. Sie wahren ein Symptom einer Erregung, die nunmehr zum Ausbruch gekommen ist und leider auch schon Viel Blut gekostet hat. Die englische Regierung hat die Metullahgrenze militärisch besetzt, um ein Uebergreifen nach Palästina zu verhindern. Sie wird aber auch in London eine Auseinandersetzung über diese Angelegenheit mit Frankreich vornehmen nnd auch dieses Gespräch gehört in das Gebiet des Sicherheitspaktes. Es ist sonderbar, daß das waffenstarrende Frankreich in eine solche Situation gerät, aber vielleicht ist in den Kreisen seiner Gegner die Ansicht vorherrschend, daß die Kräfte Frankreichs bis zum Reißen angespannt sind. Die Entwicklung der nächsten Wochen bedeutet wieder eine Reihe schicksalsschwerer Spannungen und die Verhandlungen Briands mit Chamberlain wird man mit der größten Aufmerksamkeit verfolgen nrüssen. ' zu Huf reduzierten Reigen im Warenhaus r Schiff mann II. TaborstraBe 48 Telenhon 47»|»79 En grei In «tatotl H I