Mannheim
Compact Memory

Wiener Morgenzeitung · 1925-08-10 · Heft 2324 (10.8.1925) · p. Seite 5

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
7 (1925)
Issue
Heft 2324 (10.8.1925)
Date
1925-08-10
Page
Seite 5 (sequence 5)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
88% known words query
IRI
…/2979076-2981191-2981409--23592-3011126
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

| Üfc 8BW Wen, MvMg / Am Zeit btt bedauerlichen Ereignisse in Galiläa haben tote «rrch Malven Einfluß den 12. Kongreß bewogen, d i e friedlichen Ziele des Zionismus kundzu- S«Lsn. Gegenwärtig, da wir aus einem Politisch voll- Wchig befriedeten Lände kommen, wo uns niemand an der Anmitzvation, an der Landerwerbung hindert, betonen wir nochmals, daß es im zionistischen Programm nicht» gilbt, was gegen die Interessen der Araber gerichtet wäre. Selbstverständlich kann man Heute die Formen dezukünftigen gemeinschaftlichen Lebens nicht Voraussagen, jedoch streben wir ebenso sehr, die Rechte der Araber zu wahren, als wir es uns gegenüber wünschen. Mancher wwwe seitens der zionistischen Bewegung als auch der Arbeitergruppe« unterlassen: sowohl di» bedauerliche Erklärung der MandatSßammission in Genf, als auch letztens das Mißverständnis, dem unsere Ziele in der Arbeiterschaft dieses Landes begegnen, ist dadurch zu erklären, daß wir es versäumt haben, die nötige Aufklärungsarbeit mit genügender Aktivität zu betreiben. Der Geist derChaluziuth mußte in unserer Bewegung verwirklicht werde». Alle Mitglieder unserer Partei müßten sich selber zur Einwanderung ins Land, zur hebräischen Kultur voKereiten. Delegierter Arlosoroff: Auf de» allergrößten Massen unseres Volkes lastet noch immer der kolossale wirtschaftliche und politische Druck, welcher nur für eine einzige Repräsentanz des Judentums Raum bietet: den Zionismus. Innerhalb seines Rahmens vertritt unsere Partei das größere Programm: die Errichtung eines gefchlossenenjüdischenGe meinwesenS, welches notwendigerweise auf Produktivierung der Arbeit beruhen muß. Wir wollen ein nationales Heim, in dem der Klassenantagonismus ausgeschaltet ist. Unser Programm rechnet mit den realen Notwendigkeiten einer gesunden Aufbauarbeit. In diesem Sinne ist unser Programm ein konstruktives, und wir erfüllen im Judentum die.spezielle Mission einer Kolonisationspartei. Wir werden aber nie den Rahmen der zionistischen Weltorganisation, sowie der allgemeinen Arbeiterorganisation in Palästina durchbrechen, wenn wir auch mit Einzelheiten unzufrieden sein mögen. Die Betonung dieser Einheitlichkeit Lei aller Differenzierung bildet die historische Mission unserer Partei. Auf Antrag Sprinzak wird ein Präsidium gewählt, bestehend aus Berlinskh, Ä a p la n, Löwins o «, Dr. S i l b e r st e i n, Sprinzak. Die nächste Sitzung begann heute um 9 Uhr vormittags. Lar Tote Meer, Äon Dr. Paul Wilhelm v. Koppler. Bischof von Rottenburg. Im Bevlaae von Herder in Freiburg im B. sind eben die „Wanderfahrten und Wallführten im Orient" von Bischof Kapp- . -ler erschienen. Der Verlag stellt uns die hier folgende Rerseschilderung zum Abdruck zur Verfügung. Das Tote Meer! Der Name patzt. Diese Wasserfläche hat Zwar einen für den Sonnenglanz empfänglichen, ihn widerstrahlenden Spiegel, aber im übrigen ist sie tot; es fehlt ihr Wellenschlag und Bewegung. Die heißen Winde aus der Araba, welche die Luft in Wallung bringen — die schwere, tote Masse u-mschmeichel-n, sie umsonst; sie iladerr vergeblich die Wollen zum Tanze. Kauur der Sturm vermag sie zu wecken und in Musik z>t setzen. Die muntern Jordanwellen, die vom Gebirge herabgesprungen kommen, sie sind nicht imstande, die Wasser zu beleben, sie verlieren selbst das Leben in dem Moment, wo sie sich mit ihnen berühren. Kähne und Flöße, die man dem Meere anslnd', machen kauur einen Eindruck auf die metallene Fläche, lassen keine Furche hinter sich. Unheimlich sind sie, diese Wasser. Sie spielen nicht anr Ufer mit dem Sande; sie Plaudern nicht mit den Menschen. Nein, dies Meer ist nicht des Menschen Freund. Wenrr dir es nicht glaubst, koste von seinem Wasser: ein ekliger, bittersalziger Gifttrank, gegen den das Wasser des Ozeans süß und wohlschmeckend ist. Eine Giftmischerin ist sie, diese See. Es macht ihr Freude, die armen Fische zu töten, die munter den Jordan Herabgoschwommen konimen. Kein vegetabilisches und kein animalisches Leben birgt ihr Todesschoß. Und wenn es auch nicht wahr ist, daß kein . Vogel darüber fliegen kann, ohne das Leben einzubüßen, so ist es doch wahr, daß man nicht selten tote Vögel ans ihren Wassern schwimmen sicht, die ihre Sticklüfte getötet. Und wie vielen hat der Versuch, ihr ihre Geheimnisse abzulauschen, das Leben gekostet! Sie -mordet in die Ferne; auf weitem Umkreis tötet sie mit ihren Giftsalzen Pflanzen und Bäume. Wie Äeichengeb-Svne sehen die -dein Ufer enttang 'liegenden Bannfftämme und Zweige ans» die sie mit ihren Sailzen -geibeizt und gebleicht hat. Unheimlich ist es hier selbst bei heiterstem Himmel. Unheimlich lastet die drückende Schwüle auf der Brust. Wie aber erst bei Unwetter, bei Stürmen und Regengüssen, bei entsetzlichen Gewittern! Da mag die schaurigste Schilderung noch weit hinter der Wirklichkeit Zurückbleiben. Wenn er dahersährt, der wilde Sturmwind, der große Sänger des Zornes Gottes; wenn er sich auf die Meeresfläche wirft und Brust an Brust mit Hr ringt, bis er sie aufrAtelt aus ihren: Todesschlaf, hier ihre Wellen inS Rollen und zum Sprechen gebracht hat; wenn mit einem Riß er den Bergen ihr Duftgewand zersetzt, das ihre Blößen und Schrunden für gewöhnlich deckt; wenn er die Wüste ringsum in Entsetzen jagt, daß sie vor ihm flieht, daß die Berg« springen wie Widder und der Jordan sich rückwärts wendet; wenn er seine schrecklichen Lieder über der See singt, und wenn es zur Antwort auL ihren Tiefen emporstöhnt wie die TotenVoge untergegangener Städte und begrahener Böller; wenn die Blitze niederfahren und die Wellen in j'hosphorische Flammen PerwandM — dem Schauspiel mag 9&kmt MorwerrzelLrmz. Mitteilungen ans dem Publikum. wiMMm mmi Batet*: CH.(rin iVP MH,iEttniinn,n/i freilich an Grauen und Entsetzen nichts auf Erden gleichkommen. Ein unheimlicher Punkt in: Weltall. So erscheint er nach dem, was wjr über ihn wissen und waS wir nicht wissen. Die wissenschaftliche Forschung hat ihn nicht aufhellen können. Sie konnte im Laufe der Jahrhunderte, besonders im 1V. Jahrhundert durch die opfermutige, mit grauenhaften Strapazen verbundene amerikanische Expedition Lynch 1848 und durch die Entdeckungsreise des Herzogs von Luyne« 1864, eine Reihe von Tatsachen feststellen, aber sie formte nur wenige derselben erkkärett. Wir wissen jetzt, daß das fünfeinhalb Stunden breite. 20 Stunden lange Meer, das zweieinhalb mal so groß ist als der Bodens«, in einem Kessel liegt, der durch die tiefste Einsenkung der ganzen Erdoberfläche gebildet wird. Sein Spiegel liegt 399 Meter unter dem des Mittelländischen Meeres, sein Grund 792 Meter unter dem Spiegel des letzteren; denn der größere Teil des SalzmeereS hat eine durchschnittliche Tiefe von 300 Meter, die an den tiefsten Punkten sich auf 339 Meter steigert. Wir wissen, daß das Wasser 28 Prozent Chemikalien hat: 23 Prozent Salze, dazu noch 5 Prozent Brom- und Chlorgehalt. Wir wissen ferner, daß das Meer wegen seiner beispiellosen Tieflage ohne allen Abfluß ist und trotz der täglich einströmenden Wassermassen nicht wesentlich wächst, woraus folgt, daß die täglich allein aus dem Jordan einfließenden zirka 6000 Millionen Liter Wasser täglich wieder verdunsten, daß täglich eine Wassermasse von 13,5 Millimeter Höhe vom Meer abdunstet. Das wissen wir. Aber wie all das geworden ist, wie diese größte Abnormität der ganzen Erdoberfläche sich so gebildet hat, bas wissen wir nicht; auch die Wissenschaft llleiibt hier vor einem mchsimlichc-lr Fragezeichen sichen. Ein anderes Buch gibt uns eine teilweise Erklärung, aber diese ErMärung verscheucht nicht, sondern erhöht den unheimlichen Eindruck. Ja, eine -düstere WoMe schwebt -auch am hellsten Tage über -dieser Statte: die Erinnerung an das, was am Anfang der israelitischen Geschichte hier sich abspiolte. Die Katastrophe, die im Gemüte der ganzen Menschheit so stark uachzittert, läßt sich nicht tvoggjweifeLn: sie hat -der ganzen Landschaft ihre Spuren unvertilgbar c'mgograben. Daß neben den Erhebungen 'der Wissenschaft der biblische Bericht vorn Untergang Sodomas und -Gomorrhas recht wohl seinen Platz findet und behauptet, wind einem anr Ort und Stelle vollends Kar. Sehr gern hätte ich fvMch das Meer weiter u-inwandert und auch das andere Ende mit dem Dschebol Usdmn, dem 48 Meter hohen Stsmsalz'berg und -der 18 Meter hoher: Salzsäule, in Augenschein genommen. Aber das war nicht möglich. So versenkte ich mich, auf einem der saUmlrustierten -Hölzstümme am User sitzerrd, in die Tage der Urzeit und Vorzeit. Zweierlei Möglichkeiten sind durch« die Darstellung und den Wortlaut des biblischen Berichts offen Massen. Entweder war das Tote Meer schm da vor der Katastrophe von Sodonra und Gomorrha, als ein Wasserreservoir, in dem 'der Jordan -und die Gewässer der jenseitigen Gchivge sich .sammelten. Man dachte an eine vulkanische Eruption, die durch das ikratevsövmige Becken . des Meeres gebildet worden wäre; neuere Forscher ziehen aber Spuren von Vulkanismus entschieden in Abrede. Bleibt -man bei der obigen Annahme, fohat man sich die ursprünglich: Ausdehnung des.Toten-Meeres bedeutend geringer zu denken als die heutige. Die 4m Süden startk heremragende Landzunge Lis-an könnte alls die einstige Grenze angesehen, werden, zumal jenseits dors-olben die Tiefe des MoereS sich von einigen hundert Metern auf einige Meter reduziert. Jenseits der Landzunge ttog dann der «wasserreiche Garten Gottes, das Dal Srddrm Wen. 16, 10; 14, 3), der Bereich der Pentapolis, der fünf Städte Sodorna, Gomorrha, Adama, Sebmm, Segor. Hier ward die Schlacht der Pier Könige gegen fünf geschlagen, für deren Ausgang die vielen Asphaltgruiben entscheidend, wurden (Gen. 14, 8 ff.). Als die Sodomiterschuild den- Höhepunkt erreicht hatte, kam die Kata- - st-vophe. Die Blitze des Zornes Gottes fuhren nieder und entzündeten die Afphailtlager, fo daß Abraham einen Rauch aussteigen sah wie der Rauch dineS Schmelzofens. Die Erde rollte sich in der furchtbaren Hitze und barst auseinander; sie erlitt eine' starke Depression, von deren Niederungen nun das Tote Meer in mächtigem Wogengebvanse Besitz ergriff, den 'letzten noch glimmenden Funken Lebens vollends tötend; da kredenzte es denen, welche die Flamme etwa noch verschont hatte, 'den tötenden Zornwein anstatt des Bechers der Lust,, und mit wilder Wer Mang eS Städte -mtb Völker hinab in seine tiefsten Abgründe. Die andere MöMMt fft die, daß erst infolge der Katastrophe und dev gewailttgen damit verbundenerr Terrainvevärrderuugen sich die «Kluft des Toten Meeres gebildet und gefüllt hat mit einem G«, der -infolge des Einsturzes mrd der «Auflösung und Auslaugung von Steinfa-lzge'birgen. dm Salzsee wurde. Dieser See verschlang nun auch -den Jordan, der früher durch das -gange Dal ttef und sich ins Rote Meer ergoß. FvoMch scheint gegen dvche Annahme die staute Bodenechöhung der Araba Mischen dam Toten und >dem Roten Meere zu sprechen; «man müßt« denn nur auch sie als erne Wirkung der Katastrophe «eschen. Seit dieser Katastrophe ruht der Much auf diesem Höllengvabe. * Basar des Keren Kajemeth anläßlich des 14. Zionistenkongresses. Heute Schluß der Mivn. Heute findet die Basaraktion des Keren Kajemeth ihren endgültigen Abschluß. Wie wir vom Keren KajvnreH erfahren, ist der Erfolg über alle Erwartung günstig. Bisher tonnte« mehr als 2oOO wertvolle Gegenstände gezählt werden. Der Erfolg der Mion ist vor allem ~ dies sei mit Dank Md AnerkennuM hervorgchoberr der eifrigen. nnistevgAtigsn MitaMit sämtlicher Gefirur-nngsgenossen zu darrkey, die sich in den Dienst dieser Aktion gestellt habeir. ia. »-GH me »kt«> »1 Set -mMtzt. Redigiert von Dr. Eauek Beer. Hygien« M GchlafeS. Klagen über Störungen des Schlafes gehören zu den^ alltäglichen Vorkommnissen im ärztlichen Berufe. Der Patient f wünscht mit der Mitteilung darüber meist weiter nicht- <ħ' die Verordnung eines schlafbringenden Medikamentes. Erhebt« der Arzt gegen die wahlsösc - Anordnung von Schlafmit-tÄn Ginfpvuch und fordert zuerst gründliche körperliche Untersuchung^ und Aufdeckung -gewisser den Schlaf beeinträchtigender seelischer' Monikntc, so wird -im -allgemeinen bei derlei Absichten Wider--' stand geleistet, da sich der Patient von der Evsorschu-ng 'der Ursachen der Schlaflosigkeit nicht viel verspricht, „zumal ja an dem Einrrshmen eine- Schlafmittels nichts daran sei und man sich nicht schaden f&mte* So behaupten es meist die Laien. Und doch kann man vuhig behaupten, daß der Arzt die Hälfte der unter den Schlafstörungen Leidenden heilen könnte, wenn er nur die schlechten Lebensgewohnheiten der Menschen kennen lernte und sie abzustellen vermöchte. Man rrrüßte den meisten Patienten etwas von der Hygiene des Schlafes erzählen, damit sie erfahren, wie marr es zu einem guten, gesunden Schlafe bringen kann, der die Voraussetzung für AvbeitSfähkgkeiti u-nd Lebenslust -bedeutet. Gewiß sind es oft die schlechter: sozialen Bechältnisse, die die Krankheit der Merrscher: hevbefführen und die der Apzt nicht abstellen kann. Oft ist a«ber bei scheinbar günstigen äußeren Lebensv-echältnissen vor allem der M-arrgel au Verständnis für die persönliche Hygiene die Ursache für allerlei Leiden. Gntsprecherch der Tatsache, daß der Mensch etwa ein Drittel seines Lebens verschlaft, sollte nrart doch glauben, -daß er den Schlafräumen besondere Aufmerksamkeit in bezug auf die Eignung für diese Zwecke widmet. Aber es ist nur zrr bekannt, wie die Fvaaren insbesondere als Schlafzimmer die kleinsten, dmMsten, abgelegensten mrd dumpfigen Räume wählen, anstatt im Gegenteil gerade die gut besonnten, lichten, großen Mume als Schlafgelegenheiten zu benützen. Die schönerr Zimmer, die wenig gebraucht, oft nur tvenige Stunden im Dag oder längere Zeit überhaupt nicht verwendet tverderr (Speise- und Empfangsraum), worden als bessere Stuben omgerichtot, während gerade solche Räume sich insbesondere für Kinder- und Schlafzimmer eignen würderr. Es ist auch begrefflich, daß Menschen Schlafstörungen ausweisvn und sich beim Ausstehen des Morgens nicht frisch und arbeitSfveudig fühlen, wenn zu Viole Menschen den Schlasvaum benützen, indes andere Zimmer leer stehen und außerdem noch bei geschlossenen Fenstern die Nacht vsrbvacht wird. Was das Schlafen bei offenem Fenster betrW, so muß man dies im allgemeinen bei gesunden Menschen befürworten und darauf sehen, daß die Kinder von Jugend auf hieran gewöhnt werden, wobei zu beachten wäre, daß die von außen kalt einströmende Nachtlulft nicht direkt den meist etwas schwitzenden Schlafenden treffen sollte, weshalb es zweckmäßiger ist, das Fenster des NrbenraumeS M öffnen und die stets erneuerte Luft durch die offene BerbinduingStür streichen zu lassen. Neben den äußeren unzweckmäßigen Bedingungen, die eine Schlafftörung herbeiführen können, sind es insbesondere die seelischen Erregungen, die Störungen des Einschlafens verursachen. Allzu starke Ermüdung durch körperliche Leistungen, ein zu stark gefüllter Magen, Blähungen mit Zwerchfellhochstand, oine zu starke Blasen- oder M^tdavmfWung bedingen -gleichfalls häuifig genug Schlaflosigkeit. Was die Schlafdauer betrifft, so lassen sich schwer allgemeine Regeln aufftellen. Es gibt natürlich Menschen, die mit 4 bis 5 Stunden Schlaf genug haben. Die meisten brauchen aber durchschnittlich 7 bis 8 Stunden Ruhe, 10- bis 13jährige Kinder 10 bis 12 Stunden, daL Klomkvndevalter gar 14 bis 18 Stunden Schlaf. Schlaf bedeutet nicht allein Ausrnhen der gesamten Muskeltätigkeit und der Gehirnarbeit, sondern Ersatz der verbrauchten Stoffe und in der WachStumsperivde auch Anbau. Daher fft genügend Schlaf Voraussetzung aller Geftmdhsit. Früh zu Botte und früh aufftchen gilt besonders für die Jugend. Nichts ist sträflicher, als wenn Eltern Kinder bis in die späte ddacht hinein wachblviben lassen oder diese gar in BergnügungSlokale mitnehmon. Daher sind die Großstadtkinder nervenüberveizt, schlafen schlecht, haben böse Träume und sind des Mvvgerrs nicht kräftig und frisch genug, um die Schule zu besuchen. Wenn die angegebenen Momente die Schlafftömngen nicht bedingen, dann liegt wchl irgend ein organisches oder nervöses Leiden vor, das nicht immer so ohnewuters zu er- - kennen ist, sondern oft erst nach längerer ärztlicher Beobachtung erforscht wird. ES fft viel zu wenig bekannt, daß Herzleiden, hochgr-adlige Arterienvevkalkung, verschiedene Goffteskrankheiten, ja selbst Nafenerkrankurr,gen Schlafftövnngorr äbg-eben können. Den Schmerz als Quelle der Schlaflosigkeit kennen alle Menschen. Entsprechend den mannigfachen Ursachen der Schlafstörungen geht auch die Bcharrdlung verschiedene Wege. Nur der goschutte Arzt vermag für den jeweili-gon Zustand das geeignete Heilmittel finden, nicht der Laie, der wahllos etwa Boronal ninnnt, von dem er gehört hat, daß es Schlaflosigkeit behebt. Demt der häufige Gebnn.ch der Schlafmittel ist rricht gleichgültig, abgesehen davorr, daß schorr viele Kranke unbeaibsicht'igt zu große Doserr oingeniommeu haben. Denn bevor der Arzt zu dorr Schlafmitteln greff-t, wird er erst die etwaigen äußeren mrd inneren Schiafstörungon »ve-gräurrrerr, er wird es erst mit der feelffchen Beeinflussung veusuchen, die oft gute Refuttate erzielt. Es steht dann noch das große Gebiet der physikalischen mrd hhdäanlffchen Hetlme-thoden zur Verfügung, denen er den Borvan-g vor de« medikamentösen Schlafmitteln geben wird. 496606

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.