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Wiener Morgenzeitung · 1925-08-09 · Heft 2323 (9.8.1925) · page 1

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
7 (1925)
Issue
Heft 2323 (9.8.1925)
Date
1925-08-09
Page
– (sequence 1)
Language
German
Belongs to
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Wie mehrere Blätter aus Düsseldorf melden, soll Düsseldorf und dementsprechend wahrscheinlich auch Duisburg und R u h ro r t erst vom 31. bis zum 31. August geräumt' Urerde-n. Die Londoner Konferenzen. London, 8. August. (Tel.-Komp.) Nach den neuesten Meldungen wird nicht nur Bald Win, fondem auch das gesamte englische Kabinett während der Unterhandlungen zwischen Briand und Chamberl a i n in London bleiben. Die morgige (Montags-) Ausgabe der „Wiener Morgenzeitung" wird unter anderem enthalten: Dr. E. M. Zweig (Jerusalem): Was können die Azionisten in der erweiterten Agency schaden? Dr. Mayer Ebner (Czernowitz): Das Kuriensystem für die Jeivish Agency. E. Litvni: Die Stellung der Zeire Zion zum Kolonisationsproblem. Z. Poppers (Wien): Bor dem Kongreß. A. M. Brachjahn: Bolkesbildung und volks- -Ädnng. Me Seffentlichkeit Wiens für den Aloniften koMeß. Singaden an das PolizeiprSfidkum. Die Wiener Polizeidircktlon veräffmMcht die folgende KundgebuM an die Wiener Oefferrtlrchksrt: Der Niederöswrreichische Gewerbeverein, das Gremium der Wiener Kaufmannschaft, der Detaillfftenverband Oesterreichs in Men, das Gremium der österreichischen Hoteliers, die Genossenschaft der Gastwirte und die Genossenschaft der Kaffeesieder haben sich anläßlich der bevorstehenden Eröffnung des Zionistenkongresses unter dem Eindruck der gegen diese Veranstaltung, insbesondere . von nationalsozialistffcher Seite, entfalteten heftigen Agitation mit Eingaben an die Polizeidirektion gewendet, in denen sie übereinstimmend die große Bedeutung hervorhrben, welche dieser Kongreß für die von ihnen vertreten«, an einem lebhaften Fremdenverkehr in ganz besonderem Maße interessierte Geschäftswelt und deren Angestellte besitzt. Sie haben daran die Bitte geknüpft, die Sicherheitsbehörde möge durch entsprechende BorWhrungen ihre Interessen ' schützen und für einen u n g e st ö r t e n B e r- ]\ a u s. dieses Kongresses sorgen. In einer dieser Einigsten, rdWMWMtchtenswertee ist, als sie von einer Korporation ausgeht, welche Tausende vonMener Geschäftsleuten insich-iereiyigk, wir- -Mlnf hingewiesen, daß der Zionistenkongreß, wie jede Veranstaltung, welche durch den Zustrom von Fremden nach Oesterreich und insbesondere nach Men geeignet ist, die herrschende Stagnation und Wirtschaftskrise zu beheben, daneben aber auch Oesterreich und seine Hauptstadt, die so sehr «ms den Fremdenverkehr und den damit verbundenen Zustrom ausländischen Kapitals angewiesen ist, für die Zukunft wertvolle Verbindungen zu.erschließen, gleichfalls als geeignet bezeichnet werden mutz, in dieser Richtung fördern- und befruchtend auf das Wirtschafts- . leben Wiens zu wirken. Nicht nur die unmittelbar mit dem Fremdenverkehr zusammenhängenden Faktoren des Wirtschaftslebens, wie Hotels, Gastwirtschaften, Kaffeehäuser, Theater und andere Bergnügnngsunternehmungen, nicht nur die Detailkaufmannschaft, sondern Oesterreichs Volkswirtschaft erscheint in derartigem Maße ans die Fremdenindnstrie angewiesen, daß es geradezu als Verbrechen bezeichnet werden müßte, wenn nicht jeder Versuch, Fremde nach Wien und damit nach Oesterreich zu ziehen, die nachdrücklichste Unterstützung der gesamten Oeffentlichkeit finden würde. Politische, nationale oder Klassenfragen müssen gegenüber diesem vitalen Interesse der österreichischen Wirtschaft unter allen Umständen ins Hintertreffen gestellt werden. Zuntindost von ebenso großem Wert jedoch wie die Belebung der GeschöftstatiMt ist der Wert der Auswirkung jeder größeren derartigen Veranstaltung. Gelingt es, A n s l 8 n d e r, und insbesondere s o l ch e d e r westlichen Staatengruppen, davon zu überzeugen, daß Fremde in Oesterreich nicht nur gut aufgehoben und gern.gesehen find, Md gelingt es, sie davon zu überzeugen, daß in Oefterreich das ernste Bestreben in der Bevölkerung vorherrscht, wieder in die Höhe zu komme», dann wird jeder von diesen Fremden nicht nur gern wiederum in Oesverreich Aufenthalt richukn, sondern wird auch i« allgemeinen dazu beitragen, daß endlich Oesterreich aus der Atmosphäre des Mißtrauens und der Geringschätzung herausgehoben wird, die immer noch aus nuferem Vaterland lastet. Die gesamte Geschäftswelt Wiens erhofft sich von dieser Tagung eine wesentliche Verbesserung ihrer derzeit äußerst bescheidenen Umsätze, was sich wie jede Erholung der wirtschaftlichen Situation natürlich auch auf die Angestellten und die gesamte Oeffentlichkeit auswirken wird. Nicht zuletzt wäre auch das Ansehen und die Würde unserer Stadt auf Jahre hinaus untergraben, wenn dieser Kongreß in irgend einer 'Weise eine Störung erfahren sollte. . . . . In einer anderen dieser, Eingaben wieder wird betont, naß es. unverantwortlich wäre, wenn in der jetziger (Zeit des schlechten Geschäfts^ ganges M MMchM- MrfiAmt würde, Fremde «ach Wien zu MW darunter auch viele zahlungskräftige Fremde, die a l s K un d en u n s e r e r G e sch äste nicht nur Unternehmer und Angestellte, sondern auch die Arbeitskräfte unserer Wiener kunstgewerblichen Produktion alimentieren können. Eine auffällige Absage dieses Kongresses wäre um so bedauerlicher, als Men dadurch in den unbegründeten Ruf einer politisch unruhigen uUd für den Fremdenaufenthalt unsympathischen Stadt gebracht werden würde. Noch bedauerlicher wäre es, wenn der Kongreß abgehalten, aber Störungen unterliegen würde, weil dann die Kongreßteilnehmer zu unserem schweren Schaden Träge« einer Oesterreich schädlichen, negativen Propaganda würden. Jeder Kongreß, gleichgültig, welchen Inhaltes, ist wirtschaftlich willkommen; denn damit wird -er Keim gelegt zur wirksamen mündlichen Propaganda für Wien durch jeden einzelnen Kongreßteilnehmer. Die Absage eines Kongresses aus politischen Rücksichten ist wirtschaftlich schädlich, die Verletzung der traditionellen deutschen und insbesondere wienerischen k.' Freundschaft wäre noch mehr zu bedauern. Die Polizeidirektion als die zur Aufrechtevhaltung der Ruhe und Ordnung gesetzlich berufene Behörde, wird dem an sie gerichteten Ersuchen so angesehener, den weitaus größten Teil des Wiener Gewerbe- und Kaufmannstandes repräsentierenden Korporationen um so mehr entsprechen, als sie damit durchaus nur ihre Pflicht als Sicherheitsbehörde erfüllt, die nicht nur den persönlich e n Schutz der Kongreßteilnehmer zu gewährleisten, sondern auch die berechtigten Interessen der unter dem schlechten Geschäftsgang ohnehin schwer leidenden Geschäftswelt zu tvahren und überdies den guten Ruf Wiens und Oesterreichs zu erhalten hat. Sie wirjd, wie bereits wiederholt verlautbart wurde, die umfassendsten Vorkehrungen treffen, um einen ungestörten Verlaus auch dieses Kongresses zu ermöglichen. Die Polizeidirektton wendet sich nochmals an den gesunden Sinn der.friedliebenden Wiener Bevölkerung mit der Bitte, sie in dieser ihrer einzig und allein dem Wahle Mens gerichteten Tätigkeit zu unterstützen. , HÜBNER'S KURSALON DER STADT WIEN* EINTRITT FREI 502 HEUTE GASTSPIEL DER BERÜHMTEN ERIK GEHRSEN BAND BESTE KAPELLE WIENS EINTRITT FREI

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