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Wiener Morgenzeitung · 1925-08-03 · Heft 2317 (3.8.1925) · page 1

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
7 (1925)
Issue
Heft 2317 (3.8.1925)
Date
1925-08-03
Page
– (sequence 1)
Language
German
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Wien: Zum Abholen in der Expedition, II., Taborstr. 1-3, oder in einer Verschleisstelle (Trafik) monatl. 5 Schilling Strassenverkauf in Wien durch die Kolporteure, der Firma O o I d sch mied, I., Wollzeile 11 Mit Postversand für Wien und Oesterreich monatlich 5 Schilling Tschecho-Slowakei: Mon. K22. Jugoslawien: Mon.Din.60. Polen; Mon. 4Z!oty. Deutschland: Mon. Qm. 4, Frankreich, Belgien: Mon. Frcs. 18 Nachzahlungen bei P r e! *• erhOhungen rorbehalien Nr. 2317 IPrali 2iffll Wiener orgenzeitmig England: Mon. 4 Schilling. Italien: Monatl. 18 Lire: Rumänien: Mon. 170 Lei. Bulgarien Mon.100Lewa. Schweiz und das Übrige Ausland monatlich Frcs. 5 Redaktion, Administration: Wien, II. Taborsh*. 1 Telephone: 44-0-38,43-3-19 Ab 6 Uhr: 21-102, 25-2-82 IX., Universitätsstrasse 6-8 (Di uckerei lg. Steinmann) Wien. Montag. 3. August 1925 G Oesterreichisches Postsparkassen-Konto Nr. 150.693 7. gahrgaug Ser Mörder Mohapels ausgeforfcht. Die Folgen der antisemitischen Hetze. In der Nacht auf Sonntag ist bereits der Mann festgenommen lwovden, der den Turner Mohapel im Hotel Dresden in der Weintraubengasse erstochen hat. Es ist dies der Zuhälter Fr. Seidl, ein meihrsach vorbestrafter Messerhsld. Er wurde bei einer Rauferei im Prater verhaftet und zur Polizei gebracht. Da man bei ihm ein blutiges Vexiermesser fand und auch seit: Hemd blutbefleckt war, so entstand der Verdacht, daß er mit der Mordtat im Hotel Dresden in Verbindung stcht. Seidl legte sofort ein umfassendes G e st ä n d n i s ab uttd erklärte, er habe aus reiner Lust am Mord und ahne zu wissen, was eigentlich geschehen sei, auf den jungen Mann losgestochen. Die Polizei scheint der Ansicht zu feilt* daß an der Erinordckkg zwei Personen teilgenommen haben. Sie verweist darauf, daß die Messerstiche, die den Tod des jungen Mannes herbeiführten, von Zwei verschiedenen Waffen herrühren. Auch nach dieser Seite sind die ^Nachforschungen im Gange. Außer Seidl sind noch drei P e r s o itcn in .Bevwrchvungschaft. ä» ' Den mmrrttelbaven Anlaß zu der schrecklichen Tat bil-- 'LÄen bekanntlich die Vorgänge vor dem Tegetthoff-Derckmal. «Der ermordete Mohape l und fein Freund Hoffmann Hatten sich in einer Gruppe befunden, aus der gegen einen Regner Pfui gerufen wurde. Die Umstehenden hielten nun Mohapel, der das Abzeichen desDeutschenTurarerbundes tmg, für den Rufer und griffen ihn an.'Er Md fein Freund liefen nach verschiedenen Richtungen davon Md wurden verfolgt. Hoffmann konnte sich retten, während Mohapel durch die Novaragasse in die Werntraubengaffe 'persticht wurde. Wir nehmen diese Konjstatiewttvg ans freien Stücken vor und bedauern, Laß wir durch mehrere uns zugegangene Berichte irrere führt wurden. Mohapel ist das rrnsch-uldige Opfer seiner tragischen Verwechflung geworden, die auch damit »stücht zu rechtfertigen wäre, wenn er einer der Hakenkreuz- Wganifationen angchört hätte, Das Furchtbare an diesen Ereignissen liegt eben darin, ßaß die Hetze, die ungestraft gegen das Leben der jüdischen Bevölkerung dieser Stadt betrieben wurde, das Verständnis für den Wert des Menschenlebens Überhaupt fast schon vernichtet «hat. Aus den VersammlungsredQr der Hakenkreuzler ist die Lehre, hinausgetvagen prorden, daß Messer und Gummiknüttel PoMsche Mittel sind. Die Hakenkreuzler 'haben die Straße gerufen und sie ist gekommen. Wir haben gestern bereits erwähnt, daß sich den Demonstranten auf dem Prater- Wern die berüchtigten Praterelerneute angeßchloff enhaben. Ein solcher Apache hat den Mord begangen. Er hat das getan, ivas die Hakenkreuzler täglich schreien. Daß seine Tat einen christlichen Deutschen und nicht einen Juden getroffen hat, ist ein Zufall. Die Wiener Luft ist vergiftet und es wird von feite der Regierung und aller Verantwortlichen alles geschehen müssen, um das Uebel an der Wurzel zu fassen und die .Personen, die fern vom Schuß die Menschen zu Mord und Totschlag treiben, unschädlich zu machen. Irr diesem Zusammenhang sei wieder hevvorgehoben, daß das Regierungsorgan, die ,/Reichspost", sich mit dem Movdgeisindel deutschnationailer , Cduleur solidarisch erklärt. Sie hat die ganze Zeit über den Hakenkreuzlern die Mauer gemacht und sie ruft auch heute in ihrer Montagsausgabe zur Rache. Dert Kreisen, die'hinter diesen Hetzereien stehen, kam die Tat des Zuhälters Seidl sehr gelegen... Rückkehr Dr. Schobers. Polizeipräsidertt Dr. Schöbe r hat seinen Urlaub abgebrochen und ist gestern nach Wien zttvückgokehvt. 81« Ultimatum Griechenlands an Bulgarien. London) 3. August. Aus Athen wird gemeldet, daß die griechische Regierung ein U l t i m a t u m a n Bulgarien vorbereitet, worin für die Ermordung eines Griechen auf bulgarischem Gebiet Genugtuung gefordert wird. Sollte Bulgarien die Bedillgungeu nicht erfüllen, so würden die griechischen Grenztruppen den Befehl erhalten, auf eitler Strecke von fünf Kilometern die bul- Glrische Grenze zu überschreiten. Ja» neue PaWiaa © 5 Girre weitere chassidische Siedlung im Gmek. Eine dritte chassidische Siedlung ist jetzt dem Siedlungs- Werk in Erez Israel hinzugefügt worden. 20. Chassidem aus Kosiniee unter Führung ihres Rabbi gingen an die AustwckMng der Sümpfe aus dem Boden, der für ihre AnsiMung vom Keren Kajemech in der Nähe von Jadjur zur Verfügung gestellt worden ist. Außer diesem Boden haben sie noch eine Fläche von der Pale-stine Lattd Development Co. in Hartieh erworben. Die Pioniere von Nachlath Israel, wie die neue Siedlung heißen soll, haben bschlossen, in die allgmneine jüdische Arlbeiitersöderation (Histadruch Ha'owidim) eiuzutveten. und es sind Verhandlungen betreffs eines Abkommens wegoir ärztlicher Hilfe inr Gange, die der Arzt der Krankenkasse in Jadjur leisten soll. Es werden jetzt durch eine Kommission, bestehend aus Herrn Ettinger vom Keren Kajemech, Dr. Kligler vom Institut für Malariafovschung und Architekt Kaufs mann als Vertreter der Zionistischen Exekutive die SiMungspunkte für Nachlach Israel und Nachlach Jacob festgelegt. Der armeriklrhrische Keren Hajessod urrd die Ueherschreitumg des Kumigeuttonsdudgets. Die Zionistische Palästinaexekutive hat an die Direktoren des amerikanischen Keren Hajessod ein Telegramm gerichtet, in welchem sie ihren Dank für die Extraübeuweisung von 26.000 Dollar im Juni zugunsten des überschrittenen Jmmi- HMtivnsbudgets ausspricht und gleichzeitig erklärt, daß die Einwaitdenmg der Juden m diesem Monat in gleicher Höhe anhölt wie >n den vorhergehenden. Nach Abzug, von 25.000 Dollar, so berichtet die Exekutive, zeigen die Immigration sausgaben immer noch eine lleberfchreitunz des Budgets von 10.000 Pfuno. Eine gleich starke Einwanderung stcht für das Ende des Jahres zu erwarten, was weitere finanzielle Schwierigkeiten verursachen wird,- und es wird der Hoffnung Ausdruck gegeben, daß der 'Keren Hajessod auch fernechin für dielst unvorhergesehenen Ausgaben Sondervorschüsse geben wird. y Mieterschutz in Tel-Awiw. Die Tel-Awiwer Gemeindeverwaltung hat Maßnchmen gegen die ungcheuevlichen Mieten ergriffen, indem sie Maximalmietfätze pw Zimmer festgesetzt hat. Die Stadt wurde in sechs DtstvMe emgsteM, in denen die Miete Pw Zimmer sich zwischen 1.26 und 3.— äghpi. Pfund monatlich bewegt, je nach Lage, Größe der Zimmer, Luft, Licht und Bequemlichkeiten. Allgemein wird verlangt, daß kein Zimmer Keiner als 16 Quadratmeter sein soll. Eine ^Versammlung von etwa 200 Einwohnernvon Jaffa, die vor kurzem abge- . Haliten wurde, pvoitestierte gegen die Indifferenz der Jaffa er Gemeindeverwaltung gegenüber den Fragen gesetzlicher Mietsvegelnng und sanitärer Einrichtungen. 76.000 Dollar: für eine hebräische Lehrerbildungsanstalt in Jerusalem. Der bekannte a>merika'mH-«Mdische Philanthrop Julius R o s e n w a l d, der - gegenwälvtig inParis iveR, teilte dem Ehef der hebräischen lLchrerbildungsanstalt in Jerusalem, Herrn David Jellin, mit, daß er seine 60.000- Dollar-Spende für den Ban eines Hauses für die Lehrerbildungsanstalt in Jerusalem auf 76.000 Dollar erhöht hat. Mr. RosenwaW stellt aber die Bedingung, daß die zur Vollendung des Baues noch notwendigen Ibeiterett 76.000 Dollar von anderer Seite aufgebracht iverden. Das amerikanifche Komitee für das Lehrerinstitut hat es übernommen, diese Summe aufzubringen. nv'y '->17 KEllEbl. KAJEMETH L’ISRAEL {Jüdischer Nationaifonds) WIEN, Kärntnerslr. ■ e 28. Tel. 77485, 77486. - Post- Sparkassenkonto 100.208, Ausweis Sir. 15. Gesamtsumme der Eingänge vom 21. bis 31. Juli. Summe der Eingänge von Rofch Häfchanah 6686 v^ajtUiug 1.713.85 86.157.97 , Zentrale: 371.50. Speier & Co. 112.50, Liftschütz 20, Ferdinand Knecht 50, Dr. Benno Schwoner 10, Jakob Brandstädter 150, Pauline Halberstamm a. N. Marietta Leiter 9, Benno Robinsohn 10. Bezirke: 1. Bezirk r 100: Dr. Siegfried Kantor 100. S. Bezirk * 68.44 r Max Markus 50, Regina Goldschmiedt 10, Dr. Albert Scharf 8.44. S./8. Bezirk: 139.44: d. med. CH. Verständig 81.83, Sektionsabende und Lag bstmer-Feier 39.90, Dr. A. Großner 10. 8. Bezirk r 79: d. Dr. Rieß a. N. Leonard Wischnitzer 50, Ing. Leo Schneider 15. 10./11. Bezirk 16.95 r Tempelverein X.: 15.95. 16./17. Bezirk: 78: Tempelverein XVI.: 78. 18. Bezirk: 20: Jacques Schönfeld 10, Dr. Josef Picket 10. 19. Bezirk: 10. Dr. Ludwig Werner 10. Vereine und Sondcrvcrbände. Akad. Sekt. Siiachduth: 19: d. Dr. Josef Gelbard r Eisenkraft 10. A. B. Kadtmah : 60 : Ing. Eugen Buchbinder 60. I. A. D. Ltbanonia: 9: S. Berman 6. D. Z. H. Theodor Serzl: 150 : Dr. Alfred Löwy 150. Kartell o. Z. T. D. r 368.54 r A. 2lltmann 14.16, E. Klaarmann 16.70, Padatver 10, Dr. I. Waldmann 5, B. Weprinski 6, Dr. Feiertag 5, A. Koller 6.27, Dr. Lauterb ach 5, M. Hammer 5. Dr. LLwenchal 5. Dr. Blutreich 5, G. Steinbach 7.50, Gebr. Haber 5, I. Suer 5. Jion. Bankbeamten: 10 : Rudolf Weinberg 10. . Ftauenorganifation: 49 : Siegfried Lengsfelder 20,, Fani Horowitz 24, Bruno Schwarz 5. Mtsrachi : 50 r S. Grimminger 50. Tcheleih Lawan: 337.86 : A. Sperling 18, H. Frisch 5,.Hohenberg,8, Ing. L. Böhm 21, R. Löwi 8, M. Slitzker 6, Dr. L. Rosenzweig 15, Dr. A. Seidl 7.70, R. Fink 5, Bauer &- Tcheteth Lawan Prater: 11. Provinz: Baden : 5: M. Ingwer 5. Ertaa: 13 r Siegmund Sal» mon 13. Leoben : 10: Eugen Palarienu 10. Jüd. Jugendb«nd St. Pötten: Geidu'chek 5, Isidor Pick 6, Bernhard Wulkan 5, Rudolf Frank 5, Siegmund Tieger 5, Moritz Tieger 5, Isidor Kreidl 18, Siegstied Schwarz 5. Selbstkontingentler: Dt.E Bergstein 49, Jakob Bran-ftübter 150, Ing. Eugen Buchbinder 60, Dr. Josef Gelbard 19, S. Grimmingee 60, Dr. Alfred Großnee 10, Fanni Horowitz 24, L. Jungermann 30.80, Dr. Siegfried Kantor 100, Ferd. Knecht 50, Dr. Alfted Löwy 150, Max Mark«- 50, G. Oppermann 19, Dr. Josef Picket 10, Fritz Pollak.5, Dr. Albert Scharf 8.44, S. Schleier 39.54, Ing. Leo Schneider 15, Dr. Benno Schwoner 10, I. Tennebaum 63.19, Rudolf Weinberg 10. Dr. Ludwig Werner 10. Neue Selbstkontingente. Bis jetzt habett 701 Personen Kontingente im Gesamtbetrags von 940 DMionen.Kronen übernommen. Aufgebracht haben davon 394 Personen 349 Millionen Kronen (37#/0). An den Gesamteingängen des Keren Kajemeth l'Jsrael von Rosch Haschanah haben sich die Selbstkontingentler mit 37°/, beteiligt. * Äongreßarbett der Keren Kaiemeth. 1. Verkaufsstände des Keren Kajemeth. Im Kongreßgebäude werden wir Verkaufsstände besitzen, bei denen folgende Gegenstände werden verkauft werden r 1. Das offizielle Kongreßabzeichen. 2. Die offizielle Kongreßblume. 3. Jüdische und zionistische Ansichtskarten. 4. Das offizielle Kongreßbriefpapter. 5. Kongreßbleisttfte. 6. Vom Keren Kajemeth herausgegebene Spiele. 7. Keren-Kajemeth-Marken. 2/ In von Cafes und Restaurants des KongveßgebäuideK werden vom Keren Kcvjometh herauAgogehene Kellnerzettek verwendet werden. 3. Sammlungen gelegentlich der zionistischen Meetings und Kongreßveranstaltungen: Diese Veranstaltungen ergeben für unsere Selbstkontingentler sowie für unsere jugendlichen Mitarbeiter seltene Gelegenheiten, ihre Selbstkontingente zu ergänzen, zu über chreiten, respektive Bedeutendes für ihre Gruppenkontingente zu leisten. Wir benötig«» außer unseren ständigen Mitarbeitern auch sonst Gesinnungsgenossen, die uns bei den vielen bedeutenden Kongreßarbeiten freiwillig mithelsen wollen. 4. Büchsenaufstellungsattion. Gelegentlich des Kongresses wird der Keren Kajemeth eine spezielle Büchsenausstellungsaktion in den Wiener Bezirken 1, 2 und 20 durchführett. Diese Aktion ist der erste Schritt zur Erweiterung unserer shstematischen Büchsenarbeit in Wien und der Erreichung unserer nächstjährigen Aufgabe r Verdoppelung der Büchsenanzahl, lieber den Plan dieser Aktion werden wir nächstens in der „Wiener Movgrnzeitnng" berichten.

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