Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 7 (1925)
- Issue
- Heft 2316 (2.8.1925)
- Date
- 1925-08-02
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 91% known words query
- IRI
…/2979076-2981191-2981401--23510-3011036- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
IPolen: 310 groszy] Wi en: Zum Abholen in der Expedition, II., Taborstr. 1-3, oder in einer Verschlelsstelle CTrafik) monatl. 5 Schilling Strassenverkaut in Wien durch die Kolporteure der Firma Gol dschmied, I.. Wollzelle 11 Mit Postversand für Wien und Oesterreich monatlich 5 Schilling Tsch echo-Slowakei: Mon. K22. Jugoslawien: Mon. Din. 60. Polen: Mon. 4Zloty. Deutschland: Mon. Gm. 4, Frankreich, Belgien: Mon. Frcs. 18 Wiener Moraen?ei1ung Nachzahlungen bei P r e I *- erhöhangen Vorbehalten Nr. 2316 Wien. Sonntag. 2. August 1828 LZÖBEtn England: Mon. 4 Schilling. Italien: Monatl. 18 Lire: Rumänien: Mon. 170Lei. Bulgarien :Mon.lOOLewt. Schweiz und das übrige Ausland monatlich Frcs. 5 Redaktion, Administration: Wien, II. Taborstr. I Telephone: 44-0-38, 43-3-19 Ab 6 Uhr: 21-102, 25-2-82 IX., Universitätsstrassc 6-8 (Di uckerei lg. Steinmann) Oesterreichisches Postsparkassen - Konto Nr. 150.693 7. Jahrgang BERLINER STADTHÄUSER zum sofortigen Abschluss zu kaufen gesucht. Grösse, Friedensmiete, Lastenangabe erforderlich L HYPOTHEKEN KAPITAL 3 nur für GROSS-BERLIN günstig zu vergeben I S S BENNO STAHL & SOHN 8 jetzt: Berlin W 8, Jagerstrasse 59/60 □ zwischen Friedrichu. Charlottenstrasse B Telephon: Zentrum 5455—58 ■ J. A. Baczewtki iiiiiiiiiiiimiiiiiiiiiiiiHiiiiiiiiiiiiiimiiiiiiiii'iiiiiimimiiiiiiiiiiimiitiiiiiminmii Schnäpse, Liköre Spezialität: Baczewski - Stanislauer Dopp^lt rektifiziert und destilliert Seit 1782 weltbekannt REISEBUREAU „CONT1NENT“ WIEN, IX. SPITALGASSE 3, TEL. S6-4-63 Beförderung von Passagieren zu Originaltarifen durch sämtliche » Schiffahrtsgesellschaften nach * Nordamerika, Südamerika, Palästina usw. Eisenbahn- und Luftschif fahrtskarten, Hotelanweisungen im In« »» und Auslande, Passvisen ** Spezialdienst für den XFV. Zionisten-Kongress im Kongress-Gebäude rrvvtwt*1 , wm'W'tvv»t*\* v tsvrriTv Im Anschluss an den Kongress Sie Fragen des 14. Nonistenlongreflss. Die morgige (Montags-) Ansgabe der „Wiener Morgenzeitung" wird enthalten: Dr. Nahum Goldmann (Berlin): Zur Klärung. Ingenieur Hugo Zaloscer (Nahalal): Paradoxe Zahlen. Leo Kaufmann Wien): Moschaw oder Kwuzah. Kurt Ledi (Rehoboth): Das Soskiu-System. Dr. Chaim Tartakower (Wien): Der Keren Kajemeth und der 14. Kongreß. Jas Heimatsgesetz für Paliistina. (Eigendienst der „Wiener Morgenzeitung".) London, 1. August. Von informierter Stelle wird ihrem Korrespoudeuteu milgeteilt, daß die Veröffentlichung der Verordnung über die Staatsbürgerschaft in Palästina bereits in den nächsten Tagen erfolgen wird. Die Munizlpalwahlen in Palästina sollen innerhalb der nächsten vier Monate stattfinden. Sie Rnbrbefetzung aufgehoben. Berlin, 1. August. Das Wolffsche Bureau meldet: Mit dem heutigen Tage ist das gesamte feit dem 10. Jänner 1983 widerrechtlich von franzöisisch-belgischen Truppen besetzte Ruhr gebiet mit Ausnahme der drei Sanktionsstädte Düsseldorf, Duisburg und Ruhr wieder f r e i. Die Bevölkerung enthielt sich während der Räu'mungsoperationen überall jeder Kundgebung, so daß sich keinerlei Zwischenfälle ereigneten. Polizei im Reichstag. Ein Kommunistenkrawall. Berlin, 1. August. (Tel.-Komp.) Die heutige ReichstagZsitzung stand im Zeichen der Obstruktion und großer LärmsHenen, die zum Einschreiten der Polizei führten. Als die zweite Lesung des Gesetzes über die A e n d e r u n g der Verkhrssteuer beginnen sollte und der deutschnationale Vizepräsident G r a e f e mitteilte, daß jetzt die neuen Beschlüsse des Aeltestenrates über die weitere Beschränkung der Redezeit in Kraft treten, opponierten die Komm u n i st e n und behaupteten, zu der Sitzung des Aeltestenrates nicht e i n g e l a d e n worden zu fein. Ter Kommunist Höllci n kündigte schärfste Gegenmaßnahmen an, falls dieser Beschluß des Aeltestenrates nicht revidiert tvüvde. Als das Haus diesen Antrag ablehnte, setzte ein ohrenbetäubender Lärm der Kommunisten ein. Der Präsident wies den Hauptschreier, den Kommunisten Ja da sch, aus dem Saale. Ta dieser nicht Folge leistete, wuvde die Sitzung u n t e r b r o ch e n. Da Abgeordneter Jadasch hei Wiederaufnahme der Sitzung noch im Saal anwesend war, verkündete der Präsident den Ausschluß des Abgeordneten auf weitere acht Tage, und als Jadasch jetzt noch immer nicht den Saal verließ, auf weitere 2 0 Sitzungstage. Gleichzeitig teilte der Präsident mit, daß er, um seinen Worten Geltung zu verschaffen, auch zur Brachialgewalt greifen würde. Diese Worte führten zu einem Zusammenstoß mit dem Kommunisten Hölle in, der ebenfalls aus den: Saale gewiesen wurde, dieser Aufforderung aber ebensowenig wie Jadasch Folge leistete, loas wieder eine Unterbrechung der Sitzung zur Folge hatte. In der Panse ordnete der Präsident die R ä u m u n g dev Tribünen an. Bei Beginn der neuen Sitzung waren Jadasch und Höllein noch immer 'int Saale. Der Präsident gab nunmehr Befehl, Polizei herbeizuholen. Erst als Polizisten im Saal er s ch.i c neu ivaren, entfernten sich die beiden Kommunisten aus dem Saale. Während der ganzen Zeit sangen die Kommunisten die Internationale. Die Sitzung wurde neuerlich unterbrochen. In der mehr als einstündigen Pause trat der Aeltestenrat des Reichstages zusammen und stellte fest, daß die Kommunisten zu der von ihnen beanstandeten Sitzung des Aeltestenrates vorschriftsmäßig ein geladen wurden, und billigte auch das Vorgehen des Vizepräsidenten Graefe. Stefan Radic — Völkerbunddelegierter? Belgrad, 1. August. (Tel.-Komp.) Wie von maßgebender Stelle bekannt wird, entsendet Jugoslawien zur Scptenlbertagung des Volkerbn ndes m Genf neben dom Außenminister Dr. Nincic auch Stephan Radic oder möglicherweise dessen Bonder, Minister Paul Radic. Sie Folge» des Halentteuzterrors. Schwere Exzesse in der PraterstraHe. Auf dem Praterstern kam es gestern zwischen 6 und 7 Uhr abends infolge der Hakenkreuzkolportage zu schweren Unruhen. Die Provokateure gerieten mit der Menge in Konflikte, die schließlich zu Exzessen ausarteten. Hiebei wurde ein junger Mann namens Mo Happel in einem Hoteleingang e r st' o ch e n. (Näheres im Innern des Blattes.) Das Knmprojett — ein Bev brechen am jüdischen Bott. Von Robert Stricker. Die Bolschewikenherrschaft har die russische Judenschüft in grauenhaftes Elend versetzt. Die Massen jüdischer Kaufleute, Kleinhändler, Agenten und Handwerker, deren Existenzen nicht in den Rahmen des von der proletarischen Diktatur geschaffenen Wirtschaftssystems eingefügt werden können, sind zum Hungertode verurteilt. Der Umstand, daß kein gegen die Juden als solche gerichteter politischer Prozeß, sonderndem allgemein-wirtschaftlicher vorliegt, bietet wenig Trost. Unaufhaltsam geht die Zersetzung der jüdischen Gesellschaft vor sich und die Sowjetregierung hat bis mm an diesem Massensterben vorbeigesehen. Jetzt aber ändert sie ihre Haltung. Sie erklärt, den verelendeten Juden helfen zu wollen, und gibt die Parole aus: „Juden aufs Land, zur Feldarbeit!" Die Sowjetregierung gibt bekannt, das; sie fruchtbares Ackerland in Südrußland, Gebietsteile des Gouvernements Cherson und der Halbinsel Krim, unentgeltlich zur Berfügung stellen und die Juden dort als Bauern ansiedeln will. Sie fordert aber, daß die für die Seßhaftmachuug erforderlichen Geldmittel, das heißt die Kosten der notwendigen Investitionen, von den Juden selbst aufgebracht werden. Da aber das russische Judentum völlig verarmt ist, eine Aktion in .Rußland selbst resultatlos verlaufen müßte, ist die Sowjetregierung an die außerrussischen, vor allem an ' die amerikanischen Juden herangetrmen. Mit Erfolg. Die führenden jüdischamerikanischen 'Philanthropen, insbesondere die Präsidenten des Joint Louis Marshall und Felix Marburg, haben sich bereit erklärt, 15 Millionen Dollar auf dem Wege großzügiger Sammlung raschestens zu beschaffen und der Sowse'treg'.eru::g zur Verfügung zu stellen. Die Vorarbeiten find bereits im Zuge und in wenigen Wochen wird das amerikanische. Judentum im Zeichen dieses ■ großen Unternehmens stehen — und d a m i t i m Z e i ch e n eine s u n g e h e u e r l i ch e n B etrüges am jüdischen Volke. Aus allen Umständen ergibt sich, daß hier unter philanthropischer Firma und erborgtem Scheine der Judenfreundlichkeit ein gefährliches, politisches Spiel getrieben wird, nicht gefährlich für die Arrangeure, gefährlich nur für das jüdische Volk, das verlieren muß. Der Boden, welchen die Moskauer Regierung großmütig den Juden schenken will, ist nicht etwa jungfräulicher, herrenloser Boden, den die jüdische Arbeit erst erschließen soll. Es ist konfiszierter Boden und stammt aus jahrhundertealtem Familienbesitz ukrainischer und tatarischer Bauern und Grundbesitzer. Da diese Elemente sich widerspenstig zeigten und dem bvlschewikischen Regimente nicht gefügig, wurden sie zum Teile cingekerkert oder erschossen, zum Teile verjagt, zum Teile wurden sie flüchtig und harren im Exil der Stunde ihrer Rückkehr. Die Moskauer Negierung hat sie ihres Bodens für verlustig erklärt und will nun Juden darauf setzen. Die Juden kommen also mit dem Makel belastet, der einheimischen Bevölkerung geraubtes Gut an sich gerissen zu haben. Sie erscheinen in einer antibolschewikisch orientierten, grollenden Umgebung als vorgeschobener Posten einer inbrünstig gehaßten Macht, als Schergen der Tyrannei. Die Feindseligkeit der ansässigen Bauernschaft, der Freunde und Verwandten der Vertriebenen wird diese künstlich geschaffenen Judeninseln beständig umspülen und beim geringsten Anlaß, bei der geringsten Verschiebung der Kräfte über sie Hinwegrasen und jede Spur jüdischen Lebens austilgen. Die Sowjetleute streiten diese Gefahr nicht ab. Sie haben schon auf Anfragen die Antwort erteilt. Sic lautet: „Es ist immerhin besser, die Juden nehmen das Risiko in den Kauf, in einigen. Jahren erschlagen zu HÜBNER'S KURSALON DER STADT WIENk HEUTE GASTSPIEL DER BERÜHMTEN ERIK GEHRSEN BAND EINTRITT FREI BESTE KAPELLE WIENS EINTRITT FREI 502