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Wiener Morgenzeitung · 1925-07-29 · Heft 2312 (29.7.1925) · p. Seite 6

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
7 (1925)
Issue
Heft 2312 (29.7.1925)
Date
1925-07-29
Page
Seite 6 (sequence 6)
Language
German
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Seite 6 Wisst, MttKo'H Menee Mo^aenIeitung. 89. Juli 1925 Nr 2318 Serichtssaal. Wienerin wider Willen. Während Beschwerden wegen verweigerten Staatsbürgerrechtes nichts seltenes ftnb, hatte sich der Verwaltungsgerichtshof kürzlich m:t einer Beschwerde gegen die Zu erkenn ung der österreichischen Staatsbürgerschaft zu befassen. Die Beschwerdeführerin Veronika Nctroufal hatte beim Landesgericht in Brünn die Trennung der Ehe von ihrem in Wien lebenden Gatten erwrrkt. Sie suchte daher beim Wiener Magistrat als Landesbehörde um Ausstellung einer Urkunde über ihre Entlassung aus dem österreichischen Staatsverband an. Der Magistrat verweigerte jedoch die Ansbürgerung, weil nach § 81 der Exekutionsordnung einem ausländischen Ehetrennungserkenntnisse die Anerkennung in Oesterreich versagt sei, ihre Ehe mit dem nach Wien zuständigen Adolf Nctroufal dccher für den Geltungsbereich des österreichischen Rechtes fortbestehe. Die Gesuchstellerin sei daher vom Standpunkte des Staatsbürger- und Heimatsrechtes unselbständig und für die Erwirkung ihrer Entlassung aus dem österreichischen Staatsvcrbande unfähig. Gegen diese vom B u n d e s k a n z l e r a m t e b e st ä t i g't e Entscheidung richtet sich die Beschwerde, in welcher der Standpunkt vertreten wird, daß die Beschwerdeführerin infolge der Trennung ihrer Ehe, glerchdiel, ob dieselbe im In- oder Auslände erfolgte, das österreichische Staatsbürger- und das Wiener Heimatsrecht verloren habe. Der Bcrwaltungsgerichtshof (Vorsitzender Präsident Dr. Schuster) erkannte ans Abweisung der Beschwerde, weil den Erkenntnissen auswärtiger Gerichte, sofern sie den Personen st and betreffen, die Anerkennung versagt sei. Ein Denkzettel. Gestern hatte sich vor einem Schöffensenat unter Vorsitz des Hofrates Schneeweiß der 28jährige Hutmachergehilfe Theodor Kaspare! wegen Mordversuches zu verantworten. Er unterhielt mit der Anna G r a tz l seit sieben Jahren Beziehungen und wollte sie bewegen, mit ihm im gemeinsamen Haushalt zu leben, was sie aber ablehnte. Kaspare! beschloß deshalb, zur Fremdenlegion zu gehen, wollte der Gratzl aber vorher noch einen Denkzettel geben. In ihrer Wohnung traf er nur deren Untermieterin Amalie Lamendorfer und erfuhr von ihr Tratschereien, die ihn kompromitterten. Darüber geriet er in Zorn und gab auf die Lamendorfer drei Schüsse ab, die sie schwer verletzten. Bor dem Untersuchungsrichter gab er an, daß er die Untermieterin beseitigen wollte, um zu seiner Geliebten ziehen su können. Ter Gerichtshof erkannte den Angeklagten nur der schweren Körperbeschädigung schuldig und verurteilte ihn zu einem Jahre schweren Kerkers. Kleibel macht Schule. Die Frau des Dekorationsmaleraehilfen Emmerich B r ä n d l war dem Schlossermeister Rudolf Kleppsch durch anderthalb Jahre einen größeren Betrag für Lebensmittel schuldig. Ihr Gatte hatte zwar dem Schlossermeister ein paar Firmenschilder gemacht und wiederholt hatte Kleppsch durch die Frau dem Brändl sagen lassen, er solle endlich zahlen. Als nun Kleppsch sie wieder einmal mahnte, schrie die Frau ihn an: „Sie können mir über den Buckel herunterrutschen!" und als sich der Gläubiger dies in barschem Ton verbat, erschien die Frau nach kurzer Zeit mit ihrem Mann, welcher nun auf den Kleppsch losging und ihm mit dem Erschießen drohte. Er machte auch Miene, einen Revolver hervoMtzicihen »md es entistand ein derartiger Exzeß, daß schließlich Brändl wegen gefährlicher D r o h u ng dem Landesgerichte eingeliefert wurde. Das Verfahren in der Richtung des Verbrechens wurde jedoch bald eingestellt und gestern hatte sich Brändl beim Bezirksgericht 1 vor dem Landesgerichtsrat Dr. Arie wegen Körperverletzung im R a ufh a nd e l zu verantworten, weil er seinen Gläubiger bei diesem Streite verletzt hatte. Der Angeklagte, ein Kriegsinvalide, ist ein sichtlich aufgeregter Mensch und erklärt in einer sehr schwülstigen Rede, daß er sich nicht schuldig fühle. „Ich bin ein Charakter »md weiß, was sich gehört. Ich habe die Macht über meine Nerven. verloren und habe mit dem Erschießen gedroht." Richter: Wir sind ja hier nicht in der Wildnis. Das geht doch nicht, daß man in der Stadt Wien gleich mit dem Revolver losgeht. — Angek l.: Wenn er mich Nicht zahlt und mich noch mahnen geht, daß ich ihm' meine Schuld zahlen soll. — Richter: Das wäre nicht schlecht, wenn man den Gläubiger, der einen mahnt, gleich mit dem Revolver bedrohen dürste. Das scheinen die neuen Moden zu sein, die jetzt in Wien einreißen. Der Richter verurteilteden Angeklagten wegen Verletzung des Gläubigers im Raufhandel zu einer Woche A r r e st, jedoch mit Rücksicht auf seinen krankhaften Zustand bedingt mit Einräumung einer einjährigen Bewährungsfrist. Bollrwirt. Polnische Mrtschastswoche. (Von unserem polnischen M. S. - Korrespondenten.) Die bewegten Verhandlungen der Vertreter der P e- 11 o l e u m i n b u ft r k in Krakau während der äbgelaufenen Woche standen in der Berichtswoche im Mittelpunkte des allgemeinen Interesses. Obzwar noch immer keine Einigung in bezug aus die Gründung eines Kartells für die Dauer von fünf Jahren erzielt werden konnte, so wurden doch manche Beschlüsse gefaßt. So wurde endlich eine Export ko nvenz Abgeschlossen, und zwar wurde ein Exportfyndikat gegründet, welches in Danzig seinen Sitz haben wird. Es wurde deshalb Danzig gewählt, weil der Export nach Deutschland und die Tschechoslowakei ganz unmöglich ist und das Syndikat sich bemühen wird in den skandinavischen, 'baltischen und anderen europäischen Ländern neue Absatzgebiete zu finden. Scharf wurde die Vorgangsweise der Tschechoslowakei verurteilt. Man forderte die Regierung auf, in Prag zu intervenieren, und droht auch gleichzeitig, daß falls die Prager Regierung den Import von polnischen Rohölprodukterl auch weiterhin nicht gulassen sollte, die Petroleumindustrie alle Einkäufe von Eisen, Stahl, Röhren und Maschinen stornieren würde und auch in der Zukunft dieselben nicht mehr in der Tschechoslowakei besrellen wird. Man ließ sich auch leider die Gelegenheit nicht entgehen die Preise für verschiedene Rohölprodukte, insbesondere aber für Be n z i »» und Petroleum, bedeutend zu erhöhen. Die Dauer der Konvenz wurde bis zum 31. Oktober verlängert, bis zu welchem Zeitpunkte das Kartell gegründet sein muß. Die Regierung ist an der Kartellgründung sehr interessiert und beaibfichtigt, auch mit Repressalien vorzugehen, falls das Kartell nicht gegründet werden sollte. Inzwischen ist aber auf dem Rohölmarkte ein großer Preissturz zu verzeichnen, welcher mit dem Zollkrieg mit Deutschland m Zusammenhang gelbracht Wird. Der RvhApreis ist bis auf 160 Dollar pro Zisterne zurückgegangen. Auf den Effekte «Plätzen weisen die Wiener Arbitragcwerte weitere Kursverluste auf. Die letzte Hau s s e, die ja eigentlich nur für die Arbitragewerte existierte, ging rasch vorüber und die Kurse erreichen langsam ihren früheren Tiefstand. Der herrschende Geldmangel beeinflußt die Stimmung und es kommen auch nur selten Transaktione»! zustande. Manche Werte weisen ivährend der ganzen Berichtswoche keine Notierung auf. So die Malopolskibairk, die Hypothekenbank und Galizische Montan. Die restlichen Werte notieren: Zielenieavski 10,75, Warschauer Diskontobauk 5,20, Tepege 0,95, Lembcrger Brau 8,50, Rakszawa 1,10, Gorka 12,00 Zloty. Der Geldmangel wirkt auch noch »immer auf den Geschäftsgang der Industrien. In Lodz ist man Mar init genüge»»- großen Aufträgen aus Rußland versehen, da sie jedoch aus Kredit erteilt wurden, herrscht ein Geldmangel, der die Aufrechterhccktung der Betriebe fast unmöglich macht. Die Kohlcnindustrie hat nun an den italienischen Bahne»» einen neuen Abnehmer gefunden und hat beste Aussichten, auch an die italienische Jnd»rstrie Kohle zu liefern. Auch die Gruben der a»»deren Reviere sind für den Herbst mH Aufträgen versehen. Natürlich genügt alleist Italien nicht als Abnehmer für die oberschlesischen Gruben, „»an sucht jedoch auch weiterhin eifrigst nach neuen Abnehmern. Die Aussichten auf die heurige Ernte sind noch irnrner sehr günstig. Die Ueberschwemmungen haben nur die Heuernte teilweise vernichtet. Der Rest wird jedoch den Eigenbedarf des Landes decken. Die Kornernte wird 168 Prozent, die Weizener nie 157 Prozent der vorjährigen Ernte erreichen. Dagegen sind die Aussichten für die Hafer- und Gersteernte nicht günstig. Die Kornernte übersteigt die aus der Vorkriegszeit um 8 Prozent. Ae Liquidierung des Stinnes-Konzernes. Beteiligung amerikanischen Kapitals an der Deutschluxembnrgischen Bergwerks-A.-G. Berlin, 28. Juli. Wie ans New-Dork 'berichtet wird, hat „New-2)ork Tribüne" ans privater Quelle erfahren, daß eine a »»» e r i k a n i s ch e Gruppe unter der F «!h r u n g v on Dillon, R oad u. C o. einen beträchtlichen Teil des Aktienkapitals der Deutsch- -I ux.embu.rtz i scher» Bergwe rks- und Hütten-A.-G. im Werte von vier bis fünf Millionen Dollar angetanst habe. Dem Vernehme»» »rach.sei eine Londoner Gruppe an dem Geschäft beteiligt. Dies sei die erste Beteiligung fremden Kapitals an der Äiqui-diovung der Stinnes-Gruppc. Wie das Wolfffche Bureau erfährt, ist ein Aktienpaket von 21 Millionen Ällark der Deutsch-luxemburgischen B e r g w e r k 's- und Hütten- A.--G. aus 'dem Besitz der Firma Hugo Stinnes an I. Henry S ch r o e d e r u. C o. vevkauft worden. Eine Beteiligung 'der aimerikanischen Firma sei möglich. Von der Beteiligung einer deutschen Gruppe an de.m Ankauf, wovon in deutsche»» Zeitungen die Rede ist, ist hier an maßgebender Stelle nichts 'bekannt. Ein neues österreichisches Aktiengesetz. Wie verlautet, beschäftigtigen sich die großen wirtschaftliche»» Korporationen bereits intensiv mit der Begutachtrmg des neuen Entwurfes eines österreichischen Aktiengeisstzes. Die den Entwurf im Na- -tionalrate einbringenden Parteien haben diesmal den umgekehrten Weg, wie bisher, eingeschlageu, indem nämlich vor der Vorlage des Initiativantrages die Spitzcnverbände gehört werden sollen. Den Wirtschastskorporationen wurde zur Abgäbe des Gutachte,»s als Termin der 15. September 1905° gestellt; da der Entwurf bereits am 5. d. bei den Sekretariaten der Verbände cingetrofsen ist, hofft man trotz der Urlaubszeit, daß die gestellte Frist eingehalten wird, so daß nach den Sommerferien die Oeffentlichkeit bereits die Stellungnahme j der Verbände erfährt. j Verbleiben der protokollierten Handelsagenten im Gremium der Wiener Kaufmannschaft. Auf nahezu einstimmiges Verlangen der Generawersainnrlung der p r o t o k o il l i e r t e n Handelsagenten, welche sich für das Verbleiben im Gremium der Wiener Kaufmannschaft aussprachen, hatte das Bundesministerium für Handel und Verkehr gegen die Entscheidung des Magistrats verfügt, daß die Protokollierte»» Handelsagenten nach wie vor im Gremium der Wiener Kaufmannschaft zu verbleibe»» habe. Auf eine gegen diese Entscheidung erhobene Beschwerde an den Berwaltmigsger'ichtshof hat dieser den Bescheid an das Handelsministerium zur Behebung eines formalen Gebrechens vüctverwiesen und dasselbe zur nachmaligen Entscheidung in der A»»gelegenheit beauftragt. Es bleiben daher die Protokollierten Handelsvertreter »rach wie vor im Gremium der Wiener Kaufmannschaft. Ein Zwischenfall an der Wiener Börse. An der gestrigen Börse spielte sich knapp vor Schluß ein Jnternreizzo ab, das zeigt, welche Mißbilligung unangebrachte Witze finden können. Der Angestellte einer kleinen Firma, der schon oft den geschmacklosen Witz „Hinaus mit den Juden" airgewendet hatte, gebrauchte während des Geschäftes wieder diese ganz unangebrachte Redeiwendung. Sofort sammelten sich zahlreiche Börse-aner, welche ihr» energisch zur Rede stellten, bis ein besonnener älterer Börsianer erklärte, daß dies der dunlme Witz eines sonst nicht an geistiger UeberProdtMon leidenden Männleins sei. Insolvenzen. Ueber die Wiener Handelskreditbank hat das Wiener Handelsgericht das Ausgleichsverfahren eröffnet. Passiven 227^600 Schilling, davon an bevorrechteten Forderungen 163 310 Schilling. Aktiven 141.643 Schilling wovon auf Außenstände 132.604 Schilling entfallen, von denen jedoch höchstens 40.000 Schilling als einbr'mKich angegeben werden. Das Ausgleichsanbot lautet auf 60 Prozent, zahlbar in vier Quartalsraren. Das Bundeskanzleramt (Abteilung Justiz) hat die vom Gerichte St. Pölten genehmigte Fristerstreckung im Ausgleich. der Wrl Helmsburger Leoersirma Flesch verweigert, so daß die Firma, die im Dins jüdische Haus I as jüdische Blatt Vorjahr mit über 40 Milliarden insolvent geworden ist wahr» scheinlich die Eröffnung d e s.Ko nku r j c s über sich fellist 'beantragen wird. Die Entscheidung des Bundeskanzlermntes ist deshalb negativ erfolgt, »veil der Großgläubiger der Firma, Pollak. sich gegen eine Verlängerung der neunzigtägigen Anstzleichsfrist ausgesprochen hat. Während die Lederwerke Flesch' eine 25 p r o z c n t»g e Quote angeboten haben, hält der Arrsaleichsverwal-ter in dem seht dem Gericht vorgelcgten Ausgleichsbericht die Ausschüttuno einer Mprozentigen Au s'gle i ch s q u c r e für möglich. — In» Vorjahre ist die KleidcrntodeWrma- Berger, S!ave1l»»sky u. Eo., 1 Bez. .Habsburgergasse 4, mit mehr als Mei Milliarden Passiven insvlt-ent g'e»vorde»t. Der Ausgleich wurde vor zwei Monaten »u»t 36 Prozent abgeschlossen. Da die Raten nicht eingchaltcn wurden, wurde der Konkurs beantragt, worüber gestern die Tagsatzung stattfand. Der Ausaleichsvevtvailter Klawatsch hat sich uuu bereit erklärt, den Ausgleich zu garantieren, »venu die Gläubiger auf eine Ermäßigung der Quote cingehen. Es wurde nämlich von einen» ProEuristen der Firina in» Ausgleichsverfahren Waren der Masse in» Werte von 350 Millionen entzogen, ohne daß der Erlös der Masse gugefi'chrt worden wäre. Da der Ansgleichsvevwalter hiermit seine >Mlich-> tcn offenkundig vernachlässigte, hat er sich deshalb zur Zahlung des Ausgleiches bereit erklärt. Der Konkurs wurde heute eröffnet 'über Franz Guttmaun u. Co., 7. Bez., Zieglergassc 39. Die Passiven der Firma, deren Ausgleichsantrag kürzlich abgeleh»»t worden war, betragen 3.6 Milliarden. Das Ausgleich sversah r ei» wurde eröffnet über Fraiu Wendl, 11. Bez.. Simmeringer Hauptstraße 115. — Uciber B. Schimmer,,» au n. 1. Bez., Trattnerhof 2. — Ueber Max Le»ginge r, 19. Bez., Döplingergirrtel 3. — Ueber Gabriel Munk, Pelzhändler,' 8. Bez., Lerchenselderistraße 94-96. -- Ueber A. H a m p l. Wäsche und Wirkwaren, 16. Baz., Hans-Sachs- Gassc 35. — Ueber A. Grögl, konzüMonierte Realitätenaaentur. — Udber Marie Sch m alz!, 6. Bez.. Proschkogasse 4 — Ueber Irina Straß er. 4 Bez.. Karlsgasse 13. — Ueber Helene Bergman»», GcmischtwarenhanÄlevm, 13. Bez., Cimiberlandstraße S8. — Ueber Jda Abel es, Kohlen,Handlung, 14. Bez., Meiselstraße 23, und über Maria Stromberger, 3. Bez., StrolMsse 3. Rückgang des österreichischen Großhandelsindex. — Oester, reichische Wirtschaftsstatistik. Der österreichische Großhandels^, indcx ist la,rt Berechnnng des österreichischen Bundesaintes für Statistik von Mitte Jnlii bis Aiitte Juli von 20.364 auf 19.685, demnach um 3,3 Prozent zurückgLgangen. (Basis^1A4 gleich 1). Der Index des Erimhrilngsauswandes (Basis Jänner 1921 gleich 1) belief sich für Jiil'i auf 26.550, das find um 2 Prozent »venigcr als für Juni. Seitdem ein Ldbenskostenindcr der paritätischen Konrnlission nicht mehr errechnet wird, sind die ebe»i angeführten die einzige»» offizielle»» Indexziffern, die regelmäßig, »md zwar in den „Statiitifchen Nachrichten^ (Wien, 1. Bg;., Hohellstaufengasse 7), publiziert werden. D»>e eben erschienene Nr. 7 der genannten Zcitschrrft enthalt ferner Angaben über den österreichischen Kapitalmarkt (ÄMtienindex, Emissionen, SpaveiNlagerl), Prodnktionsziffern, , die E»nnahmcn der österreichischen Monopole, die ' österreichrsche Handelsstatistik für das erste Quartal 1925, eine Statistck der Arbeitslöhne ufw. Die Steigerung der Norddevisen. Auf den internationaleii Valuteirplätzeik sind in den letzten Tage»» die Deviseul Schivcdens, Norwcgeils und Dänernarks stärkeren Schwankungen unterworfen. Die Steigerung wird von der Kaufmanuschaft der entsprechenden Staaten mit gemischten Gefühlen aufgenominen. So verlangt die dänische Geschäftswelt eine Kursgarantie von seiten der Nationalbank, da ihnen durch die starken Steigerungen jede Kalkulationsbasis beim Entrieren von Goschäften eittzogen ist. Nur durch eine entsprechende Garantie föt»»uteu die HenlNlungell, die den Handel derzeit fast total unterbinden, beseitigt werden. Ebenso wird eine Reduktion des Diskontsatzes, der jetzt 7 .Prozent beträgt, verlangt. Dividendeulose Papiere. Die Äldolf K n i i» a-PaPierindu». strie-A.-G., die Oesterreichische Daimler-Motoren-A.-G., die Oesterreichische Wald- und Holzindustrie-A.-G. und die S z i e r s z a e r Montanwerk e-A.-G. in Sziersza zahlten fiir das Geschäftsjahr 192-1 keine Dividende. Ein Prozeß wegen des tschechoslowakischen Gutes Erzherzog Friedrichs. Aus Prag, 28. d., wird telegraphiert: Wie die Blätter melden, hat die Züricher Gesellschaft General R e a l E st a t c a n T r ust C o m p a n y, an die der ckhe-. malige Erzherzog Friedrich seine Besitzungen ist der Tschechoslowakei vevkmlft hat, gege»r die Prager Regierung vor dem Gcinischten Gerichtshof in Amsterdam eine^ Klage anhängig gemacht, in der sie bestreitet, daß die Regierung das Recht habe, den Privatbesitz von Mitgliedern des habsburgischen Hauses in?lnspruch zu iiühnien. Die Tschechoslowakei lehnt die Zuständigkeit dieses Gerichtshofes ab, wobei sie geltend macht, daß nach den» englischen Wortlaut des Artikels 191 des Trianoner Vertrages, auch die Besitzunge»» der eÜMlnen Mitglieder der Häbsbnrgevfauiilie der Tschechoslowakei anheimfallen. Der Gerichtshof hat den Verhandlungstermin noch »richt festgesetzt. Palästina und der deutsch-englische Handelsvertrag. Aus der im Jilli stattgüfnndelien Sitznug des Auswärtigen Ausschusses des Deutsche»» Reichstages stellte der Bovsitzeude, Abgeordneter Hcrgt (dentschnatioual) säst, daß cntsprecheuid den aus de,»»» Ansschliß erfolgten Aiireguilgen es der Regierung uahegclgt werde, noch vor der Ratifizierung des deutscheuglischen Haildelsabkoinmetts Verhartblungen mit England wegen der Einbeziehung der Aialldatsgvbiete einzuleiterr, Wiener Produktenbörse. Die Preise notierten gestem wie folgt» Weizen: Inländischer neu 39.— bis 40.—, Ungarischer Theiß 79/80 Kilogramm 43.50 bis 44.—, Ungarischer neu Theiß Kilogramm 41.50 bis 42.50, Jugoslawischer 78 Kttogrannu —bis —, Jugoslawischer 77/78 Kilogramm — bis —. R o g g e u: Inländischer neu 81.75 bis 32.25, Poster Boden neu 34.- bis 34.50. Gerste: Inländische 34.- bis 99.—, böhmische mährische —.— bis —Mais: Ungarischer —.— bis —.—. Cinqnantin 43.— bis 44. — Hafer: Inländischer 43.50 bis 44.50. Reis: Italienischer 81. — bis 83.—, Burma 62.— bis 63.50. Mahlprodukte, Grieß inländischer 86.— bis 88.—, Weizenmehl 0 inländisches 82. - bis 84.-, Kochmehl 2 inländisches 77.- bis 79.-. Brotmehl inländisches prima 66.— bis 68.—. — Tendenz r Rögge»: und Weizen matt, Mais fest. Wiener Warenbörse. Es notierten am 28. Juli: Kolonial waren: Kaffee: New-Iorker 17.17 Dollar, Santos Priine 630.—. T e er Peeco Java, Orange 1000.—, Gewürze: Paprika, edelsüß 650.—, Pfeffer Singaporo schwarz 530.—, Kümmel, neu, holl. 155.—. N e r s r Burma 63.50, Italienischer 89.—. Zucker: Raffinade-Kristall 293.b0tschech.K., Würfel (i»t Kiste»:) 247.50 tschech. K. Lequar 1924 110.—, Pflaumen, bosn., in Kisten, 95/100 140.—, Kranzfeigen, Calamata —. Barimandeln, snperior 675.—. Chemikalien: Aetzkalt, 88/92 79.— Schweizer Franken, Aetznatron, 128/160,

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