Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 7 (1925)
- Issue
- Heft 2310 (27.7.1925)
- Date
- 1925-07-27
- Page
- Seite 6 (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 6 Wien, Montag Wfcmt MvrMTMitW. 27. Juli 1928 Nr. 23M Hurch leichtathletische Wcttbowerbe, ausgeffrhrt von den Hcrthamßiballern. Die Resultate waren meist sehr gute; so lief Schramleis 100 Meter kn der fabelhaften Zeit von 11 (?) Sekunden im Vorlaut. Zn der Entscheidung brauchte er zu derselben Strecke 11,2 Sekunden. Nach einigen humoristischen Fußballspielen, bei denen die Favoritner Jugend sowie Damen mitwirkten, folgte der interessanteste Teil des Sportprogramms. Es folgten nämlich Ringkämpfe, die sehr schöne Gefechte brachten. Als erstes Paar leiteten die Mittel-B-Gewichtler Schmied und L i n d m e v e r die Kämpfe ein. Nach wechselvollem Kampf konnte ersterer seinen Gegner durch Hüftschwung in der 12. Minute auf die Schultern legen. Als zweites Paar betraten der Mittel-B Gcwichtsmeister von Oesterreich Stockbau er und der Leichtgewichtsmeister Tototschek die Matte. Der Kampf endete unentschieden. Den Clou der ganzen Veranstaltung bildete das Zusammentreffen Wogrer § (SchwergewichtAveltmeister) und Fritsch s, des österreichischen Schwergewichtsmeisters. Der Kamps sah nieist den Altmeister im Vorteil, der in der 18. Minute durch Ueberstürzen Sieger wurde. Dann traten die Boxer in Aktion. Emgeleitet wurden die Propagandakämpfe, die sämtliche unentschieden endeten, durch eine Begegnung der beiden Fliogengewichtler Vybiral 3 (45 Kilogramm) und Kadirovek <56 Kilogramm) Hercha. Auswärtige Resultate. Tschechoflowakei. Die wichtigsten Wettspiele des gestrigen Tages waren: sn Pilsen gewann die Prager Sparta gegen Viktoria 4:2 (2:1), in Nachod siegte Slavia (Prag)—Nach oder S. C. 7 : 0 (2 : 0). Jugoslawien. Die einzigen Wettspiele von Bedeutung fanden in Agram statt. Gradionsti und Hast kämpften 2:2 unontlchieden, Iedinstvo gewann gegen Sokol 4:0. Polen. In Krakau geivann gestern Krakovia überlegen gegen £. A. S. K. (Prag) 5:0 (4:0). Hakadur sucht Gegner in der Provinz für sämtliche Termine. Fährtvergütuna nach U Übereinkommen. Zuschriften an S. Eisler, 2. Be;., Scholzgasse 6. Makkabi 9. Montag den 27. d. um 9 Uhr abends Vollversammlung aller Sportturner im Turnwartzimmer des Makkabi 9. Tagesordnung: .Kongreß-Turn- und Sportfest. Wenn zwei sich streiten, freut sich der Dritte und manchmal auch der Vierte. Die Brüder Konrad galten einst als die tüchtigsten Amateure. Wir wollen nun nicht untersuchen, ob diese Ansicht berechtigt war, doch können wir ruhig seststellen, oaß sie die 1 ü ch t \ g jt e n Professionals sind. Sie stritten mit den Amateuren, gewannen die Vienna lieb, traten von einem Verein zum andern Wer und bezogen Handgeld bar und unverzüglich. Sie stellten sich also in den Dienst der Döblinger, das heißt sie unterschrieben den Vertrag, bezogen ihren Monatsgehalt und sollen, Gerüchten zufolge, auch hin und wieder für die Vienna gespielt halben. Unser Gedächtnis reicht nicht so weit, daß wir kontrollieren können, ob Ienö .Konrad tatsächlich einmal die vlan-gel>be Dreß angezogen hat. Da er aber eine Verletzung erlitt, die ihn Mang, fast während der ganzen Vertrags.zeit' bei den Döblingern zu pausieren, so muß er doch zumindest ein einziges Mal seine Mnste ans der Hohen Warte zum besten gegeben haben. Kalman Konrad hat aber auf alle Falle für die Vienna gespielt. Viermal wirkte er in Meisterschaststresifen mit und viermal spielte er freundschaftlich. Unter den Gegnern,Kälmans befanden sich Straßenbochner, Polizisten, Meidlinger Grashupfer iHv. Wer also der Meinung ist, oaß die Gebrüder Konrad keine genügend große Gegenleistung für das viele Geld, das sie kosteten, boten, der hat unrecht. Zumindest die Konrads sind der Meinung, daß sie in Döbling genug gespielt haben, und so kehrten sie dieser Stätte den Rücken und entdeckten wieder ihr Herz für Ober-St. Veit, wo die alte Umgebung zu finden und neues .Handgeld zu holen ist. Ienö Konrad soll bei den Mnateuren nicht mir Spieler, sondern anch Trainer und vor allem Manager werden. Wer den eisernen Willen dieses tüchtigen Geschäftsmannes kennt, der weiß, daß Ienö alle Macht im Klub an sich reißen wird, so daß ex wohl nicht den Titel eines Präsidenten, aber doch dessen Machtbefugnisse besitzen wird. Ienö wird also das erste Exemplar eines bezahlten Präsidenten darstellen. Wir erzählen diese Geschichte deshalb so ausführlich, weil die Konrads nach ihren! Austritt von den Amateuren auch mit der Hakoah in Unterhandlungen standen. Von vielen Seiten wurde nämlich der Wunsch geäußert, daß man diese beiden jüdischen Spieler für den jüdischen Verein gewinnen sott. Man kann nun nicht sagen, daß die Brüder Konrad der Hakoah nicht beitreten wollten oder etwa gar zu wenig verlangten, ganz im Gegenteil; sie waren bereit, in die Krieau zu Wersiedeln und sehr viel zu fordern. Die Sektionsleitung des österreichischen Meisters durchschaute aber das Spiel des Herrn Fußballprofessors Ienö zu genau und ließ ihn und seinen Bruder nach Döbling ziehen. Die Vienna hatte ihre Freude daran. Die Sektionsleitung der Hakoah bekundete seinerzeit mehr Voraussicht. Die Vienna hat nämlich nun das Geld und die beiden Konrads verloren. Schadenfreude soll bekanntlich die reinste Freude sein. Bei der Hakoah herrscht sie aber nicht, da der jüdische Verein die Brüder Konrad sowohl der Vienna als auch den Amateuren gönnen dürfte. Die Vienna und die Amateure streiten um die beiden Spieler, letztere haben keinen Schaden davon. Tr. Sp. Schwimmen. Die französischen Wasserballer in Budapest geschlagen. Ungarn—Frankreich 7:2 (1:0). Die französischen Wasserballspieler, die Sieger der Pariser Olympiade, die schon in Wien einen sehr mäßigen Eindruck gemacht hatten, erlitten gestern in Budapest durch das ungarische Team eine vernichtende Niederlage. Es zeigte sich, daß man auf die Dauer durch Derbheiten und durch Spielglück allein keine Kämpfe gegen wirklich hochklassige Gegner gewinnen kann. Die Franzosen gaben den Ungarn einen durchaus inferioren Gegner ab, der während des größten Teiles der Spielzeit auf Der* teidkgung bedacht fein mußte. Die Ungarn befanden sich dafür in glänzender Form und hatten es nicht einmal nötig, ihr ganzes Können voll zu entfalten. Auf den unbeeinflußten Zuschauer mußte die Beobachtung des Kampfes den Eindruck machen, daß zwischen den beiden Gegnern ein Klassenunterschied herrsche; was das heimische Team an feiner Ballbehandlung, an Schußvermögen und an raffiniertem Stellungsspiel zeigte, bekam man von den Franzosen überhaupt nie zu sehen. Zeder einzelne Mann der Ungarn war außerdem bei aller Wahrung der Fairneß in Einzelkämpfen immer Herr der Situation. Die Aufstellung des siegreichen Teams lautet: Barta; Zvase, Fazekas; Keserü 2, Wenk; Keserü 1, Homonay. Die Franzosen stellten folgende Mannschaft: Zurfluh; Zibbe, Perol; Desmetter, Padou; Eruaz, Mayo. Den Kampf leitete der belgische Schiedsrichter Dela* h a y e, der im allgemeinen recht gut amtierte. Zn der ersten Spkelhälfte hatten die Ungarn sehr viel Schußpech, außerdem arbeitete auch der französische Torwächter bravourös, so daß nur ein einziges Goal durch Homonay erzielt wurde. Nach der Pause war die Ueberlegenheit der Ungarn eine so große, daß ihre Gegner zeitweise gar nicht zum Ball kamen. In diesem Spiele abschnitt teilten sich in die Torehren: Keserü 1 (2), Homonay (2)^ Wenk und Keserü 1. Für die Franzosen waren Padou Desmetter erfolgreich, die mit dem Tormann auch die besten Spieler ihrer Mannschaft waren. Ungarn hatte seine erfolgt reichsten Leute im Angriff, wo besonders Homonay und Keserü 1 Glanzleistungen Voten. Die ungarischen Meisterschaften im » Schwimmen. Ein neuer Rekord Barvnhs. Im Rahmen der großen Schwimmveranstwltmig, die gestern in Budapest stattfand, wurden auch die wichtigsten Misterschaflen entschieden. Das Ereignis des Tages etn großartiger 100 Meter Rekord Barnnys. Die Resultate tvaven: 100 Meter Freistil: Barany (1:001,4), Gabovffy (1:02,7), Sigrist (1:05); 100 Meter Brust: Jung (1:20,7), Barta (1:23,4) Hcgedus. Springen: Weill (77,5 Punkte) Nagy (75,7 Punkte). 100 Meter Rücken: Barta (1:15,8), Bitskey (1:16,2), Klaus. Damen Brust 100 Meter: Moluar (1:37). Damen Rücken: 100 Meter: Mele«k (1:39), Leichtathletik. Die Arbeiterolympiade in Frankfurt. Die Wettbewerbe des gestrigen Tages brachten folgende Ergebnisse: Laufen 100 Meter: Vorder (Berlin 11 Sek.) V o i t (Werder) 400 Meter: Zander (Berlin 53,8 Sek.) 3000 Meter: Wolf (Berlin 9:34) Hochspvung: S ch m i e d t (Berlin 1,75 Meter). Diskus: Ohle 37,75 Meter. Staffel 3 mal 200 Meter: Berlin 1:09. Radfahren. Bahnrennen in Hernals. Die gestern und vorgestern aus der Hernalser Bahn abgehaltenen Rennen hatten einen guten Besuch. Es wurde guter Sport geboten, obwohl die Deutschen durch Maschinen-, defekt nicht ganz zur Geltung kommen konnten. Die Ergebnisse des gestrigen Tages waren: Amateuer-Ausscheidungs-> fahren: Anton Welt (Leomden) 1, I. Swoboda (Pneumatik) 2, Franz Ortner (Erdberger Tourensahrer) 3. Inländer-Malfahren 1000 Meter: Karl Oberst (1:52) 1, R. Sapleton 2, F. Nenhold 3, H. Zewkay 4. Wertungssahren, 50 Runden für Amateure: Antou Weilt (Leoniden, 19 Punkte, 31:35) 1, I. Swoboda 2, Konrad Puhrer (Grand Hotel) 3. Vierermatch 1000, 1000, 1000 Meter: C. VinzoNerg (Berlin, 6 Punkte) 1, F. Wilschke (7) 2, A. Weber (8) 3. Vorgabefahren, 2000 Meter: A. Weiber (Berlin von Mal) 1, Hans Kaletta (35) 2, I. Kokoll (20) 3. Prämienfähren, 6000 Meter: A. Nenhold 1, H. Zenkah 2, F. Wilschke 3. Mannschastsversolgungsrenncn: Mnzelberg, Wilschke, Zenkay, Kokoll, Oberst, A. Weiber, Neuhoild, Hans Kaletta, Pohl 2. Preis von Dornbach, 10 Kilometer, hinter Schrittmacher: Franz Kaletta (Führung Gfrörer 12:49:04) 1, K. Lindovsky (1300) 2, Banitzky gestürzt, Ha-ns Kaletta gestürzt. Preis von Neuwaldegg, 15 Kilometer, hinter Schrittmacher: Frqntz Kaletta (Führung Gfrörer 19:19:15) 1, K. Lindovsky (740) 2, A. Datsogler (Schweiz 1420) 3. 'Theater von heute Schönbrunner Scblosi-Cbeater: Geschlossen Burggarten (bei ungünstiger Witterung Festsaal der Hofburg): Wiener Meister Cfteater in der 3osefttadt: Ihr kleiner Freund Raimuna-Cfteafer: Die vertagte Nacht Euitspieltbeater: Sally Davidsohn Cbeater an der Wien: Der Orlow Wr. Bürgcrtbeater: Gräfin Mariza Rolandbubne: Der Weg zur Hölle üQdiSCbt Böhne (Hotel Stephanie, II. Taborstr. 12): A Mame uhn a Heim Zirfcut Zentral (II.. Praterstern, Tel. 42295): Großes Zirkus-Programm (Hans Moser a. G.) 8 8 8 V,8 H 8 r » *? * ♦ * i 6. Jahrgang ..DOS Polle** 6-Jahrgang « W Tägliche, unparteiische Zeitung, erscheint in Riga Fnllr** äle einzige tägliche jüdische Zeitung in Lettland und Estland und gleich- »Lsus m. uus. zeitig die einzige ausländische jüdische Zeitung» die eine sehr grosse Verbreitung in Litauen hat. „Oer Lez' Abonnementsprel» für das Ausland (mit Zusendun mark pro Monat. Adresse Beilage tnd (mit Zusendung durch die Post): 70 amerikanische Cenis oder 3 C für Briefe und Geldsendungen: „Dos Fo|k", Riga, Postfach 318. Oold. mmm Kaufe I Altpapier Akten, Stampfmaterial und Makulatur "vss Grünwald. 8. Bezirk, Leopoldsgaffe Nr. 15 Pall-Over WupsmAch für Spott und Reise, trägt der gut angezogene Herr> Albert Matzner ^oi I., Kohlmessergasse 8 U Neuer Markt v 111., Landstraße Hauptstraße 8 1V„ Wiedner Hauptstraße 8 Melierte Strümpfe für den Herbst in Vorbereitung, 9V HAINT fif Älteste jüdische Tageszeitung Polens erscheint in Warschau bei der Mitwirkung bedeutendster jüdischer Schriftsteller und Publizisten des In- und Auslandes. Zwischen anderen beteiligen sich als beständige Mitarbeiter die Sejmababgeordneten: Dr. I. Grünbaum, Dr. O. Thon, Dr. A. Hartglas. Im „HAINT“ werden die letzten Schöpfungen des grössten jüdischen Schriftstellers der Neuzeit Schalom Asch gedruckt. Der t,HAINTf' besitzt eigene Berichterstatter in allen Hauptstädten der Kulturwelt, bringt die neuesten Nachrichten von Polen und Ausland, nimmt zu allen Fragen des jüdischen und allgemeinen Lebens Stellung, schöpft aus den ersten Quellen seine Informationen über die zionistische Bewegung und Palästina und erwarb sich mit Recht den Ruf des politisch massgebenden und bestunterrichteten Pressorgans Polens in der jüdischen Sprache. Der „HAINT“ wird in den breitesten Schichten der jüdischen Bevölkerung, insbesondere in den kaufmännischen und industriellen Kreisen gelesen und stellt somit ein wertvolles Insertfonsorgan dar. Bezugspreis: in Polen und Danzig ZI 5.—, im Auslande S 1.25. Ann.onccnpreise: auf der ersten Seite ZI. —.20, auf der letzten Seite ZI. —.15, im Text ZI. —.50 für einspaltige Millimeterzeile.In Freitagu. Feiertagnummern mit 50°/, Zuschlag.Anzeigenaufträge werden von sämtlichen Annoncenbüros entgegengenommen. 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