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Wiener Morgenzeitung · 1925-07-23 · Heft 2306 (23.7.1925) · p. Seite 6

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
7 (1925)
Issue
Heft 2306 (23.7.1925)
Date
1925-07-23
Page
Seite 6 (sequence 6)
Language
German
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Wien, Donnerstag * Wiener Moraenzeiiirng. Nr. 2608 Heile 8 fr» ----. 26. Juli 1925 Bolkswitt. Die Sertrümmerung des Ttinnes'Bermögens. Vollständige Auflösnng des Stinnrs-Konzerns. (Eigendtenst der „Wiener Morgenzeitung".) Berlin, 22. Huli. Trotzdem die Liquidierung der iserwollen Mtivcn des St in n e s-V e r m öge n s nur langstlm fvrtfchrertet, werden schon jetzt die Richtlinien der Liquidierungsakti on ganz deutlich sichtbar. Sie laufen einfach auf eine völlige Zertrümmerung desjenigen Gebildes hinaus, das Stinnes nur mühselig aufgeballt 'hatte. Tie Bankeninteressen des Konzernes, namentlich der Anteil an der Berliner Handelsbank, dessen Erwerb seinerzeit so viel Staub aufgewirbelt hatte, ist bereits vor einigen Tagen abgestoßen worden. Damit sind die finanziellen Bankbezichungen des Stinnes-Konzerues ihrer wichtigsten Stütze beraubt. Nun wird in das Herz des Stinnes-Kvnzerncs eine Bresche geschlagen. Bekanntlich waren die festesten Fundamente des Stinnes-Gebildes neben dem M o n t a n t r n st mich das E l e k t r izitätsgebilde. Seinerzeit hatte Stinnes ein großes Paket der Rheinisch-westfalischen Ctektrizitätswerke angekauft, um damit die Rheinisch-westfälische Schwerindustrie beherrschen zu können. Nun sind diese Pakete jetzt um 12 Millionen Mark dem preußischen Staat verkauft worden. Die Rheinisch-westfälischen: Elektrizitätswerke sind neben der A. E. G. das größte Kraftwerk Deutschlands. Siit versorgen zirka tausend Gemeinden mit Elektrizität und besitzen Anteile an einer Reihe von elektrischen Bahnen Westdeutschlands. Dieses Werk >war die stärkste Stütze des Stinnes-Konzernes und' mußte nunmehr verkauft werden. Da sich aber keine privaten Käufer fanden und der Verkauf der Werke schr dringlich war, sah sich der preußische Staat genötigt, hier einzuspringen. Der Kaufpreis war äußerst gering und es scheint der Stinnes-Konzern große Verluste bei der Abstoßung dieses werwollen Aktivums erlitten zu Haben.' Ein zweites werwolles Aktiv um, das zur Abstoßung gelangte, ist die Beteiligung an der S t i n n e s - Riebeck-Montan-- und Oel A.-^G. Diese Gesellschaft repräsentiert jedenfalls einen bedeutenden Besitz an großen Braunkohlenwerken Westdeutschlands. Seinerzeit hat Stinnes in diesem Besitz ein Bollwerk gegen die Ausbreitung anderer Elemente in der Braunkchlenindufttie schaffen wollen. Die Ironie will es nun, daß der Nachfolger -des Antisemiten Stinnes in diesem Bollwerk die bekannte Aussiger Kohleufirma PetfcheL sein durfte. Hervorhebung verdient dabei der Umstand, daß die Beteiligung Stinnes am Rheinisch-westfälischen Elektrizitätswertk unter anderem auch aus der Gegnerschaft gegen Rat Henau resulti erte. Wegen Abstoßung der bekannten H u g o - S t i n n e s- A.-G. für Seeschiffahrt schweben jetzt Verhandlungen. Dieselben gestalten sich sehr schwierig, da die Hamburger Exportfirma Maier einen weit niedrigeren Preis bietet, als von der Masse gefordert wird. lieber das Schicksal der übrigen Teile des Stiunes-Bernwgens herrscht vorläufig Ungewißheit. Der Markt nimmt nur schwer die einzelnen Objekte aus. Wie immer aber sich auch die Liquidierung weiter gestalten dürfte, steht doch schon jetzt fest, daß das große Stinnes-Gebilde bereits vollkommen znsanttneugcbrochcn ist. ' Das Stinnes-Vermögen verliert völlig seinen Einfluß in der deutschen Wirtschaft. Tie geistige und wirtschaftliche Kapazität des verstorbenen Hugo Stinnes kommt am besten darin znnl Ausdruck, daß sein Gebilde, welches von den Antisemiten als Prototyp des deutsch-arischen Wirtschastsgcbildes überall genannt wurde, jetzt wie ein vertrockneter Lehmkoloß in Staubteilchen zerfällt. Die Zollbegünstigungen für Warensendungen nach Polen. Der Zcntra«lver'band der kaufmännischen Vereine West- Polens übersendet uns den Wortlaut der Verordnung des polnischen Finanizm misters vorn 10. d. Derselbe hat folgenden Inhalt: Ergänzung zur Verordnung vom 31. Juli 1924, Art. 5. Waren, welche in der Zeit Zwilchen dom 1. März 1935 und 19. Mai 1935 von Polnischen Käufern gekauft wurden, zahlen den Zoll laut dom Zolltarif vom 26. Juni 1924 ans Grund der Bewilligung des Finanzministeriums, infofcrne die Tatfache der erhaltenen Bestellung in der nachstehend angegebenen Art bestätigt wird und insoferne die Ware beim Pol N ischen Grenz amt znr Verzollung bis 13. Oktober 1925 deklariert wird. Zwecks Bestätigung des von Polnischen Kcmflenten in obigen Terminen <1. März 1925 bis 19. Mai 1925) erhaltenen Auftrages muß der ausländische Lieferant binnen 1>6 Tagen vom 16. Juki dom zuständigen Polnischen Konsulat einen Ausweis einsenden. Der Ausweis -nmß spätestens am 30. Juli beim Konsulat eingereichl sein uud nachstehende Daten erhalten: genaue Spezifikation der gekmlfren und nicht abgelieferten Waren und Angabe des Namens und Adresse des Lieferanten und Empfängers; Zahl und Gewicht der Ware; Wert der Ware laut Auftrag; Lieferfrist; zu diesen: Ausweis müssen auch beigeschlossen sein die Aufträge im Original oder notariell beglaubigt wie auch andere Dokumente, welche den Abi'chluß der Transaktion Zwischen 1. März und 19. Mai 1925 bestätigen. Die Koiusnlarämter sind verhalten, diese Ausweise samt Beklagen sofort uumitteilbar an das Handelsministerium zu senden, wobei der Mangeil an Belegen oder Daten die Nichtberüüstchtigung der Anmeldung nach sich zieht. Fragen von ■ -f iiii» * :«n i! schicksalsschwerer Bedeutung für die Judenschaft der ganzen Welt werden im August d. J. auf dem XIV. Zionlsten-Kongress zur Verhandlung komm n und ihre Lösung finden. Wollen Sie wissen, was auf dem XIV. Zionisten-Kongress besprochen und beschlossen wurde, dann abonnieren Sie sofort die KONGRESS-ZEITUNG da* Organ de* XIV. Zionisien-Kongresses welches die offiziellen Protokolle sämtlicher Kongressverhandlungen bringen wird. Wollen Sie wissen, was hinter den Kulissen des Kongresses vorgeht, was die führenden Persönlichkeiten des Zionismus über die einzelnen Probleme denken, dann abonnieren Sie die ’ „WIENER MORGENZEITUNG“ das jüdische Weliblaii grossen Stils die, während der Kongresszeit in ihrem Umfange bedeutend erweitert, die Kommentare zu den öffentlichen Verhandlungen bringen, in eingehenden Interviews Gedanken der führenden zionistischen Persönlichkeiten festhalten, Aeüsserungen der die Weltpolitik bestimmenden Persöelichkeiten über das jüdische Problem vermitteln und durch das reiche Bildermateriai, mit welchem der textliche Teil begleitet, ein Spiegel des xlQnlstlschen Weltbildes wird. Für die Werbung von neuen Abonnenten verteilen wir wertvolle Prämien Wer C Abonnenten für die Kon- Slfrrth Arrto-nn das Lehrbuch der hebräischen Sprache für gressausgaben wirbt, erhält Zvctcf c o kJJ UL fl X“l.ul%srill Schul- und Selbstunterricht mit eingelegtem Schlüssel, je nach Wahl in deutscher, polnischer oder rumänischer Unterrichtssprache. Wer y/l Abonnenten wirbt, erhält Craetz, Geschichte der Juden Kombiniertes Kongress-Abonnement zu ermässigtem Preise (offizielle Kongress- Zeitung und .Wiener Morgenzeitung“). Wien und Oesterreich S 8, Tschechoslowakei Kc 40, Deutschland Gmk. 6, Polen ZI. 6, Italien Lire 35, Rumänien Lei 240, S. H. S. Dinar 70, Bulgarien Lewa 160, Belgien Frcs. 30, Frankreich Frcs. 30, Schweiz und das übrige Ausland Frcs. 7. Preise und Bezugsbedingungen: Ständige Abonnenten der „Wiener Morgenzeitung“ zahlen für die Kongress- Zeitung, welche gleichzeitig mit der „Wiener Morgenzeitung“ geliefert wird, ein ermässigtes Abonnement, und zwar S 3.—. bezw. ZI. 2 —, Kc. 15.—, Gmk. 2.—, Lei 120.—, Dinar 30.—, Schw. Frcs. 2.50. Die Eröffnungs-Festnummer, die separat bezahlt werden muss, kostet; Wien und Oesterreich S 1, Tschechoslowakei Kc 6, Deutschland Gmk. 1, Polen ZI. 1, Italien Lire 4, Schweiz und das übrige Ausland Schw. Frcs. 1. Verwaltung der „Wiener Morgenzeitung" Wien, II., Taborstrasse 1—3 / Telephon 44-0-38, 43-3-10 M. L. Biedermann & fio., Bankaltiengrsekschaft. J>n der gestrigen ordentlichen Generalverfa.mm« l n n g wurde der Beschluß gefaßt, den Gewinn des Jahres 1924 per 663,612.939 K. auf neue Rechnung vvrzntragen. Weiters wurde die Golderöff n nugsbilanz genehmigt und beschlossen, das ausgewiesewe Eigenvermügen . bon 1,250.000 Schilling derart umzrüstellen, daß das Aktienkapital 605.000 Schilling und die offene Ka p i t a l s r ü cklage gleichfalls 625.000 Schilling beträgt. Das,Mtienkapital wird ans 62.500 Stück Aktien zu 10 Schill tilg bestehen. folge, dieser Umstellung wird demnach auf je 100 bisherige Aktien vm Nennwerte von 400 K. eine neue Aktie im Nennwerte von 10 Schilling entfallen. Schließlich genehmigte die Generalversammlung den Antrag, das untgestellte Aktienkapital per 625.000 Schilling ftchcWve um 1,876.000 Schilling aus 3,>500.000 Schilling zu erhöhen und die näheren Modalitäten dem Berwaltnngsrat zu überlassen. In der an die Generalversammlung anschließenden Verwalt ungsratsisitzung touvde Herr Robert Schoel>ler zum Präsidenten der Bank gewählt. Diese Beschlüsse der Generailvevsaimmlnng bedeuten den Abschluß mehrmonatiger Verhandlungen, die zur Bildung einer Gruppe von In- und Austand sfreunden der Bank unter Führung des Herrn Robert Scho oller führten. Die Gruppe nimmt zunächst in Aussicht, eine Kapitals crhöhu n g um 1,000.000 Schilling durchzuführen. Um die Interessen der alten Mtionäre vollkonvmen zn Wahren, wird die Kapitalserhöhung tranchenweise durchgeführt und zunächst zur Gänze den alten Aktionären angeboren werden-.. Durch dicise Transaktion geüvinnt die Bi ederm a-nn-B ank auf den maßgebenden e u r v p ä i s ch e n F i n a u z p l ä h e n sowie in New-York wertvolle, durch .Aktienbesitz interessierte Freunde. (EntgMich.) Die erste Goldbilanzverordnmrg erschienen. Gestern ist die erste Goldbilauzverordnung veröffentlicht worden, welche sich als Ergänzung zunr Goldbilanzengesetz für die Dnrchführuug der Galdbilanzen als notwendig ertvicisen hat. Es ist hier angeführt, wie beim MtienumtaNsch vorgegcmgen werden nmß und gleichzeitig auch ein Mustertext für - dieneuen Aktien beigege'ben. Ebenso sind detaillierte, Anordnungen über die U e b e r st e m P e l n n g' getroffen. Diese Uebevstempelung hat auf der ersten und aüf der letzten Seite durch eine nicht entfernbare rote Farbe zu gefchchen. Es ist tvahrischeiulich, daß zur Durchführung noch weitere Berord-i mmgen erlassen werden dürften. Insolvenzen. Wie uns mitgeteÄt wird', hat die Wiener Handelskreditbank A.-G. um .die Einleitung des Ausgleichsverfahrens angchncht. Dieses Unternehmen wurde im Jahre 1922 von Dr. Josef Etzdorf, Naphtali Rotz at y n, Oskar Rosner und Dr. Schumpeter gegründet. Stach der verunglückten Frankenispeknlatirm im Jahre 1924 übernahm Dr. K u nwald die Sanierung der Bank. Die Aktieumchrheit wurde dann von einem zweiten Syndikat übernommen, welches nunmehr infolge ■ der vollständigen Goschäftslüsigkeit um die Eröffnung des Ansgleichsverfahrens ansncht. — Das Ausgleichsverfahren wurde eröffnet über Artur Deutschberger, Kaufmann, 2. Bez., Ausstellungsstraße 15; Hans Ruzicka, Blechmaschinenfabrik, 5. Bez., Fendigasse 16, und Gustav Geiger, Tapezierer, 6. Bez., Brückengasse 11. Ausgleichstagsatzung der Pharmazeutlka-A.-G. Gestern fand die Ausgleichstagsatzung der Pharmazeutika-A.-G. statt, in der der Ausgleichsverwalter einen Bericht erstattete, dem wir folgendes entnehmen: Die Gründung der Gesellschaft erfolgte gemeinsam mit der Deutschen Bode nb a n k, die 200.000 Stück Aktien übernahm. 1926 wurde eine Kapitalsv e r m e h r n n g beschlossen, uu.d der Intervention des Präsidenten der Pharmazentika-A.-G., Minister a. D. Dr. Weiskirchner, gelang es, den vom Fiuanzministerinm vorgeschrieibenen Kurs von 12.000 K. ans 5000 K. zu reduzieren. Die Delltsche Bodeirlbank hat die ans dieser Kapitalsvermchrung sich ergeibonden Beträge zum größten Teil nicht abgeiffihrt. Diese Ka p i t a l s v e r m c Ij r u n g erfolgte im Stadium der Passivität; die Bilanz pro 31. Dezember 1923 wies zwar einen Gewinn von 450 Millionen aus, faktisch war sie. mit 320 Millioneir passiv. Der Abschluß pro 31. Dezember 1924 ellthält eilten Bevlnst von 4785 Millioneu. Im laufenden Jalhre wurveil Abvevkällfe von 102.000 Schilling vorgenommen uud auf illegien, bis zur Deklarieruug der Jilsolvenz, 95.0g0 Schilling ausgcgeben. Gegeil die Funktion.äre der Gesellschaft schloebt ein strafgerichtliches Verfahren tvegen betrügerischer Krida. Die Passiveu betragen nach Angaben der Verwaltung der Pharmazelltika-Aktlengeisellschaft 604.716 Schillillg, davoll bevorrechtete 175.854 Schillillig. Die tßlltiven betragen 325.660 Schilling, davon Wareübestände 90.000 Schilling, die Realität Webgasse 25 120.000 Schilling, die Dobitoren 79.041 Schilling. Die^ Gesellschaft beantragt! 36 Prozent in elf Monatsraten. Demgegenüber setzt der Ausgleichsvertvalter die Passivell niedriger ein lind HM die Ausschüttullg einer 45prozentlgen Qnote für möglich. Ermäßigung des Zollagios in S. H. S. Das jugostawilsche Zollaufgeld (dlgio) ist mit 16. d. von 1100 Prozent auf 1000 Prozent ernläßigt worden. Wiener Holzmarltt. 22. Juli. Nadelholz- 5 ch n t t t m a t e r i a l. F i ch t e. u n d T a n n e. Gerhst- Pfosten 50 Millimeter von 16 Zentinlet'er aufwärts 69 S., Kistenware 19 bis 20 Millimeter 8 bis 17 Zentimeter 3 bis 6 Meter 55 S., Kistenware 20 Millimeter 10 bis 17 Zentimeter 3 bis 6 Meter 55 S., Staffeln 8/8 bis 15/18 4 bis 6 Meter 65 -iS 06 S. Wiener Produktenbörse. Die Preise notierten gestern wie folgt: Weizen: Inländischer 40.— bis 41.—, Ungarischer Theiß 79/80 Kilogramm 45.— bis 45.50, Ungarischer neu Theiß KUogramm 42.— bis 48.—, Jugoslawischer 76 Kilogramm bis —Jugoslawischer 77/76 Kilogramm —

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