Mannheim
Compact Memory

Wiener Morgenzeitung · 1925-07-23 · Heft 2306 (23.7.1925) · page 1

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
7 (1925)
Issue
Heft 2306 (23.7.1925)
Date
1925-07-23
Page
– (sequence 1)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
92% known words query
IRI
…/2979076-2981191-2981391--23418-3010934
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

V. Wien: Zum Abholen in der Expedition, II., Taborstr. 1-3, oder in einer Verschleisstelle (Trafik) monatl. 5 Schilling Strassenverkauf in Wien durch die Kolporteure der Firma Ool dschmied, I.. Wollzeile 11 Mit Postversand für Wien; und Oesterreich monatlich 1 5 Schilling I Tschecho-Slowakei: Mon. K22. Jugoslawien: Mon.Din. 60. Polen: Mon. 4Zloty. Deutschland: Mon. Gm. 4, Frankreich, Belgien: Mon. Frcs. 18 Nachzahlungen bei PreiserhOhungen Vorbehalten lener iSf H Mal England: Mon. 4 Schilling. Italien: Monatl. 18 Lire: Rumänien: Mon. 170 Lei. Bulgarien Mon.lOOLews. Schweiz und das übrige Ausland monatlich Frcs. 5 Redaktion, Administration: Wien, II. Taborstr. 1 Telephone: 44-0-38, 43-3-19 Ab 6 Uhr: 21-102, 25-2-82 IX., Universltätsstrassc 6-8 (DiUckerei lg. Steinmann) Oesterrcichisches Postsparkassen-Konto Nr. 150.693 Nr. 2306 Wien. Jnanerstng. 23. Juli 1925 Strefemanns „Friedensoffensive". Die krtlörungen der deutschen Außenministers im Reichstag. Berlin, 22. Juli. (Tel.-Komp.) Im -Reichstag begann heute nachmittags die große a-ußenpolit-ische Debatte. Da's Haus und die Tribünen waren bis auf das letzte Plätzchen gefüllt. Sofort nach Eröffnung der Sitzung ergriff Reichsaußenminister Dr. Strefema nn das Wort. Er wies zunächst auf seine bereits am 18. Mai abgegebene Erklärung hin, daß eine Lösmtg der S i ch erheitsfrage o h n e Deuts ch il a n d eine L ö s u -n g g e g e n Deutschland bedeuten würde. Aus dieser grundsätzlichen Haltung habe sich die Stellung der Reichsregierung in der Sicherheitsfrage von selbst ergeben. Welche Mächte sich an dem Bert ragswerk beteiligen werden, lasse sich noch nicht übersehen. Z w e i f e l h a,f t sei vor allem die Stellung Italic n s. Der Minister ging sodann auf den Inhalt der deutschen Antwortnote ein, die in Paris und London volle Würdigung gefunden habe, so daß die Hoffnung auf ein positives Ergebnis der Verhandlungen berechtigt erscheine. In dieser Hoffnung werde die Regierung durch die Tatsache bestärkt, .daß' Frankreich und Belgien die Räumung -er Ruhr vor -ein vertragsmäßigen Termin Vorgesehen 'haben.' 8)er Minister stehe nicht an, feiner iGe-' nngtuung über diese Bekundung des guten Willens Ausdruck zu geben. Die Regierung hofft, so fuhr der Minister fort, daß ein weiteres Entgegenkommen der anderen M ä -ch t e die Vertrauenskrise beenden werde, die durch die Nichträumung der Kölner Zone in der vertragsmäßigen Frist entständen sei. Die baldige Rau m n n g der Sanktionsstädte wurde angekündigt und man habe keinen Anlaß, an der Ausführung dieser Zusage zu zweifeln. Die Frage des Sicherihe-itspaktes bilde schon seit Jahren den Gegenstand von Verhandlungen zwischen Frankreich und den Alliierten. Deutschland sei alber an dieser Frage außerordentlich interMert,' .,..V Agrarkommunismus in Mexiko? Washington zeigt sich sehe besorgt. Washington, 22. Juki. (Tel.-Kvmp.) In Kreisen des Weißen Hauses ist man über die letzten Nachrichten aus Mexiko beunruhigt. Das Attentat auf den amerikanischen Viizekonsul Bretherthon in Llguascalientes scheint das Signal zu weiteren Ausschreitungen geg en Bürger der De reinigten-S taaten und amerikanisches Eigentum in Mexiko gvwe-sen zu sein. Die kommunistische Bewegung im Staate Veracruz nimmt immer stärkeren Umfang an und hat bereits zur Besetzung der Plantagen einer amerikanischen Z n ck e rra s f i n e r i e in Tlac-otalpan durch Kommunisten geführt. Auch aus anderen Teilen Mexikos treffen Nachrichten über a g r a r k o m m u n i st i s ch e Revolten und Ausschreitungen gegen die Fremden, namentlich gegen Amerikaner, ein.. Der amerikanische Botschafter in Mexiko, Sheffield, wird in den nächsten Tagen in Washington erwartet, wo er dem Staatssekretär Kellog B -e r i ch t über die b edrohl i ch e Lage in Mexiko erstatten wird. ________ . kaillaux reift nach Amerika. In der Schuldenfrage, Paris, 22. Juli. (Wolfs.) Gestern haben Finanzminister Caillanx und Außenminister Briand in Anwesenheit von Sachverständigen der ihnen unterstellten Ministerien über die -i u t e r a l l i i e r ten Schulden beraten. Im September soll eine französische Fi nauzmissi o u nachdeu Be%c iuigie n Staaten entsendet werden. Auch Caillaux hat die feste Absicht, sich wenigstens für einige Tage selbst nach Aiine- , vika zu begeben. -> Der Versailler Vertrag könne nicht auf die Tauer einseitig durch die anderen Vertragsparteien ausgelegt werden. Davor wolle -sich Deutschland durch dgs, Sicherheitswerk schützen und damit zur Befriedigung und wirtschaftlichen Gesundung ganz -Europas beitragen. ' - Von dem fortschreitenden Währu ngszerfall in Fra -n frei ch fei für Deutschland keineswegs ein Vorteil zu evtvarten und die Ereignisse i n M a r o k k o könnten auch keineswegs die Großmachtstellung Frankreichs beeinträchtigen. Ohne die gemeinsame Arbeit der ganzen Welt könnte aber weder die französische F i n a n zn o t noch die deutsche Wir t j ch a s tsuot behoben werden. Jetzt habe die Neichsregierung «mit einer Friedenso ffe ns ive.größten Stils eingesetzt. Die Ausführungen des Reichsaußenministers wurden von der Mehrheit mit großem Beifall ausgenommen. Die französische- Anschauung. Paris, 22. Juli. (TÄ.-Komp.) Der „Temps" beschäftigt sich heute neuerlich mit der. deutschen Antwort-, note und meint, die in der deutschen Note enthaltenen Einwände gegen die fvanzöstschen Vorschläge fcwn durch- .aus n i ch t gee igne t,--die -,Dx.rhamdlu uge n z u ,e r lle iH t e r .u. .Es fei jetzt klar, daß.. schon das-.deutsche Memorandum vom. 9. Februar nnt dem ^Hintergedanken redigiert wurden. durch 'das Mittel, des .Garau-tievertrages zu einer R e-v i s-i o n d e s B e r s a i l l e r.Be r t r a g e s zu gelangen. Deutschland -wolle vor.allem eine Aendevnng des Besetzungsregimes der Rheinlande.hevbeiführen und hier den Garantievertrag an die Stelle der -Garantien setzen, die der Versailler Vertrag Frankreich gebe. Deutschland wolle ferner verhindern, daß die Alliierten in Zukunft zu S ä u k t i o ne n greilsen. Schließlich wolle Deutschland eineIn.te r v e nti on'-Fra nkrei chs zugunsten P ole-n sode r der Tsche choslowakei unmöglich machen. Die deutsche Note biete gleichwohl Verhandlnngsmöglichkeiten; diese Perhandliungen würden aber gewiß langwierige sein.- Ar Herbert Samuel in Bukarest. Eine Besprechung Mit dem rumänischen ' Außenminister. ' (Eigendienst -der „Wiener Morgenzeitung".) Bukarest, 22. Juli. Der-gewesene Obevkommissär von Palästina, .Sir Herbert Samu eil, ist auf der Reise' nach Wien, von Konstantinopel kommend, gestern in Buka«st eingetroffeu.' Er. hätte eine längere Besprechung mit dem rumänischen Minister des Aenßern, D u ca. In der Konferenz wurde, -wie Ihr Korrespondent erfährt, die zionistische .Arbeit, ferner-die Lage der Inden, in Rumänien berührt. Ner Marallokrieg. Eine Fviedensnnfrage. . Paris, 22. Juli. Nach einer vom ,Matin" wieder- ,gegebenen Meldung wurde Abd el'Krim der angekündigte B r i e f übergebeil, iu beut: er gefragt wird, ' ob er B e r!h a.u d l ai n g c u annehme. Wenn seine Antwort chefriedige-nd 'aNSfättit, - dünsten' diefra nzösi-sch e und die spanische Negierung eine Delegation bilden, die sich zu Älbd el Krim begebelt dürfte, um ihm die von den beiden Regieru-n-gen festgelegten Friede ns bediengungen mitzuteilen. Wieder eine Räumung. Fes, 22. - Juli. (Havas.) Der Angriff des Feindes auf die Befestigungswerke von Terual ist^ ohne Schwierigkeit zurückgeschlagen worden. Meila. ist znrnckgen om men Material konnte g e r ü u m t werden. Der Posten von w o r d e n. Alles ' l V ' * i 7. Jahrgang Der zwang zur Sicherheit. —y. 233 t e tt, 23. Juli. Die deutsche Antwortnote zum Sicherheitspakt ist in den Hauptstädten der Entente überreicht worden. Sie ist keine definitive Stellungnahme- Deutschlands, kann, dies auch nicht sein, da sich die beiden Kontrahenten, erst über die Abgrenzung der Materie. verständigen müssen. Deutschland nimmt die von Briand vorgeschlagene Konversation auf. Das ist das einzige im gegenwärtigen Augenblick faßbare Resultat, das allerdings als gutes Omen zu werten ist. Wenn und solangd verhandelt wird, kann es keinen schärferen Konflikt geben. Das ist auch darum, erfreulich, weil die Konversation sehr lange Zeit in Anspruch nehmen wird. Die Note wird in Paris und London geprüft, in ihren Einzelheiten von Sachverständigen durchberaten und.dann nach deren. Vorschlägen wieder den Kabinetten unterbreitet werden. Dann werden die diversen Botschafter ergänzende Aufklärungen verlangen^ worauf erst der Meinungsaustausch der Ententeregierungen mit Deutschland einsetzen kann. Hiebei wird sich erst ergeben können,- ob es zu einer persönlichen Aussprache, also zu einer Konferenz kommen kann. Es ist demnach mit einem mühseligen Prozeß zu rechnen, der noch durch die in den Gang der VerhaMung eingreifende Bureaukratie verzögert werden kann. Bei dieser Anlage ist es kaum mehr fraglich, daß der Eintritt Deutschlands in den Völkerbund im besten Falle erst am Ende dieses Jahres eingeleitet werden kann. Es ist , deutlich zu merken, daß diese schwierigste Frage, deren Klärung das Werk krönän würde, mit äußerster Behutsamkeit angefaßt wird/ Es müssen noch viele Steine aus dem Wege geräumt werden, viele Störungsversuche der beiderseitigem Hetzerparteien paralysiert'werden, ehe die Genfer Instanz sprechen kann. Deutschlands Anschluß würde das Bild des Völkerbundes und seine Konstruktion vom. Grund aus öffnen und automatisch die Frage des ferneren Verhältnisses Europas zu Rußland und Amerikas zum Völkerbund in der ganzen Breite aufrollen. Die Liquidation des Weltkrieges tritt jetzt in ihr bedeutungsvollstes Stadium., Es wird sich entscheiden, wb der Frieden. gesichert werden kann und ob die Tendenz, zu einer kontinentalen Politik zu gelangen, sich befestigt. 'Zwingende Anlässe, diese Einigung herbeizusühren, und wenigstens zwischen den gleichartig konstruierten Staaten die Verständigung aus dein Boden und . im Rühmen des Völkerbundes zu forcieren, gibt es in unheimlicher Menge. Der ununterbrochene Hader der Völker hat in. Asien und Afrika sehr bedenkliche Stimmungen geschaffen und die Autorität erschüttert. Die. Parias sehen. aber nicht nur, daß die Herrenstaäten untereinander uneins sind und einander je eher je lieber erwürgen wollen, sie merken auch, daß innerhalb dieser Staaten Minoritäten vorhanden sind, deren Entrechtung und Fesselung einen ernsten Bestandteil der' abendländischen politischen Kultur bildet. Die Maxime des Cuius regio illius religio ist nur den veränderten Zeitläuften entsprechend modifiziert worden. Hieß es einmal, daß der Besitz den Glauben bestimme, so ist jetzt die'Staatsmajorität mit der Peitsche belvafsnet, die sie gegen alle schwingt, die ihr nicht in die Rassenvorschrift bezüglich der Haarfarbe oder der Nasenform passen oder die eine andere Sprache sprechen. Die Entwicklung Europas ist infantil geworden. Sie hat den Gedanken des Rechtes verloren, sie denkt nicht daran, daß heute auch schon Stimmungen sich zu Akten verdichten können und daß jeder Angriff dieser Art eine schwere Versündigung gegen die moralische und kulturelle Solidarität ist. Die Randvölker rings um Europa haben , dies zuerst erkannt und 'ihre Haltung wirkt immer weiter bis in den letzten Kral und die. letzte Jurte. Die bedrohlichen Komplikationen rmgs um das Mittelmeer und am Pazifischen Ozean haben als die einzige Ursache die Ueberzeugung, ,daß dieses seine eigenen Minoritäten verge-valtigende Sämtliche Badeartlkel wegen vorgerückter Saison zu nachweisbar tief reduzierten Preisen im Wvenbaut I Schiffmann II. TaborstraBe 48 Teloohon 47*1» 78 Kn firos Bn detail

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.