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Wiener Morgenzeitung · 1925-07-21 · Heft 2304 (21.7.1925) · page 1

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
7 (1925)
Issue
Heft 2304 (21.7.1925)
Date
1925-07-21
Page
– (sequence 1)
Language
German
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1 Polen: 80 gtoizyl Wien: Zum Abholen in det Expedition, II., Taborstr. 1-3, oder In einer Verschlelsstelle (Trafik) monatl. 5 Schilling Strassenverkauf In Wien durch die Kolporteure der Firma Goldschmied, I.. Wollzeile 11 Mit Postversand für Wien und Oesterreich monatlich 5 Schilling Tschecho-Slowakei: Mon. K22. Jugoslawien: Mon.Din. 60. Polen: Mon. 4ZIoty. Deutschland: Mon. Gm. 4, Frankreich, Belgien: Mon. Frcs. 18 lener Morgenzeitmig Nachzahlungen bei Preli* ' erhOhnngen Vorbehalten «t. 2304 Wien. Dienstag, 21. Sttli 1921 trm IPreis 20 ul England: Mon. 4 Schilling. Italien: Monatl. 18 Lire: Rumänien: Mon. 170 Lei. Bulgarien Mon.lOOLew?. Schweiz und das übrige Ausland monatlich Frcs. 5 Redaktion, Administration: Wien, II. Taborstr. 1 Telephone: 44-0-38,43-3-19 Ab 6 Uhr: 21-102, 25-2-82 IX.. Universitätsstrasse 6-8 (Di uckerei lg. Steinmann) Oesterreichisches Postsparkassen-Konto Nr. 150.693 7. Jahrgang Ae Aktionskomitee-Sitzung in London. Weiramnns Bericht. (Eigendienst der „Wiener Morgenzeitung".) London, 26. IM. An der Sitzung des Aktionskomitees nahmen 32 Mitglieder teil, und zwar: W-eizmann, Sokolow, Dr. Chajes, Joses Cowen, Louis Lipski, Kolonel Kisch, Najditsch, Doktor Hantke, Dr. Motzkin, Dr. Lev in, Prof. Doktor Marburg, Stricker, Dr. Reich, Thon (Krakau), Farbstein, David I eilt n, BI u menseI d, Doktor Jakobsohn, Dr. Halpern, Dr. Kilumel, Jean Fischer, Florentin und Rev. Goldblum. Ueberdies langten von einigen Mitgliedern, unter ihnen auch vom Deputierten I. Grünbaum, telegraphische Mitteilungen ein, daß sie am zweiten Sitzungstage in London eintresfen werden. Präsident Prof. Dr. Chajes femffnek die Sitzung in hebräischer Sprache und erklärte, daß infolge der Eröffnung der hebräischen Universität die Aktionskomiteesitzung nicht früher stattsinden konnte. David I e ll in fragte, warum die Sitzung nicht zur Zeit der Univevsitätserösfnung in Jerusalem stattgefunden habe. Präsident Chajes erwiderte, daß man in Jerusalem die Beratungen in hebräischer Sprache hätte führen müssen. Ta dies unmöglich war, weil nicht alle Mitglieder hebräisch sprechen, sei die Sitzung nicht abgehalten worden. Ferner drückte Prof. Chajes sein Bedauern darüber aus, daß Ing. Stricker seine Stelle als Vizepräsident des Aktionskomitees niedergolegt habe. Dr. Hantke wurde hierauf an seiner Stelle zum Vizepräsidenten gewählt. Mg. Dr. Reich verlangte, daß über die Gründe und Ursachen der Demission Strickers eine Debatte abgeführt werde. Nach einer kurzen Aussprache wurde beschlossen, die Diskussion hierüber später abzuführen. Hierauf erstattete Dr. Weizmann einen ausführlichen Bericht über die gegenwärtige politische Lage sowie über die inneren Fragen der Zionistischen Organisation und erklärte noch einmal kategorisch, daß er von der Ernennung Lord Plumers gnm High Commifsioner für Palästina nichts gewußt habe, und daß er durch diese Mitteilung in der Presse überrascht wurde. Aber auf Grund seiner Unterredungen mit Plumer in der letzten Zeit sei er überzeugt, daß Lord P >l u m e r ein fester Charakter sei, der mit alle r Energie die britische Politik in Palästina durchführen werde. Dr. Weizmann versicherte auch, daß Lord Plumer für sämtliche Probleme Palästinas das vollste Verständnis habe, und daß er sich sicherlich bemühen werde, diese Prohleme zu lösen. Ferner teilte Dr. Weizmann -mit, daß Lloyd George bestimmt im März 19 2 6 Palästina besuchen werde. Er berichtete ferner über sein Gespräch, das er mit dem Kolonienminister Amery nach dessen Besuch in Palästina hatte. Minister Amery versicherte Dr. Weizmann, daß er von den Leistungen der jüdischen Kolonisation d e n b e st -e n E i n d r u ck gewonnen habe. Er bedauerte nur, daß die jüdischen Siedlungen i n den Städten viel zahlreicher 'und größer sind als in den Dörfern. Dr. Weizmann erklärte ferner, daß kein Grund vorhanden ist, daran zu zweifeln, daß England sein einmal gegebenes Wort einhalten und die Politik, die es zugesagt habe, auch durchführen werde. Auch die Araber haben bereits begonnen zu verstehen, daß die jüb i f chen Arbeiten in Palästina auch für sie von Vorteil sind. Dr. Weizmann sprach dann länger über die inneren Probleme der Zionistischen Organisation. . Sodann bövichtiete Präsident Sokolow über seine Erfahrungen in Palästina nnd lbetonte die Wichtigkeit der bereits geleisteten Arbeit. Er beschäftigte sich sodann eingehend mit seinen politischen Aktionen in Rumänien und Polen und erklärte, >daß die Wichtigkeit der Deklaration der polnischen Regieriung für den Zionismus nicht zu unterschätzen sei. Sokolow berichtete sodann über die Arbeiten des K e r e n H a j e s s o d in Palästina, mit denen man nur zufrieden sein könne. Auch seine Verhandlungen mit der rumänischen Negierung haben Erfolg gehabt, indem sie die bekannte Deklaration abgab. Kolonel Kisch erstattete sodann einen Bericht über die politische Lage in Palästina, Dr. Jakobsohn über die Beziehungen des Völkerbundes zur zionistischen Politik. Nach diesen Referaten begann die Generaldebatte. Die Sitzung des Aktionskomitees wird mehrere Tage ln Anspruch nehmen. Die Forderungen der Palästinarrrnber an Lord Murner. Jerusalem, 18. Juli. (I. T. A.) Das offizielle Organ der Palästinensisch-arabischen Exekutive, „Feleftin", teilt nrit: Sobald der neue Oberkommissär für Palästina, Feldmarschall Lord Plumer in Jerusalem ei nt reffen und seine Amtspflichten übernehmen wird, wird ihm im Namen der arabischen Bevölkerung ein Memorandum überreicht werden, das die folgenden Forderugen enthalten wird: 1. Arabisch wird als die einzige offizielle Sprache Palästinas anerkannt. 2. Die E i n w a n d er ü n g i n P a l ä st i n a wird beschränkt. 3. Palästinensische Bürgerrechte werden erst nach fünf Jahren Aufenthalt im Lande zuerkannt. 4. Der Verkauf von Land an Juden wird verboten. 5. Es sollen keine zweifachen Ausgaben für das Schulwesen gemacht und die zionistischen Schulen sollen unter die Kontrolle der Reg i e rung gesetzt werden. 6. Die jüdischen öffentlichen Institutionen in Palästina sollen keine Au toll o m i e erhalten. Sollte die Palästinaregiernng aus diese Forderungen cingehen — meldet „Felestin" —, so werden die Araber die Errichtung eines gesetzgebenden Rates in Palästina fordern, in welchem die verschiedenen Gemeinschaften in Palästina proportionell, d. h. gemäß der Zahl ihrer Bürger im Lande, vertreten sein werden. . .. M?_ , „ -L!_i , .. J ßin Geheimvertrag zwischen Japan und Rußland? Zur Ausschaltung dev übrigen Mächte aus China. Berlin, 20. Juli. Nach einer Meldung des „Berliner Tageblattes" ans Washington berichtet der Berliner Korrespondent der „Chicago Daily News" von einem zu seiner Kenntnis gelangten russisch-japanischen G eh e i m v ertrag über eine gemeinsam zu befolgende Politik in Chi n a, deren Ziel in der allmählichen völligen Ausschaltung aller übrigen fre.mden Nat io n e n bestehen würde. 'Beide Parteien hätten sich Zugeständnisse gemacht, Rußland durch Zurückziehung der kommnntsti- | ch e nAgitatore u aus dein japanischen Gebiete, Japan durch Gewährung freier Hand für R u ß l a n d in China, während es gleichzeitig Rußland schwere Artillerie und U-Boote liefere. Japan erhalte allerdings nach anßenhin die Fiktion ausrecht, als ob es mit den Großmächten kooperiere. Der Korrespondent versichert, die Zuverlässigkeit seines Gelvährsmannes sei über jeden Zweifel erhaben. Linkswahlen in Frankreich. -y. 2B i e u, 21. Juli. Die französischen Generalratswahlen haben mit einem überraschend großen Sieg der Linksparteien geendet. Der Vorsprung der demokratischen Gruppen war schon im ersten Wahlgang ein recht bedeutender und die Aussichten für die Stichwahlen sind sehr gut. Auffallend ist hiebei, daß die Wahlbeteiligung recht schwach war, wds ans eine gewisse politische Müdigkeit der breiten Massen schließen läßt, an die im Verlaufe von zwei Jahren dreimal appelliert. worden ist. Immerhin ist festzustellen, daß die Wählerschaft, im Gegensatz zu den Kammerparteien.der Demokratie, den im Vorjahr ausgesprochenen Leitlinien treu geblieben ist. Sie bleibt bei den Grundsätzen, die damals Herriot formuliert hat und die dahin lauten, daß an Me, Stelle der nervösen, auf alle Reizungen durch die Chauvinisten Frankreichs und Deutschlands prompt reagierenden nationalistischen Tendenzen ein System des Abklingens aller Feindschaften zu treten habe. Herriot hatte damals erklärt, die Regierung wolle gerne Deutschland in der Ruhrfrage entgegenkommen. Er verfügte, um dies sofort zu beweisen, die Freilassung der Verhafteten, gestattete die Rückkehr der aus der Okkupationszone geflüchteten deutschen Beamten und amnestierte den von einem Kriegsgericht mit schwerer Strafe belegten deutschen General Nathusius. Die Rechtspresse in Deutschland hat für diese Akte nur sehr geringes Wohlwollen bewiesen. Das ist. kein Wunder, weil jeder derartige Schritt ihr propagandistisches Material verkürzt und den Hetzern direkt an ihr unsauberes, aber einträgliches Geschäft greift. Leider hat aber auch die deutsche Demokratie nichts unternommen, um dieses Entgegenkommen politisch zu honorieren und ihre eigene Position zu stärken. Die deutsche Oeffentlichkeit steckt fast bis zum Hals in den Stimmungen, die unter dem Regime Enno den Konflikt mit Poincare bis zum Einmarsch ins Ruhrland verschärften, und alles was in Frankreich seither an Mäßigung erzielt worden ist, hat in Deutschland nur den Eindruck der Schwäche erzeugt. Auch das Eingreifen der englischen Vermittlung hat nur in Frankreich eine Wendung zum Besseren erzielt. In Deutschland schwenkte die Wählerschaft nach rechts und befestigte den nationalen Kurs. Es ist zu befürchten, daß auch die inzwischen fortschreitende Räumung des okkupierten Gebietes keine freundliche Wirkung üben wird. ■ . Trotzdem ist es begrüßenswert und int Hinblick auf die'kommenden Verhandlungen erfreulich, daß das französische Volk auf der Basis der Demokratie bleibt. Die eben durchgeführten Wahlen bestätigen die Richtung Herriots und Painleves bezüglich aller Probleme des französischen Staates. Es zeigt sich, daß der Bruch des Kartells der Linken nur in der Kammer erfolgt ist und daß die taktische Verbindung, die auch eine prinzipielle war, vom Lande nicht , gelöst wird. Dieser Umstand nimmt auch der Krise ihren gefährlichen Charakter und die Negierung, die ja ihre parlamentarischen Fußfesseln für den Sommer abstreifen konnte, hat Gelegenheit, ihre Finanzresormen fortzusühren und sich der Frage ihres afrikanischen Besitzes mit voller Kraft zu widmen. Die Sorgen sind freilich zu atembeklemmenden Dimensionen ausgelaufen. Die Kämpfe um die Eisenbahn von Fes nach. Algier nehmen an Heftigkeit.zu, die Verlustliste wächst und drei kriegsstarke Divisionen, darunter eine rein französische, mußten eingesetzt werden. Es scheint, daß Marschall Liauthey abberusen und durch Petain, den Retter Verduns, ersetzt wird. Englische Berichte wissen auch von der Einrichtung einer zivilen Statthalterei zu melden. Das Ivürde auf eine radikale Abkehr von dem militaristischen Regime hindenten, dessen Hochmut von den verachteten Kabylen so laut ad absurdum geführt worden ist. Frankreich muß, darin sind alle Parteien bis ans die Kommunisten einig, zunächst seinen Besitz sichern. Wieweit diese Sicherung anzustreben ist, ob sie bis zur Niederlage Abd el Krims zu betreiben wäre, darüber gehen die Meinungen auseinander. Es ist fraglich, ob Sämtliche Badeartikel wegen vorgerückter Saison zu nachweisbar tief reduzierten Preisen im Warenhaus in Schiff mann II. Taborstraße 48 TeleaHon 47*1« 79 gras En detail

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