Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 7 (1925)
- Issue
- Heft 2303 (20.7.1925)
- Date
- 1925-07-20
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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1 f Polen: 2V arorrv | Wien: Zum Abholen in der Expedition, II., Taborstr. 1-3, oder in einer Verschleisstelle (Trafik) monati. 5 Schilling Strassenverkauf in Wien durch die Kolporteure der Finna Gol dschmied, I* Wo!lzeile 11 Mit Postversand für Wien und Oesterreich monatlich 5 Schilling T sch echo-Slowakei: Mon. K22. Jugoslawien: Mon. Din. 60. Polen: Mon. 4Zloty. Deutschland: Mon. Gm. 4, Frankreich, Belgien: Mon. Frcs. 18 Naduahltngen bei P r e I $• erhOhongcn TorbebnUea Rr. 2303 Wiener . . . ♦ Wie«. Montag, 20. Soli 1928 Haut« IM.PALAST. KINO II.. Taborstrasse I Der Handschlag so nrsn 6, */s8, 9 Uhr lillUFlJl England: Mon. 4 Schilling. Italien: Monati. 18 Lire Rumänien: Mon. 170Lei., Bulgarien:Mon,100Lewt. Schweiz und das übrige Ausland monatlich Frts. S; Redaktion, Administration: Wien, II. Taborstr« 1 { Telephone: 44-0-38,43-3-19 Ab 6 Uhr: 21-102, 25-2-82 DL, Universitätsstrasse 6-8 > (Druckerei lg. Steinmam*)' Oesterreichlsches Postsparkassen-Konto Nr. 150.693 7. Jahrgang Ser 14. 3ioniftenlongreß. Die heute von einem Montagsblatt verzeichnettu Gerüchte von einer Absicht, den Zionistenkongretz von Wien in eine andere Stadt zu verlegen, sind eine Erfindung müßiger SensataionshaschereL Es ist weder ein derartiger Plan ventiliert, noch eine Umfrage bei einzelnen Führern gehalten worden. Die zionistischen Mihrer befinden sich gegenwärtig in London bei den Beratungen des Zionistischen Aktionskomitees, die noch nicht beendigt sind. Schon daraus ergibt sich, datz in Wien keine Umfrage stattgefunden hat. Jas Bubenstück der Hakenkeurler. Erklärungen des Polizeipräsidenten Schober. Polizeipräsident Schober gab gestern einem Mtarbeiter der „Sonn- und Montags-Zeitung folgende Erklärung! „Die Polizeidirektion hat der in der letzten Zeit in der Presse und in Versammlungen laut gewordenen Agitation gegen den Zionistenkongretz und gegen die Inden pflichtgemätz ihre Aufmerksamkeit gewidmet und, soweit hierbei das Strafgesetz verletzt wurde, auch pflichtgemätz die strafgerichtliche Befolgung veranlaßt. Die Vorgänge am Freitag inr Slndtpurl sind nach den bisherigen polizeilichen Erhebungen von einer ganz kleinen Gruppe jugendlicher Personen, Angehörigen der nationalsozalistische« Arbeiterpartei, inszeniert und durchgeführt worden. Dieser Ueberfall auf harmlose Kaffeehausgiiste ist' nicht anders zu qualifizieren wie als unverantwortliches Bubenstück. Nne unveifc und unvernünftige Menschen können auf solche Weise die antisemitische oder Überhaupt eine politische Frage zu lösen versuchen. Die von mir geleitete Polizeidirektion mutzte gegen dieses Vorkommnis mit aller Strenge Vorgehen, «m einer Wiederholung vorzubengen, und sie wird, Ms je wieder ein ähnlicher Versuch unternommen werden sollte, gleichfalls mit rücksichtsloser Strenge Vorgehen. Die Polizeidirektion glaubt dadurch den guten Ruf Wiens als Fremdenderkehrsstadt ebenso zu schützen, wie die Interesse« von Tausenden ehrlich erwerbenden Geschäftsleuten, die nichts als Ruhe und Frieden haben wollen und am Fremdenverkehr in Wien interessiert sind, am Vesten zu wahren. So bedauerlich dieses Vorkommnis ist, so hoffe ich, datz es v e r e i n z e l t bleibt und ich glaube auch, dös Ereignis als solches sollte nicht vergrötzert und aufgebaufcht werde», weil derartiges schlietzlich auch in einer anderen Stadt Vorkommen kan», dort aber als das gewertet wird, was es ist, als ein Bubenstück, das Mein nichts an der Tatsache ändern kann, datz W i e « eine ruhige und friedliebende Stadt ist und für den Fremden und Reisenden jedwede Sicherheit bietet. Was den Zionistenkongretz anbelangt, so hat die Bundesregierung den Kongretzveranstaltern wiederholt die Versicherung gegeben, sie werde alles tun, nm den ruhigen verkanf des Kongresses zu gewährleisten. Ephraim Mosche Men gestorben t Wie das „Neue Wiener Journal" aus Bad Weiler meldet, ist dort am Freitag der Maler und Illustrator Ephraim Mosche Lilien gestorben. Eine .Bestätigung dieser Nachricht steht noch ans. Lilien, der große jüdische Künstler, ist am 23. Mai 1874 zu Drohobyez als Sohn eines armen Drechslers geboren. Er verbrachte seine Jugend in bitterster Not, mußte das Mittelschulftudimn abbvechen und wurde Schildermaler. Mt 20 Jahren erst gelang es ihm, durch einige Zeichnungen für die da-mals neubegründete Münchener „Jugend" die Aufmerksamkeit aus sich zu ziehen. Seine Schwarz-Weiß-Zeichuungen eröffne ten der illustrativen Kunst neue Wege. Was Litten dem Judentum geschenkt hat, ist noch kaum festzuhalten. Er hat auf dem Feld des Zionismus den schönsten Schmuck seiner Kunst gesunden und die Eigenart und der Reichtum seiner künstlerischen Vollendung zeigt sich in schönster Deutlichkeit in ,^Fuda" (1901), im ,/Jüd isch e n Alma nach" (1906) und den im selben Jahr erschienenen „Liedern des Ghetto", —Eine eingehende Würdigung des KÄMM UM MWaMn. Jos neue PoliWno Der Keren Hajeffod. Spezifikation bet Junieingänge. Im Juni find beim Hauptbmau 56.070,9,2 Pfund eingegangen. In den Ueberweisungen aus Amerika ist ein Betrag von 26.000 Dollar zur teilweisen Deckung der Mehrausgaben des Jmmigrationsbndgets im ersten Halbjahr inbegriffen. Außerdem übersandte Herr Bernhard Baron, Brighton, 10.000 Pfund, die speziell für die hebräische Universität bestimmt sind. DaS Direktorium hegt die Hoffnung, daß im Laufe der sechs Wochen bis zum XlV. Zionistenkongreß die noch zur Vervollständigung der zweiten Million erforderlichen 80.000 Pfund beim Hauptbüros» eingehen werden. Pfund 1. Vereinigte Staaten .24.570,18,11 2. PolenrWarschauftnkl. Krakau) Pfd. 4346, 8,11 Lemberg ..... „ 492, 2, 6 Wilna ...... , 104, 1, 9 4.942,12, 7 3. Südafrika.. 3.000,—,— 4. Rumänien: Bukarest . . . Pfd. 1663,19, 9 Bukowina ... * 417,11, 5 Beßarabien . . „ 275,—,— Transsylvanien „ 203,19, 6 2.560,12, 8 5. Deutschland ..2.441,—, 9*) 6. Kanada.. 1.479,14, 8 7» Aegypten ...... ,f ... ... . . 1.145,10, 9 8. England , .... ........ . « » « 920,—,— 9. Finnland . . . . . . ... . . . . . 892,16,10**) 10. Palästina.. 624,19, 4 11. Oesterreich . . . . . . . 687,13, 1 12. Tschechoslowakei . ... , . . . . v« « 542,13,10 £xi(ntC|t * » * » # » » 400,—r,—* 14». Plarokko - « . , 351, 5,— 15. Lettland ... . . . ... . . . . 312,19,10 16. Griechenland ............. 307,—,— 17. Holland .. 257, 8, 6 18. Brasilien ................ 207,13, 8 19. China (Tientsin) . .. 200,-,- 20. Portugal . ........... ...» 102,17, 2 21. 92,—, 22. Estland ........... „ .. 50,—,— 23. Elsaß-Lochringen . . . . . « . ... 33,14, 1 24. Schweden. . » . . » . . *•» . . » . . 14,1, 25. Indien » » . » . V ......r-.« 9,12, 6 26» Mesopotamien ••*..*••».. 46.070, 9, 2 Herr Bernhard Baron für die Hebräische Universität 10.000,—,— 56.070, 9, 2 Die Gesamteinnahmen des Keren Hajeffod pro 30. J»ni1925 betrage» demnach 1,919<311»6,10 Pf«»-. Die evfolgveiche Klmrpggne in Rumänien. Die unter Leitung von Dr. Wilensky in Altrumänien durchgeführte Keren-Hajeffod-Kampagne wurde dieser Tage abgeschlossen. Sie ergab einen Gesamtbetrag von 26 Mllionen Lei, (rund 26.000 Pfund), «m sechs Millionen Lei mehr als die vorjährige Kampagne.' Am 28. Juni fand in Bukarest unter Vorsitz von Adolf B e ruh a r d t, dem Präsidenten de§ Zionistischen Organisation in Rumänien, eine Abschiedskundgebung zu Ehre» Dr. Wilenskys statt. Herr Bernhardt zollte der tatkräftigen Führung Dr. WilenSkyS, dem es gelungen ist, trotz der schweren ökonomische« Lage und entgegen allen pessimistischen Voraussagungen die Keren-Hajeffod-Aktion so erfolgreich dnrchzuführen, die wärmsten Worte der Anerkennung. Durch seine Energie und Beharrlichkeit sowie durch sein ausgezeichnetes Rednertalent habe Dr. Wilensky es verstanden, Führer und Massen Hinzureißen und für die große Sache zu gewinnen. Er hoffe, daß es bald ein Wiedersehen und ein weiteres Zusammenarbeiten mit Dr. Wilensky in Rumänien geben werde. Dr. Wilensky schilderte an Hand genauer Zahlen den überaus günstigen Verlauf der Kampagne. Wenn man anch nie zufrieden sein solle, so müsse man doch zugeben, daß bei den gegebenen Verhältnissen die in diesem Jahre in Rumänien geleistete Keren- Hajessod-Arbeit überaus erfolgreich gewesen sei. Dr. Wilensky erwähnte sodann die große Förderung, die die Kampagne durch den Besuch Sokolows erfahren habe, und sprach den verschiedenen Mitarbeitern seinen Dank aus, vor allem den Delegierten Frau Dr. B u ch m i l aus Jerusalem, B. K a r p t n auS Berlin, I a ch i n s o n aus Kischinew. Advokat C r ä m e r aus Jasst, Lehrer Z m o i r a aus Botosani und Advokat Hart auS Galatz. Große Verdienste um die Kampagne haben sich anch das Keren-Hajessod-Bureau in Bukarest, das unter Leitung Doktor M i b a s ch a n S steht, erworben, ebenso die zahlreichen Freunde und freiwilligen Mitarbeiter in den verschiedenen Orten. *) Einschließlich 700 Pfund für da« Haifaer Technikum **) Einschließlich 92,8,4 Pfund aus Wiborg für die Hebräische Universität. Die Ergebniffe der Kampagne find r Lei Vom 1. Oktober 1924 bis 28. Juni 1925 in Bukarest eingegangen. 18,075.688 i Deponiert an Akzepten ............. 2,100.000 ' Bankfähige Verpflichtungsbriefe. 398.000 1 Noch einzukassierende und noch nicht bearbeitete Ortschaften sowie Restanzen von schon besuchten Städten 5,877.000 Gesamtsumme. . 25,950.638 < Die Akzepte sind als bares Geld anzusehen, da bisher keiue Ausfälle zu verzeichnen waren. Die noch einzugehenden. 5,1*77.000 Lei sind mit großer Vorsicht geschätzt und dürften bedeutend überj troffen werden. Das Gesamtergebnis von 26 Millionen Lei be-; deutet somit gegenüber dem Jahre 5684 mit 20,046.581 Lei eine Erhöhung um rund 30°/,. Die Spesen werden bis zum 30. September 1925 zirka 3,5 Millionen Lei, das heißt 18,5°/« der Ein-, gange ausmachen gegenüber 2,663.000 Lei oder 12,6*/, im Vorjahre. Die kleine Erhöhung der Spesen findet ihre Erklärung in der bedeutend erhöhten Propagandatätigkeit des Bnreaus und i« Gehaltserhöhungen infolge der allgemeinen Teuerung sowie in einer notwendig gewordenen Erweiterung des BureaupersonalS. Dr. Wilensky skizzierte sodann einen ausführlichen Plan für die Arbeit der nächsten Zukunft und hob hervor, daß bei guter Durchführung dieses Planes eS möglich sein werde, in Bukarest allein den diesjährigen Eingang mindestens zu verdoppeln. Auch in de« anderen Großstädten Rumäniens dürste AehnlicheS möglich sein. Die Ausführungen Dr. Wilenskys wurden von den Anwesenden mit begeistertem Beifall ausgenommen. Keeen Hajeffod in England. Die diesjährige Keren-Hajeffod-Kampagne in Großbritannien nähert sich ihrem Ende, und für den Herbst werden jetzt Pläne für die Organisierung der Arbeit gemacht. Die vereinigten Nord-Londoner Keren-Hajessod-KomiteeS veranstalteten am 28. Juni eine Gartenversammlung zur Begrüßung deS Chairmans des Speziellen Kampagne-Komitees der englischen Zionistischen Föderation, Dr. G o l d st e i n, um von ihm einen kurzen Bericht über die bisherige« Resultate der Keren-Hajeffod-Kampagne in Großbritannien entgegenzunehmen. Herr H. I. M o r g e n st e r n, der Dr. Goldstein einführte, betonte besonders, daß der Erfolg den energischen Anstrengungen Dr. Goldsteürs zu danken sei, die nur diejenigen ermessen könnten, die in tatsächlicher Beziehung zur Arbeit gestanden haben. Dr. Goldstei» gab ein Resume der seit Beginn dieser Kampagne erreichten Ergebniffe. Die in diesen acht Monaten erzielten Beiträge machen mehr als doppelt so viel als diejenigen MS, die in den vorMgegangenen zwölf Monaten eingegangen waren. Insgesamt sind, die Spenden für die Universität nicht eingerechnet, 24.000 Pfund Mfgebracht worden, und zwar 16.000 Pfund in bar und 8000 Pfund in Zeichnungen. Keren Hajeffod in Polen. Im Laufe des Juni haben Delegierte der Warschauer Keren-Hajeffod-Zentrale gegen 70 Orte besucht, darunter Mch solche, wo die Keren-Hajessod-Arbeit zum ersten Male orgMisiert wurde. Die Delegierten wurden überall warm empfangen und ihre Vorträge über den Palästinaaufbau nnd die Bedeutung des Keren Hajeffod begegneten großem Interesse. Ueberall konnte man die Bereitwilligkeit zur Mitarbeit an der Keren-Hajeffod-Aktion feststellen. Besonders die Teilnahme der kaufmännischen und Handwerker vereine machte sich bei den, Ergebnissen bemerkbar. Trotz der schweren ökonomischen Krise sind recht bemerkenswerte Resultate erzielt worden. Die Zentrale spricht die Hoffnung aus, daß im Monat Juli, dem letzten vor d e m K o n g r e ß, die polnische Judenheit und insbesondere die Zionisten die Intensität ihrer Arbeit und Opfer für den Keren Hajeffod verdoppeln werden, damit die polnische Landsmannschaft auf dem Kongreß sich auf günstige Resultate der Keren-Hajessod- Arbeit in Polen stützen kann. Reorganisation des Keren-Hajefsod-Bur eaus für Westgalizien. Wie das Keren-Hajessod-Bureau für Westgalizien und Schlesien mitteilt, hat dort gelegentlich der Anwesenheit Doktor H a n t k e 8 als Vertreter des Keren-Hajeffod-Direktoriums in London eine Reorganisation des Keren-Hajessod-ZentralkomiteeS stattgefunden. Zum Leiter der Keren-Hajeffod-Aktion wurde Dr. Emil Rosenfeld bestimmt, dem die langbewährte« Mitarbeiter Dr. Artur M a h l e r aus dem Haag und der ehemalige orthodoxe Rabbiner aus Wien Moses Glaser zur Seite stehen. Das neuorganisierte Bureau hofft, daß die westgalizische und schlesische Judenheit in Anerkennung der Bedeutung des Keren Hajeffod seine Tätigkeit fördern und Opferwilligkeit dem Keren Hajeffod ofgotttte de-MM wüw. /