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Wiener Morgenzeitung · 1925-07-16 · Heft 2299 (16.7.1925) · p. Seite 6

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
7 (1925)
Issue
Heft 2299 (16.7.1925)
Date
1925-07-16
Page
Seite 6 (sequence 6)
Language
German
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«jen* o wa-n, vsxwnvivras stutenct rvtori»errzerruna Lb. Juli lir/o Nr. 2290 Ihre nächste Aufgabe ist die pV*unverzügliche Bestellung eines kombinierten Kongress-Abonnements der offiziellen Kongress-Zeitung «nd d« „Wiener Morgenzeitung' welche während des Kongresses in bedeutend erweitertem Umfang erscheinen und u a. ru den öffentlichen _ der führenden zionlsti- Kommentare Verhandlungen lUtBTVieWS sehen Persönlichkeiten sowie Aeusserungen leitender Polit ker über das jüdische Problem und interessantes aktuelles Bilder* material aus dem zionistischen Leben bringen wird. Für die Werbung von neuen Abonnenten verteilen wir wertvolle Prämien Wer Wer menten für die Kon- A mdas Lehrbuch der hebräischen Sprache für lausgaben wirbt, erhält MKULfl S kJjULfl /‘xTTlxSTlll g hui- und Selbstunterricht mit eingelegtem Schlüssel, je nach Wahl in deutscher, polnischer oder rumänischer Unterrichtssprache. 10 wirbt,"crhaft Graetz, Geschichte der Juden „ .... „ . Preise und Bezugsbedingungen: Kombiniertes Kongress-Abonnement v ® zu ermässigtem Preise (offizielle Kongress Zeitung und »Wiener Morgenzeitung“). Wien und Oesterreich S 8, Tschechoslowakei Kc 40, Deutschland Gmk. 6, Polen ZI. 6, Italien Lire 35, Rumänien Lei 240, S. H. S. Dinar 100, Bulgarien Lewa 160, Belgien Frcs. 30, Frankreich Frcs. 30, Schweiz und das übrige Ausland Frcs. 7. Verwaltung der „Wiener Morgenzeitung1 Wien, II., Taborstrasse 1—3 / Telephon 44-0-38, 43-3-19 Ständige Abonnenten der „Wiener Morgenzeitung" zahlen für die Kongress- Zeitung, welche gleichzeitig mit der „Wiener Morgenzeitung" geliefert wird, ein ermässigtes Abonnement, und zwar S 3.-. bezw. ZI. 2.-. Kc. 15.-. Gmk. 2.—, Lei 120.—, Dinar 40.—, Schw. Frcs. 2.50. Die Eröjfnungs-Festnummer, die separat bezahlt werden muss, kostet: Wien und Oesterreich S 1, Tschechoslowakei Kc 6, Deutschland Gmk. 1, Polen ZI. 1, Italien Lire 4. Schweiz und das übrige Ausland Schw. Frcs. 1. Vtt * Ein „Mitglied der Reparationskommission". Vorgestern abends erschien auf der Polizei inspektion QstbaHlnHoif ein gewisser Karl Uhr mann, stellte sich als Kriminalinspektor i. P. vor und brachte den aus 2lmeriika kommenden Hilfsarbeiter Aumeas Dobak mit. Er gab an, daß er den Manu zur AusWeisleistung ungehalten habe und nun znm Amte überstelle. Der angebliche Kriminalinspektor i. P. konnte sich jedoch nicht ausweisen, und es stellte sich heraus, daß er der ehemalige Disponent Karl Uhrmann sei und ganz Wider- "rechtlich den Mann angehalten habe. Uhvmann hatte auch das Geld Tobaks visiitert und ihm vier Ntcn zu 50 Lire unter dem Vorwände, daß sie falsch seien, abgenommen. Uhrmann hat in den letzten Jahren schon Wiederholt ähnliche Betrügereien ausgeführt. So hatte er sich im Jahre 1923 als Mitglied der Reparationskommission in Wien ausgegeben und bei einer Arretierung zu intervenieren versucht. Im Sommer dieses Jahres wurde er wegen Paßvisumfälfchuirg vom Gerichte zu acht Moaten schweren Kerkers verurteilt. Auch als angeblicher Redakteur war der Mann ausgetreten. Uhvmann wurde dem Landesgericht eingeliesert. * Die Brieftasche am Donaukanalufer. Am 12. d. wurde am Donankanälufer bei dem Hause Obere Donaustraße 38 eine Brieftasche gefunden, die als Eigentum des seit einigen ^,agen abgängigen 21jährigen Schloss ergehÄfen Johann SV ec, Klosterneuburgerstraße 102, erkannt wurde. Der Vermißte hatte sich am gleichen Tage aus seiner Wohnung mit V elbstmo rdäuß erringen entfernt. _ * Tödliches Stratzenbahnunglück. Der Rechtsanwalt Dr. Bernhard Lederer, Tüvkenistraße 3 wohnhaft, tvurde E 8. d. in der Währingevstraße von einem Straßenbahnzu.ge niedergestoßen. Schwer verletzt wurde er aus die Unisalhtation gelbracht, wo er am 13. d. st a r b. * Nationalfondslandeskonserenz in der Bukowina. Sonntag den 5. d. fand in Rad auti die 5. Bertrauensmännerronsereniz der Bwkawrnaer Natianalfondsorganisation statt. Die Konferenz war von 92 Delegierten der Orkskommissionen besucht und wurde mit einer längeren Ansprache vom Vorsitzenden der Landeskommission Dr. Theodor Weissclberger crhervorhob, daß Dank der Aufklärungsarbeit U1 > l s ch i r n s die Nationalsondsarbeit einen Zug ins Große bekam, welche Tatsache in der zehnfachen Steigerung der Keren- Kazemeth-Erngänge zum Ausdrucke kam. In zwanzig Monaten wurden zirka 4500 Pfund abgeliefert und 75 Prozent des übernommenen Kontingentes erreicht. Mit besonderer Befriedigung nahm die Konferenz die Erklärung zur Kenntnis, daß das Direktorium in Ausführung eines diesbezüglichen Uebereinkommens 2000 Dunam einer Gruppe von B uk o w i n a e r C h a l u z i m zur Verfügung gestellt hat. Hierauf erstattete der Leiter der Sammblstelle Dr. Leon S ch m e l- Ser, der vor kurzem in Erez Israel weilte, ein Referat über dre Tätigkeit des Keren Kajemeth in Erez Israel und seine Aufgaben rn den nächsten Jahren. Der Leiter des Palastmaamtes, Professor Julian Silberbusch, der ebenfalls vor Durzom aus Erez Israel zurückgckkehrt war, referierte über Emlgrations- und Kolonisationsprobleme. An die Referate knüpfte sich eine sehr interessante Debatte. Die einzelnen Redner beschäftigten sich insbesondere mit den Fragen der Bodenpolitik des Keren Kajemeth l'Jsrael und der um sich greifenden Bodenspekulation im Lande. Sie nahmen auch zur Frage der Zusammenlegung der zentralen Fonds Stellung und sprachen sich mit aller Energie dagegen aus. Hingegen wurde verlangt, daß die Finanzpropaganda der Zionistischen Organisation vereinheitlicht werde. * Ein ganzes jüdisches Städtchen von Exmission bedroht. Aus Kisch in ew berichtet I. T. A.: Das Städtchen U n ghe ni wurde im J-ahre 1878 nach dem ritssilsch-iürkischen Krieg auf dem dem Gutsbesitzer Bazni gehörigen Boden gegen Zusage eines jährliche»» Pachtzinses evbant. Im Vertrag würbe ausgemacht, daß der Boden im Ichre 1928 der Gutsherrischaft zurückgegeiben werde. In» Znsammeuhau>g mit der Durchführung der letzten Agrarreform hofften die Juden, das Kaufrecht am!f ihren Boden zu erhalten. Diese Hoffnung erwies sich als trügerisch; die Gutsbesitzer besteihen auf der Rückgabe des Bodens im Jahre 1928. Die Verzweiflung unter den Juden Unghenis ist groß. * Antisemiten setzen eine jüdische Wohnbaracke in Brand. Wie schon mitgeteilt, brannte vor einigen Wochen das litauische Städtchen Schwer sch ne zu einem großen Teil ab, wodurch zahlreiche jüdische Familien ohne Obdach blieben. Für diese UnMcklichen wurde an einem Platz der Stadt eine große Wohnbaracke erbaut. Wie mm I. T. A. berichtet, forderte die antisemitische Schützengilde der Stadt, daß man die Baracke aus diesem Teil der Stadt entferne. Als ihrer Forderung nicht nachaegeben wurde, -zündeten sie dir Baracke am mehreren Stellen an, so daß sie in wenigen Stunden vollständig in Flammen aufglng. Die jüdischen Brandopfer verloren dadurch den letzten Teil ihrer ans dem ersten Brande geretteten Habe. Während des Brandes spielten sich herzzerreißende Szenen ab. Bühne und Kunst. Welttouruee der Moskauer Habimah. Der Begründer und mehrjährige künstlerische Leiter des Moskauer hebräischen Künstler theaters Habimah, Herr Zemach, ist am 12. d. ans Moskau in Berlin eing-e troffen, um von hier aus eine Welttournee seiner Truppe vorzubereiten. Das Habimah-Ensemble wind zu Beginn des Herbstes die Weltreise autroterr und zuerst in Riga und Kvwno, dann in Berlin Vorstellungen geben. Das Reiserepertoire umfaßt fünf Stücke, in denen das Ensemble seine höchsten Trinmphe gefeiert hat. Es sind dies: „Dh'buk" von Au—sky, „Hafchudl hanizchi" (Der ewige Jude) von Bjdlsky, „Hagolein" Vvu Leiwik, „Ghalonr Jaakob" (Jaakobs Traum) vou Beer-Hvffnrann rmrd „Hamabu'l" (Die Snndflu't) von Berger. In Berlin wird die Truppe anfangs Oktober einiressen. Bon hier aus wird sie den Weg nach den Ländern Mitteleuropas, dann nach England, Frankreich, Holland wuib Amerika nehmen. Im Frühjahr 1920 wird die Welt tou r beendet sein. Die Leistungen der Habimah in Moskau haben bekanntlich die Bewunderung aller Kenner erregt, die Gelegenheit hatten, das Ensemble spielen zu seihe». Noch in aller Erinnerung ist der Artikel, den Maxim Gorki gleich nach seiner Ankunft ans Moskau in Berlin in mehreren europäischen Zeitungen über Habimah verössentlicht hat. Gorki bezeichnete die Habimah- Leiftungen als den Gipfel der Schauspielkunst. Auch Alexander M o i s s i hat sich über die Habimah in Tönen höchster Begeisterung geäußert. Aus den Theatern. Burggarten (bei ungünstiger Witterung im Festsaal der Hofburg!. Heute, 8 Uhr abends. Konzert- und Vortragsakademie zu wohltätigen Zwecken. (Sitzplätze ansverkauft.) Theater in der Josefstadt. Heute. 7,8 Uhr abends, Premiere des Lustspiels „I h r k l e i n e r F r e u n d" von Jacques N a t h a n s o h n, deutsch von Berta Zuckerkand!. Erich Mann. Mit der kommenden Saison scheidet von den Rein h a r d t - B ü -h n e n der jugendliche Liebhaber -und Held Erich Mann, der einem Engagementsantrag nach Milwaukee Fblge leisten wird. Erich Mann wird ln Amerika auch filmen. Jeßner über seine völkischen Gegner. Der Intendant der staatlichen Schauspieihäuser in Berlin, Leopold Jeßner. veröffentlicht unter der Ueiberschriist „Für die Freiheit des Dhealers" im ,/Berliner Tageiblatt" voni 12. d. einen Artikel über, die geistilge Position des Theaters vlon heute und rechttiet tbei dieser Gelegenheit mit jenen Kreisen äb, die -ihm äls Inden die Eignung «Vs-pvechen. die erste staatliche Bühne in Deutschland zu'leiten. Er schreibt: „Es find der Strömungen viele, das 'heutige Theater im „völkischen" Sinne zu führen. Jene Eliquen, die den traurigen Blut hüben, Männer, denen W aller persöül i ch-poli tischen atinft) religiösen Zugehörigkeit die Knust nur äls Kunst Geltung hat, zu bezichtigen: sie seien parteipolitische Llusbenter — jene sind es, die ln Wirklichkeit das Theater z n m I n st r n m ent einer P a r i e i machen wollen. Sie sind es, die Werke wie Kleists „Prinz von Honlburg" und Heibbels „Nibellmgen" so blindlings dilrch allen Parteiwust Mschleift hüben, daß der objektive Tihealerleiter erst eine Steinigung an ihnen vollziehen nmß. Sie sind es, die aus der „HermannÄsichlacht", diesenl ütber Raum und Zeit hinlaus echabenen Haßgedicht, ein heiseres Spiel a n ges ch in i n ftci 2 cat t o »eit gewinnen wollen, nicht wissend, oder wohl wissend es lunterschlagen, wie jener selbe Kleist 1809 in einen: Auifrnf: „Was gilt es in diesenr Krieg?", das großartige Bekenntnis zur Volks- und Bölkergemeittschaft abgelegt hat, äls einer Gemeinschaft, die un'bekannt mit den: Geist der Herrschsucht uud Eroberung i-hren Ruhm nicht einmal deiiken kann, sie müßte denn den Rühm tnid das Heil aller übrigen Migleich denlken, die den Erdkreis bewohnen." „Jaakobs Traum" im hebräischen Theater in Tel»Awiw. Aus Jaffa wird uns geschrieben: Großes Interesse wird hier u,tib in Tel-Awiw der Ävorstehende»l- Uvanfführung von Beer- Hofsntanns „Jaakobs Traunl" im hebräischen Theater in Tel- Awiw entgegengebracht. Die technilchen Borbereit>ungen für die AnMhrnng sind bereits vollendet und die Proben in vollem Gange. Sämtliche Bühnendekorationen und Kostmne wurden nach den Entwürfen des Malers Rüben Schänder im eigenen Atelier des Theaters hergestellt. Die Musik lieferte Herr Weinberg. Radropvogramm. Heute Donnerstag. 11 bis 1 Uhr r Vormittagskonzert. —- 4 bi^ 6 Uhr: NachmilltagSkonzert. Mitwirkend: Konzertsängerin Adel« Hausenbichl. Gilbert: Die Welt im Sonnenschein, Walzer. De« libes: Der König hat's gesagt, Vorspiel. Cäsar Franck r Klavier- Violin-Sonaie 1 und 2. Urbach Friedrich Smetana, Phantasie. Rod. Bast r Alt-LLiener Tänze. Offenbach r Tanzlied aus ^Groß- Öin von Gerolstein*. Lebar: Clo-Clo, großes Potpourri. chstädten: Walzerliebe, Walzer. Aschir Smet r Reina de! Pago. Tango. — 6 bis 7 Uhr: Gottfried-Keller-Feier (gest. 16. Juli 1890). — 8 Uhr: Wiener Symphonieorchester. Ch. Gluck r Ouvertüre zu „Iphigenie in AuliS" (mit dem Schluß von Rich. Wagner). G. Mahler r Kindertotenlieder. I. Haydn i Symphonie Nr. 2. Johann Strauß r Ballettmusik aus „Ritter Pazman". _ Vereine, Vorträge und Versammlungen. Verband jüdischer Ingenieure und Techniker für den Aufbau Palästinas in Wien, 9. Bez., Türkenstraße 9. Morgen, pünktlich V,8 Uh: abends, findet eine außerordentliche Generalversammlung statt. Tagesordnung: 1. Die Tagung jüdischer Ingenieure und Architekten. 2. Unsere Stellung zum 14. Zionistenkongreß. — Jüdisch-akademischer I u r i st e n v e r e t n, 2. Bez., Taborstraße 1. Die für gestern irrtümlich angekündigte Besprechung der Sport- und AnSflugsektion findet heute, 8 Uhr abends, statt. * Keren Kajemeth l'Jsrael, Jüdischer Nationalsonds. Heute, %7 Uhr abends, 1. Bez., Kärtuerstraße 28, Sitzung der Vertreter aller akademischen Verbindungen, Z. M. V., Turn- und Sportvereine. Tagesordnung: Besprechung über die Keren-Kajemethl'Jsrael-Arbeiten aus Anlaß des Kongresses. klue Bitte an die Wischen Bürger Wien» Der jüdische Tilrn- und Sportverband Oesterreichs veranstaltet in der Zeit vom 18. bis 24. August ein großes Turn- und S p o r t f c ft, an dem Makkabim der ganzen Welt teilnehmen werden. Dieses Fest gehört zu den vornehmsten Beranstaltnngen des zionistischen Kongresses. Leider sind viele unserer Turner und Sportler aus dem Auslande nicht bemittelt genug, um sich den kostspieligen Aufenthalt in Wien leisten zu können. Es müssen deshalb Wege und Mittel gefunden werden, um unsere Brüder mld Schwestenr aus dem Auslände iit Wien kostenlos unterznbringen. Wer nrrr die geringste Möglichkeit hat, der nehme daher einen jüdischen Turner oder Turnerin, einen Sportler oder eine Sportlerin für die Zeit des Kongreßfestes, das ist vom 18. bis 24. August, zu sich. Wir sind überzeugt, daß die jüdischen Familien Wiens durch ihre Gastlichkeit hier mithelfen werden. Wir bitten alle diejenigen, welche uns. auf diese Weise unterstützen wollen, die genauen Details sowie Adresse ehestens unserem Sekretariat, 2. Bez., Schiffamtsgasse 15, bekanntzugeben. Die Zuweisungen erfolgen dann schriftlich durch utlser Sekretariat. Für den Vorstand des jüdischen Turn- und Sportverbandes Oesterreichs: Dr. Jakob Fischler m. p. Paul Földes m. p. tzerichtssaal. Im Streit erstochen. Vor kam Schwurgericht unter Wor>' sitz des Hofrates Dr. Dörr hatte fick) gestonr tzer 27fährige Nachtwächter Kavl Na.ttcr wagen Dotfchilages zu verautworten. Naller stänkerte am 24. Mai dieses Jahres in Begleitung semer Brout, der Hllfsapbeiteriln Elisabeth Oskera, den in Geisell'schaft feiner Frau und $ueier Mädchen befindlichen Eisenarbeiter Michael Hofstätt er «m und versetzte ihm im Laufe des Streites einen tödlichen Stich in die Brust. Zu ,seiner Berantwortnnlg igab Naller an, daß er sich a>n nichts crinnern könne, da er zur Zeit der Tat stavr alkohokisi.ert >war, was aber durch die sofortige po'lizeiärzvliche Unterftlchmrg äls widerlegt erscheint. Die als Zeugin vernouuilene Oskora verstrickte sich bei ihrer Eiinvernahme in Widersprüche, so daß ihre Verfolgltng Wege»: falscher ZeUigeuaussage bejschlossen ivlirde. Die Gesch.ivw»»en beantwortete»» die Hauptfraiae aus Totschlag mit 12 Ja uud die Zusatzfraige ans Bollt r unke r» hei t zur Zeit der Tat mit 12 Ne-in. Ans Gv»»nd dickes Verdiktes wurde der dliMklagte zu 41/a I a h r e n s chweren Kerkers verurieilt. Er erklärte, die Strafe soifort anzntreten. Ein Nachspiel zum Mödlinger Hakerrkreuzmord. A»n 21. Dlai kam es Dehn Leiche»ibe>gä»lg>tis des Mödlinger. GenieMderates Leopold Mn Iller in der Ätähe des KrQ»»»atori»m»s zu einein argen Z»ls>amn»eiistvß. Der Poistbeamte Karl Schwarzer und (feilte Braut wurden von sozialdenlokratischen Ord»»-ern von» Fahrraid her»»»»tergerisse»» nnd verprügelt, weil er sich weigerte, seine schwarz-rot-,goldene Uhrkotte, die als hakenkre»lzler-ische Vrovakati-on ompftinden »rurde, hernnterzunehmen. Der Ordner der Arbeitevweihr, Franz Trojan, der außerde»» auch das Fahrrad des Schwarzer schwer beschädigt hatte, war als Rädelsführer beim U-eberfall vor den» Bezirksgericht Favoriten a>»»igekla>gt. Er legte ein umfasselldes Geständnis ab. Er wnvde zu 24 Stunden einfachen Arrests verurteilt. Landesgerichtsrat Dr. Dona»» nahm als »»»ildernd die bogreifiliche Erreg»!»a im Moment der Tat an. Doch »rußte von einer bedingte»» Ver»»rteilt»ng ablgesehe»» werde»», da der dlngeklagte bereits v o -r >b e st r w f t ist. Den Hausfreund erschossen. Der Bndapester Gerichtshof hat de»» Öblerfinanzrat Dr. Stephan K o s z t 1 a, der im vorigen Jahr den Oberist Valer ran ans Elfersucht aus oftfener Straße erschossen hatte, des Verbrechells der ln starker ^(»»fregnng begangene»» vorsätzliche»» Töi»»»rg sch»»ldig erkannt und zu vier Jahren Znchthaus verurteM. Neun Monate wurde»» in die Unterft»chu->l>gÄhaft eingerechnet. Der Staatsanwalt legte gegen das Urteil wegen zu gerÜMl» Strafausllmßes Berufung ein. Auch der Verteidiger Kosztlkas appellierte gegep das Urteil, weil, der Gerichtshof zalli>lreiche n»!ildernde Uulstände bei der Beurtelll»n>g der Tat nicht berücksichtigt habe. Der St>aatsa»»iva'll beantragte weiter die Aufrechterhaltuna der Unlersuchu»»gshaft nlber Koszikas, während der Verteroi'ger Kosztkas die sofortige Freilassung des Vvurteitten pevlanigte, bis Ms Urtckil in, Nechtstralft ertvämst. Koszlka schloß sich diesem Verlangen seines Rechtsanwaltes an. Der Gerichtshof beschloß nach kurzer Beratung, die Halft Koszöbas aufrechizuerhalten. KoWka legt« gegen diesen Beschluß Rtzk»rrs ein.

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